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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

The Weight of What Awaits

Linearer Modus
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
12. November 1016
Ort
Anwesen der Al-Mazhirs
Tageszeit
20:00
#7
Bei Tariqs Worten schien sich eine Schwere auf Samirs Brust niederzulassen, die nichts mit der Situation, in der er sich gegenwärtig befand, zu tun hatte. Nein, es war der Gedanke daran, dass alle Augen auf ihn gerichtet sein würden, wenn er zum König gekrönt würde, jedes Ohr dem Klang seiner Stimme lauschen. Zum einen erfüllte es ihn mit einer vorfreudigen Erregung, zum anderen jedoch mit unbändiger Angst. Er, der sich bisher nur in den Blicken jener gesonnt hatte, denen er charmant und meistens nicht ganz ohne Eigennutz Gesellschaft geleistet hatte. Nun aber würde das anders sein. Er sollte eine Führungsperson darstellen, jemanden, zu dem man aufsehen konnte. Und dennoch fühlte er sich mit einmal mal klein und unbedeutend, ob der Bürde, die er doch selbst hatte auf sich nehmen wollen und auch immer noch wollte. Die Zweifel waren lähmend, stahlen ihm fast den Atem. Umso dankbarer war Samir dafür, dass Tariq die Zügel in die Hand nahm, auch wenn die Lektion, die er ihm nun erteilen würde, aufgrund seiner Verfehlung geschah. Warum hatte er sich auch dem Wein hingeben müssen, selbst wenn es nur ein Glas gewesen war? Eine andere Option, als dass sein Geliebter Recht hatte und nur das Beste führ ihn wollte, kam dem Al-Mazhir dabei gar nicht in den Sinn. Im Grunde kam ihm überhaupt nichts mehr in den Sinn ab dem Moment, in dem sich etwas weiches, kühles über seine Augen legte. Es musste ein Stück Stoff sein, denn als der 29-Jährige zaghaft blinzelte, blieb sein Sichtfeld dunkel, während sich im selben Moment etwas an seinem Hinterkopf zuzog. Seine Sinne wurden konzentrierte, sein Gehör fing die Umgebung wie ein Filter ein und vernahm so auch die leisen Schritte Tariqs die sich nun um ihn herumbewegten und selbige Prozedur an seinen Händen vollzog. Gänsehaut machte sich auf Samirs Armen breit, zog sich wie ein kühler Atemhauch über seine Haut hinweg bis zu den Schultern, um als kalter Schauer seinen Rücken hinunterzulaufen. Schließlich nahm er war, wie sich sein Partner entfernte, spürte die fehlende Körperwärme an seiner Seite, die er zuvor wie einen Schatten auf sich wahrgenommen hatte. Was hatte er nur vor? Samir traute sich nicht, die Frage laut auszusprechen. Er wusste genau, dass er in dieser Situation Tariq völlig ausgeliefert war und ein Teil von ihm empfing diesen Zustand wie ein Geschenk, das sämtliche Verantwortung und Entscheidungsnot von ihm genommen hatte. Ein kleinerer Teil jedoch ließ ihn ob der Ungewissheit vor leiser Angst schlucken, brauchte die stille Vergewisserung, dass sein Geliebter ihm nie schaden würde und litt unter der Tatsache, dass der stärkere Part von Samirs Willen ihm verwehrte, diese Vergewisserung einzufordern.

