24-04-2026, 17:23 - Wörter:
Manchmal da fragte sich Eanruig, ob er ein offener, ein… ja, zugänglicher junger Mann geworden wäre, wäre er selbst nicht so verschlossen, so offenkundig reserviert in seinen Gefühlen gewesen … hätte er sich anders verhalten, als er es getan hatte in all den Jahren, in denen Cathal zu einem Mann herangewachsen war. Diese Gedanken waren neu, erst wenige Wochen alt, und gewannen doch langsam aber sicher an Kraft, vor allem durch die Gespräche mit Maebh. Er spürte, dass auch er sich ändern konnte … zu gänglicher, offener werden konnte und damit vielleicht auch ein wenig… mehr. Mehr als das, was er zuvor gewesen war, für sie als Ehemann und für seine Kinder als Vater, selbst wenn drei von ihnen bereits mit mehr als einem Fuß in einem eigenen Leben standen. Er hatte Fehler gemacht und vielleicht … vielleicht wären sie vermeidbar gewesen. Aber all das waren Gedanken, die einer unterschwelligen Schuld zugrunde lagen, und er wusste, er würde darüber mit Maebh reden … irgendwann zumindest. Bis dahin würde er versuchen, das, was sie ihm gesagt hatte, das, was sie ausgesprochen hatte, erst vor wenigen Tagen versuchsweise umzusetzen … in dem Versuch, mehr auf seine Kinder zuzugehen, anstatt nur eine schweigende, eine beständige Präsenz im Hintergrund zu sein, so wie all die Jahre zuvor. Cathal war der Anfang und damit einher der größte Baustein … so viel war sicher ja wahrlich.
Für einen kleinen Augenblick zuckten Eanruigs Lippen unter einem schmalen, aber ebenso amüsanten Lächeln bei den Worten seines Sohnes, die von einem Seufzen begleitet waren. Aber ja … Er hatte ebenso recht damit, wenn es auch nicht von Anfang an so gewesen war. Es war Maebhs Schuld, wenn man so wollte. Sie hatte Dinge bei ihm in Gang gesetzt, die ihn selbst noch immer verwirrten und die ihn doch die Welt, zumindest Stück für Stück, anders sehen ließen, und dies spiegelte seine Meinungen und Aussagen wider, zumindest in bestimmten Dingen. Dies war so eine Sache.
Für einen Moment schwieg Eanruig, sein Blick richtete sich auf die Fenster, dorthin, wo das Blau des Himmels sich abzeichnete und irgendwo weiter die Klippen zu sehen sein würden, das schäumende Meer darunter. „Er rettete mir das Leben“, antwortete er schließlich und seine Stimme war von einer deutlichen Ernsthaftigkeit geprägt. „Wir waren noch Jungen … gerade zehn Sommer alt… wir sprangen von den Klippen von Kenmara. Mein Vater, dein Großvater, hatte es mir verboten, aber ich… Ich tat es trotzdem und es ging auch eine sehr lange Zeit gut, bis … es nicht mehr so war. Ich rutschte aus, stürzte und schlug mir den Kopf auf, ich fiel bewusstlos in die Wellen. Wäre Celleach nicht gewesen, wäre ich ertrunken. Daraus resultiert die Schuld.“ eine zurückbleibende Narbe und die damit einhergehende Ehe mit Maebh. Eine erfüllte Lebensschuld, die so oder wahrlich auch anders hätte aussehen können, aber am Ende hatte sich Celleach für eine Heirat entschieden und Eanruig hatte eingewilligt, weil ein Fraser stets und immer seine Schuld beglich.
,,Ich weiß, dass es wohl nicht mehr viel nützt … und ich weiß ebenso, dass du dir nicht viel aus Dingen wie Glück machst, dass du stets das tust, was von dir verlangt wird, aber trotzdem … Ich hätte deinen Rat einholen sollen, deine Meinung anhören sollen, als es darum ging, dir eine Frau zu suchen, und … es tut mir leid“, schloss er schließlich seine Worte, und wahrlich, er würde sich die Schuld daran geben, würde sein Sohn nicht glücklich werden, würde er am Ende seiner Tage verbittert und allein sein, seine Frau und die Mutter vielleicht auch seine Kinder hassen, denn Eanruig hatte es selbst erlebt, das erdrückende Gefühl der Pflicht, das einherging mit dem Wissen, dass die Linie der Frasers unweigerlich und um jeden Preis bestehen musste. Er hatte es gespürt, als er Maebh geheiratet hatte, trotz seiner bereits drei bestehenden Kinder. Er hatte es gespürt, als er den Entschluss gefasst hatte, Cathal von seinem Erbe zu entbinden, weil er am Ende aller Tage nur das Beste für seine Familie wollte, für das Haus Fraser, für das, wofür sie standen. Die Sturmspitze von Kenmara. Unweigerlich.
