19-05-2026, 13:23
«Nein. Ich bitte dich auch nicht um Vergebung. Ich bitte dich um Verständnis für meine Situation und ein Gespräch von gleichauf zu gleichauf», gab sie zurück, aber sie wusste schon, dass es nicht möglich war, das zu bekommen. Sie sah es in seinen Augen, als er zu ihr aufschaute und wusste, dass sie diesen Kampf verloren hatte. Er hielt es für Verrat. Und nun entrang sich ihr doch ein dumpfes Schnauben.
«Verrat? Du hast eine wildfremde Frau geheiratet. Aus einer Gefälligkeit heraus. Ich wusste nicht, dass ich überhaupt mit dir darüber sprechen darf. Du stellst dich hier als Opfer hin. Als der Verratene. Aber offenbar hast du mir überhaupt nicht zugehört und du stellst auch nicht in Frage, wie ich mich damit fühle. Ich kann verstehen, dass dich das verletzt hat. Aber ich lebte immer im Schatten anderer Personen. Ich ging nicht davon aus, dass wenn ich schon verheiratet werde, dass ich großes Mitspracherecht hätte. Eanruig, die ersten Wochen und Monate hier, da hast du mich nicht einmal angesehen», informierte sie ihn so gefasst, wie es ihr möglich war.
Dann warf sie die Arme in die Luft. Schüttelte den Kopf. Und beobachtete ihn dabei, wie er sich auf dem Stuhl abstützte. Er war so tief in den eigenen Gefühlen gefangen, dass sie nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte. Was sie tun sollte.
Sie holte Luft. Wollte etwas sagen und ließ es dann doch. Sie ging gar nicht davon aus, dass er verstand, worum es hier ging. Wie sehr sie ihn liebte. Wie sehr er sie liebte. Er sah nur seinen Schmerz. Genauso wie er damals nur seinen Schmerz gesehen hatte.
«Weißt du», stellte sie schließlich in die Stille hinein fest, «du hast mir vor einigen Wochen gesagt, dass du mich sehen wirst. Dass du nicht mehr wegschaust. Aber sieh dich jetzt an. Du bist nicht einfach nur gekränkt, Eanruig. Du bist so in dich selbst gekehrt vor Schmerz darüber, dass eine Frau, die du zu diesem Zeitpunkt nicht geliebt hast sich ein wenig Nähe geholt hat, dass du nicht einmal in der Lage bist, dein Versprechen zu halten.»
Es klang nicht nach einem Vorwurf. Es war auch keiner. Es klang besorgt. Verängstigt. Überfordert. Sie liebte ihn so sehr. So sehr, dass ihr gleich war, ob er sie hasste. Aber Hass wäre besser gewesen als diese nach innen gekehrte Verzweiflung.
«Bitte versprich mir nur eines... such dir jemanden zum reden», bat sie. «Steh das nicht alleine durch. Wenn du schon nicht mit mir sprechen willst, sprich mit jemand anders.»
«Verrat? Du hast eine wildfremde Frau geheiratet. Aus einer Gefälligkeit heraus. Ich wusste nicht, dass ich überhaupt mit dir darüber sprechen darf. Du stellst dich hier als Opfer hin. Als der Verratene. Aber offenbar hast du mir überhaupt nicht zugehört und du stellst auch nicht in Frage, wie ich mich damit fühle. Ich kann verstehen, dass dich das verletzt hat. Aber ich lebte immer im Schatten anderer Personen. Ich ging nicht davon aus, dass wenn ich schon verheiratet werde, dass ich großes Mitspracherecht hätte. Eanruig, die ersten Wochen und Monate hier, da hast du mich nicht einmal angesehen», informierte sie ihn so gefasst, wie es ihr möglich war.
Dann warf sie die Arme in die Luft. Schüttelte den Kopf. Und beobachtete ihn dabei, wie er sich auf dem Stuhl abstützte. Er war so tief in den eigenen Gefühlen gefangen, dass sie nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte. Was sie tun sollte.
Sie holte Luft. Wollte etwas sagen und ließ es dann doch. Sie ging gar nicht davon aus, dass er verstand, worum es hier ging. Wie sehr sie ihn liebte. Wie sehr er sie liebte. Er sah nur seinen Schmerz. Genauso wie er damals nur seinen Schmerz gesehen hatte.
«Weißt du», stellte sie schließlich in die Stille hinein fest, «du hast mir vor einigen Wochen gesagt, dass du mich sehen wirst. Dass du nicht mehr wegschaust. Aber sieh dich jetzt an. Du bist nicht einfach nur gekränkt, Eanruig. Du bist so in dich selbst gekehrt vor Schmerz darüber, dass eine Frau, die du zu diesem Zeitpunkt nicht geliebt hast sich ein wenig Nähe geholt hat, dass du nicht einmal in der Lage bist, dein Versprechen zu halten.»
Es klang nicht nach einem Vorwurf. Es war auch keiner. Es klang besorgt. Verängstigt. Überfordert. Sie liebte ihn so sehr. So sehr, dass ihr gleich war, ob er sie hasste. Aber Hass wäre besser gewesen als diese nach innen gekehrte Verzweiflung.
«Bitte versprich mir nur eines... such dir jemanden zum reden», bat sie. «Steh das nicht alleine durch. Wenn du schon nicht mit mir sprechen willst, sprich mit jemand anders.»