14-04-2024, 16:54 - Wörter:
Das Mädchen versuchte, ihm klar zu machen, dass er niemals allein sein würde. Ridvan drehte den Kopf weg und blickte weit in die andere Richtung. Ins Leere der Nacht. Und er dachte darüber nach, was es bedeutete, niemals allein zu sein.
Einsamkeit konnte Last und Befreiung zu gleichen Teilen sein - ebenso wie nie allein sein zu können gleichsam befreiend wie belastend sein konnte. Sein Leben schien die wohl paradoxeste Kombination aus beidem zu vereinen. Mit der Last der Macht fühlte er sich vollkommen allein (obwohl er in Wahrheit die anderen damit allein ließ). Und gleichzeitig fühlte er sich, als sei er sein Leben lang von irgendwelchen Menschen umzingelt. Von Familie, von Dienern, von Bittstellern, Hochstaplern, Schwätzern, Nutzniesern, Scharlatanen und Feinden. Jeder wollte etwas von ihm und niemals hatte er seine Ruhe und konnte wirklich alleine sein und Kraft tanken. Auch Amira konnte das nicht sehen oder gar verstehen. Niemand konnte das. Wenigstens gehörte sie zu den wenigen Handverlesenen, die versuchten, ihn am Leben zu halten. Und selbst hier wusste Ridvan nicht, ob das etwas Gutes, oder Schlechtes war. Es geschah einfach.
Auch jetzt geschah es wieder. Als er den Kopf wieder zurückdrehte und ihr Tun betrachtete, konnte er die Süße der Feige schon beinah auf seiner Zunge schmecken. Das Wasser lief ihm fast schon im Munde zusammen. Er schloss kurz die Augen und atmete die wohltuende Nachtluft ein. Dann fing er an, ihr zu zeigen, was genau ihn heute beunruhigte. Sie griff nach einem Zipfel der Karte und hielt ihm dafür die geschälte Frucht entgegen. Reflexartig nahm er das Obst zur Hand und führte es zum Mund. Die Art, wie Amira ruhig und besonnen die Karte studierte, strahlte auf ihn aus und auch er nahm sich Zeit, den Seelenfresser noch einmal zu betrachten. Sowohl auf der Karte, als auch das Original im Himmel. Dann ergriff die junge Frau das Wort und deutete mit einer Hand hoch zum Seelenfresser.
Ridvan nickte zufrieden und fand sogar ein sachtes Lächeln. "Genau... dort oben stehen sie ... und blicken auf uns hinab", sagte er und folgte wieder ihrem Blick auf die Karte.
Sie gab ihm Recht, dass der Wächter bedroht war, warf aber sogleich mögliche Erklärungen nach. Eine Prüfung...? Seine Stirn legte sich in Falten, denn dies war keine Option, über die er selbst nachgedacht hatte. Sie versuchte, eine Erklärung zu finden und er bemerkte natürlich, dass sie sich mit dem Lesen schwer tat. Ridvan nahm Amiras Hand und legte ihren Zeigefinger unter das Wort. Dann führte er ihre Hand unter den Buchstaben entlang und las ihr den Namen des neuen Sternbildes vor. "See-len-fress-er", las er gemeinsam mit ihr.
Dann legte sie ihm abermals ein Stück Feige in die Hand und beendete ihre Ausführungen darüber, dass der Wächter aus dem Seelenfresser neue Stärke gewinnen konnte. "Vielleicht... wir müssen die beiden auch in den nächsten Tagen und Wochen beobachten... um Zeuge ihres Kampfes im Himmel zu werden - und zu sehen, wer von ihnen die Überhand gewinnt", stimmte er zu. Und dennoch... insgesamt kam es ihm vor, als stünden die Zeichen ganz furchtbar schlecht. Die Flutwelle hatte hatte ja bereits viele Seelen eingefordert - so hatte man ihm zumindest berichtet.
Einsamkeit konnte Last und Befreiung zu gleichen Teilen sein - ebenso wie nie allein sein zu können gleichsam befreiend wie belastend sein konnte. Sein Leben schien die wohl paradoxeste Kombination aus beidem zu vereinen. Mit der Last der Macht fühlte er sich vollkommen allein (obwohl er in Wahrheit die anderen damit allein ließ). Und gleichzeitig fühlte er sich, als sei er sein Leben lang von irgendwelchen Menschen umzingelt. Von Familie, von Dienern, von Bittstellern, Hochstaplern, Schwätzern, Nutzniesern, Scharlatanen und Feinden. Jeder wollte etwas von ihm und niemals hatte er seine Ruhe und konnte wirklich alleine sein und Kraft tanken. Auch Amira konnte das nicht sehen oder gar verstehen. Niemand konnte das. Wenigstens gehörte sie zu den wenigen Handverlesenen, die versuchten, ihn am Leben zu halten. Und selbst hier wusste Ridvan nicht, ob das etwas Gutes, oder Schlechtes war. Es geschah einfach.
Auch jetzt geschah es wieder. Als er den Kopf wieder zurückdrehte und ihr Tun betrachtete, konnte er die Süße der Feige schon beinah auf seiner Zunge schmecken. Das Wasser lief ihm fast schon im Munde zusammen. Er schloss kurz die Augen und atmete die wohltuende Nachtluft ein. Dann fing er an, ihr zu zeigen, was genau ihn heute beunruhigte. Sie griff nach einem Zipfel der Karte und hielt ihm dafür die geschälte Frucht entgegen. Reflexartig nahm er das Obst zur Hand und führte es zum Mund. Die Art, wie Amira ruhig und besonnen die Karte studierte, strahlte auf ihn aus und auch er nahm sich Zeit, den Seelenfresser noch einmal zu betrachten. Sowohl auf der Karte, als auch das Original im Himmel. Dann ergriff die junge Frau das Wort und deutete mit einer Hand hoch zum Seelenfresser.
Ridvan nickte zufrieden und fand sogar ein sachtes Lächeln. "Genau... dort oben stehen sie ... und blicken auf uns hinab", sagte er und folgte wieder ihrem Blick auf die Karte.
Sie gab ihm Recht, dass der Wächter bedroht war, warf aber sogleich mögliche Erklärungen nach. Eine Prüfung...? Seine Stirn legte sich in Falten, denn dies war keine Option, über die er selbst nachgedacht hatte. Sie versuchte, eine Erklärung zu finden und er bemerkte natürlich, dass sie sich mit dem Lesen schwer tat. Ridvan nahm Amiras Hand und legte ihren Zeigefinger unter das Wort. Dann führte er ihre Hand unter den Buchstaben entlang und las ihr den Namen des neuen Sternbildes vor. "See-len-fress-er", las er gemeinsam mit ihr.
Dann legte sie ihm abermals ein Stück Feige in die Hand und beendete ihre Ausführungen darüber, dass der Wächter aus dem Seelenfresser neue Stärke gewinnen konnte. "Vielleicht... wir müssen die beiden auch in den nächsten Tagen und Wochen beobachten... um Zeuge ihres Kampfes im Himmel zu werden - und zu sehen, wer von ihnen die Überhand gewinnt", stimmte er zu. Und dennoch... insgesamt kam es ihm vor, als stünden die Zeichen ganz furchtbar schlecht. Die Flutwelle hatte hatte ja bereits viele Seelen eingefordert - so hatte man ihm zumindest berichtet.
