11-01-2026, 16:31 - Wörter:
Dass ihr Bruder sich offensichtlich mehr über die beiden anderen Söldner freute als darüber, sie zu sehen, war kaum zu übersehen. Doch wenn Sanna ehrlich war, kränkte es sie kaum. Die Jahre hatten sie beide verändert, und wenn man genau sein wollte, kannten sie einander kaum noch.
Dass man in einem solchen Fall zu seinen … Freunden eine innigere Beziehung aufbaute als zur eigenen Familie, war beinahe natürlich. Entsprechend schob sich ein schiefes Lächeln auf Sannas Lippen, und sie verdrehte bei Ivars Wortwahl leicht die Augen. Dass er sich sogar dazu herabließ, länger in der Stadt zu bleiben, machte deutlich, wie nah sie sich offenbar standen – oder zumindest, wie sehr er die beiden anderen mochte.
Dass man in einem solchen Fall zu seinen … Freunden eine innigere Beziehung aufbaute als zur eigenen Familie, war beinahe natürlich. Entsprechend schob sich ein schiefes Lächeln auf Sannas Lippen, und sie verdrehte bei Ivars Wortwahl leicht die Augen. Dass er sich sogar dazu herabließ, länger in der Stadt zu bleiben, machte deutlich, wie nah sie sich offenbar standen – oder zumindest, wie sehr er die beiden anderen mochte.
„Eneas hat uns kurz vor der Grenze zum Frühlingsland verlassen. Wir wissen nicht, wohin er gegangen ist“
, erklärte Sanna ruhig und ließ den Blick kurz nach links und rechts wandern, als die Hände ihres Bruders auf ihren Schultern landeten.„Aber Tyra und ich teilen uns noch ein Zimmer bei Gerda – ich weiß nur nicht, wie lange noch. Ich habe das Gefühl, dass Söldner selten länger als nötig an einem Ort bleiben“
, fuhr sie fort. Dann löste sie sich aus dem Griff ihres Bruders und sah zu Valda hinüber, die langsam etwas unruhig wurde. Erwachsene konnten unfassbar langweilig sein. „Ihr geht es gerade nicht so gut. Sie freut sich sicher, ein bekanntes Gesicht zu sehen.“
Sanna griff nach der Hand ihrer Tochter und wandte den Blick wieder Ivar zu. „Komm gern mal vorbei. Ich habe jetzt noch etwas auf dem Markt zu erledigen.“
Damit beendete sie das Gespräch, fuhr sich kurz durch die blonden Haare und fügte hinzu: „Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal.“
Das Lächeln auf ihren Lippen war weder hoffnungsvoll noch ablehnend – eher seltsam neutral –, ehe sie sich umwandte, die Gasse verließ und in der Menschenmenge des Marktes verschwand.
