04-01-2026, 04:26 - Wörter:
Ihre Augen begannen begeistert zu leuchten. «Ich reite liebend gerne mit dir aus!», antwortete sie sofort. «Das haben wir viel zu lange nicht mehr gemacht. Aber vielleicht warten wir, bis das Wetter sich ein wenig stabilisiert. Es war heute schon sehr kalt und möchte die nächsten Tage meine Knochen wärmen.»
Als er dem gemeinsamen Abendessen zustimmte, lächelte sie noch ein wenig breiter. Und hob dann eine Augenbraue. «Sie hat schon explizit nach uns beiden gefragt, Eanruig. Warum sollte deine Anwesenheit unerwünscht sein?» Das muste er ihr doch erklären. Allerdings hatte sie den Verdacht, dass es dabei weniger um das ging, was die beiden Frauen wollten.
Sie hatte ihn gerade danach fragen wollen, als er das Thema wechselte. Und seine Worte mit soviel Bedacht wählte, dass Maebh augenblicklich klar wurde, dass das Gespräch nun eine ernstere Wendung nehmen würde. Also wappnete sie sich für das, was kommen musste. Sie rechnete mit Ablehnung. Oder einem Vorwurf. Doch statt all ihrer schlimmen Befürchtungen, folgte nichts dergleichen.
Er stellte ihr eine Frage. Beobachtete ihren gemeinsamen Sohn. Und auf seiner Stirn bildete sich die altbekannte Falte. Die kannte sie. Sie war dort, wenn er sich ärgerte. Oder anderweitig verstimmt war. Nur, dass dieser Ärger nicht ihr galt.
«Ungehalten, sagst du?» Maebh war nicht einmal überrascht. Das Mädchen war jung und in diesem Alter trieb einen schon der eigene Kopf ganz ordentlich um. Es hätte sie eher überrascht, wäre Moira mit allem zufrieden gewesen. Aber dass sie noch immer ungehalten war bedeutete auch, dass Maebh wieder irgendwas verpasst hatte. So oder so, es hätte keinen Sinn ergeben, mit Moira das Gespräch zu suchen. Ihr Verhältnis war angespannt, wenngleich Maebh nicht genau wusste, was sie ihr getan hatte. Ihren Groll jedenfalls hatte sie nicht verdient, da war sich die Fürstin sicher.
«Worüber wolltest du dann mit mir sprechen?», erkundigte sie sich nun neugierig geworden und blinzelte sogleich. «Sie hat etwas über mich gesagt?» Gute Götter. Was genau hatte sie nun schon wieder angestellt? Hatte sie irgendwas zu Moira gesagt? Etwas getan, dass den Groll der jungen Prinzessin erneut entfacht hatte? Sie konnte sich beim besten Willen an nichts derartiges erinnern.
«Nicht gut zu mir?», wiederholte Maebh ein wenig tonlos und überfordert mit der Situation. «Wir haben kein besonders gutes Verhältnis zueinander.» Genaugenommen war das untertrieben. Sie hatten nämlich überhaupt gar kein Verhältnis. Eanruigs Kinder mieden sie. «Ich bin ihre Stiefmutter. Das ist nicht unbedingt positiv behaftet, Eanruig. Aber es ist in Ordnung. Ich möchte mich gar nicht aufzwingen und ich kann damit leben, wenn ich keinen Platz in ihren Herzen habe.» Eine Lüge. Denn ihr eigenes Herz brach unter diesem Gedanken in tausend Stücke.
«Du hast gesehen?», wollte sie wissen. «Liebling, wovon genau sprichst du?»
Die Situation machte sie nervös. Gerade sorgte er dafür, dass sie nicht wusste, wie sie treten sollte. Was sie sagen konnte.
«Ich schätze, dass sie ein Problem damit haben, dass Aedán als Thronfolger eingesetzt wird. Das werden deine Kinder mir schon übel nehmen. Sie werden glauben, dass ich diese Idee hatte. Oder dich dazu gebracht habe, das zu tun, weil er unser gemeinsamer Sohn ist. Die Wahrheit ist», sie erlaubte sich eine kurze Pause, «dass ich es nicht gut finde, dass Cathal das Nachsehen hat und vor allem kein Mitspracherecht in dieser Entscheidung.»
Sie zog ein wenig den Kopf ein. Erwartete ein Unwetter für die Dreistigkeit, ihm einfach so ungefragt ihre Ansichten um die Ohren gepfeffert zu haben. Das ziemte sich nicht für eine Frau. Sie hatte ihren Mann zu respektieren.
