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Planta quae saepius transfertus non coalescit
17.08.1016 - 08:00
Das Schloss des Fürsten von Bardon Pass
Elithea Trakas Belisarius Caderitor

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Elithea Trakas
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#1
Planta quae saepius transfertus non coalescit
Ein Pflänzling, welcher öfters versetzt wird, fasst keine Wurzel.

Und wieder galt es die wenigen Habseligkeiten zu packen und auf Reise zu gehen. Dabei waren es doch gerade einmal zwei oder drei Wochen, die sie in Bardon Pass Ruhe gefunden hatten. Wobei selbst das eher ein Hohn war. Kaum dass sie angekommen waren, folgte schon die nächste Hiobsbotschaft von der Hinrichtung des Vaters. Einfach so. Ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren, obgleich dies vermutlich ohnehin nur eine Farce geworden wäre, denn auf welche Anklage hätte es sich denn berufen sollen? Welchem Verbrechen wäre ihr Vater denn schuldig gewesen? Und wer hätte ihn verteidigen sollen? Einfach so hingerichtet, ohne dass er sich hätte verabschieden können, ohne dass er in ein freundliches Gesicht blicken konnte, ohne dass er wusste, ob es seiner Familie gut ging oder nicht. Diese Ungewissheit und Einsamkeit musste ihn schier zerfressen haben. Selbst ein so stolzer und edler Fürst wie Achilleus Trakas musste doch an der Ohnmacht dieser Situation verzweifeln. Das wäre sein gutes recht, niemand dürfte ihm dies vorwerfen. Die Folgen dieser Nachricht stürzten den kläglichen Rest der Familie in schier unerträgliche Trauer. Mutter verschwand entweder in der Kapelle oder in ihrem Raum und war kaum anzusprechen Wie ein Geist schlich sie durch die Hallen und ergab sich ihrem Schicksal als leidende Witwe. Dafür war die Schwester umso lauter zu hören in ihren Wehklagen, die sie an den Schultern der armen Kassandra ausheulte. Mit den schwärzesten aller Worte malte sie sich eine Zukunft aus, die knapp am Schicksal einer Bettlerin vorbeischrammte und dachte dabei, wie sooft, nur an sich. Und der Bruder? Nun, der schwieg. Doch man sah im an, dass sich seine Gedanken nur noch ernster und verbissener nach Rache und Rückeroberung drehten. Erwachsen war er geworden, so schnell und so unerbittlich.

In all diesem Chaos fiel es selbst Elithea schwer irgendwie eine optimistische Stimmung aufrecht zu halten. Wie denn auch? Sie selbst wollte trauern und einfach einmal der Hilflosigkeit Platz geben. Woher sollte sie denn die Zuversicht nehmen, dass es irgendwann, irgendwie wieder besser werden würde? Und doch wollte sie einfach nicht glauben, dass ihre Zukunft nur Schmerz, Leid und Armut für sie bereit halten würde. Nichts desto trotz, obgleich sie Titel und Heimat verloren haben, sie waren Fürsten, von Adel. Das musste doch für irgendwas gut sein, nicht wahr? Es blieb Elithea also nichts anderes übrig als diese kleine Hoffnung zu nehmen und weiter zu leben. Wenn weder Mutter noch Schwester sich um die Aufrechterhaltung von Haushalt und Zusammenhalt kümmern würden und der Bruder sich mehr mit militärischen und politischen Fragen beschäftigte, so nahm sich Elithea nun dieser Aufgabe an. Gestern hatten sie erfahren, dass es heute neuerlich aufzubrechen galt.

"Iulia, bitte sieh nochmal nach, dass in den Zimmern nichts zurück geblieben ist" schickte sie die Botin auf den Weg zur Kontrolle der Räumlichkeiten, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden, während Elithea das Verladen der wenigen Truhen beaufsichtigte. Ein paar Kleidungsstücke hatte man ihnen übergeben, meist irgendwelche Altgewänder, die entbehrlich waren, aber noch gut genug, um eine Fürstenfamilie zu schmücken. Für Neuanfertigungen war kaum Zeit und ehrlich gesagt wurden auch nur wenige Gedanken darauf verschwendet. Womit hätten sie diese auch bezahlen sollen? Ewig wollte man dem Fürsten von Bardon Pass auch nicht auf der Tasche liegen. Elithea war zufrieden, ihre Mutter gleichgültig, ihre Schwester natürlich zutiefst beschämt und ihr Bruder pragmatisch. "Und weißt du, wo die Fürstin ist?" Larissa hatte sich schon in die Kutsche zurück gezogen und schniefte auffällig laut in ein Taschentuch. Ihren Bruder hatte sie irgendwo gesehen, bildete sie sich ein. Ah, dort bei den Wachen stand er und tat schon so, als würde er die Befehle geben. Elithea näherte sich und räusperte sich, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. "Endymion, wärest du bitte so nett und holst du Mutter? Vermutlich hat sie in der Kapelle die Zeit vergessen." bat sie ihn höflich und mit dem gebührenden Respekt vor den Soldaten. Ihr war bewusst, dass ihr Bruder als Nachfolger des Vaters gehandelt wurde und ebenso behandelt werden wollte. "Elithea" seufzte der Bruder, der eindeutig besseres zu tun hatte als Laufbursche zu spielen. "Bitte, Endymion" Elithea opferte sich oft für die Familie auf, aber dem Anblick der von Trauer zermürbten Mutter war sie momentan nicht gewachsen. Endymion holte neuerlich tief Luft, nickte "Nun gut, für dich." lächelte er schal und machte sich auf den Weg.

Elithea wandte ihren Blick zum Tor, in Gedanken schon auf den Straßen, die sich dahinter durch die Stadt schlängelten.
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