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Become my escape
14.10.1016 - 19:00
im Wald am Rand von Three Rivers

Rowan & Freyja | auf der Drachenjagd | mitten im Wald
Heimatlose
Rowan Fraser
Heimatlose
Alter 31
Beruf Söldner
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Mim
#8
Rowan fand es erfrischend, mit wie viel gutem Willen, ja, schon fast Naivität Freyja die Welt betrachtete. Umso mehr tat es ihm weh, dass er ihr wohl so manche Illusion einfach nehmen musste, weil er nicht anders konnte. Und weil es ihm fern lag, ihr etwas vorzumachen. Rowan Fraser mochte vieles sein, aber ein Lügner war er nun einmal nicht. Also lehnte er sich zurück, machte es sich mit dem Rücken an dem Baum hinter sich so gut es eben ging gemütlich und stützte seinen Hinterkopf auf den dahinter gelegten Unterarm. "Nun... leider entspricht nicht jede Geschichte der Wahrheit. Oft sind es nur Mären, die man sich untereinander erzählt, damit die Welt etwas heller und weniger bedrohlich wirkt." Er seufzte leise, sein Blick auf das Feuer gerichtet und überlegte, wie er seine nächsten Worte am besten formulieren konnte, ohne die junge Frau zu verschrecken. "Der Adel mag von guter Herkunft sein und Zugriff auf eine gute Erziehung haben, aber nicht alle machen von dem Gebrauch was sie gelehrt werden. Wisst Ihr, wohin auch immer Licht trifft, wird auch ein Schatten geworfen..." Das klang selbst in seinen Ohren jetzt schon wieder fast etwas zu poetisch, weshalb sich ein entschuldigendes Lächeln auf seine Lippen legte. Seine Augen wanderten wieder zu Freyja, der Blick darin weich. "Es gibt jene von wohlgeborenem Blut, die das, was sie haben zu schätzen wissen und es als Gnade oder eher Milde des Schicksals ansehen. Das sind auch jene Menschen, die ihre Untergebenen gut behandeln, weil sie einen Teil des Glücks, das ihnen alleine durch ihre Geburt zuteil wurde, weitergeben möchten. Diese Menschen möchten für etwas mehr Fairness auf dieser Welt sorgen, auch wenn es noch so schwer ist und sie dabei auf viele Widerstände treffen." Hinter sich hörte Rowan Sandokan leise schnauben, der sich ihnen genähert hatte, so als wolle auch er den Ausführungen seines Herren lauschen. "Leider sind diese Widerstände meist sogar aus den Rängen von Ihresgleichen. Die Kehrseite der Medaille quasi. Jene Menschen, die ihr Geburtsrecht für ihr Privileg und einen Freischein dafür halten, andere wie Dreck unter ihren Schuhen zu behandeln. Sie nehmen sich, was ihnen beliebt und denken dabei nicht an die Opfer ihrer Habgier und Machtbesessenheit." Rowan hatte zu viele dieser Menschen in seinem Leben bereits kennenlernen müssen. Gerade als Söldner kam es nicht selten vor, dass man in den Dienst einer Person geriet, die sich diesen eben auch leisten konnte. Gut, er selbst hatte immer noch den Luxus, sich seine Questen und Aufgaben in vielen Fällen einfach aussuchen zu können. Ein Luxus, der eben auch auf der vom ihm erklärten Geburtssituation seinerseits beruhte. Allerdings scheute er sich auch nicht, sich die Hände schmutzig zu machen, selbst wenn er in manchen Situationen wohl wie ein eitler Gockel wirken mochte. Dennoch. Er hatte bereits ausgebüxte Schafe aus dem Wald zurückgetrieben mit seinem Söldnertrupp, da die Hirten aufgrund einer Wolfsbedrohung eben jenen nicht hatten betreten können. Knietief war er im Schlamm gewatet nach einem Überfall, um die flüchtigen Räuber aus ihrem Versteck zu locken. Hatte er den Dreck auf seinen Schuhen und an seiner Kleidung gemocht? Nein. War es etwas gewesen, das ein gut gefüllter Badezuber und etwas Seife hatten lösen können? Ja, durchaus. Also war für ihn das Gleichgewicht in gewisser Weise vorhanden sichergestellt gewesen und bis auf ein wenig Gebrumme, weil er sich mal wieder mit einer schlammigen Hand ins Gesicht gefasst hatte, hatte es darum seinerseits auch keine Klagen gegeben.

