17-04-2026, 20:01 - Wörter:
Vor zwei Tagen war sie angekommen. Vor zwei Tagen war sie aus der Kutsche in ihr neues Leben ausgestiegen. Hatte ihre neue Familie und ihren zukünftigen Ehemann kennen gelernt. Und das sogar direkt von einer ganz und gar unangenehmen Seite. Er hatte Feuer, das sie ihm nicht zugetraut hätte. Er wusste um Worte als Waffe und nutzte sie ganz gezielt. Seine Familie war ihm heilig, vor allem seine Schwestern und die Tatsache, dass hier eine junge Frau hineinspazierte und für sich schon längst festgelegt hatte, dass das alles ganz und gar furchtbar werden würde, hatte dafür gesorgt, dass sie eigentlich noch vor dem Bissen des ersten gemeinsamen Abendessens aneinander gekracht waren. So sehr, dass sie sich am gleichen Abend noch gegenseitig entschuldigt hatten. Ein Umstand, den sie mehr zu schätzen wusste, als ihr anfänglich bewusst war. In ihrer Heimat hatte es so etwas nicht gegeben. Da war sie ein solches Temperament zwar auch gewöhnt, denn brüllen konnte ihr Vater mindestens genauso gut wie schweigen, doch eine Reflektion am Ende hatte noch nie stattgefunden. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten, wenn man es denn so bewerten wollte, hatten Cathal und sie sich dann doch überraschend gut verstanden. So, wie sich vielleicht Freunde verstehen würden. Noch immer fiel es ihr schwer ihn als eigenständigen Fürstensohn zu sehen, obwohl er ihr mehr als nur einmal bewiesen hatte, dass seine Blindheit vielleicht sogar mehr Segen, als Fluch war. Noch immer war sie fasziniert von ihm und seiner Art, die Welt zu sehen und zu hören. Doch ihn als Mann wahrzunehmen, fiel ihr weiterhin schwierig. Nicht nur wegen seiner Blindheit, sondern vor allem wegen der Tatsache, dass sie sich selbst überhaupt nicht als Ehefrau sah. Obwohl Cathal ihr gezeigt hatte, dass der Käfig, in den man sie sperren wollte, vielleicht gar nicht so schlimm war, rebellierte Alles in ihr weiterhin gegen diese Hochzeit. Und ob es nun Schicksal oder eine selbst erfüllende Prophezeiung gewesen war: Muirín war krank geworden.
Nachdem sie den Abend mit Maebh gestern bei ihrem Pferd verbracht hat und ein sehr tiefsinniges und schönes Gespräch hatte, war sie in ihre eigenen Gemächer zurück gekehrt und hatte sich von ihrer Zofe ausziehen und fürs Bett herrichten lassen. Schon während der abendlichen Routine, die sie hier erst mal noch vollkommen neu lernen musste, spürte sie eine bleierne Müdigkeit in ihren Gliedmaßen, die sie auch recht schnell dazu zwang das Bett aufzusuchen. Eigentlich hatte sie sich weiter mit den Worten ihrer neuen Schwiegermutter beschäftigen wollen, hatte fühlen wollen, was sie im tiefsten Inneren in ihr auslösten. Hatte verstehen wollen, ob das hier vielleicht doch mehr Geschenk, als Fluch war, doch dazu war die junge Prinzessin gar nicht mehr gekommen. Nachdem sie am frühen Abend schon in einen traum- und ruhelosen Schlaf gefallen ist, ist sie mitten in der Nacht aufgewacht, schweißgebadet und mit einem dröhnenden Kopf. Alles drehte sich und selbst das Auffallen schien plötzlich unmöglich geworden zu sein. Als morgens die Zofe zaghaft an ihre Tür geklopft hatte, hatte Muirín noch immer geschlafen, was die junge Frau beinahe dazu verleitet hätte die Gemächer wieder zu verlassen, doch als sie die durchnässen Laken gesehen hat, war sie alarmiert zum Bett geeilt. Die junge Frau glühte förmlich und bekam sofort durch die junge Angestellte des Hauses ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt. Außerdem ließ sie Kräutertee herrichten und sorgte dafür, dass sie genug aß und trank. Obwohl Muirín nicht einmal ihren Namen kannte, kümmerte sie sich so herzerwärmend um sie, dass sie sich vornahm in Zukunft nicht nur gut zu ihr zu sein, sondern sie wie eine Freundin zu behandeln. Das hatte sie sich auf jeden Fall verdient.
