25-05-2026, 22:46 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25-05-2026, 22:47 von Moira Fraser.)
Szeneninformationen
Charaktere: Maebh Fraser & Moira Fraser
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 12. Oktober 1016
Ort: Moiras Gemächer
Tageszeit: 12:00:00
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 12. Oktober 1016
Ort: Moiras Gemächer
Tageszeit: 12:00:00
Es war ein schrecklicher Tag. Vermutlich sogar der schrecklichste Tag in ihrem Leben neben dem Todestag ihrer Mutter. Dabei sollte es doch der Hochzeitstag ihres Bruders sein. Sie wusste, dass es für ihn irgendwie immer in Ordnung war. Weil er alles tat, was Vater von ihm verlangte. Weil er alles tat, was zu seiner Pflicht gehörte. Und doch... sie wünschte sich so viel mehr für ihn. Eine liebende Frau, die Anerkennung die er verdient hatte und natürlich auch irgendwann das Fürstentum. Doch all das lag nicht in ihrer Macht. Und das hasste sie. Einmal mehr fühlte sie sich machtlos und unbedeutend und konnte nichts Anderes tun als die Dinge einfach zu ertragen. Und sie durfte nicht einmal zu ihrem Bruder, weil alle sich fertig machen mussten. Am Liebsten hätte sie ihn einfach für ein oder zwei Stunden 'entführt'. Einfach ein wenig gemeinsame Zeit, Reden, vielleicht irgendwelche dummen Scherze. Doch stattdessen stand sie hier in ihrer Kammer und zwei Zofen tänzelten um sie herum, machten ihre Haare, passten das Kleid an und brabbelten ununterbrochen davon, wie wunderschön die Braut heute wohl aussehen würde, wann Cathal ihr ein Kind schenken würde und all so etwas. Mit jeder Minute, die verging, rutschte ihre Laune noch ein Stück weit tiefer in den Keller.Und spätestens dann, als Maebh in ihre Kammer trat, musste man noch einen Keller an den Keller anbauen, um ihre Laune wiederfinden zu können. Sie war der Älteren einen finsteren Blick zu, der jedoch ins Wanken geriet bei ihren Worten. „Oh nein, wie tragisch“, erwiderte die Prinzessin in einem Tonfall, der eindeutig verriet, dass sie das gar nicht so schlimm fand.. Denn dass die Hochzeit verschoben werden musste, war alles andere als schlimm. Es mochte nur ein Aufschub sein, aber wenn etwas schief ging, war das ja erst einmal irgendwie gut. Auch wenn sie Muírín nichts Schlechtes wünschte. Sie konnte ja letztendlich auch nichts dafür, dass sie die Auserkorene war. Aber wenn es ihr nicht besorgniserregend schlecht ging, sondern nur zu schlecht für die Hochzeit, dann musste Moira sich ja nicht schlecht fühlen.
Ein Teil der Worte von Maebh waren zwar irgendwo bei ihr angekommen, wurden aber nicht kommentiert. Bis zu dem Punkt, als diese Frau es wagte zu sagen, dass die Familie sie brauchte. Es kostete Moira mehr als nur etwas Kontrolle, um ruhig zu bleiben. Aber sie wusste, wie ihr Vater reagieren würde, wenn sie seine Ehefrau – pah! - anschreien würde. Also atmete sie tief ein. Einmal. Zweimal. Dreimal. „Und was wird meine Rolle dabei sein? Abseits davon, dass wir mit den Gästen reden müssen und so weiter? Ich soll sicherlich an Eurer Seite stehen und zeigen, was für eine perfekte Familie wir doch sind?“, erwiderte sie also stattdessen. Kein Lächeln. Kein sanfter Tonfall. Einfach nur eine scheinbar neutrale Aussage, die den tobenden Sturm in ihrem Inneren kaum verbergen konnte. Sie hasste alles daran. Aber sie wusste auch, dass es hier kein 'ich möchte nicht' geben würde. Es war keine Bitte, die Maebh da an sie heran trug, sondern einfach nur der Plan für das, was nun kommen würde. Sie verpackte es nur nett. So wie es sich gehörte.
Moira blickte dafür einmal an sich herunter. „Sollte ich nicht etwas weniger Festliches anziehen? Das ist das Kleid, das Vater mir für Cathals Hochzeit hat anfertigen lassen. Genügt nicht etwas von den normalen Kleidern für den guten Besuch?“, erkundigte sie sich.

