Vor 2 Stunden - Wörter:
Listen to her howlin' roar
Mira rührte sich nicht, als Séan zu sprechen begann. Seine Stimme trug weit über die Gruppe, durchschnitt das leise Murmeln, doch sie blieb dort, wo sie war, ein Stück hinter den anderen, nah genug, um jedes Wort zu hören, und doch weit genug entfernt, um nicht aufzufallen. Unauffällig hatte sie sich in die Nähe von Freya und Rowan gehalten, nicht direkt an ihrer Seite, aber so, dass sie ihre Bewegungen jederzeit im Blick behalten konnte. Es war kein Zufall, sondern Gewohnheit, Nähe zu suchen, ohne sie sichtbar zu machen, Sicherheit zu wahren, ohne danach greifen zu müssen. Während seine Worte von Hoffnung, Gold und Ruhm sprachen, glitten sie an ihr vorbei, ohne wirklich Halt zu finden. Mira atmete leise durch, langsam und bewusst, als müsste sie die Unruhe in sich selbst erst ordnen. Sie hatte nie wirklich an Drachen geglaubt, Geschichten blieben für sie Geschichten, zu oft hatte sie gesehen, wie leicht Menschen sich von ihnen mitreißen ließen, und doch zog es ihren Blick unweigerlich zur Lichtung hinter ihm. Die verkohlten Bäume wirkten falsch, das Schwarz fraß sich unnatürlich durch die Rinde, als hätte das Feuer selbst einen eigenen Willen gehabt. Ohne sich zu bewegen, ließ sie ihren Blick darüber wandern, suchte nach Mustern, nach Spuren, die mehr verrieten als Worte es je könnten, achtete auf die Ausbreitung, die Höhe der Schäden, darauf, wie das Feuer gewütet haben musste. Beinahe nebenbei glitten ihre Finger zu ihren Dolchen, ein kurzer, prüfender Druck gegen das vertraute Leder, das beruhigende Gewicht an der richtigen Stelle, bevor sie die Hand wieder sinken ließ, als wäre nichts gewesen. Ihr Blick huschte zu Freya und weiter zu Rowan, nur für einen Moment, doch lang genug, um sich selbst daran zu erinnern, dass sie nicht allein war. Wenn es zu einem Kampf kam, würde sie sie nicht im Stich lassen, auch wenn sie wusste, dass sie selbst keine Kämpferin war, dass sie im offenen Gefecht eher im Weg stehen würde, langsamer, ein Risiko für die anderen. Also blieb sie ruhig, beobachtete weiter, zählte unbewusst Abstände, suchte nach Wegen, nach Positionen, die ihr erlaubten, zu reagieren, bevor es nötig wurde. „Das schaffe ich schon…“, murmelte sie kaum hörbar vor sich hin, mehr ein leiser Anker als wirklicher Mut, während sie ihre Finger zwang, still zu bleiben. Schlimmer als ihr Vater konnte es nicht werden. Metal under tension
Zusammenfassung
-Mira hält sich im Hintergrund der Gruppe und bleibt bewusst unauffällig, positioniert sich jedoch in der Nähe von Freya und Rowan
-Ihr Fokus liegt auf der Lichtung und den abgebrannten Bäumen, die sie aufmerksam und analytisch mustert
-Sie achtet auf Details wie Ausbreitung des Feuers und mögliche Ursachen, ohne sich dabei sichtbar zu bewegen
-Unauffällig überprüft sie ihre Dolche, um im Notfall vorbereitet zu sein
-Mira ist sich bewusst, dass sie im offenen Kampf keine Hilfe wäre und eher ein Risiko darstellt
- Dennoch ist sie entschlossen, die Gruppe nicht im Stich zu lassen, falls es dazu kommt
- Stattdessen konzentriert sie sich darauf, gute Positionen, Fluchtwege und potenzielle Hinterhalte im Blick zu behalten