Aber wie Cathal hatte auch er sich einst gefügt. Er kann sich noch immer an sie erinnern, an das Mädchen aus den Winterlanden, das ihn sich taumelnd vor Glück hatte fühlen lassen, berauscht und gar alles schaffend. Damals hatte er sich frei gefühlt und auch wenn er stets gewusst hatte, dass sie miteinander keine Zukunft gehabt hatten, so hatte er sich damals in manchen Nächten dieser Illusion hingegeben, wenn er sie in seinen Armen gehalten hatte. Ihm war eine gewisse Zeit vergönnt gewesen, bis auch sein Vater ihn zurückgerufen und ihm eine Verlobung unterbreitet hatte, die ebenso wie Eanruigs eigene Entscheidung im Falle von Cathal unumstößlich gewesen war. Wahrlich, er hätte es besser machen können, aber am Ende aller Tage hatte er es genau gehandhabt, weil es Tradition war, und Traditionen funktionierten, vor allem wenn man in solchen Positionen war wie Cathal als Sohn eines Fürsten.
Für einen kleinen Augenblick zuckten Eanruigs Lippen unter einem schmalen, aber ebenso amüsanten Lächeln bei den Worten seines Sohnes, die von einem Seufzen begleitet waren. Aber ja … Er hatte ebenso recht damit, wenn es auch nicht von Anfang an so gewesen war. Es war Maebhs Schuld, wenn man so wollte. Sie hatte Dinge bei ihm in Gang gesetzt, die ihn selbst noch immer verwirrten und die ihn doch die Welt, zumindest Stück für Stück, anders sehen ließen, und dies spiegelte seine Meinungen und Aussagen wider, zumindest in bestimmten Dingen. Dies war so eine Sache.
Für einen Moment schwieg Eanruig, sein Blick richtete sich auf die Fenster, dorthin, wo das Blau des Himmels sich abzeichnete und irgendwo weiter die Klippen zu sehen sein würden, das schäumende Meer darunter. „Er rettete mir das Leben“, antwortete er schließlich und seine Stimme war von einer deutlichen Ernsthaftigkeit geprägt. „Wir waren noch Jungen … gerade zehn Sommer alt… wir sprangen von den Klippen von Kenmara. Mein Vater, dein Großvater, hatte es mir verboten, aber ich… Ich tat es trotzdem und es ging auch eine sehr lange Zeit gut, bis … es nicht mehr so war. Ich rutschte aus, stürzte und schlug mir den Kopf auf, ich fiel bewusstlos in die Wellen. Wäre Celleach nicht gewesen, wäre ich ertrunken. Daraus resultiert die Schuld.“ eine zurückbleibende Narbe und die damit einhergehende Ehe mit Maebh. Eine erfüllte Lebensschuld, die so oder wahrlich auch anders hätte aussehen können, aber am Ende hatte sich Celleach für eine Heirat entschieden und Eanruig hatte eingewilligt, weil ein Fraser stets und immer seine Schuld beglich.
,,Ich weiß, dass es wohl nicht mehr viel nützt … und ich weiß ebenso, dass du dir nicht viel aus Dingen wie Glück machst, dass du stets das tust, was von dir verlangt wird, aber trotzdem … Ich hätte deinen Rat einholen sollen, deine Meinung anhören sollen, als es darum ging, dir eine Frau zu suchen, und … es tut mir leid“, schloss er schließlich seine Worte, und wahrlich, er würde sich die Schuld daran geben, würde sein Sohn nicht glücklich werden, würde er am Ende seiner Tage verbittert und allein sein, seine Frau und die Mutter vielleicht auch seine Kinder hassen, denn Eanruig hatte es selbst erlebt, das erdrückende Gefühl der Pflicht, das einherging mit dem Wissen, dass die Linie der Frasers unweigerlich und um jeden Preis bestehen musste. Er hatte es gespürt, als er Maebh geheiratet hatte, trotz seiner bereits drei bestehenden Kinder. Er hatte es gespürt, als er den Entschluss gefasst hatte, Cathal von seinem Erbe zu entbinden, weil er am Ende aller Tage nur das Beste für seine Familie wollte, für das Haus Fraser, für das, wofür sie standen. Die Sturmspitze von Kenmara. Unweigerlich.
Aber wie Cathal hatte auch er sich einst gefügt. Er kann sich noch immer an sie erinnern, an das Mädchen aus den Winterlanden, das ihn sich taumelnd vor Glück hatte fühlen lassen, berauscht und gar alles schaffend. Damals hatte er sich frei gefühlt und auch wenn er stets gewusst hatte, dass sie miteinander keine Zukunft gehabt hatten, so hatte er sich damals in manchen Nächten dieser Illusion hingegeben, wenn er sie in seinen Armen gehalten hatte. Ihm war eine gewisse Zeit vergönnt gewesen, bis auch sein Vater ihn zurückgerufen und ihm eine Verlobung unterbreitet hatte, die ebenso wie Eanruigs eigene Entscheidung im Falle von Cathal unumstößlich gewesen war. Wahrlich, er hätte es besser machen können, aber am Ende aller Tage hatte er es genau gehandhabt, weil es Tradition war, und Traditionen funktionierten, vor allem wenn man in solchen Positionen war wie Cathal als Sohn eines Fürsten.
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