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Two souls, bound by fate.
Heimatlose
Caeus Valerius
Heimatlose
Alter 40
Beruf Anführer der Bruderschaft
Wohnort Lager der Bruderschaft
Stand Ledig
User Natsch
#1
Tief im Herz der endlosen matariyyschen Wüste existiert ein Nomadenstamm, dessen Traditionen die Jahrhunderte überdauert hat. Ihr Leben ist streng, diszipliniert und im Einklang mit der gnadenlosen Heimat geformt, die sie umgibt. Kaum ein Außenstehender hat je ihre Wege betreten, und noch seltener ist jemand in die Geheimnisse ihrer Kultur eingeweiht worden. Bescheidenheit, Loyalität und Demut sind die Säulen ihres Daseins, doch ebenso meisterhaft beherrschen sie die Kriegskunst – den Tanz mit dem Katana. Diese seltene Waffe, geformt aus den kostbarsten Metallen der Wüste, wird vom Vater an den Sohn weitergegeben, ein Symbol von Pflicht, Ehre und der unerschütterlichen Verbindung zwischen Krieger und Heimat. Wer das Katana führt, trägt nicht nur eine Klinge, sondern das Gewicht von Generationen, die Stille der Dünen und den Geist des Stammes selbst in seinen Händen.

Der
Gao-Clan
lebt nach dem Kodex des Tavak – nicht bloß Regeln, sondern die pulsierende Kraft, die jeden Krieger formt. Selbstbeherrschung, Gehorsam gegenüber den Älteren und Respekt vor allem Leben sind nicht nur Lehren, sie sind das Blut des Stammes selbst. Über allem steht der Clan, und Loyalität ist heilig und unantastbar. Es heißt:
„Tavak führt den Jungen zum Krieger.“
Doch wer den Kodex wirklich ehrt, spürt ihn in jedem Atemzug der Wüste, im heißen Sand unter den Füßen, im rhythmischen Klang der Klingen, die seit Generationen von Vater zu Sohn weitergegeben werden. Tavak ist kein Wort – es ist der Geist, der den Gao-Clan leben, kämpfen und überdauern lässt.

Der Gao-Clan ist tief mit der Mystik Arcandas verbunden. Woher ihre Ahnen das Wissen über diesen Kontinent bezogen, kann Sihan nicht sagen. Doch eines war ihnen seit jeher klar: die Drachen sind heilige Gottheiten. Die großen Bestien der Lüfte wurden verehrt, ihre majestätische Gestalt inspirierte alles Handeln der Krieger, von den Ritualen bis hin zur Schmiedekunst.
So tragen die Krieger des Gao-Clans auf ihren Reisen geschnitzte Halbmasken, geschmückt mit Reißzähnen und kunstvollen Verzierungen, dazu einfache, schwere Gewänder und einen Kasa, den traditionellen Strohhut, der Schatten in der gnadenlosen Sonne spendet.
Ihre traditionelle Kampfrüstung hingegen ist ein Kunstwerk, das gleichermaßen Schutz und Ehrfurcht vermittelt. Der Kürass aus gehärtetem Leder wird kunstvoll so gestaltet, dass er die schuppenartige Struktur eines Drachen imitiert – ein Motiv, das sich auf Arm- und Beinschienen sowie den Rock erstreckt, der die Oberschenkel schützt. Am auffälligsten aber ist der Helm: aus Metallplatten gefertigt, geformt wie der Schädel eines Drachen oder Dämons, furchteinflößend und ehrwürdig zugleich. Wer diese Rüstung trägt, sieht nicht nur wie ein Krieger aus – er wird zum lebendigen Abbild der Drachen, verehrt und gefürchtet zugleich. Mittlerweile wird sie fast ausschließlich zu zeremoniellen Zwecken getragen.

