09-02-2026, 00:39 - Wörter:
Maebh hatte eine Weile mit sich gerungen. Hatte überlegt. Sich gequält. War sich unsicher gewesen. Aber die Unterhaltungen mit Eanruig hatten sie durchaus zum Nachdenken angeregt. Und sie fand, dass sie selbst tätig werden musste. Aber ihre Aufmerksamkeit heute galt keineswegs Moira. Das würde sie ohnehin nicht retten. Wahrscheinlicher wäre, beim Versuch eines Gespräches, dass sie Cathal den Tag einfach nur kaputt machte. Und selbst wenn ihr Stiefsohn diese Hochzeit nicht wollte, so hatte Maebh dennoch vor, ihm diesen Tag als eine seiner schönsten Erinnerungen zu schenken. Es war seine Hochzeit. Ein Tag, an dem es nur um ihn und seine Braut gehen sollte und alle anderen Dramen hatten dahinter anzustehen. Ja, selbst die Prinzessin des Hauses Fraser hatte dem hinten an zu stehen und vermutlich hätte Maebh ihr in diesem Moment sogar den Zugang zu ihrem Bruder verwehrt. Oder auch nicht. So ganz konnte sie sich selbst nicht einschätzen.
Nein. Nein, vermutlich hätte sie das nicht. Vermutlich, da musste sie realistisch sein, hätte sie sich viel mehr selbst zurückgenommen, um den Geschwistern den gemeinsamen Moment nicht zu verderben. Aber jetzt gerade war von Moira nichts zu sehen. Um diese Uhrzeit war es auch wahrscheinlicher, vermutlich, dass sie noch im Bett lag. Oder gerade erst das Frühstück einnahm. Maebh hingegen war bereits vor der Morgendämmerung der Bettwärme entflohen. Und hatte ein sehr ausführliches Gespräch mit einer der Priesterinnen gehabt. Ein gutes Gespräch, vermutlich. Egal.
Sie klopfte leise gegen Cathals Tür und wartete, bis er sie hereinbat. Vermutlich wusste er bereits, dass es sich um sie handelte, kaum dass sie eingetreten war, aber dennoch lächelte sie leicht, als sie sah, wie angespannt er wirkte. Er versuchte, es zu verstecken. Er wirkte distanziert. Abgeklärt. Fast so, als wäre nicht er derjenige, der heute heiratete.
«Zunächst einmal», stellte Maebh fest, «dir sagen lassen, dass du unglaublich gut aussiehst, Cathal.» Sie war schon immer ehrlich zu ihm gewesen. Und würde daran auch nichts ändern. «Ich wollte nochmal mit dir sprechen, bevor du heute die Stimmen unzähliger Menschen hören wirst und in dem Chaos vermutlich völlig überfordert sein wirst. Und ich hatte gehofft, wir könnten noch ein paar Minuten nur für uns haben.»
Sie war durch den Raum an seine Seite getreten. Und legte ihm eine Hand auf den Arm.
«Wie fühlst du dich?», wollte sie wissen. Sie hatte auch durchaus vor ihm zu erklären, dass er liebevoll mit Muirín umgehen sollte. Dass sie genauso verzweifelt war wie er. Sich einsam und verlassen fühlte. Dass sie eine Familie haben wollte. Dass das hier ihr neues zu Hause war. Sie sollte nicht das Gefühl bekommen, unwillkommen zu sein. Und sie wollte hören, wie es Cathal mit der Situation ging.
Natürlich wusste sie, dass Eanruig auch mit ihm sprechen wollte. Aber vielleicht war es besser, wenn sie diesmal nicht einfach alles den Männern überließ. Frau wusste auch, wie man Politik machte. Und wenn es dabei nur darum ging, die Kinder zu betreuen und sich darum zu kümmern, dass sie Dinge fürs Leben lernten. Allgemein war es vielleicht besser, wenn die Frauen begannen, die Söhne zu erziehen. Gemeinsam mit den Männern. Wenn man von beiden Seiten ein wenig was beisteuerte, wurden vielleicht voll funktionsfähige Erwachsene aus ihnen. Es musste immerhin einen Grund haben, dass die Natur entschieden hatte, dass es Mann und Frau brauchte, um überhaupt Nachwuchs zu zeugen.
Nein. Nein, vermutlich hätte sie das nicht. Vermutlich, da musste sie realistisch sein, hätte sie sich viel mehr selbst zurückgenommen, um den Geschwistern den gemeinsamen Moment nicht zu verderben. Aber jetzt gerade war von Moira nichts zu sehen. Um diese Uhrzeit war es auch wahrscheinlicher, vermutlich, dass sie noch im Bett lag. Oder gerade erst das Frühstück einnahm. Maebh hingegen war bereits vor der Morgendämmerung der Bettwärme entflohen. Und hatte ein sehr ausführliches Gespräch mit einer der Priesterinnen gehabt. Ein gutes Gespräch, vermutlich. Egal.
Sie klopfte leise gegen Cathals Tür und wartete, bis er sie hereinbat. Vermutlich wusste er bereits, dass es sich um sie handelte, kaum dass sie eingetreten war, aber dennoch lächelte sie leicht, als sie sah, wie angespannt er wirkte. Er versuchte, es zu verstecken. Er wirkte distanziert. Abgeklärt. Fast so, als wäre nicht er derjenige, der heute heiratete.
«Zunächst einmal», stellte Maebh fest, «dir sagen lassen, dass du unglaublich gut aussiehst, Cathal.» Sie war schon immer ehrlich zu ihm gewesen. Und würde daran auch nichts ändern. «Ich wollte nochmal mit dir sprechen, bevor du heute die Stimmen unzähliger Menschen hören wirst und in dem Chaos vermutlich völlig überfordert sein wirst. Und ich hatte gehofft, wir könnten noch ein paar Minuten nur für uns haben.»
Sie war durch den Raum an seine Seite getreten. Und legte ihm eine Hand auf den Arm.
«Wie fühlst du dich?», wollte sie wissen. Sie hatte auch durchaus vor ihm zu erklären, dass er liebevoll mit Muirín umgehen sollte. Dass sie genauso verzweifelt war wie er. Sich einsam und verlassen fühlte. Dass sie eine Familie haben wollte. Dass das hier ihr neues zu Hause war. Sie sollte nicht das Gefühl bekommen, unwillkommen zu sein. Und sie wollte hören, wie es Cathal mit der Situation ging.
Natürlich wusste sie, dass Eanruig auch mit ihm sprechen wollte. Aber vielleicht war es besser, wenn sie diesmal nicht einfach alles den Männern überließ. Frau wusste auch, wie man Politik machte. Und wenn es dabei nur darum ging, die Kinder zu betreuen und sich darum zu kümmern, dass sie Dinge fürs Leben lernten. Allgemein war es vielleicht besser, wenn die Frauen begannen, die Söhne zu erziehen. Gemeinsam mit den Männern. Wenn man von beiden Seiten ein wenig was beisteuerte, wurden vielleicht voll funktionsfähige Erwachsene aus ihnen. Es musste immerhin einen Grund haben, dass die Natur entschieden hatte, dass es Mann und Frau brauchte, um überhaupt Nachwuchs zu zeugen.
