14-05-2026, 18:07 - Wörter:
Ihren Kommentar hinsichtlich der Stille quittierte er, in dem er schluckte und kurz den Kopf in den Nacken legte. Sie hatte schließlich Recht, aber so heilsam wie diese auch sein konnte, so sehr konnte sie auch zur Bürde werden. "In manchen Momenten droht sie einen auch zu ersticken. Dann, wenn sie so dickflüssig wie zäher Nebel wird und in jede Pore zu dringen scheint." Er räusperte sich, fast schon beschämt ob seiner so melancholischen Worte. Wer war er denn bitte? Ein trostloser Träumer? Nein, bestimmt nicht. Schnell nahm er wieder Haltung ein, sog die Umgebung in sich auf und richtete seine Aufmerksamkeit schließlich wieder auf Mira, die zum nächsten Hieb auf das Holz ansetzte. Dabei nahm er alles an ihr wahr: Die Konzentration, die sie auf die Aufgabe richtete, aber auch das leise Zittern ihrer Arme, das ihr vielleicht selbst ob der Anstrengung nicht aufgefallen wäre. Rowan konnte sich gut vorstellen, dass sie körperliche Strapazen gewohnt war, aber diese waren anderer Art gewesen als jener Kraftakt, dem sie sich beim Holzhacken nun aussetzte. Dennoch schien sie ihm ebenso wenig wie ein Prinzesschen, das schon bei der ersten Berührung mit dem rauen Holz der Axt eine Mine zog. Nein, sie war tapfer, ließ sich nichts anmerken und passte sich an, wurde eins mit der Situation ehe diese sie übermannen konnte. Eine Eigenschaft, die Rowan bewunderte. Selbst die tapfersten seiner Soldaten wurden oft zum Opfer der Willkür des Schicksals, auch wenn man hier wohl nicht von Willkür sprechen konnte, schließlich hatte sie die Arbeit vollkommen freiwillig und bewusst angenommen.
Als sie von Schlachten sprach, war ihm sehr schnell bewusst, dass es sich dabei nicht um jene handelte, die man mit Stahl auf Stahl oder Feuer und Muskelkraft schlug. Da schlummerte etwas anderes, ein Unterton der sich durch ihre Worte zog wie ein dunkler Faden auf weißem Gewand. Etwas, das ihn erahnen ließ, dass das Leben es nicht immer - wenn nicht sogar selten - gut gemeint hatte mit ihr. Ja, dem Fraser war klar, dass es andere Bürden gab als jene des Geburtsrechtes, die man zu tragen hatte. Maebh hatte ihm vor seinem Abschied in Farynn mehr als deutlich gemacht, was es scheinbar hieß eine Frau zu sein. Und ja, sie hatte Recht gehabt, auch wenn er sich das nur mit einem scharfen Zähneknirschen und Haare raufen hatte eingestehen können. Er war so lange geblendet durch die eigene Rechtschaffenheit und seine gut gemeinten Ideale gewesen, dass er nicht daran gedacht hatte, welche Kämpfe das andere Geschlecht austragen musste. Dass es eben nicht so war, dass sie sich ins gemachte Nest setzten und dort für den Rest ihres Lebens warm und behütet brüteten und ihre Federn pflegten. Wenn, dann konnte sich nur ein wirklich kleiner Bruchteil der weiblichen Bevölkerung glücklich schätzen, so einen Luxus zu besitzen. Bei genauerer Betrachtung kamen ihm stattdessen immer mehr Situationen in den Kopf, die er selbst als Mann niemals erleben würde oder die im schlimmsten Falle mit einer Kneipenschlägerei endeten, bei dem sich zwei Parteien die Köpfe einschlugen. Aber als Frau? Er als Krieger würde nie wirklich wissen was es bedeutete, mit einem Dolch unter dem Kopfkissen zu schlafen, weil man um die Unversehrtheit seines Körpers und seiner Seele fürchten musste. Vergewaltigungen, Belästigungen, eine ausgerutschte Hand an Stellen, an die höchstens der Ehemann oder Geliebte in ausdrücklichem Konsens diese legen durfte - wie oft hatte er schon erlebt, dass eine der Schankmägde sich mit einer schallenden Ohrfeige hatte wehren müssen oder er selbst in seinen guten Momenten eingeschritten war. Doch er war nun mal nicht immer zur Stelle und ja, wollte er wirklich wissen was in den Augenblicken passierte, wo keiner hinsah? Oder eher: Wo ABSICHTLICH weggesehen wurde? Wo man die Sache eines anderen nicht zu seinem eigenen Problem machen wollte?
