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Fight like a girl
21.10.1016 - 14:00
Wald von Farynn

Heimatlose
Mira Falren
Heimatlose
Alter 21
Beruf Gauklerin
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Ana
#2
Mira hatte die letzten Tage damit verbracht, leise ihren Platz in der Gruppe zu finden. Nicht, indem sie sich in den Vordergrund drängte oder versuchte, nützlich zu wirken, sondern indem sie beobachtete, zuhörte, sich einfügte. Die Nähe der anderen Frauen war dabei unerwartet wichtig geworden. Bei ihnen fühlte sich die Welt weniger scharfkantig an. Besonders Freyja. Ihre offene Art, ihr unkompliziertes Lachen, die Selbstverständlichkeit, mit der sie Raum teilte, ohne ihn zu beanspruchen, hatten Mira etwas gegeben, von dem sie nicht gewusst hatte, wie sehr sie es vermisst hatte: Sicherheit. Zumindest genug davon, um nachts zu schlafen, ohne bei jedem Geräusch hochzuschrecken, ohne ständig mit dem Gedanken einzuschlafen, dass jemand ihr im Dunkeln ein Messer zwischen die Rippen schieben könnte. Sie war sich ziemlich sicher, dass es unter ihren Mitreisenden Menschen gab, die dazu durchaus fähig wären, vielleicht sogar willig. Aber zwischen den anderen Frauen wirkte diese Gefahr gedämpft, weiter weg.
Die Märsche hingegen setzten ihr zu. Sie war Bewegung gewohnt, ja, aber keine endlosen Fußwege mit Gewicht auf den Schultern und nassem Boden unter den Sohlen. Ihre Füße schmerzten, die Beine brannten, der Rücken fühlte sich an, als würde er jeden Moment protestieren. Doch Mira ließ sich nichts anmerken. Nicht ein Zischen, nicht ein Hinken. Schwäche war eine Einladung, das wusste sie. Und sie wusste auch, dass manche nur darauf warteten, dass sie stolperte, körperlich oder anders, um sie loszuwerden. Die Gruppe zu verlassen kam für sie nicht infrage. Nicht jetzt. Nicht nachdem sie zum ersten Mal gekostet hatte, wie sich Freiheit anfühlte. Sie würde dieses Leben nicht wieder eintauschen gegen das Alte. Gegen die Schläge. Gegen den Blick ihres Vaters, der aus einer Lappalie eine Strafe machte, die sie noch Tage später in jeder Bewegung spürte. Manchmal, wenn sie falsch auftrat oder sich streckte, glaubte sie noch immer, ein dumpfes Knacken in den Knochen zu hören, eingebildet vielleicht, längst verheilt. Aber Erinnerungen heilten langsamer als Fleisch.
In Gedanken versunken stapfte sie neben dem großen Mann durch den Wald. Ihre Aufmerksamkeit hing mehr an den Erinnerungen als am Boden, und mehr als einmal musste sie sich im letzten Moment fangen, um nicht über eine freiliegende Wurzel zu stolpern. Sie fluchte nicht. Zog nur unmerklich die Schultern zurück und ging weiter. Ihr Blick wanderte über die Bäume, suchte nach trockenem, totem Holz, fand aber kaum etwas, das diesen Namen verdiente. Alles war feucht, schwer, widerspenstig.
Immer wieder glitt ihr Blick zu Rowan hinüber. Zu dem großen Mann, dem Söldner, dem Mann mit der Rüstung. Der Einzige hier, der wirkte, als wüsste er wirklich, was er tat, wenn es ernst wurde. Sie versuchte, ihn zu lesen, so wie sie es gewohnt war. Suchte nach Brüchen, nach zu offensichtlichen Masken. Doch bei ihm griff nichts richtig. Er war wachsam, aber nicht nervös. Reserviert, aber nicht verschlossen. Ein Mann, der gelernt hatte, mit Gefahren zu leben, statt vor ihnen davonzulaufen. Das machte ihn schwer einzuordnen.
Ein umgestürzter Stamm lag quer auf ihrem Weg. Ohne groß nachzudenken setzte sie an, sprang darüber hinweg, landete auf der anderen Seite sicher, streckte sich kurz, um die Spannung aus Rücken und Schultern zu vertreiben, und ging weiter, als wäre es nichts gewesen. Erst als er sprach, hielt sie einen Moment inne.
Sie hörte ihm zu, ohne ihn anzusehen. Als er fragte, sagte sie zunächst nichts. Nur ein leises Atmen, das Rascheln der Blätter unter ihren Stiefeln. Dann, ruhig und knapp, sagte sie: „Ich war eine Gauklerin.“
Eine kleine Pause.
„Das bin ich nicht mehr.“
Mehr Erklärung schien sie ihm nicht schuldig zu sein. Sie ließ den Blick über ein paar Steine gleiten, sprang leichtfüßig darüber hinweg, wo er ihnen auswich, und zuckte schließlich kaum merklich mit den Schultern.
„Ich bin neugierig.“ fügte sie hinzu. „Und ein Drache ist, nun ja. Eine gute Geschichte.“ Ein schiefes, beinahe scheues Lächeln. „Außerdem wollte ich einmal bei etwas dabei sein, das später in Chroniken steht. Nicht immer nur zuhören.“
Bei seiner Bemerkung über die Größe des Tieres dachte sie einen Moment nach, während sie weiterging. Dann sagte sie, leise, fast nachdenklich, „Wenn er wirklich so groß ist, wie der König glaubt, wird rohe Stärke allein nicht reichen.“
Sie sah kurz zu ihm auf.
„Manchmal ist es nicht die Größe, die entscheidet. Sondern wie viele bereit sind, gemeinsam zu handeln, und wie klug.“
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Fight like a girl - von Rowan Fraser - 26-01-2026, 22:29
RE: Fight like a girl - von Mira Falren - 31-01-2026, 22:30

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