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child, heed wisdom's call
05.08.1016 - 23:30
Alys Gemächer | Ceridwens Heiligtum | Farynn
Alys Flachnàn Glynis Flachnàn

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Glynis Flachnàn
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#4
Glynis griff energisch nach der Schale. Ihre Vorsätze, sich nicht durch die Kräuter beeinflussen zu lassen, waren endgültig dahin. Doch dafür konnte sie sich nun an der Schale festhalten, um nicht wild zu gestikulieren. "Ja," jappste sie noch immer wütender als sie eigentlich sein wollte. Ihre Mutter brachte sie schnell aus der Fassung, insbesondere, weil sie Ansprüche erhob, die sie einfach nicht erfüllen wollte. Vielleicht war dies ein Schicksal zwischen fast jeder Mutter und einer Tochter, dass die Tochter eben anders wurde, als man selbst war. Ein gewisser Konflikt konnte sogar für beide eine gewisse Progression sein, da sich gewohnte Situationen ändern mussten. Wäre ihre Mutter nicht einfach nur stur! Leider war Glynis auch stur. Sogar sehr stur. Wenn sie etwas wollte, kämpfte sie dafür und verstand jedwede Diskussion mit ihrer Mutter als Beweis ihrer eigenen Unabhängigkeit. Die scheinbare Ruhe in den Worten ihrer Mutter ärgerte Glynis noch mehr, da sie wieder mal hinter ihrer Erscheinung verbarg und ruhig tat, obwohl sie doch etwas fühlen musste. Sie sollte endlich eingestehen, dass sie eine echte Tochter hatte, verdammt, sie hatte Kinder, die sie nicht als Priesterin brauchten, sondern als Mensch! Und wieder mal äußerste sie ihre Gefühle nicht, zeigte sie nicht und so verband sich mit dem scheinheiligen Gruß und der Antwort von Alys eine seltsame Gewissheit, dass Glynis mal wieder nichts erreichen würde. Glynis nahm sich hingegen vor, dass ihre Mutter auch nichts erreichen würde. Niemand sollte heute gewinnen und sich überlegen fühlen.

Glynis war stolz, wollte mehr sein als eine Handlangerin einer ebenso selbstgerechten Hohepriesterin, und würde aus dem Gefühl ihrer Mutter genau diese Wünsche zu verwehren, eine Wonne ziehen. "Ah! Die Farbe auf meinen Nägeln...," hob sie eine ihrer Hände von der Schale und streckte sie Alys nach ihrer Ansprache direkt demonstrativ entgegen. Dabei grinste sie herausfordernd, wobei sie spielerisch ihre Finger bewegte. Endlich. Ihre Mutter äußerte Ungemach und war mit etwas nicht einverstanden. Gut, sie sollte nicht einverstanden sein, da diese Farben ihr allein gehörten und sie so von ihrer Mutter abgrenzten. Sie war nicht ihre Mutter - und diese Nagelfarben schufen genau jene Bestätigung, vor allem für Glynis selbst. "Es ist eine neue Sitte aus dem Sommerland. Ich mag es sehr und es hält so gut...," sagte sie und verkniff dabei die Augen leicht, so dass ihr Grinsen noch etwas fieser wurde. "Die Traditionen sagen dazu nichts und ich nehme mir gerne diese Freiheit," erklärte sie sich und griff damit direkt an, da sie diese Worte fast forsch herauswarf. Es war ihre Angelegenheit und ihre Finger. Solange es keinerlei göttliches Zeichen gab, würde sie sich nicht dem Geschmack einer Frau beugen, die von moderner Schönheit und Zeitgeist wenig verstand. "Es ist wahrlich beachtlich, wie gut diese Farbe hält. Dabei ist es ganz leicht. Ich kann dir gerne dabei helfen und möchtest du nicht auch etwas Farbe? Ich habe auch schöne Erdtöne," scherzte sie halb im Ernst und bot ihrer Mutter tatsächlich etwas an, von dem sie ausging, dass sie es sowieso ablehnen musste. Es war eher auf ihre Position ausgerichtet, um diese erneut herauszufordern und zu zeigen, dass man auch für diese Form der Selbstständigkeit kämpfen würde. Sollte Alys es nicht leiden, sollte sie es vermeiden aber immerhin war dies nun ihre Position. Mit einer langsamen Bewegung, stolz auf ihre Nagelfarbe, legte sie Hand wieder an die warme Schale, trank einen Schluck und blickte ihre Mutter mit großen Augen an. Glynis setzte sich nach dem Deut ihrer Mutter, da sie des Stehens auch etwas überdrüssig war. Doch setzte sich Glynis so, dass sie ja nicht die Bewegungen ihrer Mutter imitierte. Sie wählte ihre Sitzposition im klaren Kontrast zu ihr, schlug die Beine übereinander, verschränkte ihren Oberkörper leicht und saß eher einer ihrer Schönheit zu sicheren Hofdame gleich dort und hatte die Absicht auch mit dieser Pose zu provozieren. Auch durchbrach sie damit den geschäftlichen, hierarchischen und obrigkeitsbehafteten Charakter dieses Gegenübers. Glynis seufzte, als ihre Mutter Gareth ansprach. Wieder wollte sie sich einmischen, in etwas, was sie nicht verstand. Wieder setzte sie ihren fanatischen Glauben, ihre Absicht mehr Macht über die Religion zu erhalten, über die eigene Familie.

