11-02-2026, 22:42 - Wörter:
Mit merkbarer Faszination beobachtete Rowan Mira dabei, wie sie behände über den gefallenen Baumstamm sprang und dabei so trittsicher wirkte wie ein Reh in seiner natürlichen Umgebung. Er musste zwar nicht behaupten, dass er bei so einer Aktion auf seinem Allerwertesten gelandet wäre, aber ob des weichen und unebenen Untergrundes wäre er sehr wahrscheinlich zumindest ins Straucheln gekommen. Dass die Antwort auf seine Frage so kurz und knapp ausfiel, löste ein dumpfes Gefühl in seiner Magengrube aus. Scheinbar war er wie bei Maebh mal wieder ins Fettnäpfchen getreten oder hatte einen wunden Punkt erwischt. Wäre er ein Arzt, oh was für Wunder hätte er mit der Gabe vollbracht. Aber so? Als einfacher Söldner? So erntete er nur Unmut, den auch seine Weggefährtin durch ihre einsilbige Antwort ausstrahlte. Also schwieg er. Schluckte weitere Fragen hinunter. Warum war es nur so schwer mit Menschen ins Gespräch zu kommen in letzter Zeit? Ein leises Seufzen drang über seine Lippen. Vielleicht war er für belanglose Plaudereien einfach nicht gemacht, zumindest wenn es um die Gegenwart von Frauen zu gehen schien. In einer Gruppe von Söldnern war ihm das bisher nie schwer gefallen, aber Männer waren in dieser Hinsicht wohl oft auch einfacher gestrickt. In den Lagern hatte er es grundsätzlich immer so erlebt, auch wenn es natürlich den einen oder anderen Eigenbrötler gab, der anders reagierte als andere. War er selbst also wirklich so einfach gestrickt? Rowan erschrak fast darüber, wie sehr ihn diese unangenehme Stille zwischen ihnen eigentlich zum nachdenken brachte. Sicher lag das an Maebh. Warum hatte er sie bitte auch Tante nennen müssen? Wie ein Pferd prustete er und wich dann einem Ast aus, der ihm fast frontal gegen die Nase geschlagen hätte.
Schließlich sprach Mira dann aber doch, durchbrach die seltsame Stimmung und ließ Rowan damit aufatmen, obwohl ihre akrobatische Leistung ihm doch das eine oder andere mal kurz das Herz stehen bleiben ließ. So viele andere Personen hätte er wahrscheinlich schon mit Stöckchen und Blattwerk aus dem Schlamm ziehen müssen. Jetzt aber machte er sich eher Sorgen, dass Mira noch als sein eigenes Rettungsseil agieren müsste, wenn er weiter versuchte mit ihr Schritt zu halten.
Das Lächeln, das sie ihm bei ihren Worten zuwarf, wollte fast so gar nicht zu der selbstbewussten Haltung der Rothaarigen passen, ließ ihn selbiges jedoch erwidern. "Oh eine gute Geschichte werdet Ihr bestimmt zu erzählen haben." Er nickte auf eine altkluge Art und Weise. "Und wenn es nicht die eines Drachen ist, dann die eines Söldners, denn Ihr mit dem Kopf aus einem Dachsbau ziehen musstet... oder so ähnlich." Sein Grinsen wurde breiter, während er eben so einem Loch im Boden auswich, in dem er fast mit seinem Stiefel hängen geblieben wäre. Wortlos lauschte er ihr dann wieder ein wenig, um sich auf den Weg zu konzentrieren und dabei weiter nach passendem Brennmaterial Ausschau zu halten. "Die Frage ist doch die: Was macht den Helden aus?" Kurz schweifte sein Blick in die Ferne, hielt an einem Punkt an den Baumwipfeln fest. "Zu viele ziehen aus, um etwas Bedeutungsvolles zu tun. Doch sind nur die Dinge bedeutungsvoll, wenn sie als solche durch andere anerkannt werden?" Fast schon eine philosophische Frage, die er hier stellte. In jungen Jahren war er nicht anders gewesen, war zu Abenteuern aufgebrochen, nur um Aufmerksamkeit von seinem Vater zu bekommen. Gebracht hatte es ihm nicht wirklich etwas, außer Frust und noch mehr ungesunden Ehrgeiz, den er erst sehr schwer wieder hatte ablegen können. "Gesprochen wie eine Söldnerin, meine liebe Mira." Anerkennend nickte er auf ihre Aussage hin. "Ein Heer von 1000 Kriegern die nur für sich allein agieren kann selbst von einem Grüppchen aus 5 Personen besiegt werden, das Hand in Hand arbeitet und einander hilft." Auf einer kleinen Lichtung angekommen, die von passenden Hölzern gesäumt war, blieb er stehen und zog die Handaxt von seinem Gürtel. "Ihr wisst mehr über die Welt, als Ihr denkt." Seine dunkle Augen fingen fragend die ihren ein. "Könnt Ihr mit einer Axt auch so gut umgehen wie mit euren Worten?" Aus seinem Lächeln blitzte der Schalk während er Mira zunickte.