Sihan Gao
wuchs zwischen Disziplin, Pflichten und unaufhörlicher Ausbildung auf. Von dem Moment an, in dem er laufen konnte, war sein Platz im Gefüge des Gao-Clans klar bestimmt. Als Sohn des Stammesführers wuchs er unter den wachsamen Blicken der Ältesten auf, stets umgeben von Erwartungen, die schwerer wogen als der Sand der Wüste selbst. Seine Kindheit war kein Spiel, sondern eine Abfolge aus Lehre, Prüfung und stiller Beobachtung.
Seine Eltern waren nicht lieblos, doch Zuneigung zeigte sich selten in Worten. Stattdessen formten sie ihn durch Beständigkeit, durch Wiederholung, durch das unbeirrbare Festhalten am Tavak. Wie Wasser, das über Jahre hinweg einen Stein im Fluss glättet, schufen sie aus ihm einen Geist, der lernte zu ertragen, bevor er lernte zu verlangen. Schon früh wurde Sihan gelehrt, sich selbst zurückzustellen. Seine Wünsche hatten hinter den Bedürfnissen des Clans zu warten, seine Gefühle hinter der Pflicht zu schweigen. Er lernte, still zu stehen, während andere Kinder spielten. Er lernte, zuzuhören, wenn die Ältesten sprachen. Und er lernte, den Blick nicht abzuwenden, wenn Verantwortung vollstreckt wurde.
So wurde Sihan vor allem eines: hart. Diszipliniert. Unverrückbar. Ein Junge, der Tavak nicht nur kannte, sondern lebte – lange bevor er verstand, was es bedeutete, ein Mensch zu sein. Und genau deshalb war es umso bemerkenswerter, dass ausgerechnet er es war, der eines Tages innehielt, als er dem Mädchen begegnete, das seine Frau werden sollte. Denn in ihrer Sanftheit, in diesem ruhigen Blick, für den ihm die Worte fehlten, begann die Mauer zu bröckeln, die durch Jahre der Erziehung unantastbar hätte sein sollen. Die Strenge seiner Züge, meist vom Pflichtbewusstsein verhärtet, wurde weicher. Vielleicht war es der erste Moment, in dem Tavak ihm nicht nur Disziplin, sondern auch Maß lehrte.

Als Sihan sein achtzehntes Lebensjahr erreichte, verschwand das Mädchen, das als Einzige je Zugang zu ihm gehabt hatte. Ohne Abschied, ohne Erklärung. Und sie nahm das Kostbarste mit sich, das er je hätte geben können: sein Herz.
Als Sihan von ihrem Verschwinden erfuhr, regte sich in ihm zunächst nur eines – Wut. Wut darüber, dass sie gegangen war. Oder verschwunden. Der Unterschied spielte keine Rolle. Wut darüber, dass sie sich ihm entzogen hatte und mit ihr das Gefühl, das er nur in ihrer Nähe gekannt hatte. Es war keine stille, kontrollierte Wut, wie Tavak sie lehrte. Es war eine rohe, ungezügelte Glut, die tief in ihm brannte. Nicht, weil er sie verloren hatte – sondern weil sie die Einzige gewesen war, die ihm gezeigt hatte, dass er mehr sein konnte als Pflicht, mehr als Disziplin, mehr als der zukünftige Anführer des Gao-Clans.
Ihr Fortgehen hinterließ keine Leere, sondern ein Vakuum, das ihn zwang, sich selbst neu zu betrachten. Und in dieser Wut lag etwas Gefährliches: das erste Gefühl, das er nicht einordnen, nicht beherrschen und nicht sofort dem Tavak unterwerfen konnte.

Auf die Wut folgte Sorge. Sihan hatte die Welt jenseits des Clans auf Reisen mit seinem Vater gesehen. Er kannte den Wert eines Menschen in fremden Reihen – und wusste, wie leicht dieser übersehen oder missachtet werden konnte. Der Gedanke, dass andere ihr Wesen nicht erkennen, nicht achten mochten, nagte an ihm.
Doch Sorge hatte in seiner Welt keinen Platz. Tavak ließ keinen Raum für Zweifel oder Furcht. Sein Vater wusste das. Er wusste auch, dass sich eine andere Frau für Sihan finden ließe.