Glynis wollte noch mehr wütend sein, doch die Aussagen von Alys zerbarsten schlicht und waren so erwartbar, dass die junge Frau sie einfach hinnahm, da sie nur eines bewiesen: Sie hatte keine Macht über Gareth. - Und dies war für Glynis selbstverständlich ein wunderbarer Zustand. Er hatte etwas erreicht, was ihr selbst verwehrt geblieben war. Er konnte frei über sein Leben bestimmen. Glynis würde ihrem Bruder bestimmt nicht in den Rücken fallen, da er im Gegensatz zu Alys, zur echten Familie stand und in Glynis auch das sah, was sie immer sein wollte. Gareth konnte mehr sein und würde auch mehr sein. Sie begann überschaubar gespielt mit dem linken Zeigefinger im warmen Kräuterwasser zu rühren, um ihre Antwort für sehr lange Augenblicke zu verzögern. Sie genoss es, dass ihre Mutter so machtlos war, dass sie nun auf sie selbst zugekommen war. Alys sollte ruhig ihre Machtlosigkeit spüren, so dass es ein wenig Genugtuung für ihre erheblichen Verfehlungen gab. Glynis blickte dann im Raum umher, tat so, als ob sie schwer betroffen nachdachte, obwohl dieses dezent selbstgerechte Grinsen auf ihrem geschickt aufgehübschtem Gesicht verweilte. Jeder Moment dieser Situation musste genossen werden, bevor sie ihrer Mutter eine Abfuhr ihres Interesses erteilen würde. Nein, Glynis würde keine Macht über ihren Bruder ausüben; zumindest nicht absichtlich und wissend.

"Alys," sagte sie den Namen ihrer Mutter aussprechend. "Es ist seine Wahl und wenn er sich nicht berufen fühlt, wird er sicherlich unserer Sache auch nicht gut dienen. Falscher Glaube ist böses Gift für unsere Gemeinschaft," wählte sie ihre Worte fast wie eine Priesterin, die sie nun mal war. Ihre Worte hatten sogar einen fast sakralen Tonfall, den sie hier geschickt imitierte, um ihre Mutter daran zu erinnern, dass Glauben nun mal aus dem Herzen erwachsen musste. Sie griff dort an, wo die Scheinheiligkeit ihrer eigenen Mutter so greifbar war: in ihrem Wunsch Macht innerhalb der alten Religion zu erlangen. Glynis hatte dies schon lange verstanden und tat es ebenso aber nur aus einem anderen Interesse. Sie kannte das Matriarchat und nutzte es ganz banal. Doch ihr Bruder war eine andere Sache, eine wichtigere Sache, so dass Glynis sicherlich nicht ihre Nähe und das Vertrauen in den Rest von Familie verspielen würde, die sie noch hatte. "Er ist mein Bruder, war stets mehr für mich, als du je sein wolltest. Er weiß um die Familie und die Eigenständigkeit eines Menschen. Er ist ein Mensch, ich bin ein Mensch... und sollten wir nicht zumindest uns die Freiheit gewähren?" Sie verließ ihre Sitzposition, stellte die Schale auf der nächsten Gelegenheit ab und wanderte nervös im Raum umher. Nein, sie wollte jetzt nicht mehr still sitzen. Kein Theater mehr, keine unnötige Konfrontation. Die Sache war wichtiger geworden. Ihr Bruder dürfte nicht in die Fänge dieser Welt hier geraten, sondern sollte frei sein. Abrupt blieb Glynis stehen, trat an ihre Mutter heran und blickte sie mit glasig-traurigen Augen an. Sie blickte nur, sprach nicht mehr und verweilte dort im Angesicht von Alys. Es gab nichts mehr zu sagen, so hoffte Glynis, dass Alys wenigstens hier etwas fühlen würde, was nicht nur Stolz war.
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child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 10-03-2024, 18:06
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 12-03-2024, 00:48
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 17-03-2024, 19:37
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 20-03-2024, 19:53
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 24-03-2024, 14:12
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 28-03-2024, 23:18
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 29-03-2024, 19:34
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-04-2024, 14:56
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 07-04-2024, 18:59
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 13-04-2024, 18:24
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 19-04-2024, 19:48
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 24-04-2024, 21:34
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 09-05-2024, 15:03
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 09-05-2024, 21:59
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 30-05-2024, 12:40
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-07-2024, 22:36
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 05-08-2024, 16:19
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 11-09-2024, 20:16

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