Bei ihrer Antwort zu den Beeren und dem Holzhacken nickte er, nahm dann das Instrument entgegen, mit dem sie eigentlich recht gute Arbeit an dem Ast geleistet hatte. "Effizient vielleicht, aber Ihr seid auffällig präzise!" Anerkennend betrachtete er die beachtliche Kerbe, der nur noch ein kleiner Schlag fehlte, um das Holz abzutrennen. "Glaubt mir, manche Sachen löst man mit Verstand und Logik genauso gut wie mit Muskelkraft. Allerdings auch noch viel eleganter." Er zwinkerte ihr schalkhaft zu und dabei blieb sein Blick etwas länger an ihr hängen, als er wohl sollte. Ihrem Gesicht wohnte eine Standhaftigkeit und Ruhe inne, die etwas in ihm auslöste. Zuordnen konnte er das Gefühl aber bei weitem nicht, schob es beiseite und wog stattdessen die Axt in der Hand. Schließlich trennte er den bereits angeknacksten Ast mit einem glatten Hieb vom Stamm, widmete sich gleich darauf dem nächsten, ehe er bei ihren Worten noch einmal inne hielt. Kurz neigte er den Kopf. Sie hatte verstanden, was er mit seinen kryptischen Aussagen hatte sagen wollen. "Ich hoffe..." Er schluckte leise, seine Stimme rau. "... dass dieses Abenteuer ohne viel Gewalt seinen Weg nimmt. Davon gibt es einfach schon genug auf dieser Welt." Wieder ein Hieb auf das Holz, der nun den nächsten Ast mit einem leisen Knacken löste. "Ich meine... Ein Drache muss doch nichts Böses sein?"
Als sie von Schlachten sprach, war ihm sehr schnell bewusst, dass es sich dabei nicht um jene handelte, die man mit Stahl auf Stahl oder Feuer und Muskelkraft schlug. Da schlummerte etwas anderes, ein Unterton der sich durch ihre Worte zog wie ein dunkler Faden auf weißem Gewand. Etwas, das ihn erahnen ließ, dass das Leben es nicht immer - wenn nicht sogar selten - gut gemeint hatte mit ihr. Ja, dem Fraser war klar, dass es andere Bürden gab als jene des Geburtsrechtes, die man zu tragen hatte. Maebh hatte ihm vor seinem Abschied in Farynn mehr als deutlich gemacht, was es scheinbar hieß eine Frau zu sein. Und ja, sie hatte Recht gehabt, auch wenn er sich das nur mit einem scharfen Zähneknirschen und Haare raufen hatte eingestehen können. Er war so lange geblendet durch die eigene Rechtschaffenheit und seine gut gemeinten Ideale gewesen, dass er nicht daran gedacht hatte, welche Kämpfe das andere Geschlecht austragen musste. Dass es eben nicht so war, dass sie sich ins gemachte Nest setzten und dort für den Rest ihres Lebens warm und behütet brüteten und ihre Federn pflegten. Wenn, dann konnte sich nur ein wirklich kleiner Bruchteil der weiblichen Bevölkerung glücklich schätzen, so einen Luxus zu besitzen. Bei genauerer Betrachtung kamen ihm stattdessen immer mehr Situationen in den Kopf, die er selbst als Mann niemals erleben würde oder die im schlimmsten Falle mit einer Kneipenschlägerei endeten, bei dem sich zwei Parteien die Köpfe einschlugen. Aber als Frau? Er als Krieger würde nie wirklich wissen was es bedeutete, mit einem Dolch unter dem Kopfkissen zu schlafen, weil man um die Unversehrtheit seines Körpers und seiner Seele fürchten musste. Vergewaltigungen, Belästigungen, eine ausgerutschte Hand an Stellen, an die höchstens der Ehemann oder Geliebte in ausdrücklichem Konsens diese legen durfte - wie oft hatte er schon erlebt, dass eine der Schankmägde sich mit einer schallenden Ohrfeige hatte wehren müssen oder er selbst in seinen guten Momenten eingeschritten war. Doch er war nun mal nicht immer zur Stelle und ja, wollte er wirklich wissen was in den Augenblicken passierte, wo keiner hinsah? Oder eher: Wo ABSICHTLICH weggesehen wurde? Wo man die Sache eines anderen nicht zu seinem eigenen Problem machen wollte?
Bei ihrer Antwort zu den Beeren und dem Holzhacken nickte er, nahm dann das Instrument entgegen, mit dem sie eigentlich recht gute Arbeit an dem Ast geleistet hatte. "Effizient vielleicht, aber Ihr seid auffällig präzise!" Anerkennend betrachtete er die beachtliche Kerbe, der nur noch ein kleiner Schlag fehlte, um das Holz abzutrennen. "Glaubt mir, manche Sachen löst man mit Verstand und Logik genauso gut wie mit Muskelkraft. Allerdings auch noch viel eleganter." Er zwinkerte ihr schalkhaft zu und dabei blieb sein Blick etwas länger an ihr hängen, als er wohl sollte. Ihrem Gesicht wohnte eine Standhaftigkeit und Ruhe inne, die etwas in ihm auslöste. Zuordnen konnte er das Gefühl aber bei weitem nicht, schob es beiseite und wog stattdessen die Axt in der Hand. Schließlich trennte er den bereits angeknacksten Ast mit einem glatten Hieb vom Stamm, widmete sich gleich darauf dem nächsten, ehe er bei ihren Worten noch einmal inne hielt. Kurz neigte er den Kopf. Sie hatte verstanden, was er mit seinen kryptischen Aussagen hatte sagen wollen. "Ich hoffe..." Er schluckte leise, seine Stimme rau. "... dass dieses Abenteuer ohne viel Gewalt seinen Weg nimmt. Davon gibt es einfach schon genug auf dieser Welt." Wieder ein Hieb auf das Holz, der nun den nächsten Ast mit einem leisen Knacken löste. "Ich meine... Ein Drache muss doch nichts Böses sein?"

