04-04-2026, 07:34
Wäre Ivar eine Frau, er hätte sich selbst wohl auch nicht vertraut. Es sprach nur von einem intakten Überlebensinstinkt, dass sie ihn mit Feindseligkeit in der Stimme und reservierter Haltung auf Abstand hielt, auch wenn ihre anderen bewiesenen Fähigkeiten deutlich zeigten, dass sie zu allem fähig war, aber sicher nicht zum überleben. Mit einer Hand am Knauf ihres Dolches machte sie deutlich, dass sie bereit war, sich selbst zu verteidigen, was er sich eigentlich gerne ansehen würde. Ein anderes Mal vielleicht - oder nie, wenn er ihren Worten Glauben schenkte und sich ohne einen Tipp die Suche nach der Abenteurergruppe fortsetzte.
Zu ihrem Leidwesen kaufte er ihr nicht ab, dass sie niemanden gesehen hatte. Man nenne es einen gesunden Zweifel an menschlicher Aufrichtigkeit, dass Ivar grundsätzlich immer alles in Frage stellte, was man ihm verkaufen wollte. Er selbst war ja nicht anders; wenn überhaupt, dann kam aus seinem Mund vielleicht fünf Prozent Inhalt und fünfundneunzig Prozent pure Provokation. Was hatte sie doch für ein Glück, dass er was von ihr wollte und sich deswegen bemühte, bei den fünf Prozent zu bleiben.
Ivars Stirn warf Falten, was die Frau aus der Distanz wahrscheinlich nur vage wahrnehmen konnte, so wie er ihre Augen sicher immer noch als ausgesprochen groß bezeichnen würde. Schließlich schob sich seine Unterlippe vor und er zuckte mit den Schultern.
Zu ihrem Leidwesen kaufte er ihr nicht ab, dass sie niemanden gesehen hatte. Man nenne es einen gesunden Zweifel an menschlicher Aufrichtigkeit, dass Ivar grundsätzlich immer alles in Frage stellte, was man ihm verkaufen wollte. Er selbst war ja nicht anders; wenn überhaupt, dann kam aus seinem Mund vielleicht fünf Prozent Inhalt und fünfundneunzig Prozent pure Provokation. Was hatte sie doch für ein Glück, dass er was von ihr wollte und sich deswegen bemühte, bei den fünf Prozent zu bleiben.
Ivars Stirn warf Falten, was die Frau aus der Distanz wahrscheinlich nur vage wahrnehmen konnte, so wie er ihre Augen sicher immer noch als ausgesprochen groß bezeichnen würde. Schließlich schob sich seine Unterlippe vor und er zuckte mit den Schultern.
“Schade. Ich hab gehört, dass sie den Drachen finden wollen. Witzig, weil ich erst neulich auf große Klauenspuren gestoßen bin und sie warnen wollte.”
Den Blick von der Frau auf den kleinen Bachlauf abgewendet, klang seine Stimme nebensächlich genug, dass er genauso gut vom Wetter hätte reden können. “Nicht, dass sie überrascht werden. Die Reise von unerfahrenen Abenteurern ist in der Regel ziemlich kurz, das hast du sicher auch schon miterlebt”
, sprach er sie direkt an, allerdings ohne Nachdruck in der Stimme. Wenn sie hier in der Nähe lebte, war sie sicher schon Abenteurern begegnet, jung und alt, erfahren und naseweis, zu ihrem Pech eventuell mit leeren Augen am Wegrand, weil sie den Wald mit dessen Tücken unterschätzt oder einem Bettler zu viel Vertrauen geschenkt hatten. Da sie selbst eben ihre nicht vorhandenen Überlebenskünste zur Schau gestellt hatte, vermutete er allerdings, dass seine Worte mit ihr anders resonierten. Er bot ihr soeben seine Hilfe an. Einen Deal, wenn man so wollte; Informationen, die ihr sicher entgangen waren, weil sie nicht wusste, nach welchen Zeichen man in der Natur suchen musste, um ein Monster von einem einfachen Wolf zu unterscheiden. Ob sie den Deal annahm, lag allerdings bei ihr, denn Ivar würde sich sicher nicht aufdrängen, wenn er allein vermutlich bessere Chancen hatte, diese Abenteurergruppe zu finden.