24-05-2026, 09:38
Veith bemerkte die lautlosen Worte auf ihren Lippen sofort. Es tut mir leid. Für einen kurzen Moment hielt sein Blick den ihren fest. Kein sichtbares Zeichen verriet, was der Satz in ihm auslöste und doch lag darin dieses stille Verstehen, das keine Antwort brauchte. Vielleicht gerade deshalb senkte er den Blick anschließend wieder auf das schlafende Kind in seinen Armen, als gäbe ihm dessen ruhiger Atem einen Halt, den Worte niemals hätten bieten können.
Behutsam trat er zu seiner Schwester hinüber. Helvi nahm Eldar mit geübter Selbstverständlichkeit entgegen, rückte die kleine Decke zurecht und strich dem Jungen sanft über den Haarschopf, ohne zu bemerken, wie lange Veith den Jungen noch einen Herzschlag länger festgehalten hatte, bevor er ihn losließ. „Danke für den Besuch“, sagte Helvi warm, während sie die Prinzessin noch einmal kurz an den Händen hielt. Veith selbst schwieg. Er griff lediglich nach seinem Umhang, zog den schweren Stoff über die Schultern und trat schließlich zur Tür.
Draußen hatte der Sturm deutlich nachgelassen. Kalte Abendluft strömte herein, trug den Geruch von Schnee und nassem Holz mit sich. Über den verschneiten Wegen lag bereits die Dämmerung, dieses blaugraue Licht, das den Winterlanden kurz vor der Nacht etwas beinahe Friedliches verlieh.
Veith hielt der Prinzessin die Tür auf, wartete, bis auch ihre Zofe an ihm vorbeigegangen war, und folgte ihnen anschließend nach draußen. Hinter ihnen schloss sich die Tür des Hauses wieder und schnitt die Wärme, das Licht und Helvis leises Summen vom Rest der Welt ab. Für einen Moment blieb Veith auf der kleinen Holztreppe stehen und ließ den Blick über die verschneite Siedlung gleiten. Aus einigen Fenstern fiel warmes Licht nach draußen, irgendwo bellte ein Hund, weiter entfernt knackte Holz im Wind. Alles wirkte stiller als zuvor.
Dann setzte er sich wortlos in Bewegung. Seine Schritte waren ruhig und sicher im Schnee, die breite Gestalt dicht genug bei den beiden Frauen, um Schutz zu bieten, ohne sich aufzudrängen. Der Weg zurück zur Burg lag bereits dunkel vor ihnen, eingerahmt von Tannen und gefrorenen Wegen. Und obwohl kein weiteres Wort zwischen ihnen fiel, lag etwas Seltsames in dieser Stille. Keine Beklommenheit. Eher das Bewusstsein, dass dieser Abend etwas verändert hatte, auch wenn keiner von ihnen es aussprach. Veith sagte nichts dazu. Er brachte die Prinzessin einfach nach Hause.
Behutsam trat er zu seiner Schwester hinüber. Helvi nahm Eldar mit geübter Selbstverständlichkeit entgegen, rückte die kleine Decke zurecht und strich dem Jungen sanft über den Haarschopf, ohne zu bemerken, wie lange Veith den Jungen noch einen Herzschlag länger festgehalten hatte, bevor er ihn losließ. „Danke für den Besuch“, sagte Helvi warm, während sie die Prinzessin noch einmal kurz an den Händen hielt. Veith selbst schwieg. Er griff lediglich nach seinem Umhang, zog den schweren Stoff über die Schultern und trat schließlich zur Tür.
Draußen hatte der Sturm deutlich nachgelassen. Kalte Abendluft strömte herein, trug den Geruch von Schnee und nassem Holz mit sich. Über den verschneiten Wegen lag bereits die Dämmerung, dieses blaugraue Licht, das den Winterlanden kurz vor der Nacht etwas beinahe Friedliches verlieh.
Veith hielt der Prinzessin die Tür auf, wartete, bis auch ihre Zofe an ihm vorbeigegangen war, und folgte ihnen anschließend nach draußen. Hinter ihnen schloss sich die Tür des Hauses wieder und schnitt die Wärme, das Licht und Helvis leises Summen vom Rest der Welt ab. Für einen Moment blieb Veith auf der kleinen Holztreppe stehen und ließ den Blick über die verschneite Siedlung gleiten. Aus einigen Fenstern fiel warmes Licht nach draußen, irgendwo bellte ein Hund, weiter entfernt knackte Holz im Wind. Alles wirkte stiller als zuvor.
Dann setzte er sich wortlos in Bewegung. Seine Schritte waren ruhig und sicher im Schnee, die breite Gestalt dicht genug bei den beiden Frauen, um Schutz zu bieten, ohne sich aufzudrängen. Der Weg zurück zur Burg lag bereits dunkel vor ihnen, eingerahmt von Tannen und gefrorenen Wegen. Und obwohl kein weiteres Wort zwischen ihnen fiel, lag etwas Seltsames in dieser Stille. Keine Beklommenheit. Eher das Bewusstsein, dass dieser Abend etwas verändert hatte, auch wenn keiner von ihnen es aussprach. Veith sagte nichts dazu. Er brachte die Prinzessin einfach nach Hause.