Zehn Jahre lang suchte sein Vater nach einer geeigneten Frau für Sihan. Doch eine nach der anderen wurde von Krankheit oder Hunger dahingerafft, noch bevor sich ihr Schicksal mit dem seinen verbinden konnte. Es war, als lege eine höhere Macht ihre Hand über diese Entscheidungen, als wolle sie den Gao-Clan vor einer Wahrheit bewahren, die niemand auszusprechen wagte.
Sihan jedoch verstand es, diese Zeichen zu deuten – und ebenso, sie seinen traditionsgebundenen Eltern zu vermitteln. Er sprach von Vorhersehung, von der Bestimmung der Liebenden, einem alten Mythos des Clans, der beinahe in Vergessenheit geraten war. Es hieß, dass manche Seelen nicht gewählt, sondern erkannt würden. Dass selbst Tavak sich beugen müsse, wenn das Schicksal seinen Lauf nahm.

Der Mythos der Liebenden

Noch bevor Tavak in Worte gefasst wurde, so heißt es, kannten die Ahnen des Gao-Clans eine andere Wahrheit. Sie sprachen von den Gebundenen Seelen, jenen Liebenden, deren Wege nicht durch Wahl, sondern durch Vorhersehung miteinander verflochten waren. Man glaubte, dass diese Seelen einander über Zeit und Entfernung hinweg erkannten, selbst wenn Welten, Kriege oder der Tod zwischen ihnen standen.

Der Mythos erzählt von einem Krieger und einer Heilerin aus längst vergangenen Tagen, geboren in unterschiedlichen Sippen, bestimmt für verschiedene Pfade. Jeder von ihnen lebte diszipliniert und dem Clan verpflichtet. Und doch trug jeder im Inneren eine Unruhe, ein leises Ziehen, das keine Übung und kein Gebet zu stillen vermochte. Erst als ihre Wege sich kreuzten, verstummte dieses Ziehen – als hätte die Wüste selbst den Atem angehalten.

Die Ältesten jener Zeit warnten: Die Gebundenen Seelen seien ein Geschenk, aber auch eine Prüfung. Denn wer sie trennte, rief Unheil herbei. Krankheit, Hunger und Verlust galten als Zeichen dafür, dass sich der Lauf des Schicksals gegen den Willen der Menschen stellte. Tavak, so heißt es, sei stark – doch nicht unfehlbar. Er forme den Krieger, aber er könne nicht brechen, was die Vorhersehung gebunden habe.
Aus Furcht vor dieser Wahrheit geriet der Mythos in Vergessenheit. Nur wenige Älteste sprachen darüber, und mit jeder Generation wurde er weiter an den Rand gedrängt, bis er nur noch als leises Flüstern am Rand der Feuerstellen existierte. Sihan aber kannte diese Geschichte. Und er wusste, dass manche Verluste keine Strafe waren, sondern eine Mahnung.

„Dann such jene Seele, die an die deine gebunden ist“, resignierte sein Vater eines Abends im Schein des Lagerfeuers, mitten im Herzen ihres Lagers. Sein Gesicht war gealtert, von Wind und Verantwortung gezeichnet, doch die Strenge war nicht aus ihm gewichen. „Und bring sie zurück, damit unser Leben wieder seinen gewohnten Lauf nimmt“, fuhr er fort. Sein Blick flackerte dabei nur einen Augenblick zu jener Ältesten, die noch immer an dem Mythos festhielt.
Sihan nickte. Er wusste nicht, was er dabei empfand. War es Erleichterung? Gewissheit? Oder etwas, das dem Triumph nahekam? Gefühle, die ihm eigentlich untersagt waren – und doch konnte er sie nicht von sich weisen.
Selbst nach zehn Jahren erinnerte er sich noch an den Ausdruck in ihren Augen. An die Stille, die ihre Nähe ihm schenkte. Und an das brennende Verlangen, endlich zu erfahren, warum sie gegangen war. Oder wer sie ihm genommen hatte.

