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Where the light fades
02.09.1016 - 16:00
Markt in Wintergard

Winterland
Veith Alvarsson
Winterland
Alter 31
Beruf Krieger
Wohnort Wintergard
Stand Ledig
User Risa
#13
Seine Mundwinkel hoben sich, kaum mehr als ein Schatten eines Lächelns, das ebenso schnell wieder in die Ruhe seiner Züge zurückglitt. Der Wind strich kalt zwischen den Häusern hindurch und trug den Geruch von Rauch und nassen Fellen mit sich. Schneereste knirschten unter ihren Stiefeln, und irgendwo schlug eine lose Fensterlade im Takt der Böen gegen die Wand. „Ich weiß das“, erwiderte er schließlich, und in seiner Stimme lag ein leises, wissendes Schmunzeln. „Es war nicht als Beleidigung gedacht. Nicht gegen die Frauen von Norsteading.“ Er warf ihr einen Seitenblick zu, musterte die erhobene Braue, das kaum gezähmte Funkeln in ihren Augen. Unwillkürlich dachte er an seine eigenen Schwestern, an ihre aufrechte Haltung, an das selbstverständliche Selbstbewusstsein in ihren Schritten, an die Art, wie sie einen Mann mit einem einzigen Blick daran erinnerten, wo sein Platz war. „Ich bin mit solchen Frauen aufgewachsen“, fuhr er fort und nun lag ein leiser Nachdruck in seinen Worten. Sein Blick senkte sich für einen flüchtigen Moment auf ihre Hand, die das Pony streichelten. Dann hob er ihn wieder. „Von keiner von ihnen könnte ich behaupten, sie sei nicht fähig, für sich selbst zu sprechen oder sich zu nehmen, was sie will.“ Ein schmales Lächeln zog über seine Lippen. „Und genau so sollte es sein.“

In Helvis Hinterhof angekommen, wirkte zunächst alles so gewöhnlich wie an jedem anderen Abend. Der Schnee lag dünn auf dem unebenen Pflaster, das Licht aus der Küche fiel warm durch das kleine Fenster, und aus dem Inneren des Hauses drang die Stimme seiner Schwester. Valdas Eintreffen lenkte Helvi ab, ihre Schritte entfernten sich ins Haus und genau diesen flüchtigen, unbeobachteten Moment nutzte Veith. Mit einer Bewegung fasste er nach Sannas Hand und zog sie einen Schritt zur Seite, hinein in die schmalen Schatten des Schuppens. Er wollte ihr so vieles sagen. Worte, die sich seit Stunden in ihm gestaut hatten, schwer und unausgesprochen, doch der Augenblick war zu kurz, zu brüchig für lange Erklärungen. Sanna hatte sein Innerstes in Aufruhr versetzt, mit ihren klaren, furchtlosen Worten, mit der Art, wie sie ihn ansah, als würde sie hinter jede seiner Ausflüchte blicken. Mit ihren Berührungen, die nichts Forderndes gehabt hatten und gerade deshalb tiefer gingen und mit dem Kuss, den sie geteilt hatten. Seitdem trug er dieses Gefühl in sich wie eine Glut unter der Haut. Er war nicht gut mit großen Worten. Aber das hier ließ sich nicht länger verschweigen. Sanft hob er die Hand und ließ seine Finger über ihre Wange gleiten, als fürchte er beinahe, die Berührung könne zu viel sein. Sanna zögerte nicht. Sie lehnte sich in seine Hand, kaum merklich, doch genug, dass er es spürte. Es war nur eine kleine Geste und doch traf sie ihn tiefer, als er erwartet hatte. In diesem leisen Entgegenkommen lag mehr Vertrauen, als er zu beanspruchen wagte und mehr Nähe, als er sich eingestehen wollte.