Angestrengt versuchte Samir dennoch, der Situation etwas mehr Herr zu werden, auch wenn er wusste, dass er diesen Kampf nicht gewinnen konnte. Die Konzentration führte jedoch dazu, dass er seine Umgebung noch gezielter wahrnahm, sein Herzschlag sich langsam etwas beruhigte und sein Atem wieder sachter ging, auch wenn er weilens immer noch leise stockte. Die Erregung saß zu tief, als dass er sie hätte abschütteln können, selbst wenn er angefangen hätte zu meditieren - womit er Tariq seiner Befürchtung nach entweder zutiefst beleidigt oder aber maßlos erheitert hätte. Seine eigenen Lippen zuckten ja selbst bei der Vorstellung, sich selbst wehrlos auf dem Boden seines Gemaches kniend zu sehen, wie er einen Mantra artigen Summton von sich gab. Nein, das wollte er lieber erst gar nicht probieren. Der Gedanke blieb ohnehin nicht lange in seinem Kopf hängen, denn schon nahm er das rascheln von Stoff wahr, einen leisen Windhauch, der zu ihm herüberwehte und die schwere der Abendluft mit sich trug. Schließlich war da ein Klackern, nachdem er die Nähe des Älteren für einen versagten Wimpernschlag neben sich hatte aufblitzen spüren. Samir hielt den Atem an, während sich die Tariqs Präsenz wieder näherte, dessen Duft ihm wieder intensiver in die Nase stieg. Ein Duft, der den zukünftigen König sogar in seinen Träumen verfolgte und den er mehr als alles andere misste, wenn er in den Laken nach längerer Abstinenz leise verblich. Nun aber war er ihm so nah, dass er ihn einhüllte, seine Sinne vernebelte und ihn fast des Eindruckes beraubte, den Tariqs Finger hinterließen als sie sich um seinen Arm legten. Der warme sanfte Druck kroch ihm durch die Kleidung unter die Haut, als dieser ihn hochzog und sie sich in Bewegung setzten. In Richtung der kühlen Nachtluft, in eine Richtung, aus der die Geräusche der sich zur Ruhe legenden Stadt immer lauter wurden. Der Schrei eines Uhus. Das klappernde sich schließen eines Fensterladens. Das Klackern eines Wagens auf der unebenen Straße. Wieder schluckte Samir, der Mund trocken, die Schultern angespannt. Schließlich umhüllte ihn der Hauch der Nacht vollkommen, bildete einen krassen Gegensatz zum warmen Atem seines Geliebten, der sich nun in einem Flüstern weich wie Seide an sein Ohr schmiegte. Beinahe schon wäre ein Seufzen über die Lippen des zukünftigen Königs gedrungen, hätte er nicht im letzten Moment die Luft scharf eingesogen. Was um alles in der Welt... Obwohl durch den Stoff vorübergehend mit Blindheit geschlagen riss Samir die Augen auf, als er die Berührung auf seiner nackten Haut, auf seinem Geschlecht vernahm. Etwas in ihm zog sich zusammen, ein Kampf zwischen Erregung und Angst. Gab Tariq ihn wirklich so ungeniert und unverfroren für seine Verfehlung preis? Wollte er ihn vor der Welt bloßstellen, bevor er sich selbst in die Situation hineinreiten konnte? Ein Wimmern drang über die Lippen des Dunkelhaarigen, ehe er sich auf die Lippe biss. Die Worte kamen schließlich nur zaghaft aus seinem Mund, heiser und rau, so als hätte er anstatt des Weines einen Kelch voll Wüstensand verschluckt. "Der Alkohol..." Samir schluckte, versuchte wieder sich zu orientieren, zu eruieren was in seiner Umgebung vorging und ob irgendjemand dieses Intermezzo wahrnehmen konnte. "Er... benebelt uns die Sinne..." Der 29-Jährige war versucht, sich unter der Hand Tariqs zu winden, brachte allerdings all seine Willenskraft auf um still zu stehen, die Situation nicht noch unangenehmer zu machen, auch wenn sie ihm zeitgleich auch auf andere Art und Weise den Verstand raubte.
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Nachrichten in diesem Thema
The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 24-01-2026, 19:15
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 01-02-2026, 17:24
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 04-02-2026, 23:33
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 10-02-2026, 12:32
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 20-02-2026, 23:53
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 25-02-2026, 20:51
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 27-03-2026, 19:32
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 30-03-2026, 17:17
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 21-04-2026, 17:11
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 26-04-2026, 17:05
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 08-05-2026, 09:13
RE: The Weight of What Awaits - von Tariq Al-Fawahir - 14-05-2026, 10:47
RE: The Weight of What Awaits - von Samir Al-Mazhir - 17-06-2026, 22:08