31-05-2026, 21:30 - Wörter:
Szeneninformationen
Charaktere: Muirín Henaghen & Cathal Fraser
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 10. Oktober 1016
Ort: Speisesaal der Frasers | Festung auf Kenmara
Tageszeit: 19:00
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 10. Oktober 1016
Ort: Speisesaal der Frasers | Festung auf Kenmara
Tageszeit: 19:00
Ist es albern, dass sich die Sorge in mir breit macht, dass ich Euch diese Orte, an denen man wunderbar alleine sein kann, kaputt machen könnte? Wenn sie jeder kennt, kann man schließlich nicht mehr so gut alleine sein
", sprach sie ihre Gedanken laut aus und kniff die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Sie würde sehr viel dafür geben, diese Burg jetzt schon in und auswendig zu kennen, in der Hoffnung, dass es sich dann mehr nach ihrer neuen Heimat anfühlen würde. Weniger fremd und mehr, wie ein zu Hause. Bislang war alles hier fremd - die Menschen, die Gerüche, selbst der Wind fühlte sich anders an, als zu Hause. Er war so viel schnittiger und stärker, dass Muirín das Gefühl bekam, dass selbst die Gezeiten etwas gegen ihre anstehende Hochzeit einzuwenden hatten. Sie schluckte schwer und ließ den Blick über die Aussicht schweifen, die sich ihnen bot. Auch sie bekam mittlerweile einige Tropfen ins Gesicht und bemühte sich, ihr Gesicht nicht zu sehr zu verziehen. Eine alte Angewohnheit, die den Ursprung darin hat, dass ihre einzige Aufgabe das hübsche Aussehen war. Man sollte ihr ihre Gefühle nicht ansehen, noch viel weniger sollte man sie hören - anders, als es heute Abend der Fall gewesen war. Ihr Ausbruch tat ihr immer noch leid und sie spürte immer noch die verbale Ohrfeige, die ihr ihr Zukünftiger direkt im Anschluss verpasst hatte. Alles, was bislang danach gekommen war, fühlte sich so... scheinheilig an. Sie wollte nicht hier sein, sie wollte wieder zurück zu den heißen Quellen, vermisste jetzt schon den salzigen Geruch, der ihr immer den ganzen Abend in der Nase geblieben war. Die Henaghen wollte nicht heiraten, wollte nicht auch noch ihren Familiennamen abgeben, nachdem sie schon alles andere hinter sich lassen musste, was ihr lieb und teuer war. Es fühlte sich an, als würde man ihr ihre Persönlichkeit wegnehmen und ihr eine Neue schenken, mit der sie sich überhaupt nicht identifizieren konnte. Sie war keine Ehefrau! Sie hat bislang keinen Grund gesehen, wieso sie monogam sein sollte, wieso es sich lohnen sollte, immer nur Zeit mit ein und derselben Person zu verbringen. Und dann auch noch mit jemanden, mit dem sie sich überhaupt nicht grün war... Es war zum verzweifeln! Die Rothaarige hoffte nur, dass er ihren kleinen inneren Monolog nicht mitbekam. Dass er nicht spürte, wie sehr es ihr widerstrebte hier zu sein. Dass er einfach nur dachte, dass sie erschöpft war und dass morgen die Welt schon wieder anders aussehen würde. "
Ich freue mich schon Eure Tiere kennen zu lernen. In deren Gegenwart fühle ich mich oft so... ruhig. Anders, als in der Gegenwart von Menschen
", gab sie geknickt zu und sog tief die salziger Meerluft in ihre Lungen. "Ist es normal, dass die Luft ein wenig im Hals kratzt?
", fragt sie und schluckte direkt noch einmal. Sie hatte das Gefühl, als würde das ganze Salz, das vom Meer hinauf geweht wurde, ihr das Schlucken erschweren. Vielleicht war es aber auch nur die ganze Anstrengung des Tages, die sich so langsam bemerkbar machte. "
Lesen gehörte schon früh zu meiner Grundausbildung dazu, ja. Das beherrsche ich auch deutlich besser, als das Reiten
", antwortete sie auf seine Frage und versuchte möglichst unauffällig ihre angespannten Muskeln ein wenig zu bewegen und so zu lockern. "Wieso fragt Ihr?
", fragte sie vorsichtig und strich sich eine verirrte rote Haarsträhne aus dem Gesicht, die nass und unangenehm an ihrer Stirn klebte. Dass er selbst nicht lesen konnte wusste sie, aber dennoch interessierte sie die Intention seiner Frage.

