20-02-2026, 23:40 - Wörter:
Mira ging weiter neben ihm her, leichtfüßig wie zuvor, als würde der Waldboden sie eher tragen als bremsen. Das gedämpfte Licht zwischen den Stämmen legte sich weich auf ihr Haar, während sie den Blick prüfend durch das Unterholz schweifen ließ. Auf seine Worte hin, manche Geschichten lieber dem Vergessen zu überlassen, entwich ihr ein kurzes, helles Auflachen.
“Das kann ich gut verstehen,” meinte sie und sah für einen Moment zu ihm hinüber, ein warmes Glimmen in den Augen. “Es gibt Erinnerungen, bei denen man sich wünscht, sie wären nie geschehen. Doch gerade diese sind es oft, die uns am meisten lehren. Fehler brennen sich tiefer ein als Erfolge. Und manchmal ist es gut, sich an das Brennen zu erinnern – damit man nicht noch einmal ins Feuer greift.”
Sie hob eine schmale Schulter in einer ruhigen, beinahe nachsichtigen Bewegung und setzte ihren Weg fort. Ein Ast knackte unter ihrem Stiefel, doch sie verlagerte das Gewicht so geschickt, dass das Geräusch kaum mehr als ein Flüstern blieb.
Als er sich für seinen Vergleich entschuldigte, hielt sie kurz inne, wandte ihm den Kopf zu. In ihrem Gesicht lag weder Groll noch Spott.
“Ihr habt mich nicht gekränkt,” sagte sie ruhig, mit fester Stimme. “Wahrlich nicht. Ich weiß, dass Ihr es nicht so gemeint habt. Nur sehe ich mich selbst nicht als Söldnerin. Nicht jede, die gelernt hat, sich zu behaupten, trägt auch das Herz einer Kriegerin in sich.”
Ein schmales Lächeln zog über ihre Lippen. “Manchmal zwingt einen das Leben, Fähigkeiten zu erwerben, die man sich nie gewünscht hat. Doch das macht sie noch lange nicht zu unserer Berufung.”
Sie balancierte über einen niedrigen, moosbewachsenen Stamm, die Arme leicht ausgebreitet, als wäre es das Natürlichste der Welt. Auf seine Frage hin verlor ihr Schritt für einen Herzschlag an Leichtigkeit. Es war kaum sichtbar, nur ein leises Stocken, ein Hauch von Spannung in den Schultern.
Ihre Finger strichen gedankenverloren über die Rinde eines nahen Baumes, während sie überlegte, wie viel sie preisgeben wollte. Schließlich zuckte sie mit den Schultern, setzte ein kleines, beinahe heiteres Lächeln auf und sah ihn an.
“Wer hat es denn heutzutage schon leicht?”
Mit einem spielerischen Anflug von Anmut machte sie auf dem Stamm eine kleine Verbeugung, als hätte sie soeben eine große Weisheit verkündet, und sprang dann wieder hinab. Erst als sie weiterging, wurde ihre Stimme ernster.
“Vielleicht musste ich mich nicht so oft durchkämpfen wie manch anderer,” fuhr sie fort, während ihr Blick wieder nach vorn glitt. “Doch leicht war es nicht immer. Man lernt, mit dem Wind zu gehen, wenn er stärker ist als man selbst. Und manchmal ist Nachgeben keine Schwäche, sondern Klugheit.”
Als er ihr die Axt reichte, nahm sie sie mit beiden Händen entgegen. Das Gewicht überraschte sie schwerer, als sie erwartet hatte. Ihre Finger schlossen sich fester um den Stiel, der rau unter ihren Daumen lag. Einen Moment lang fuhr sie mit diesen prüfend über das Holz, spürte die Unebenheiten, die kleinen Kerben früherer Schläge.
Sie hörte aufmerksam zu, folgte seiner Fingerspitze mit dem Blick, musterte die Stelle, an der der Ast aus dem Stamm wuchs. Dann atmete sie tief ein, verlagerte das Gewicht, hob die Axt über die Schulter.
Der Schlag kam mit so viel Kraft, wie sie aufzubringen vermochte.
Das Metall traf das Holz mit einem dumpfen Klang. Keine tiefe Kerbe entstand, nur ein sauberer, wenn auch flacher Einschnitt. Die Erschütterung fuhr ihr durch die Arme bis in die Schultern, ließ ein unangenehmes Ziehen zurück. Für einen Moment biss sie die Zähne zusammen, ließ sich nichts anmerken.
“Nun,” murmelte sie und betrachtete das Ergebnis mit schief gelegtem Kopf, “es scheint zumindest nicht völlig ungeeignet zu sein.”
Sie hob die Axt erneut, diesmal bewusster, und setzte nach. Der zweite Schlag traf näher an derselben Stelle.
“Und sollte es uns doch zu sehr einräuchern,” fügte sie hinzu, ein feiner Anflug von Belustigung in der Stimme, “so hoffe ich, dass wir nicht wie Euer beschriebener Speck enden. Geräuchert mag ich mein Fleisch mich selbst hingegen weniger.”
