29-03-2024, 19:34 - Wörter:
Alys verengte verständnislos die Augen, als ihre Tochter meinte, die Angelegenheit mit den Farben öffentlich zu diskutieren. Ceridwens Heiligtum war keine Agora und solche Angelegenheiten standen nicht - schon gar nicht öffentlich - zur Diskussion. "Ich habe das sehr wohl zu entscheiden, Priesterin! Und Du wirst Dich dem Willen der Hohepriesterinnen beugen!" Wenn Alys sich sicher war, dann im Traditionsbewusstsein der anderen beiden Hohepriesterinnen, die hier gemeinsam mit ihr das Sagen hatten. Keine von ihnen dreien war jemals offen gewesen für Neuerungen - gerade darum kam den Druiden gemeinhin eine so wichtige Aufgabe zu. Um ihren Blick für alles, was außen lag nicht vollkommen zu verschließen.
Doch natürlich wäre es ihr lieber, wenn keine Schar an jungen Priesterinnen überhaupt in der Form aufbegehrte. Alys wusste nur zu gut, dass dies ihre Stellung unter den anderen Hohepriesterinnen schwächen würde. Für Glynis würde es am Ergebnis nichts verändern, doch das musste es auch nicht. Alys konnte langsam erkennen, dass ihre Tochter nur den Streit wählte um des Streits Willen. Es ging ihr nicht mehr um die Sache und das war eine äußerst betrübliche Erkenntnis. "Es schmerzt mich, zu erkennen, dass Widerspruch mittlerweile zu deinen Prinzipien gehört. Mir kommt es vor, als gehe es Dir überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache - sondern nur um Zwietracht und Streit.
Ich verstehe Dich einfach nicht!", sagte Alys mit ruhiger, aber sichtlich bewegter Stimme. Sie fühlte sich auf einmal unendlich müde und von ihrer Tochter enttäuscht.
Betroffen drehte sie sich für einige Augenblicke von Glynis weg, legte ihre Hand auf ihre Brust und atmete tief durch.
Als sie sich wieder zu ihrer Tochter umdrehte, hatte diese wieder Platz genommen, mit vor der Brust verschränkten Armen, wie eine störrische Dreijährige, die ihre Erbsen nicht aufessen wollte. Alys erkannte, dass sie ihre Tochter als Kind nie derart erlebt hatte. Auch nicht als Jugendliche. Sie wusste nicht mal, ob andere Priesterinnen mit diesem Verhalten ihrer Tochter hatten leben müssen. Doch es kam ihr vor, als durchlebe Glynis gerade eine verspätete Trotzphase.
Glynis widersprach mit ihren nächsten Worten nicht - sondern stellte klar. Ich bin deine Tochter und seine Schwester. Alys legte den Kopf schief und betrachtete ihre große Tochter, die nur noch brüchig sprechen konnte und irgendwo zwischen Wut und Traurigkeit hin und her schwankte.
Alys machte schon wieder den Mund auf, um ihrer Tochter Paroli bieten zu können, als diese das Gespräch abbrechen wollte. Sie erhob sich ungefragt und ohne Erlaubnis. Und nahm sich eine weitere Frechheit heraus, die Alys derartige Magenschmerzen bereitete, dass sie zunächst unfähig war, etwas dazu zu sagen. Als müsse sie wie eine Bittstellerin um die Aufmerksamkeit ihrer Tochter buhlen! Alys war geradezu empört von diesen Worten.
Doch etwas an diesen Aussagen bewegte sie auch. Ihr Gesicht hatte sich vor Schmerz ebenfalls zu einer Grimasse verzogen, die sie für einen Augenblick mit vor der Brust verschränkten Armen aufrecht hielt. Dann gab Alys widerwillig ihre Gegenwehr auf. Zumindest zum Teil. Sichtbar daran war, wie sie ihre Arme schwach fallen ließ und kurz die Augen zusammendrückte. Dann kam sie ihrer Tochter auch ein paar Schritte entgegen und versuchte, sie am Arm von der Türe zurückzuziehen. Nicht grob, das war sie immerhin nie gewesen (jedenfalls nicht in Taten). "Glynis, ich kann Dich doch nicht derart aufgebracht gehen lassen oder fortschicken...", sagte sie, weil sie einfach nicht komplett aus ihrer Haut heraus konnte. "Nun komm, im Grunde sind wir uns doch einig - wir wollen nicht, dass Gareth etwas zustößt, oder nicht?", versuchte sie es mit ruhiger und versöhnlicher(er) Stimme, während ihre Hand auf Glynis' Oberarm liegen blieb. Sie versuchte nicht weiter, sie zurückzuhalten, hatte aber immerhin ein bisschen Kontakt aufgebaut. Soweit das eben in ihrer Natur lag.