Als nun Maebh ihre Gemächer betrat, traten Tränen in die Augen der Henaghen. Sie fühlte sich hundselend, konnte spüren, wie das Fieber in ihrem Körper wütete und kämpfte gleichzeitig mit der Angst, dass es sie dahin raffen würde, so wie es bei ihrer Mutter geschehen war. Sie schniefte leise und beobachtete die zierliche Gestalt, wie sie näher zum Bett kam. "
Nachdem sie den Abend mit Maebh gestern bei ihrem Pferd verbracht hat und ein sehr tiefsinniges und schönes Gespräch hatte, war sie in ihre eigenen Gemächer zurück gekehrt und hatte sich von ihrer Zofe ausziehen und fürs Bett herrichten lassen. Schon während der abendlichen Routine, die sie hier erst mal noch vollkommen neu lernen musste, spürte sie eine bleierne Müdigkeit in ihren Gliedmaßen, die sie auch recht schnell dazu zwang das Bett aufzusuchen. Eigentlich hatte sie sich weiter mit den Worten ihrer neuen Schwiegermutter beschäftigen wollen, hatte fühlen wollen, was sie im tiefsten Inneren in ihr auslösten. Hatte verstehen wollen, ob das hier vielleicht doch mehr Geschenk, als Fluch war, doch dazu war die junge Prinzessin gar nicht mehr gekommen. Nachdem sie am frühen Abend schon in einen traum- und ruhelosen Schlaf gefallen ist, ist sie mitten in der Nacht aufgewacht, schweißgebadet und mit einem dröhnenden Kopf. Alles drehte sich und selbst das Auffallen schien plötzlich unmöglich geworden zu sein. Als morgens die Zofe zaghaft an ihre Tür geklopft hatte, hatte Muirín noch immer geschlafen, was die junge Frau beinahe dazu verleitet hätte die Gemächer wieder zu verlassen, doch als sie die durchnässen Laken gesehen hat, war sie alarmiert zum Bett geeilt. Die junge Frau glühte förmlich und bekam sofort durch die junge Angestellte des Hauses ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt. Außerdem ließ sie Kräutertee herrichten und sorgte dafür, dass sie genug aß und trank. Obwohl Muirín nicht einmal ihren Namen kannte, kümmerte sie sich so herzerwärmend um sie, dass sie sich vornahm in Zukunft nicht nur gut zu ihr zu sein, sondern sie wie eine Freundin zu behandeln. Das hatte sie sich auf jeden Fall verdient.
Als nun Maebh ihre Gemächer betrat, traten Tränen in die Augen der Henaghen. Sie fühlte sich hundselend, konnte spüren, wie das Fieber in ihrem Körper wütete und kämpfte gleichzeitig mit der Angst, dass es sie dahin raffen würde, so wie es bei ihrer Mutter geschehen war. Sie schniefte leise und beobachtete die zierliche Gestalt, wie sie näher zum Bett kam. "
Bitte, ich habe Sorge, dass Ihr Euch ansteckt
", murmelte sie leise und sah zerknirscht aus dem Fenster, das die Zofe vor kurzem geöffnet hatte. "Es tut mir so leid
", schluchzte sie leise und vergrub ihr Gesicht in dem weichen Kopfkissen. Nicht nur, dass sie mit einem riesigem Theater vor zwei Tagen hier aufgeschlagen war, nun durchkreuzte sie auch noch alle Pläne, die bisher gemacht wurden. Das ganze Gold, was nun verloren ging! Die Gäste, die sonst was von ihr dachten! Es war einfach nur fürchterlich! "Wir können doch nicht alles absagen...
", murmelte sie, wohlwissend, dass sie kaum dazu in der Lage sein würde vor einer Gruppe von Menschen zu stehen. Sie konnte kaum das Bett verlassen, ohne Schwindelattacken zu haben, die ihr den Atem raubten. Aber sie hatte das Gefühl, dass sie musste. Dass es keine Wahl für sie gab.
![[Bild: thxYbZu.png]](https://i.imgur.com/thxYbZu.png)