Tavak hatte ihn gelehrt, den eigenen Willen zu beherrschen. Wünsche waren Schwäche. Verlangen ein Störgeräusch, das den Geist trübte und die Hand unsicher machte. So hatte Sihan es gelernt, so hatte er es gelebt – über Jahre, über Prüfungen hinweg, bis Tavak kein Kodex mehr war, sondern Instinkt. Und doch regte sich nun etwas in ihm, das sich nicht einordnen ließ.
Sein Aufbruch folgte der Pflicht. Er suchte die Gebundene Seele, weil sein Vater es verlangte, weil der Clan es brauchte, weil Tavak es zuließ. Das redete er sich ein. Doch unter dieser Schicht aus Disziplin lag ein Wunsch, still und beharrlich, wie Wasser unter der Erde. Ein Wunsch, der ihren Namen trug, obwohl er ihn zehn Jahre nicht ausgesprochen hatte. Er fragte sich, ob Tavak ihn führte – oder ob er Tavak benutzte, um sich selbst zu erlauben, zu hoffen.
In den Nächten, wenn das Feuer niederbrannte und die Wüste still wurde, dachte er an sie. An ihre Abwesenheit, die schwerer wog als jede Rüstung. Tavak verlangte Klarheit, doch sein Geist fand keine Ruhe. Er war nicht zerrissen, nicht schwach – aber etwas in ihm war verrückt. Vielleicht, so dachte Sihan, war Tavak nie dazu bestimmt gewesen, Wünsche zu vernichten. Vielleicht sollte er sie zügeln. Oder prüfen. Und vielleicht war dies seine Prüfung: zu erkennen, ob ein Krieger auch dann Tavak folgt, wenn der Weg nicht vom Kodex, sondern vom Herzen gewiesen wird.

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Also erstmal schön, dass ihr bis hier unten durchgehalten habt. Das hat sich irgendwie ein bisschen sehr verselbstständigt beim schreiben :'D Der Charakter muss vermutlich auch noch in das Arcandas System besser eingebettet werden, aber ich habe jetzt erst einmal alles so runtergeschrieben wie ich mir das einfach vorgestellt habe.

Was für mich noch unklar ist:
  • Wie wurde während des Einzugs der Männer für den Krieg mit dem Clan verfahren?
  • Ist euch das zu viel Mythos in einem Clan? Bzw die müssen ja auch nicht wirklich der Wahrheit entsprechen, das die zukünftigen Frauen (und das werden sicher keine 100 gewesen sein) die für Sihan in Frage kamen gestorben sind, kann ja an den allgemeinen Gegebenheiten in Matariyya liegen, was ihm dann natürlich sehr gelegen kam xD

Seine Ingame-Reise würde dann natürlich auch im Sommerland beginnen, ich glaube es wird für ihn relativ schwer werden eine Frau zu finden, die vor fast 10 Jahren verschwunden ist. Aber vielleicht begegnet ihm ja auch Mal ein reisender Mensch aus dem Herbstland der da zufällig eine Priesterin kennt? Ich könnte mir auch vorstellen, dass - wenn er von der Drachenjagt erfährt - er in das Herbstland reist, aber wohl eher, um die Jagd zu sabotieren, weil die Wesen für seinen Clan heilig sind.

Ansonsten... ja.

Aktuelle Avatarvorstellung: Manny Jacinto

Vielleicht bekommen wir den ja hier verbaut Big Grin
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Two souls, bound by fate. - von Caeus Valerius - Gestern, 00:48
RE: Two souls, bound by fate. - von Yue Bai - Gestern, 15:16

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