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We will always carry our chains.
12.10.1016 - 08:00
Festung Kenmaras

Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#8
«Nein, Cathal. Dieser Zorn ist kein Produkt. Er wurde nicht erschaffen. Du hast ihn nur gepflegt. Und ich verstehe das»
, fuhr sie fort.
«Ich kenne ihn so gut und auch ich halte ihn zurück. Oder viel mehr... verarbeite ich ihn? Nichts auf dieser Welt ist es wert, mit Zorn bedacht zu werden, Cathal. Weder die Menschen um dich herum noch du selbst hast dieses Gefühl für dich verdient. Und erneut stellst du keine Fragen», maßregelte sie ihn. «Du wirfst deinem Vater vor, nur sich selbst zu sehen. Aber machst du es gerade besser?»
Es brachte natürlich nichts, ihn fragend anzuschauen, also ließ sie es. Naja, fast. Natürlich gehörte die Geste in ihre Mimik. Sie war da, wenn sie sprach. Das hatte rein gar nichts mit ihm zu tun. Sie konnte spüren, wie der Körper ihres Stiefssohnes unter der Mühe vibrierte. Mühe, die er aufbrachte, um nicht hochzufahren. Es war immer das Gleiche. Die Fraser-Männer waren unterm Strich einfach kleine Zündhölzer. Bewahrte man sie nicht richtig auf und bewachte man sie nicht, dann gingen sie in Flammen auf und brannten alles um sich herum nieder. Inklusive sich selbst. Zurück blieb nur verdorrtes, totes Land. Und ein vernarbter Körper, verzweifelt, allein und frierend. Gefangen in dieser schier endlosen Einöde aus Trauer, Zorn und Hilflosigkeit.
«Du kannst nicht wissen, ob er kein Vertrauen in dich hat. Oft treffen wir Entscheidungen nicht, weil wir wirklich andere Menschen schützen wollen. Oft betreffen diese Entscheidungen uns. Weil wir Bewusstsein haben und es in unserer Natur liegt, das zu tun, was wir für richtig halten, Cathal. So, wie du es für richtig gehalten hast, deine zukünftige Ehefrau zu behandeln wie die nächste Dirne an der Straßenecke – was übrigens überhaupt nichts Schlimmes ist! – und dein Vater entschieden hat, dass er dir die Erbfolge aberkennt. Es war eine Möglichkeit von vielen. Er wollte dich entlasten. Schützen. Er hat nicht mit dir darüber gesprochen. Das sind... alte Strukturen.»
Als er erneut sprach, lächelte sie traurig. Verstand, warum es sich für ihn so anfühlen musste. Doch diesen Schmerz konnte sie ihm nicht nehmen. Er gehörte zu ihm. Zu jedem Schritt, den er tat. Jedem Atemzug, jedem Herzschlag.
«Ich weiß»
, gab sie also zurück. «Und ich verstehe das. Denn käme es von mir, könntest du es von dir fernhalten. Unsere Emotionen sind ein tückisches Ding. Und dein Vater steht dir nun einmal näher als ich.»
Seine nächste Aussage allerdings sorgte dafür, dass sie leise schnaubte. Und den Kopf schüttelte.
«Damit man etwas zeigen kann, Cathal, muss man selbst erst einmal wissen, dass es da ist. Ich für meinen Teil wollte nie mehr, als ... für euch da sein. Und nur für’s Protokoll... genau das habe ich eurem Vater auch gesagt.»

Es war das erste Mal, dass sie einander überhaupt so berührten. Sie ließ zu, dass seine Finger über ihre Wangen glitten. Ihre Konturen erkundete. Für ihn musste es sein, als legte er sich eine Karte von ihrem Gesicht an. Sie genoss einen Moment die warmen Fingerspitzen, dann fasste sie seine Handgelenke und schob seine Hände nach unten, hielt sie in den ihren. Und schwieg. Das war für den Moment besser. Sie hatte sich das sehr fest vorgenommen. Doch er sprach weiter. Und Maebh schüttelte heftig den Kopf.
«Ich weine nicht, weil du mich verletzt hast»
, erklärte sie und drückte kurz seine Finger.
«Sondern weil ich es einfach anders sehe. Dein Leid schmerzt mich, Cathal. Ich wünschte, ich könnte all das einfach von dir nehmen. Ich wünschte, es gäbe einen Weg, dir die Welt zu zeigen, wie ich sie sehe. Ich wünschte, ich könnte etwas von dem Glück in mir einfach in dein Herz schicken, sodass du ein schöneres Leben hast.»
Sie kam auf die Füße und strich ihm sanft übers Gesicht, ehe sie ihm einen Kuss auf die Stirn setzte, die Lippen dort für einen Moment verharren ließ. Und ihm dann das Haar zurückstrich.
«Doch. Das ist meine Aufgabe. Mich zwingt nur niemand dazu. Ich tue es, weil es mich glücklich macht. Ich mag es, wenn Menschen die mir wichtig sind, Glück empfinden. Und du bist da keine Ausnahme, Cathal. Ich weiß, dass ich nicht deine Mutter bin. Aber ich kann dir eine Freundin und eine Ratgeberin sein, wenn du es wünscht. Ich fände das sehr schön. Wenn wir uns näher kommen.»
Vielleicht würde das auch dafür sorgen, dass Moira ihr Herz ein wenig für sie erwärmen konnte.
Dann allerdings seufzte sie. Und hob ein wenig die Schultern. Etwas, das er eher hören als spüren würde.
«Das ist mir bewusst. Aber ihr seid auch nicht für meinen verantwortlich. Aber so funktioniert das in einer Familie. Man fängt sich auf, ist füreinander da. So hat mir meine Mutter es beigebracht und genau wie deine starb sie viel zu früh. Aber ihre Liebe war nie drückend. Sie war befreiend. Anders als das, was meine Stiefmutter mir angetan hat. Und so möchte ich einfach nicht sein, Cathal. Gibst du mir diese Chance? Lässt du zu, dass ich es besser mache?»
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RE: We will always carry our chains. - von Maebh Fraser - 11-02-2026, 21:59

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