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Nothing burns like the cold.
12.10.1016 - 10:00
Wälder

Winterland
Veith Alvarsson
Winterland
Alter 31
Beruf Krieger
Wohnort Wintergard
Stand Ledig
User Risa
#12
Veith verzog kaum merklich den Mundwinkel, als Erik ihn „weißer Wolf“ nannte. Er hielt die Zügel locker, ließ sein Pferd vorsichtig Schritt gehen, sodass die Hufe möglichst leise aufsetzten. Der Atem des Tieres stieg dampfend auf und vermischte sich mit der kalten Luft. „Schön, dass du so viel Selbsterkenntnis besitzt“, fügte er brummend hinzu, als Erik ganz selbstverständlich meinte, dass sie tatsächlich Waschweiber wären. Ein kurzer Seitenblick zu Erik, dann wieder nach vorn. Der Keiler hatte tiefe Spuren hinterlassen, der Schnee war an manchen Stellen aufgewühlt, als hätte das Tier im Boden nach Nahrung gescharrt.

Als Erik von Frauen sprach und davon, dass irgendwann eine kommen würde, die ihn aus seinem „Schneckenhaus“ zerrte, schnaubte Veith leise. Der Hauch seines Atems stieg in der kalten Luft auf, während er den Blick weiter auf die Spuren im Schnee gerichtet ließ. „Warum reden wir jetzt eigentlich über Frauen?“ gab er zurück, ohne Erik anzusehen. Natürlich wusste er, dass Erik eine glückliche Ehe führte. Man sah es ihm an, hörte es in seiner Stimme, wenn er von zu Hause sprach. Aber dieses Glück war kein Maßstab für alle. Leif war das beste Beispiel dafür, dass es auch anders laufen konnte. Beziehungen bedeuteten nicht nur Nähe, sondern auch Verpflichtungen, Erwartungen, Risiken. Dinge, auf die Veith gut verzichten konnte. Er hatte sich bewusst dafür entschieden, sein Glück nicht herauszufordern. Lieber allein bleiben, als sich auf etwas einlassen, das am Ende mehr kostete, als es gab. „Ich habe keinen Drang, mich freiwillig in eine Falle zu begeben“, sagte er trocken. Seine Stimme blieb ruhig und gleichgültig, doch seine Finger zogen die Handschuhe ein Stück fester. „Wenn ich die Richtige jedoch finden sollte, bist du der Erste, dem ich davon berichten werde“, versprach er, doch der amüsierte Unterton in seiner Stimme verriet, wie wenig er selbst daran glaubte. Es klang eher wie ein Zugeständnis an Eriks Hartnäckigkeit als wie eine ernsthafte Aussicht auf die Zukunft.

Er ließ sein Pferd langsamer werden, als die Spur dichter in den Wald führte. Die Bäume standen enger, Äste hingen tief und der Schnee wirkte hier unberührter, nur von den frischen Abdrücken des Keilers durchzogen. Veith beugte sich leicht nach vorn, um die Spur besser zu erkennen, während sein Pferd vorsichtig weitertrat. Als Erik bereits abstieg, zügelte auch Veith sein Tier vollständig, schwang sich aus dem Sattel und griff nach Pfeil und Bogen. Mit einer routinierten Bewegung verkürzte er die Zügel und ließ das Pferd ruhig zurück, bevor er Erik folgte. Den Bogen hielt er bereit in der Hand, aufmerksam auf jede Bewegung im Unterholz achtend, während sie der Spur weiter in den Wald hinein folgten. „Ich komme gerne vorbei, immerhin schulde ich dir noch einen Besuch“, sagte Veith, während ein kaum merkliches Lächeln über sein Gesicht huschte. „Und außerdem will ich mich ja davon überzeugen, ob Reinka dich noch genauso gut im Griff hat wie beim letzten Mal.“

Veith erstarrte ebenfalls, kaum dass sich Eriks Aufmerksamkeit schlagartig auf das Gebüsch richtete. Sein Griff um den Bogen festigte sich, der Pfeil lag bereits angelegt, während sein Blick in dieselbe Richtung glitt. Dann bewegte sich das Unterholz. Erst ein dunkler Schatten, dann brach der Keiler aus dem Gestrüpp hervor. Massig, die Borsten gesträubt, der Atem dampfte in der kalten Luft. Einen Augenblick verharrte das Tier, den Kopf tief gesenkt, die kleinen Augen auf sie gerichtet. „Der sieht wütend aus“, sagte Veith ruhig. Im nächsten Moment scharrte der Keiler mit den Vorderläufen im Schnee und stieß ein raues, wütendes Schnauben aus. Ohne weitere Warnung setzte er sich in Bewegung und hielt direkt auf sie zu, schwer und schnell zugleich, der Boden vibrierte unter seinen Hufen. Veith hob den Bogen höher, während er einen Schritt zur Seite machte, um freie Schussbahn zu haben und spannte dabei die Sehne in einer fließenden Bewegung. Sein Blick fixierte das Tier, berechnete die Distanz, den Winkel, den richtigen Moment. Als der Keiler näherkam, ließ er die Sehne los.
sig-veith2
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RE: Nothing burns like the cold. - von Veith Alvarsson - 04-04-2026, 11:16

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