06-03-2026, 21:16 - Wörter:
Geduldig wartete Maebh, bis Yue auf sie zukam und vertrauter mit ihr sprach. Diese förmlichen Begrüßungen lagen ihr noch immer nicht. Sie fühlte sich den Menschen lieber nah als so... förmlich und fern. Sich mit ‹euer Gnaden> ansprechen zu lassen empfand sie entsprechend als ausgesprochen seltsam. Auch wenn es sich eben einfach so gehörte. Maebh hatte immerhin schon früh gelernt, dass man manche Dinge eben einfach hinnahm und sie nicht weiter hinterfragte. So verhielt es sich, ganz sicher, auch hiermit. Aber umso leichter fiel es ihr, geduldig zu warten. Sie hätte sicher auch noch eine Stunde lang gewartet, wäre das nötig gewesen, aber Yue nahm sich bereitwillig Zeit für sie.
«Ich kann auch helfen, wenn wir mit sprechen fertig sind», schlug sie vor. «Sofern ihr Hilfe von mir wollt.»
Und sie bis dahin keine anderen Verpflichtungen hatte. Beispielsweise in Gestalt eines aufgedrehten Kleinkindes, das an sich schon mehr als eine Handvoll Männer beschäftigen konnte, wenn er es drauf anlegte. Beispielsweise damit, ihn zu suchen. Stundenlang. Nur damit man ihm am Ende schlafend unter irgendeiner Bank fand, versunken in die schönsten Traumwelten.
«Ich dachte nicht, dass es ... ein Thema wäre. Also eines, über das ich sprechen muss. Aber die letzten Tage haben mich eines besseren belehrt und heute nacht blieb mir sogar der Schlaf fern. Als hätte er mich regelrecht gemieden. Ich lag die letzten Stunden wach und meine Gedanken wollen nicht aufhören, zu kreisen. Ich weiß, dass ein Gespräch mit dir meistens hilft, also...»
Sie lächelte ein wenig und bat die Novizin, sie zu begleiten, sodass sie ein Stück miteinander gehen konnten. Und vielleicht war es ja gut, wenn sie gleich mit der Sprache rausrückte.
«Es ist so, dass Eanruig und ich unsere Probleme hatten», stellte sie fest. «Und dass wir... nur schwer zueinander fanden. Und ich weiß, dass ich dir davon nie erzählt habe. Ich habe mich dem Irrglaube hingegeben, dass das niemanden was angeht und ich alleine damit zurechtkommen muss. Aber das war ein Fehler und nach den letzten Tagen ist mir wohl so einiges bewusst geworden. Zum einen... dass ich meinen Mann wirklich liebe. Und er auch mich. Und dass wir uns annähern und er mich sieht und das ist etwas gutes, Yue. Und ich finde schön, wie er mich anschaut. Dass er seine Gefühle zeigt. Sich interessiert. Für mich. Das, was ich tue. Er nimmt Anteil. Und ich fühle mich sehr geliebt und willkommen. Aber... er weiß Dinge nicht. Niemand weiß das. Außer Rowan und mir.»
Musste sie es aussprechen? Reichte es so?
«Es ist schon lange vorbei», fuhr sie fort. «Und ich liebe meinen Mann. Das habe ich ihm, also Rowan, auch gesagt. Es war... nur ein oder zwei mal, aber ich... fühle mich fürchterlich. Doch ich war so einsam. Und Rowan hat mich gesehen. Und jetzt meidet mich der Schlaf, weil ich es Eanruig nicht sagen kann. Ich würde alles zerstören, was ich gerade so mühsam aufgebaut habe», fuhr sie fort und redete sich von der Seele, was auf ihr lastete. «Und jetzt diese Hochzeit... mein Vater wird hier sein. Er bringt einen unserer Hengste mit. Ein Jungtier, der sollte für die Zucht sein. Aber er wird in Cathal schenken. Zur Hochzeit. Und natürlich kommt auch meine Stiefmutter mit», fügte sie an. «Und die ist ein rechtes Monster. Wie man es aus Geschichten kennt. Sie lässt kein gutes Haar an mir und hat ein untrügliches Gespür dafür, wo sie ihr Gift versprühen muss. Und ich fürchte, dass sie das nun auch tun wird. Und das kommt noch auf meine Sorgen oben drauf. Wenn sie später anreisen, muss ich ihr entgegentreten und ich... weiß nicht, ob ich das kann.»
