28-03-2024, 19:53 - Wörter:
Zephyr war erst heute Vormittag in aller Eile angereist gekommen und ehrlich gesagt hatte er schon fast wieder genug. Seine Schwestern waren ihm mit ihren Sorgen in den Ohren gelegen - ob das Frühlingsland als nächstes Bardon Pass einnehmen würde. Woher sollte er das wissen? Er war doch kein Hellseher! Ferun war glücklicherweise ein wenig gelassener gewesen. Zumindest hatte sie sich gelassener gezeigt. Doch die Sorge der Flüchtlinge hatte auch sie irgendwie eingeholt. Er war zu lange fort gewesen - aufgehalten in Farynn und dann tagelang auf der Reise hier her. Jeder Knochen in seinem Leib tat ihm weh und er wünschte sich nichts sehnlicher, als sich in sein Bett zu legen und Ruhe zu finden. Doch Ruhe war ihm noch nicht vergönnt. Er wusste, dass er in seiner aktuellen, ebenfalls recht aufgekratzten Verfassung noch nicht würde schlafen können. Zuerst würde er sich noch ein wenig sammeln, über alles nachdenken und sich selbst ein wenig beruhigen.
Nachdem er nach dem Abendessen einen ausgedehnten Spaziergang durch die Weinberge seines Fürstentums unternommen hatte - natürlich in Begleitung einiger Wachen, die in respektvollem Abstand hinter ihm herstapften, entließ Zephyr die Männer für heute aus dem Dienst. Nunja, zumindest aus der Verpflichtung, ihm hinterher gehen zu müssen. Er wollte nun noch einige Minuten allein im Garten verbringen. Was die Gärtner hier unter Anleitung von Ferun und seinen Schwestern immer bewerkstelligten, bewunderte er. Am besten daran gefiel ihm aber, wie ordentlich alles war. Zumindest für ein ungeschultes Auge wirkte alles perfekt geplant. Gedanklich verglich er seinen perfekten Garten mit dem Leben da draußen. Wenn man so wollte, dann fühlte Zephyr sich auch als Gärtner. Irgendein Parasit hatte seinen Garten befallen und musste nun aggressiv zurückgedrängt werden. Welche Mittel dafür einzusetzen waren, musste erst noch entschieden werden. Doch er konnte dieses wilde Wuchern auf keinen Fall gewähren lassen.
Während er über weiches Gras und eingelassene Steine und Wege schritt, blieb er gelegentlich einmal stehen um die Ruhe und Stille zu genießen, die mittlerweile eingekehrt war. Seine Schwestern und Ferun hatten sich zurückgezogen. Auch die hochwohlgeborenen Gäste aus Eastergold Meadow hatten sich vermutlich alle in ihre Zimmer zurückgezogen und gaben sich nur noch leichten Gesprächen oder Handarbeiten hin. Zephyr nahm sich vor, am kommenden Morgen mit Prinz Endymion zu sprechen. Nein.. nicht Prinz. Fürst. Er musste dabei bleiben und den Jungen als Fürsten ansprechen. Er hatte selbst gesehen, welche Wirkung das auf die gesamte Familie gehabt hatte. Sie hatten mit eigenen Augen gesehen und gehört, dass die Hand des Großkönigs sie noch nicht abgeschrieben und aufgegeben hatte. Sie waren immer noch im Spiel - und würden zurückholen, was ihnen gehörte!
Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als er eine Gestalt sah, die ebenfalls noch durch das Zwielicht marschierte. Im Schein der wenigen Lichter aus dem Haus, erkannte er eine der Prinzessinnen von Eastergold Meadow. Um sie nicht zu erschrecken, achtete er darauf, beim Gehen laut genug zu sein, dass sie ihn herankommen hörte. Dabei ging er trotz allem gemächlich. Wer wusste schon, was sie in Eastergold Meadow erlebt hatte und welche Traumata noch nicht verarbeitet waren. "Prinzessin?, sprach er sie schließlich mit respektvollem Abstand an um endgültig auf sich aufmerksam zu machen. Als sie sich herumdrehte, erkannte er, dass es Elithea war. Sie war ihm beim Essen wie eine vernünftige Person vorgekommen. Mal sehen, was er aus ihr herausbekommen konnte. Möglicherweise hatte sie ja etwas Sinnvolles beobachtet oder mitbekommen. "Ich spreche Euch noch einmal persönlich mein Beileid zu Eurem unermesslichen Verlust aus...", sagte er mit leiser, sehr würdevoller Stimme, obwohl er bereits der Gesamtheit der Familie kondoliert hatte. "Erlaubt mir die Frage, Prinzessin, wie kommt Ihr damit zurecht? Mit allem, was passiert ist..." Er wusste natürlich, dass seine Fragerei als unsensibel aufgefasst werden konnte. Doch glaubte er, dass junge Mädchen gerne mit väterlichen Personen ihre Sorgen teilten. Vermutlich dachte er das nur, weil er selbst keine Kinder hatte. "Wollen wir uns vielleicht setzen?", schob er eine weitere Frage nach, bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte.