Als Sanna schließlich ins Haus huschte, folgte ihr Veiths Blick bis in den warmen Schein des Feuers, der durch die offene Tür auf den Hof fiel. Er blieb einen Atemzug lang stehen, ehe er sich der Arbeit zuwandte. Mit ruhigen, geübten Handgriffen spannte er das Pony ab, löste die Lederriemen und strich dem Tier kurz über den Hals, bevor er es in den Stall führte. Der Geruch von Heu und warmem Tier mischte sich mit der kalten Luft des Abends. Den Schlitten mit den Fellen zog er unter den Unterstand, rückte ihn so weit zurück, dass das Dach ihn vollständig schützte. Sorgfältig prüfte er die Abdeckung, straffte die Plane und strich über das raue Leder, um sicherzugehen, dass keine Feuchtigkeit eindringen konnte. Es hatte wieder leicht zu schneien begonnen. Feine Flocken sanken lautlos herab, legten sich auf seine Schultern und in sein helles Haar, während aus der offenen Tür die liebliche Stimme seiner Schwester ertönte.
Er atmete einmal tief durch, strich sich den Schnee vom Umhang und trat schließlich in die Küche. Sofort schlug ihm die Wärme des Feuers entgegen, dicht und beinahe drängend nach der klaren Kälte draußen. Helvis Blick traf ihn noch bevor er ganz über die Schwelle war. Ein einziges Heben ihrer Braue genügte, um ihm mitzuteilen, dass die Tür besser im nächsten Herzschlag geschlossen wurde, wenn er nicht selbst hinauskomplimentiert werden wollte. Veith zog sie ohne Widerrede zu. Das Holz fiel ins Schloss und das Heulen des Windes verstummte abrupt. Ein kaum wahrnehmbares, schiefes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Bei der freundlichen Aufforderung komme ich sehr gerne herein“, erwiderte er mit gespielter Höflichkeit. Veith löste den schweren Umhang von den Schultern und hängte ihn an den Haken neben dem Eingang. Ein paar Schneeflocken schmolzen sofort auf dem dunklen Stoff und tropften lautlos auf die Steinfliesen. Die Küche war erfüllt vom Geruch nach Wurzelgemüse, Kräutern und langsam geschmortem Fleisch. Das Feuer knackte im Herd, warf flackernde Schatten an die Wände und am Tisch saßen bereits die anderen. Veith zog einen Stuhl zurück und nahm Platz. In diesem Moment trat Helvi vom Feuer heran, einen schweren gusseisernen Topf in beiden Händen. Mit einem bestimmten Ruck stellte sie ihn in die Mitte des Tisches, sodass der Deckel leise klirrte. Ein kräftiger Duft stieg auf, dicht und würzig. „Bedient euch“, sagte sie knapp. Neben dem Topf lagen mehrere Laibe dunkles Brot, noch leicht warm. Ein Messer wurde herumgereicht, Holzschalen klapperten, als jeder sich eine Portion schöpfte. Der Eintopf war dick, sämig, mit grob geschnittenen Stücken von Fleisch und Wurzelgemüse, die in der Brühe glänzten. Veith saß Sanna gegenüber, nur durch die schmale Breite des Tisches von ihr getrennt. Er zwang sich jedoch dazu, den Blick nicht zu heben. Stattdessen betrachtete er mit übertriebener Aufmerksamkeit den aufsteigenden Dampf seines Eintopfs, als ließe sich darin eine Antwort finden, die ihn von jeder weiteren Regung entband. Helvis Aufmerksamkeit hingegen ruhte mit ungewohnter Schärfe auf ihm. Ihr misstrauischer Blick wanderte zwischen ihm und Sanna hin und her und Veith musste sie nicht ansehen, um zu wissen, dass ihr nichts entging. Mit bedächtiger Ruhe hob er schließlich den Löffel, als wäre er vollkommen unberührt von der Spannung, die zwischen den beiden Seiten des Tisches lag. „Wenn du noch länger so starrst, Helvi“, sagte er trocken, ohne den Kopf zu heben, „wird dein Eintopf noch kalt.“
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Where the light fades - von Veith Alvarsson - 22-06-2025, 11:19
RE: Where the light fades - von Sanna Lorenson - 25-06-2025, 22:53
RE: Where the light fades - von Veith Alvarsson - 28-06-2025, 11:40
RE: Where the light fades - von Sanna Lorenson - 30-06-2025, 08:27
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RE: Where the light fades - von Veith Alvarsson - Vor 11 Stunden

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