Sie hielt inne und wandte sich zu der Freundin um. Sichtlich verzweifelt. Und merklich in Panik geratend.
«Ich kann auch helfen, wenn wir mit sprechen fertig sind», schlug sie vor. «Sofern ihr Hilfe von mir wollt.»
Und sie bis dahin keine anderen Verpflichtungen hatte. Beispielsweise in Gestalt eines aufgedrehten Kleinkindes, das an sich schon mehr als eine Handvoll Männer beschäftigen konnte, wenn er es drauf anlegte. Beispielsweise damit, ihn zu suchen. Stundenlang. Nur damit man ihm am Ende schlafend unter irgendeiner Bank fand, versunken in die schönsten Traumwelten.
«Ich dachte nicht, dass es ... ein Thema wäre. Also eines, über das ich sprechen muss. Aber die letzten Tage haben mich eines besseren belehrt und heute nacht blieb mir sogar der Schlaf fern. Als hätte er mich regelrecht gemieden. Ich lag die letzten Stunden wach und meine Gedanken wollen nicht aufhören, zu kreisen. Ich weiß, dass ein Gespräch mit dir meistens hilft, also...»
Sie lächelte ein wenig und bat die Novizin, sie zu begleiten, sodass sie ein Stück miteinander gehen konnten. Und vielleicht war es ja gut, wenn sie gleich mit der Sprache rausrückte.
«Es ist so, dass Eanruig und ich unsere Probleme hatten», stellte sie fest. «Und dass wir... nur schwer zueinander fanden. Und ich weiß, dass ich dir davon nie erzählt habe. Ich habe mich dem Irrglaube hingegeben, dass das niemanden was angeht und ich alleine damit zurechtkommen muss. Aber das war ein Fehler und nach den letzten Tagen ist mir wohl so einiges bewusst geworden. Zum einen... dass ich meinen Mann wirklich liebe. Und er auch mich. Und dass wir uns annähern und er mich sieht und das ist etwas gutes, Yue. Und ich finde schön, wie er mich anschaut. Dass er seine Gefühle zeigt. Sich interessiert. Für mich. Das, was ich tue. Er nimmt Anteil. Und ich fühle mich sehr geliebt und willkommen. Aber... er weiß Dinge nicht. Niemand weiß das. Außer Rowan und mir.»
Musste sie es aussprechen? Reichte es so?
«Es ist schon lange vorbei», fuhr sie fort. «Und ich liebe meinen Mann. Das habe ich ihm, also Rowan, auch gesagt. Es war... nur ein oder zwei mal, aber ich... fühle mich fürchterlich. Doch ich war so einsam. Und Rowan hat mich gesehen. Und jetzt meidet mich der Schlaf, weil ich es Eanruig nicht sagen kann. Ich würde alles zerstören, was ich gerade so mühsam aufgebaut habe», fuhr sie fort und redete sich von der Seele, was auf ihr lastete. «Und jetzt diese Hochzeit... mein Vater wird hier sein. Er bringt einen unserer Hengste mit. Ein Jungtier, der sollte für die Zucht sein. Aber er wird in Cathal schenken. Zur Hochzeit. Und natürlich kommt auch meine Stiefmutter mit», fügte sie an. «Und die ist ein rechtes Monster. Wie man es aus Geschichten kennt. Sie lässt kein gutes Haar an mir und hat ein untrügliches Gespür dafür, wo sie ihr Gift versprühen muss. Und ich fürchte, dass sie das nun auch tun wird. Und das kommt noch auf meine Sorgen oben drauf. Wenn sie später anreisen, muss ich ihr entgegentreten und ich... weiß nicht, ob ich das kann.»
Sie hielt inne und wandte sich zu der Freundin um. Sichtlich verzweifelt. Und merklich in Panik geratend.
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