Anders hatte das früher ausgesehen, als er noch auf dem Gehöft seines Vaters gelebt und als Zweitgeborener so manche adelige Scharade hatte mitspielen müssen. Seine Schwester hatte ihn damals stets damit aufgezogen, dass er herumjammere wie ein kleines Mädchen, dem man die Schuhe zu fest geschnürt hatte und im Nachhinein betrachtet hatte sie verdammt recht damit. Aber was hätte er schon tun können? Die Kragen hatten gekratzt, die Hosen saßen zu eng, die Tanzschuhe waren unbequem und überhaupt hatte er keine Lust darauf gehabt, sich mit dem Mumpitz der eingeladenen Matronen vollträllern zu lassen. Zu seinem Pech hatte er damals auch noch nicht genug Bart gehabt, der die Grimasse, die er regelmäßig gezogen hatte, hätte verstecken können. Aber er hatte es überlebt und war heute da, wo er sein wollte. Oder zumindest wo er dachte sein zu wollen. Auf der Suche nach einem Drachen, auf dem Weg ein Held zu werden. Einen Weg, von dem ihn weder Schläge mit dem Rohrstock noch die kalte Ignoranz seines Vaters hatten abbringen können.
Mit einem Ruck wurde Rowan sich bewusst, dass seine Gedanken wohl für einen Moment zu weit abgeschweift waren. Sein Blick wurde wieder klarer und er lächelte Freyja milde an. "Nun, es ehrt mich sehr, dass Ihr so von mir denkt. Ich kann nicht versprechen, dass ich mich immer wie der Vorzeigejunge benehme, aber ich bemühe mich, das Richtige zu tun, auch wenn es nicht immer einfach ist - und bei weitem nicht immer Spaß macht." Er zwinkerte der Dunkelhaarigen etwas schalkhaft zu. Dann wurde er wieder ernst, sah kurz in den Himmel hinauf. "Nun... es muss etwas gegeben haben, das Euch zu dieser Entscheidung bewogen hat. Etwas, dass Euch gesagt hat, dass Ihr eine Veränderung braucht." Ja, seiner Meinung nach entschied man schließlich nicht von heute auf morgen aus einer Laune heraus, einen Drachen zu jagen. Sein Blick fand wieder den seiner Gegenüber und er legte den Kopf leicht schief. "Arbeitskräfte werden immer und überall gesucht. Ich bin mir sicher, dass Ihr wieder eine Anstellung findet, solltet Ihr euch doch noch dazu entscheiden, umzukehren. Und wenn Ihr möchtet kann ich vielleicht sogar ein gutes Wort am Hof für euch einlegen." Zwar war er selbst weder zu Hause noch bei der Fürstenfamilie von Kenmara ein regelmäßiger Gast, aber man kannte ihn dort doch gut genug, hatte Bande, die eng genug verliefen, sodass er nicht das Gefühl hatte, sich mit seiner Aussage zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Bei Freyjas Erzählung wurde sein Blick schließlich finster. "Ich kann mir vorstellen was für Gesellen das waren..." Fast schon angeekelt schüttelte er den Kopf, sah die junge Frau dann mit Mitgefühl an. "Es tut mir leid, dass Ihr das habt erleben müssen. Nicht jeder Mann wird zu Söldner, weil er einen ehrenhaften Platz in der Gesellschaft einnehmen möchte. Manche sehen es als Mittel, um doch noch irgendwie Macht über andere zu erlangen, wenn ihre Geburt ihnen diese nicht schon verschafft hat. Genau diese Leute nehmen es mit der Moral dann nicht so genau..." Er seufzte, denn irgendwie schämte er sich für diesen Teil seiner Zunft, denn sie sorgten dafür, dass die Menschen sich in Notsituationen nicht mit Vertrauen an sie wandten, sondern viel mehr zusammenzuckten, wenn man ihnen auf der Straße begegnete. "Leider muss ich zugeben, dass es nicht wenige meiner Geschlechtsgenossen gibt, die mehr mit dem Schwanz zwischen ihren Beinen denken, als mit ihrem Hirn. Vor allem, wenn der Wein ordentlich geflossen ist und sie einer schönen Frau begegnen. Egal ob es Söldner sind oder nicht. Und ich denke auch ich muss mir den ein oder anderen schwachen Moment eingestehen, an dem ich mich in der Vergangenheit vielleicht nicht so ehrenhaft verhalten habe, wie ich es gerne getan hätte." Ein entschuldigender Zug trat in sein Gesicht und ja, es tat ihm Leid, dass er das so vor ihr zugeben musste. Aber was hätte es schon gebracht zu lügen? Sich vor Freyja als strahlender Held hinzustellen? Er musste ihr nichts beweisen und wenn er eines im Leben gelernt hatte, dann, dass ihn die Wahrheit in den meisten Fällen weiter brachte als eine Lüge, die er der Einfachheit halber sponn.

Bei ihrer nächsten Frage hätte sich fast ein Lachen über seine Lippen gestohlen, das er aber hinunterschluckte, aus Angst, sie damit vor den Kopf zu stoßen. "Ja, wenn man es so nennen will, bin ich einer. Aber ein Prinz ohne Krone und ohne Erbrecht. Für letzteres muss man meinen Bruder aufsuchen." In seiner Stimme lag keinerlei Bitterkeit, als er die Worte aussprach. Er beneidete Tamlin um nichts, hatte lange seinen Frieden gemacht mit dem Rangfolge, in der er stand. Jedoch ließ ihn ihre Aussage aufhorchen und nachdenklich werden, da ihm Maebhs letzte Worte noch zu gut im Gedächtnis hingen. "Ich denke... das Leben einer Prinzessin kann oft auch sehr einsam und hart sein, auch wenn man es nicht mit der Art von Härte vergleichen kann, die die arbeitende Bevölkerung trifft." Er seufzte, klaubte etwas trockenes Gestrüpp vom Boden und warf es ins Feuer, wobei er die Szene im Stall noch einmal gedanklich an sich vorbeiziehen ließ. "Es gibt viele Regeln, an die man sich halten muss. Und Erwartungen, die an eine Frau gestellt werden." Er schluckte. "Am Ende ist man frei, aber nicht in dem was man tun will, sondern in dem Rahmen, der einem von anderen vorgegeben wird. Wie ein Vogel, dem man Wasser, Futter und eine Schaukel in den Käfig stellt. Man hat alles was man sich wünschen kann, aber die Gitterstäbe bleiben..." Sein Lächeln hatte einen traurigen Zug angenommen, doch er wischte ihn schnell mit seiner üblichen flachsigen Art und Weise beiseite. "Da ist es doch viel besser, wenn man sich auf den Weg ins Unbekannte macht und dabei neue Wege entdecken kann." Er grinste sie an und zwinkerte. "Und noch dazu mit so charmanter Begleitung!"
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