13-04-2024, 15:08 - Wörter:
Nett hier
Aber warst du schonmal im Lager unten?

Sie gingen rüber zu Ranas alter Truhe und ließen sich darauf nieder. Dort führten sie dann auch ihr verbales Tänzchen fort. Die Truhe knarzte bedrohlich, doch Rana hörte es nicht. Nachdem sie sein Ohrläppchen für einen kleinen Augenblick gekniffen und liebkost hatte, ließ sie ihren Arm mitsamt Hand unter seinem Arm hindurchgleiten, sodass sie seinen Rücken finden konnte. Ihre Hand schwebte nur ganz leicht über seiner Wirbelsäule, auf Schulterhöhe. Der Zeigefinger und Mittelfinger berührten ihn fast. Aber nur fast... Die Spannung stieg und Ranas Blick wurde ganz weich, als sich ihre Gesichter immer näher kamen. Sie war durchaus bereit, ihn zu küssen. Warum auch nicht? Sie hatte es schon für weniger getan und empfand dabei rein gar nichts. "Finde es doch heraus", sagte ihre verlockende, warme und weiche Stimme. Das war ihre Art, etwas von einem Mann zu bekommen. Und daran war nichts Verwerfliches. Mit den Augen verfolgte sie seinen Blick, der vermutlich gerade ihre leicht geöffneten Lippen betrachtete. Ein süßer Duft nach frischen Feigen hing noch daran.
Doch noch bevor die Spannung sich in einem Kuss und dem Herunterstreichen einer Wirbelsäule entladen konnte, gabem die alten Scharniere einer ganz anderen Art von Spannung nach. Es krachte unter ihnen und gemeinsam setzte es sie auf den Boden - naja... oder eher in Ranas Wäsche, wovon sie wirklich nicht viel Auswahl hatte.
Entsetzt rollte sie sich von dem Söldner ab und ging neben ihm in die Knie. Und natürlich sorgte sie sich weniger um ihn und seinen vielleicht verletzten Stolz, sondern nur um IHRE Habseligkeiten. "WAS!!!", kreischte Rana fassungslos und versuchte, Ivar von ihrer sauberen Unterwäsche runterzuschieben. "Meine schönen Sachen!", jammerte sie lautstark, sodass es auch die umstehenden 20 Zelte noch hören konnten. "RUNTER!!!", blaffte sie ihn an und versuchte, ihn durch Drücken von ihrer Wäsche herunterzubewegen. Als sie an ihrem Lieblingsteil zog, riss es an einem Holzsplitter auch noch zur Hälfte auf, was sie abermals zum entsetzten Kreischen veranlasste. "Das ist alles Deine Schuld!!", sagte sie und stand auf - zusammen mit dem Fetzen, der einmal ihr schönstes und teuerstes Nachthemd gewesen war. Sorgsam versuchte sie, das Stück auf ihrem Bett zu drapieren und zu sehen, ob doch noch irgendwas davon zu retten war.
Danach drehte sie sich wieder zu Ivar um und versuchte auszumachen, ob er soweit in Ordnung war, oder ob er wohl Hilfe benötigte. Nicht, dass sie wirklich Lust hatte, ihm irgendeinen Spreisel aus der Handfläche zu ziehen... aber sie konnte ja wenigstens mal nachsehen...