Schließlich sprach Mira dann aber doch, durchbrach die seltsame Stimmung und ließ Rowan damit aufatmen, obwohl ihre akrobatische Leistung ihm doch das eine oder andere mal kurz das Herz stehen bleiben ließ. So viele andere Personen hätte er wahrscheinlich schon mit Stöckchen und Blattwerk aus dem Schlamm ziehen müssen. Jetzt aber machte er sich eher Sorgen, dass Mira noch als sein eigenes Rettungsseil agieren müsste, wenn er weiter versuchte mit ihr Schritt zu halten.
Das Lächeln, das sie ihm bei ihren Worten zuwarf, wollte fast so gar nicht zu der selbstbewussten Haltung der Rothaarigen passen, ließ ihn selbiges jedoch erwidern. "Oh eine gute Geschichte werdet Ihr bestimmt zu erzählen haben." Er nickte auf eine altkluge Art und Weise. "Und wenn es nicht die eines Drachen ist, dann die eines Söldners, denn Ihr mit dem Kopf aus einem Dachsbau ziehen musstet... oder so ähnlich." Sein Grinsen wurde breiter, während er eben so einem Loch im Boden auswich, in dem er fast mit seinem Stiefel hängen geblieben wäre. Wortlos lauschte er ihr dann wieder ein wenig, um sich auf den Weg zu konzentrieren und dabei weiter nach passendem Brennmaterial Ausschau zu halten. "Die Frage ist doch die: Was macht den Helden aus?" Kurz schweifte sein Blick in die Ferne, hielt an einem Punkt an den Baumwipfeln fest. "Zu viele ziehen aus, um etwas Bedeutungsvolles zu tun. Doch sind nur die Dinge bedeutungsvoll, wenn sie als solche durch andere anerkannt werden?" Fast schon eine philosophische Frage, die er hier stellte. In jungen Jahren war er nicht anders gewesen, war zu Abenteuern aufgebrochen, nur um Aufmerksamkeit von seinem Vater zu bekommen. Gebracht hatte es ihm nicht wirklich etwas, außer Frust und noch mehr ungesunden Ehrgeiz, den er erst sehr schwer wieder hatte ablegen können. "Gesprochen wie eine Söldnerin, meine liebe Mira." Anerkennend nickte er auf ihre Aussage hin. "Ein Heer von 1000 Kriegern die nur für sich allein agieren kann selbst von einem Grüppchen aus 5 Personen besiegt werden, das Hand in Hand arbeitet und einander hilft." Auf einer kleinen Lichtung angekommen, die von passenden Hölzern gesäumt war, blieb er stehen und zog die Handaxt von seinem Gürtel. "Ihr wisst mehr über die Welt, als Ihr denkt." Seine dunkle Augen fingen fragend die ihren ein. "Könnt Ihr mit einer Axt auch so gut umgehen wie mit euren Worten?" Aus seinem Lächeln blitzte der Schalk während er Mira zunickte.