Nachdem er nach dem Abendessen einen ausgedehnten Spaziergang durch die Weinberge seines Fürstentums unternommen hatte - natürlich in Begleitung einiger Wachen, die in respektvollem Abstand hinter ihm herstapften, entließ Zephyr die Männer für heute aus dem Dienst. Nunja, zumindest aus der Verpflichtung, ihm hinterher gehen zu müssen. Er wollte nun noch einige Minuten allein im Garten verbringen. Was die Gärtner hier unter Anleitung von Ferun und seinen Schwestern immer bewerkstelligten, bewunderte er. Am besten daran gefiel ihm aber, wie ordentlich alles war. Zumindest für ein ungeschultes Auge wirkte alles perfekt geplant. Gedanklich verglich er seinen perfekten Garten mit dem Leben da draußen. Wenn man so wollte, dann fühlte Zephyr sich auch als Gärtner. Irgendein Parasit hatte seinen Garten befallen und musste nun aggressiv zurückgedrängt werden. Welche Mittel dafür einzusetzen waren, musste erst noch entschieden werden. Doch er konnte dieses wilde Wuchern auf keinen Fall gewähren lassen.
Während er über weiches Gras und eingelassene Steine und Wege schritt, blieb er gelegentlich einmal stehen um die Ruhe und Stille zu genießen, die mittlerweile eingekehrt war. Seine Schwestern und Ferun hatten sich zurückgezogen. Auch die hochwohlgeborenen Gäste aus Eastergold Meadow hatten sich vermutlich alle in ihre Zimmer zurückgezogen und gaben sich nur noch leichten Gesprächen oder Handarbeiten hin. Zephyr nahm sich vor, am kommenden Morgen mit Prinz Endymion zu sprechen. Nein.. nicht Prinz. Fürst. Er musste dabei bleiben und den Jungen als Fürsten ansprechen. Er hatte selbst gesehen, welche Wirkung das auf die gesamte Familie gehabt hatte. Sie hatten mit eigenen Augen gesehen und gehört, dass die Hand des Großkönigs sie noch nicht abgeschrieben und aufgegeben hatte. Sie waren immer noch im Spiel - und würden zurückholen, was ihnen gehörte!
Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als er eine Gestalt sah, die ebenfalls noch durch das Zwielicht marschierte. Im Schein der wenigen Lichter aus dem Haus, erkannte er eine der Prinzessinnen von Eastergold Meadow. Um sie nicht zu erschrecken, achtete er darauf, beim Gehen laut genug zu sein, dass sie ihn herankommen hörte. Dabei ging er trotz allem gemächlich. Wer wusste schon, was sie in Eastergold Meadow erlebt hatte und welche Traumata noch nicht verarbeitet waren. "Prinzessin?, sprach er sie schließlich mit respektvollem Abstand an um endgültig auf sich aufmerksam zu machen. Als sie sich herumdrehte, erkannte er, dass es Elithea war. Sie war ihm beim Essen wie eine vernünftige Person vorgekommen. Mal sehen, was er aus ihr herausbekommen konnte. Möglicherweise hatte sie ja etwas Sinnvolles beobachtet oder mitbekommen. "Ich spreche Euch noch einmal persönlich mein Beileid zu Eurem unermesslichen Verlust aus...", sagte er mit leiser, sehr würdevoller Stimme, obwohl er bereits der Gesamtheit der Familie kondoliert hatte. "Erlaubt mir die Frage, Prinzessin, wie kommt Ihr damit zurecht? Mit allem, was passiert ist..." Er wusste natürlich, dass seine Fragerei als unsensibel aufgefasst werden konnte. Doch glaubte er, dass junge Mädchen gerne mit väterlichen Personen ihre Sorgen teilten. Vermutlich dachte er das nur, weil er selbst keine Kinder hatte. "Wollen wir uns vielleicht setzen?", schob er eine weitere Frage nach, bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte.