Trotz des leisen Brennens in ihren Muskeln blieb ihr Ausdruck gefasst. Sie verstand nun, was er gemeint hatte das Holz gab unter der Klinge nach, wenn auch widerwillig. Und während sie erneut ausholte, lag in ihrem Blick ein stiller, unbeirrbarer Wille, sich weder von der Schwere der Axt noch von der eigenen Unsicherheit beirren zu lassen.
“Das kann ich gut verstehen,” meinte sie und sah für einen Moment zu ihm hinüber, ein warmes Glimmen in den Augen. “Es gibt Erinnerungen, bei denen man sich wünscht, sie wären nie geschehen. Doch gerade diese sind es oft, die uns am meisten lehren. Fehler brennen sich tiefer ein als Erfolge. Und manchmal ist es gut, sich an das Brennen zu erinnern – damit man nicht noch einmal ins Feuer greift.”
Sie hob eine schmale Schulter in einer ruhigen, beinahe nachsichtigen Bewegung und setzte ihren Weg fort. Ein Ast knackte unter ihrem Stiefel, doch sie verlagerte das Gewicht so geschickt, dass das Geräusch kaum mehr als ein Flüstern blieb.
Als er sich für seinen Vergleich entschuldigte, hielt sie kurz inne, wandte ihm den Kopf zu. In ihrem Gesicht lag weder Groll noch Spott.
“Ihr habt mich nicht gekränkt,” sagte sie ruhig, mit fester Stimme. “Wahrlich nicht. Ich weiß, dass Ihr es nicht so gemeint habt. Nur sehe ich mich selbst nicht als Söldnerin. Nicht jede, die gelernt hat, sich zu behaupten, trägt auch das Herz einer Kriegerin in sich.”
Ein schmales Lächeln zog über ihre Lippen. “Manchmal zwingt einen das Leben, Fähigkeiten zu erwerben, die man sich nie gewünscht hat. Doch das macht sie noch lange nicht zu unserer Berufung.”
Sie balancierte über einen niedrigen, moosbewachsenen Stamm, die Arme leicht ausgebreitet, als wäre es das Natürlichste der Welt. Auf seine Frage hin verlor ihr Schritt für einen Herzschlag an Leichtigkeit. Es war kaum sichtbar, nur ein leises Stocken, ein Hauch von Spannung in den Schultern.
Ihre Finger strichen gedankenverloren über die Rinde eines nahen Baumes, während sie überlegte, wie viel sie preisgeben wollte. Schließlich zuckte sie mit den Schultern, setzte ein kleines, beinahe heiteres Lächeln auf und sah ihn an.
“Wer hat es denn heutzutage schon leicht?”
Mit einem spielerischen Anflug von Anmut machte sie auf dem Stamm eine kleine Verbeugung, als hätte sie soeben eine große Weisheit verkündet, und sprang dann wieder hinab. Erst als sie weiterging, wurde ihre Stimme ernster.
“Vielleicht musste ich mich nicht so oft durchkämpfen wie manch anderer,” fuhr sie fort, während ihr Blick wieder nach vorn glitt. “Doch leicht war es nicht immer. Man lernt, mit dem Wind zu gehen, wenn er stärker ist als man selbst. Und manchmal ist Nachgeben keine Schwäche, sondern Klugheit.”
Als er ihr die Axt reichte, nahm sie sie mit beiden Händen entgegen. Das Gewicht überraschte sie schwerer, als sie erwartet hatte. Ihre Finger schlossen sich fester um den Stiel, der rau unter ihren Daumen lag. Einen Moment lang fuhr sie mit diesen prüfend über das Holz, spürte die Unebenheiten, die kleinen Kerben früherer Schläge.
Sie hörte aufmerksam zu, folgte seiner Fingerspitze mit dem Blick, musterte die Stelle, an der der Ast aus dem Stamm wuchs. Dann atmete sie tief ein, verlagerte das Gewicht, hob die Axt über die Schulter.
Der Schlag kam mit so viel Kraft, wie sie aufzubringen vermochte.
Das Metall traf das Holz mit einem dumpfen Klang. Keine tiefe Kerbe entstand, nur ein sauberer, wenn auch flacher Einschnitt. Die Erschütterung fuhr ihr durch die Arme bis in die Schultern, ließ ein unangenehmes Ziehen zurück. Für einen Moment biss sie die Zähne zusammen, ließ sich nichts anmerken.
“Nun,” murmelte sie und betrachtete das Ergebnis mit schief gelegtem Kopf, “es scheint zumindest nicht völlig ungeeignet zu sein.”
Sie hob die Axt erneut, diesmal bewusster, und setzte nach. Der zweite Schlag traf näher an derselben Stelle.
“Und sollte es uns doch zu sehr einräuchern,” fügte sie hinzu, ein feiner Anflug von Belustigung in der Stimme, “so hoffe ich, dass wir nicht wie Euer beschriebener Speck enden. Geräuchert mag ich mein Fleisch mich selbst hingegen weniger.”
Trotz des leisen Brennens in ihren Muskeln blieb ihr Ausdruck gefasst. Sie verstand nun, was er gemeint hatte das Holz gab unter der Klinge nach, wenn auch widerwillig. Und während sie erneut ausholte, lag in ihrem Blick ein stiller, unbeirrbarer Wille, sich weder von der Schwere der Axt noch von der eigenen Unsicherheit beirren zu lassen.