Und ihr Verständnis von Respekt war es im Grunde, dass sie ehrlich zu ihm war. Und ihm sagte, was sie dachte. Viel zu oft hatte sie geschwiegen. Vielleicht war es Zeit.
Als er dem gemeinsamen Abendessen zustimmte, lächelte sie noch ein wenig breiter. Und hob dann eine Augenbraue. «Sie hat schon explizit nach uns beiden gefragt, Eanruig. Warum sollte deine Anwesenheit unerwünscht sein?» Das muste er ihr doch erklären. Allerdings hatte sie den Verdacht, dass es dabei weniger um das ging, was die beiden Frauen wollten.
Sie hatte ihn gerade danach fragen wollen, als er das Thema wechselte. Und seine Worte mit soviel Bedacht wählte, dass Maebh augenblicklich klar wurde, dass das Gespräch nun eine ernstere Wendung nehmen würde. Also wappnete sie sich für das, was kommen musste. Sie rechnete mit Ablehnung. Oder einem Vorwurf. Doch statt all ihrer schlimmen Befürchtungen, folgte nichts dergleichen.
Er stellte ihr eine Frage. Beobachtete ihren gemeinsamen Sohn. Und auf seiner Stirn bildete sich die altbekannte Falte. Die kannte sie. Sie war dort, wenn er sich ärgerte. Oder anderweitig verstimmt war. Nur, dass dieser Ärger nicht ihr galt.
«Ungehalten, sagst du?» Maebh war nicht einmal überrascht. Das Mädchen war jung und in diesem Alter trieb einen schon der eigene Kopf ganz ordentlich um. Es hätte sie eher überrascht, wäre Moira mit allem zufrieden gewesen. Aber dass sie noch immer ungehalten war bedeutete auch, dass Maebh wieder irgendwas verpasst hatte. So oder so, es hätte keinen Sinn ergeben, mit Moira das Gespräch zu suchen. Ihr Verhältnis war angespannt, wenngleich Maebh nicht genau wusste, was sie ihr getan hatte. Ihren Groll jedenfalls hatte sie nicht verdient, da war sich die Fürstin sicher.
«Worüber wolltest du dann mit mir sprechen?», erkundigte sie sich nun neugierig geworden und blinzelte sogleich. «Sie hat etwas über mich gesagt?» Gute Götter. Was genau hatte sie nun schon wieder angestellt? Hatte sie irgendwas zu Moira gesagt? Etwas getan, dass den Groll der jungen Prinzessin erneut entfacht hatte? Sie konnte sich beim besten Willen an nichts derartiges erinnern.
«Nicht gut zu mir?», wiederholte Maebh ein wenig tonlos und überfordert mit der Situation. «Wir haben kein besonders gutes Verhältnis zueinander.» Genaugenommen war das untertrieben. Sie hatten nämlich überhaupt gar kein Verhältnis. Eanruigs Kinder mieden sie. «Ich bin ihre Stiefmutter. Das ist nicht unbedingt positiv behaftet, Eanruig. Aber es ist in Ordnung. Ich möchte mich gar nicht aufzwingen und ich kann damit leben, wenn ich keinen Platz in ihren Herzen habe.» Eine Lüge. Denn ihr eigenes Herz brach unter diesem Gedanken in tausend Stücke.
«Du hast gesehen?», wollte sie wissen. «Liebling, wovon genau sprichst du?»
Die Situation machte sie nervös. Gerade sorgte er dafür, dass sie nicht wusste, wie sie treten sollte. Was sie sagen konnte.
«Ich schätze, dass sie ein Problem damit haben, dass Aedán als Thronfolger eingesetzt wird. Das werden deine Kinder mir schon übel nehmen. Sie werden glauben, dass ich diese Idee hatte. Oder dich dazu gebracht habe, das zu tun, weil er unser gemeinsamer Sohn ist. Die Wahrheit ist», sie erlaubte sich eine kurze Pause, «dass ich es nicht gut finde, dass Cathal das Nachsehen hat und vor allem kein Mitspracherecht in dieser Entscheidung.»
Sie zog ein wenig den Kopf ein. Erwartete ein Unwetter für die Dreistigkeit, ihm einfach so ungefragt ihre Ansichten um die Ohren gepfeffert zu haben. Das ziemte sich nicht für eine Frau. Sie hatte ihren Mann zu respektieren.
Und ihr Verständnis von Respekt war es im Grunde, dass sie ehrlich zu ihm war. Und ihm sagte, was sie dachte. Viel zu oft hatte sie geschwiegen. Vielleicht war es Zeit.
