24-04-2026, 12:25 - Wörter:
Szeneninformationen
Charaktere: Eanruig Fraser & Cathal Fraser
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 18. Oktober 1016
Ort: Zimmer von Cathal, Festung Kenmara
Tageszeit: 09:00
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 18. Oktober 1016
Ort: Zimmer von Cathal, Festung Kenmara
Tageszeit: 09:00
“Ein schönes Gesicht braucht eben viel Platz.”
, holte er seinen Pseudo-Optimismus hervor, ohne eine scharfe Nuance in seine Stimme zu legen. Er merkte, dass es seinen Vater damals anscheinend wirklich beschäftigt hatte. Cathal wusste nicht, ob es ihn getroffen hätte. Optik ist in seiner Welt so nebensächlich wie Unkraut auf einer Viehweide. Eitelkeit ist nichts, was ihn in irgendeiner Form leitet. Arroganz durchaus, aber weniger auf sein Aussehen bezogen, denn auf die Schärfe seines Verstandes. Ja, Cathal hielt sich oft für klüger als die Menschen, die in seinem Umfeld waren und es gab Tage, da machte er auch keinen Hehl daraus. Ob das sympathisch war oder nicht, war ihm dabei ebenso einerlei. Dass sein Vater auf seine Frage einging, ließ Cathal ein wenig… ruhiger werden. Zufriedenstellend fand der 24-Jährige die Antwort natürlich nicht sonderlich. Eine Freundschaft sollte kein Grund für eine Heirat sein. In Cathals Welt brauchte alles einen tieferen Sinn. Alles andere wäre Zeitverschwendung und führte zu nichts.
Das Muirín ihrer Familie gut tun würde, ließ Cathal zwar eine Augenbraue heben, aber der Kommentar fiel verhältnismäßig milde aus.
“Ich bewundere deinen steten Optimismus.”
, sagte Cathal mit einem leisen Seufzen in der Stimme, während seine Hand kurz tastend über den kleinen Schrank zu seiner Rechten glitt, um sich zu orientieren. Als sein Vater ihm dann auch noch erklärte, dass Ehen nicht politischer Natur sein müssen, verschränkte Cathal die Arme leicht vor der Brust. “Schulden gehören ebenso zum politischen Machtspiel. Deine Schuld muss groß gewesen sein, wenn sie durch eine Heirat mit einem Fürsten beglichen werden konnte.”
, und mit einer zugegeben - für die erste Ehe - recht alten Frau. Aber den Gedanken behielt Cathal für sich, vielleicht weil er höflich sein wollte, vielleicht aber auch, weil er keine Lust auf weitere Konfrontationen an diesem Tag hatte. “Was hat der Maebhs Vater für dich getan?”
, fragte er interessiert und ließ die Arme wieder locker neben seinem Oberkörper hängen. Gefallen waren ein äußerst interessantes Thema. Sie schufen ein Band in Form einer Schuld und dadurch einen gewissen… Zwang. Etwas, was einen ungeheuren Nutzen brachte. Dass seinem Vater egal war, was die Leute dachten oder aussprachen, war Cathal bewusst. Er glaubte, dass sein Vater nicht unwesentlich Schuld daran trug, dass Cathal es ebenso sah. In seinem Leben haben nicht viele Meinungen gezählt. Seine eigene hatte enormes Gewicht, ebenso wie sein eigener Drang, seinem Vater ständig zu beweisen, dass er mehr war als das, was Cathal glaubte, sein Vater in ihm sah. Auf den Rest hatte der junge Fraser wenig Wert gelegt.
“Vielleicht mögen wir uns ja dann am Tag unserer Hochzeit.”
, Cathal schnaubte amüsiert und schloss für einen Moment die Augen, ehe ein beinahe spitzbübisches Lächeln auf seinen Lippen auftauchte. “Oder wir hassen uns abgrundtief. So oder so, drum herum kommen wir ja nicht.”
, er zuckte leicht mit den Schultern, als hätte diese Hochzeit kein Gewicht für ihn. Hatte sie auch nicht. Sie ärgerte ihn, aber Cathal tat das, was man von ihm verlangte. Weil es eben das war, was ein Fürstensohn tat. Er erwartete keine Albernheiten wie Liebe, Zuneigung oder irgendeine romantisierte Form der Wärme. Selbst diese Hochzeit, so politisch irrelevant sie eben war, hatte einen Zweck. Dass die Blutlinie der Frasers nicht verloren ging. Mehr Sinn sah Cathal in solchen Bündnissen ohnehin nicht. Politik und stumpfe Vermehrung.