Doch natürlich wäre es ihr lieber, wenn keine Schar an jungen Priesterinnen überhaupt in der Form aufbegehrte. Alys wusste nur zu gut, dass dies ihre Stellung unter den anderen Hohepriesterinnen schwächen würde. Für Glynis würde es am Ergebnis nichts verändern, doch das musste es auch nicht. Alys konnte langsam erkennen, dass ihre Tochter nur den Streit wählte um des Streits Willen. Es ging ihr nicht mehr um die Sache und das war eine äußerst betrübliche Erkenntnis. "Es schmerzt mich, zu erkennen, dass Widerspruch mittlerweile zu deinen Prinzipien gehört. Mir kommt es vor, als gehe es Dir überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache - sondern nur um Zwietracht und Streit.
Ich verstehe Dich einfach nicht!", sagte Alys mit ruhiger, aber sichtlich bewegter Stimme. Sie fühlte sich auf einmal unendlich müde und von ihrer Tochter enttäuscht.
Betroffen drehte sie sich für einige Augenblicke von Glynis weg, legte ihre Hand auf ihre Brust und atmete tief durch.
Als sie sich wieder zu ihrer Tochter umdrehte, hatte diese wieder Platz genommen, mit vor der Brust verschränkten Armen, wie eine störrische Dreijährige, die ihre Erbsen nicht aufessen wollte. Alys erkannte, dass sie ihre Tochter als Kind nie derart erlebt hatte. Auch nicht als Jugendliche. Sie wusste nicht mal, ob andere Priesterinnen mit diesem Verhalten ihrer Tochter hatten leben müssen. Doch es kam ihr vor, als durchlebe Glynis gerade eine verspätete Trotzphase.
Glynis widersprach mit ihren nächsten Worten nicht - sondern stellte klar. Ich bin deine Tochter und seine Schwester. Alys legte den Kopf schief und betrachtete ihre große Tochter, die nur noch brüchig sprechen konnte und irgendwo zwischen Wut und Traurigkeit hin und her schwankte.
Alys machte schon wieder den Mund auf, um ihrer Tochter Paroli bieten zu können, als diese das Gespräch abbrechen wollte. Sie erhob sich ungefragt und ohne Erlaubnis. Und nahm sich eine weitere Frechheit heraus, die Alys derartige Magenschmerzen bereitete, dass sie zunächst unfähig war, etwas dazu zu sagen. Als müsse sie wie eine Bittstellerin um die Aufmerksamkeit ihrer Tochter buhlen! Alys war geradezu empört von diesen Worten.
Doch etwas an diesen Aussagen bewegte sie auch. Ihr Gesicht hatte sich vor Schmerz ebenfalls zu einer Grimasse verzogen, die sie für einen Augenblick mit vor der Brust verschränkten Armen aufrecht hielt. Dann gab Alys widerwillig ihre Gegenwehr auf. Zumindest zum Teil. Sichtbar daran war, wie sie ihre Arme schwach fallen ließ und kurz die Augen zusammendrückte. Dann kam sie ihrer Tochter auch ein paar Schritte entgegen und versuchte, sie am Arm von der Türe zurückzuziehen. Nicht grob, das war sie immerhin nie gewesen (jedenfalls nicht in Taten). "Glynis, ich kann Dich doch nicht derart aufgebracht gehen lassen oder fortschicken...", sagte sie, weil sie einfach nicht komplett aus ihrer Haut heraus konnte. "Nun komm, im Grunde sind wir uns doch einig - wir wollen nicht, dass Gareth etwas zustößt, oder nicht?", versuchte sie es mit ruhiger und versöhnlicher(er) Stimme, während ihre Hand auf Glynis' Oberarm liegen blieb. Sie versuchte nicht weiter, sie zurückzuhalten, hatte aber immerhin ein bisschen Kontakt aufgebaut. Soweit das eben in ihrer Natur lag.
