07-03-2026, 21:59 - Wörter:
Nadir wusste nicht, ob er durchgängig wirklich die Kontrolle über das Gespräch hatte. Dass er charmant und attraktiv war, das wusste er - und das meinte er gänzlich ohne Arroganz. Womit er seltener zu kämpfen hatte, war mit einer Frau, die hinsichtlich seiner Abstammung misstrauisch war. Und noch seltener hatte er mit einer Frau zu tun, die nicht seinen Status kannte, es war somit eine erfrischende ... Herausforderung gänzlich allein als Unbekannter zu punkten, denn sein Status als Prinz ... änderte Dinge. Das machte er sich zwar durchaus zunutze, ja, aber es war wohl nicht notwendig, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Er würde gerne in den Kopf der schönen Frau schauen. Nicht nur allein die schmutzigen Gedanken, die sie begleiteten, sondern auch all die Dinge, die sie fühlte - und die sie ihm nicht mitteilte. Doch Nadir konnte hinter die kontrollierte Fassade blicken: Eine Frau, die ebenso interessiert an ihm war, wie er an ihr. Eine perfekte Voraussetzung für eine Liebelei, nicht wahr?
Oh, Nadir hätte wohl mit einer Ohrfeige rechnen müssen, wenn er sagte, dass er eine Schwäche für Frauen hatte, die sich den Anweisungen ihrer Väter widersetzten. Es gab nämlich wohl in keinem Land eine Anweisung eines Vaters, die besagte, dass sich Aurelia mit dem fremden, deutlich älteren Mann später in einem Tavernenzimmer traf, um bei einem Kartenspiel ihre Kleidung zu verlieren. Er lächelte sanft.
Insofern fiel die entscheidende Frage, die sie nicht sofort mit einem bestätigenden Ja beantwortete - sie tadelte ihn, wie so häufig an dem Abend, um sich dann selbst einzugestehen, dass gerade das, was sie tadelte, wohl auch dazu führte, dass sie seine bisher doch recht unmoralischen Angebote annahm und im Begriff war, das wichtigste Angebot des Abends anzunehmen. Es gefiel ihm, ihr forscher, fordernder Ton. Sie wusste, was sie wollte - sie war wohl auf jeden Fall eine Frau, die sehr genau wusste, was sie wollte und es ihm auch mitteilte. Dabei schaute er fast entschuldigend zu Boden, sie ließ ihm jedoch keine große Möglichkeit zu antworten, da setzte sie fest, wo sie ihn wann und wie haben wollte. Insgeheim feuerte es ihn doch an, gerade weil so selten jemand so mit einem Prinzen sprach.
Und so nannte sie ihm Uhrzeit und Ort, Erwartung an Tavernenzimmer und Wein - womit sein Auftrag klar wurde. Als sie dann auf ihn zutrat und ihm sich vorstellte, lächelte er sanft. Nadir schaute auf ihre Lippen und seine Vorfreude auf den Abend oder die Nacht stieg mit jedem ihrer Worte. Aurelia.
Später:
In jener Zeit, als Aurelia, der er noch einen Moment hinterher starrte, organisierte er einen guten Wein und ein Tavernenzimmer. Dabei musste er bescheiden vorgehen - und doch nicht bescheiden genug. Würde er sie in die edelste Taverne führen, so könnte das Misstrauen entwickeln. Aber eine einfache Halunkentaverne, nein, das war ihrer nicht wert. Er wollte zeigen, dass sie ihm etwas wert war und nahm eine bessere Taverne - gut genug, zentrale Lage, für einen Händler - der er aktuell noch war - gut finanzierbar. Auch beim Wein sparte er nicht, wenngleich es wohl nicht der Tropfen des Adels sein durfte. Sollte sein Status als Prinz jemals herauskommen, so führte er sie gerne noch einmal in den Status des Luxus. So jedoch reichte es wohl aus, um ihr zu zeigen, dass sie es wert war, ohne, dass er seinen eigentlichen Reichtum verriet.
Pünktlich stand er vor der Hafenministration und wartete. Er nutzte die restliche Stunde für ein ausgiebiges Bad und hüllte sich in einen weiteren Stoff, der jedoch nicht unbedingt weniger freizügig war. Aber er wärmte besser in der Abendstunde. Es waren letztlich auch die entscheidende Minuten - Aurelia konnte immer noch entscheiden, dass sie sich womöglich doch nicht von einem Fremden in einem Tavernenzimmer ausziehen und beglücken lassen wollte. Je mehr er jedoch darüber nachdachte, hörte es sich nicht so an, dass er der erste Mann war, dessen Angebot sie annahm. Das verurteilte er jedoch nicht, nein, das machte ihn nur neugieriger.
