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Fight like a girl
21.10.1016 - 14:00
Wald von Farynn

Heimatlose
Mira Falren
Heimatlose
Alter 21
Beruf Gauklerin
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Ana
#4
Mira bemerkte seinen Blick, auch wenn sie so tat, als gälte ihre Aufmerksamkeit allein dem Boden vor ihnen. Sie spürte Beobachtungen fast körperlich, wie ein leises Ziehen zwischen den Schulterblättern. Als sie über den Stamm sprang, war das kein bewusster Versuch, etwas zu beweisen. Es war schlicht Bewegung, ein Ablauf, der ihrem Körper vertrauter war als gleichmäßiges Marschieren. Erst auf der anderen Seite, beim kurzen Strecken, wurde ihr bewusst, dass sie ihn wohl hatte beeindrucken können. Der Gedanke ließ sie innerlich zusammenzucken. Aufmerksamkeit war selten etwas Gutes gewesen.
Sein Schweigen danach entging ihr nicht. Sie hörte es im Rhythmus seiner Schritte, im fehlenden Nachfragen, in der Art, wie er sich plötzlich stärker auf den Weg konzentrierte. Mira kannte diese Stille gut. Sie war kein Zeichen von Desinteresse, eher von Zurückhaltung. Oder von dem Versuch, nichts falsch zu machen. Das war ihr vertrauter als jedes plumpe Bohren. Ein Teil von ihr entspannte sich unmerklich. Ein anderer blieb wachsam.
Während sie weitergingen, drifteten ihre Gedanken wieder ab. Zu den letzten Tagen. Zu den Nächten, in denen sie zwischen den anderen Frauen gelegen hatte, den Rücken an eine fremde Schulter gelehnt, den Atem eines anderen Menschen in der Nähe. Es war seltsam gewesen. Ungewohnt. Und doch hatte sie zum ersten Mal seit Langem nicht bei jedem Geräusch die Hand angespannt. Freyjas Nähe war unkompliziert, ehrlich. Keine Fragen, kein Drängen. Nur Dasein. Das hatte Mira mehr bedeutet, als sie jemals laut sagen würde.
Der Wald forderte ihren Tribut. Jeder Schritt zog in den Füßen, jede falsche Bewegung erinnerte sie an Muskeln, die nicht für lange Märsche gemacht waren. Ihr Rücken schmerzte dumpf, die Beine fühlten sich schwer an. Sie biss die Zähne zusammen, hielt die Schultern gerade. Nicht schwach wirken. Nicht angreifbar. Sie wusste zu gut, wie schnell Menschen Schwächen rochen. Wie Hunde Blut.
Als Rowan schließlich wieder sprach und sie dieses seltsame, fast erleichterte Lächeln zeigte, erwiderte sie es zögerlich. Nicht, weil sie es nicht fühlte, sondern weil sie ihm nicht ganz traute. Nicht ihm persönlich. Der Situation.
„Eine Geschichte findet sich fast immer,“ sagte sie ruhig, während sie über lose Steine sprang, die er weiträumig umging. „Man muss nur lange genug unterwegs sein.“
Sein Scherz über den Dachsbau ließ sie leise durch die Nase ausatmen. Kein Lachen, eher ein Hauch davon. Sie stellte sich kurz vor, wie dieser große Mann irgendwo feststeckte und jemand wie sie ihn herausziehen musste. Der Gedanke war… seltsam beruhigend.
Als er philosophisch wurde, verlangsamte sie unmerklich ihre Schritte. Seine Frage hallte nach. Was machte einen Helden aus. Anerkennung. Bedeutung. Dinge, die sie nie gesucht hatte und denen sie doch ständig begegnet war, ohne sie je besitzen zu dürfen. Ihr Blick hob sich zu den Baumwipfeln, folgte seinem für einen Moment.
„Vielleicht,“ sagte sie nachdenklich, „sind die Dinge am bedeutungsvollsten, die niemand sieht.“
„Die Entscheidungen, die getroffen werden, wenn kein Applaus wartet.“
Sie dachte an Nächte, an Fluchten, an Momente, in denen sie still gewesen war, wo andere geschrien hätten. An das Überleben als unsichtbare Tat. Als er sie eine Söldnerin nannte, schüttelte sie leicht den Kopf.
„Nein,“ erwiderte sie leise. „So spreche ich nicht. So denkt man, wenn man lange genug gelernt hat, dass man allein nicht weit kommt.“
Auf der Lichtung blieb sie stehen, sah sich um, musterte das Holz, das tatsächlich brauchbarer wirkte als alles zuvor. Als er die Axt zog, ging ein kaum merkliches Zucken durch ihre Schultern. Werkzeuge waren ihr vertraut. Waffen weniger. Sie ließ sich nichts anmerken.
Seine Frage traf sie unerwartet direkt. Ihre grünen Augen hoben sich zu seinen, prüfend, abwägend. Dann zuckte sie leicht mit den Schultern.
„Nicht gut,“ sagte sie ehrlich. „Aber… ausreichend, wenn es sein muss.“
Sie trat näher an einen der trockeneren Äste, legte die Hand daran, als würde sie ihn eher fühlen als sehen. Dann fügte sie hinzu, ruhiger, fester:
„Und ich lerne schnell.“
Kein Prahlen. Keine Herausforderung. Nur eine nüchterne Feststellung.
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Fight like a girl - von Rowan Fraser - 26-01-2026, 22:29
RE: Fight like a girl - von Mira Falren - 31-01-2026, 22:30
RE: Fight like a girl - von Rowan Fraser - 11-02-2026, 22:42
RE: Fight like a girl - von Mira Falren - 11-02-2026, 23:59

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