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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

The Door between Worlds

Linearer Modus
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
02. November 1016
Ort
Rabias Haus im Labyrinth der Hauptstadt
Tageszeit
18:00
#5
Es definierte die Beziehung zwischen ihnen, wie sie sich jeweils gegenseitig den Raum gaben, den sie brauchten, um Antworten zu suchen und zu finden. Auch dieses Gleichgewicht hatten sie für sich beansprucht. Während Devan viel verlangte, hohe Ansprüche in das Training seiner Schüler steckte und kein Ausweichen, kein Biegen und stromliniges Formen seiner Disziplin duldete, hielt er es mit allem, was darüber hinausging, genau gegensätzlich. Sobald der Körper seiner Schüler stark genug war, musste es ihre Individualität sein, die Ruhe in den Geist brachte.
Wenn Zariyah also ihre Zeit brauchte, um eine Antwort zu finden, dann ließ er es geschehen. Devan war niemand, der in großen und hektischen Bewegungen die Umgebung störte. Er passte sich der Luft an und wurde zu einem Teil des Daches, das in der Abendsonne gelassene Wärme ausdrückte. Trotz seiner Wunden, die seine Bewegungen bedachter und langsamer machten, fiel sein Zurücklehnen kaum als sonderbar auf, während er sich mit den Händen abstützte und… wartete. Auch er musste noch verarbeiten. Er wusste, dass mit die Verarbeitung Heilung versprach, sie aber nicht schneller oder langsamer herbeiführte. Wie alles in der Welt verlangten Körper und Geist Zeit, um sich um die Veränderungen zu formen und Wunden zu schließen - stets mit der Möglichkeit im Hinterkopf, dass man danach nicht mehr die gleiche Person war.

Dass Zariyah aus dem Attentat als eine andere Frau herausgetreten war, sah man ihr an. Nicht in ihren offensichtlichen Verletzungen und den Bandagen, sondern darin, wie sie die Kerne aß. Wie sie sich aufrecht hielt. Wie ihr Blick den Horizont suchte und sich doch verschob. Wie ihre Hand auf einer Wunde ruhte, für andere Augen unsichtbar, die keinen Blick für ein verrücktes Gleichgewicht hatten. Die Schönheit in dem Moment bestand darin, wie sie den Raum nutzte, sich auszudrücken, ohne ihrem Schmerz den Vorrang zu lassen, während Devan sich aus dem Raum zurückzog und ihr den Platz gab, den sie brauchte. Er machte sich nichts vor, etwas von den Prozessen zu verstehen, die in ihr vorgingen, und deswegen sprach er es auch nicht an. Von ihm kam kein Mitleid. Keine Entschuldigung für etwas, das nicht in seinen Händen lag. Keine Schuldzuschreibung, weil in ihren Wunden eine Eigenverantwortung lag. Und was, wenn sie nicht ihren Wunsch ausgedrückt hätte, die Assassinierung mit auszuführen? Was, wenn sie das zweite Leben in sich akzeptiert hätte, statt Tod zu bringen - was, wenn er in ihre Entscheidung eingegriffen hätte, wenn er davon gewusst hätte? Die Welt fand merkwürdige, fantastische Wege, Gleichgewicht wiederherzustellen, wo es verloren gegangen war. Jeder von ihnen zahlte dafür, wenn auch auf unterschiedliche Weise.
“Gut”
, kommentierte er, ohne dem Gespräch ein Ende zu setzen. Wenn Zariyah reden wollte, dann durfte sie das tun; wenn sie schweigen wollte, würde er sie lassen. Als sie schließlich den Fokus auf das Geschehene richtete, merkte man Devan an, wie auch er wieder mehr Raum für sich einnahm, die Augen etwas fester zusammen gekniffen, dass die Falten präsenter hervortraten.
“Sameed und Jamel sind tot. Duba hat viele Wunden davongetragen, aber das Schlimmste scheint er hinter sich zu haben.”
Auch in seiner Stimme lag keine Emotion. Er war sich bewusst, dass es Hafiz sicher anders ergehen musste, der sein Herz doch auf der Zunge und in seinen Fäusten trug und den Verlust zwei seiner Schläger tiefer spürte, als Devan je in der Lage wäre. Auch, wenn statt Sameed nun Zariyah begraben unter der Erde liegen würde?
Der Blick des Assassinen kroch über den Horizont, bis er auf dem Profil seiner Schülerin lag. Ein Hauch von Prüfung, Abschätzung, sein Atem ruhig und gleichmäßig.
“Ridvan und Fayyad sind tot. Yasirah lebt und wird von Safiyya in der Kanalisation festgehalten.”
Mehr sagte er nicht. Er wollte wissen, wie sie auf diese Information reagierte, fast schon aus eigener, persönlicher Neugierde; schließlich machte der Umstand um das Leben der Königin nichts mit ihm. Als Safiyya ihn heute allerdings besucht hatte, hatte er den verräterischen Glanz in ihren Augen gesehen, den Schmerz, der danach schrie, endlich Genugtuung darin zu finden, die Königin leiden zu sehen, wie sie die Bevölkerung hatte leiden lassen. Vielleicht war Zariyah ihr ähnlicher, als sie sich selbst eingestand.
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Nachrichten in diesem Thema
The Door between Worlds - von Devan Naharis - 31-01-2026, 07:28
RE: The Door between Worlds - von Zariyah Silk - 07-02-2026, 22:01
RE: The Door between Worlds - von Devan Naharis - 16-02-2026, 07:35
RE: The Door between Worlds - von Zariyah Silk - 06-04-2026, 14:05
RE: The Door between Worlds - von Devan Naharis - 01-05-2026, 12:33
RE: The Door between Worlds - von Zariyah Silk - 06-06-2026, 21:50
RE: The Door between Worlds - von Devan Naharis - 14-06-2026, 10:57
RE: The Door between Worlds - von Zariyah Silk - 21-07-2026, 15:29
RE: The Door between Worlds - von Devan Naharis - 24-07-2026, 09:26