Oh, Nadir hätte wohl mit einer Ohrfeige rechnen müssen, wenn er sagte, dass er eine Schwäche für Frauen hatte, die sich den Anweisungen ihrer Väter widersetzten. Es gab nämlich wohl in keinem Land eine Anweisung eines Vaters, die besagte, dass sich Aurelia mit dem fremden, deutlich älteren Mann später in einem Tavernenzimmer traf, um bei einem Kartenspiel ihre Kleidung zu verlieren. Er lächelte sanft.
"Ich mag den Gedanken jedenfalls, mir einzubilden, dass Ihr zumindest darüber nachgedacht habt."
Damit sei wohl alles gesagt. Und dass es da wohl Vorgeschichten gibt, nun, die würden wohl Nadirs Interesse wecken. Sie war eine eigensinnige Rebellin - zumindest im Rahmen der Möglichkeiten, die der Abend bot. Ob sie sich jedoch bot, nun, das würde sich erst entscheiden. Sie jedenfalls hatte Neugier und Lust geweckt - sie wirkte wie eine Frau, mit der man Spaß haben konnte, nicht nur äußerlich.Insofern fiel die entscheidende Frage, die sie nicht sofort mit einem bestätigenden Ja beantwortete - sie tadelte ihn, wie so häufig an dem Abend, um sich dann selbst einzugestehen, dass gerade das, was sie tadelte, wohl auch dazu führte, dass sie seine bisher doch recht unmoralischen Angebote annahm und im Begriff war, das wichtigste Angebot des Abends anzunehmen. Es gefiel ihm, ihr forscher, fordernder Ton. Sie wusste, was sie wollte - sie war wohl auf jeden Fall eine Frau, die sehr genau wusste, was sie wollte und es ihm auch mitteilte. Dabei schaute er fast entschuldigend zu Boden, sie ließ ihm jedoch keine große Möglichkeit zu antworten, da setzte sie fest, wo sie ihn wann und wie haben wollte. Insgeheim feuerte es ihn doch an, gerade weil so selten jemand so mit einem Prinzen sprach.
Und so nannte sie ihm Uhrzeit und Ort, Erwartung an Tavernenzimmer und Wein - womit sein Auftrag klar wurde. Als sie dann auf ihn zutrat und ihm sich vorstellte, lächelte er sanft. Nadir schaute auf ihre Lippen und seine Vorfreude auf den Abend oder die Nacht stieg mit jedem ihrer Worte. Aurelia.
"Welch schöner und passender Name."
, sagte er, bis er sich an ihr Ohr beugte und ein leises "Nadir"
, hauchte - um dann ihre Hand zu nehmen und ihr sanft einen Kuss auf die Handoberfläche zu geben. "Ihr wisst nicht, wie sehr ich mich darauf freue."
Höflich verbeugte er sich, um schließlich fortzugehen - und doch hinzuschauen, um sie fortgehen zu sehen.Später:
In jener Zeit, als Aurelia, der er noch einen Moment hinterher starrte, organisierte er einen guten Wein und ein Tavernenzimmer. Dabei musste er bescheiden vorgehen - und doch nicht bescheiden genug. Würde er sie in die edelste Taverne führen, so könnte das Misstrauen entwickeln. Aber eine einfache Halunkentaverne, nein, das war ihrer nicht wert. Er wollte zeigen, dass sie ihm etwas wert war und nahm eine bessere Taverne - gut genug, zentrale Lage, für einen Händler - der er aktuell noch war - gut finanzierbar. Auch beim Wein sparte er nicht, wenngleich es wohl nicht der Tropfen des Adels sein durfte. Sollte sein Status als Prinz jemals herauskommen, so führte er sie gerne noch einmal in den Status des Luxus. So jedoch reichte es wohl aus, um ihr zu zeigen, dass sie es wert war, ohne, dass er seinen eigentlichen Reichtum verriet.
Pünktlich stand er vor der Hafenministration und wartete. Er nutzte die restliche Stunde für ein ausgiebiges Bad und hüllte sich in einen weiteren Stoff, der jedoch nicht unbedingt weniger freizügig war. Aber er wärmte besser in der Abendstunde. Es waren letztlich auch die entscheidende Minuten - Aurelia konnte immer noch entscheiden, dass sie sich womöglich doch nicht von einem Fremden in einem Tavernenzimmer ausziehen und beglücken lassen wollte. Je mehr er jedoch darüber nachdachte, hörte es sich nicht so an, dass er der erste Mann war, dessen Angebot sie annahm. Das verurteilte er jedoch nicht, nein, das machte ihn nur neugieriger.
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