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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

Where we left ourselfs

Linearer Modus
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
25. November 1016
Ort
Zwischen den Städten
Tageszeit
21:55
#9
Für einen Moment schien die Welt aufgehört zu haben zu atmen. Ein Teil von Sanna war gespannt darauf, wie er auf die Nähe reagieren würde, während ein anderer Teil leicht zitterte vor Anspannung — aus Furcht, dass er sie auf seine übliche nüchterne Art wieder in ihre Position zurücksetzen würde, und der Moment damit verstrich, als hätte es ihn nie gegeben.
Sie wusste nichts über die Beziehung zwischen Leif und Veith, wie nah sie sich standen, und sie wusste auch nicht, was es mit ihm machte, dass er von der Vaterschaft des Thronfolgers erfuhr. Sie konnte ihn nicht lesen — und das beunruhigte etwas in Sanna, von dem sie nicht einmal gewusst hatte, dass es da war. Es war das leise, nagende Gefühl, dass er vielleicht eine geringere Meinung von ihr haben könnte. Und sie wusste, dass das tatsächlich wehgetan hätte. Sehr wehgetan.
Als das Bernstein seiner Augen für einen Moment jedoch wärmer wurde, löste sich leise ein Knoten der Erleichterung in ihr, und sie ließ den Atem langsam entweichen, bewusst werdend, dass sie ihn tatsächlich angehalten hatte. Es war seltsam, beinahe verrückt, wie sehr ihr Herz nach seiner Obhut verlangte — wo sie sich doch immer eingebildet hatte, auf die Unterstützung eines Mannes verzichten zu können. Und es war auch nicht diese Art von typischer Unterstützung, die sie suchte, sondern nur das Gefühl, das er ihr zu geben vermochte. Und sie vielleicht auch ihm. Keine direkte Abhängigkeit, aber Augenhöhe, und doch wusste Sanna, dass genau dieses Gefühl ihr Glück auf eine Weise multiplizieren würde, die sie zuvor nie gekannt hatte.
Seine Berührung war so leicht, dass sie sie sich fast hätte einbilden können, doch sie bestätigte jeden Gedanken in ihr. Ein unwillkürliches Lächeln huschte über ihre Lippen, und ein Teil von ihr fürchtete fast, dass es zu offen, zu verliebt wirken könnte.

„Sie ist in Sicherheit.“
Sanna nickte, löste sich langsam — und zugegeben widerwillig — von ihm, um den Mann aufzusuchen, den sie eigentlich treffen wollte.
Danach würde sie Veith noch einmal aufsuchen müssen. Zwischen ihnen lag zu viel Unausgesprochenes, zu viel, das die Zukunft vielleicht nicht mehr bereithielt. Sie wollte nicht, dass er in den Krieg zog, ohne dass sie wenigstens für einen Moment offen zueinander gewesen waren — selbst wenn dieses ehrliche Aufeinanderzugehen alles nur verschlimmern konnte, je nach Ausgang des Krieges.
„Ich würde gleich auch noch gerne mit dir reden“
, kündigte sie an, ehe sie der Mut fast verließ.
„Wenn du Zeit findest…“
fügte sie leise hinzu, während sie die kleine Zeltstadt betraten.

Sanna ging neben Veith her und ließ ihren Blick nur flüchtig über die anwesenden Krieger und Kriegerinnen wandern. Sie spürte die Blicke auf sich, doch als Antwort reckte sie nur kaum merklich das Kinn und hielt ihren Blick auf den Weg gerichtet. Sie hatte sich noch nie viel aus solchen Blicken gemacht. Als Mutter eines Bastardkindes, in einem kleinen Dorf, war sie es gewohnt, in eine Rolle gedrängt zu werden, die sie nur halbherzig ausfüllte — die Rolle der leicht zu habenden.
Sie bemerkte die leichte Positionsveränderung von Veith, konnte nun deutlicher die Wärme seines Körpers spüren, und ein kleines, heimliches Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„In der Hauptstadt, bei einer älteren Dame, die ein kleines Wirtshaus auf der Hauptstraße betreibt“
, erklärte sie mit ruhiger Stimme und bemerkte dabei den sachlichen Tonfall in seiner.
Sanna hielt einen Moment inne, sammelte ihre Gedanken, ehe sie leise weitersprach:
„Wenn ihr auf der Rückreise seid…“
Sie hob kurz den Blick, dann auf das Zelt in einiger Entfernung, von dem sie vermutete, dass es Leif gehörte — oder einem anderen wichtigen Mitglied der Kriegerschar.
„Würdest du dort einmal vorbeischauen? Ich wüsste gerne, dass du den Krieg überlebt hast.“
Es war seltsam, es auszusprechen, und es fühlte sich nicht gut an. Vor allem, weil ihre Sorge unweigerlich in ihrer Stimme mitschwang.
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Nachrichten in diesem Thema
Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 04-11-2025, 17:30
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 15-11-2025, 11:39
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 18-11-2025, 22:59
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 11-01-2026, 11:36
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 12-01-2026, 17:40
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 09-02-2026, 10:34
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 10-02-2026, 00:04
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 14-02-2026, 11:01
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 17-02-2026, 15:11
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 21-02-2026, 12:25
RE: Where we left ourselfs - von Leif Stelhammer - 01-03-2026, 08:57
RE: Where we left ourselfs - von Sanna Lorenson - 03-03-2026, 16:45
RE: Where we left ourselfs - von Veith Alvarsson - 05-07-2026, 14:05