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rest in our garden - find solace and peace
09.08.1016 - 21:00
Gärten um die Fürstenburg zu Bardon Pass
Zephyr Athanas Elithea Trakas

Unregistered
Elithea Trakas
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Stand
User
#8
Kühl wurde es, doch das störte weder Elithea noch die kleine Ameise, die sich die Mühe machte und an ihrem Fuß hochkrabbelte. Die kleinen Beinchen kitzelten die Härchen an ihrer Wade, kreisten ohne Sinn und Ziel, bis es Elithea irgendwann zu bunt wurde und sie das lästige Insekt unter ihrem Nachthemd davon wischte. Wenn es doch so einfach ginge, Unliebsames einfach so von einem weg zu fegen, als wäre es nie da gewesen. Wie einfach wäre da das Leben, unbeschwert von den Sorgen, die einen unerbittlich quälen wollten. Natürlich erschien es Elithea eigentlich nicht, dass sie neugierig war. Politik war nichts für Mädchen, die sich doch eher mit edlen Stoffen, appetitlichem Essen, spitzen Nadeln und belanglosem Tratsch beschäftigen sollten. Nur bloß nicht die hübschen Köpfchen zu sehr belasten mit den wichtigen Dingen, die doch nur Männersache waren. Nun, die Frage war gestellt und sie waren hier nur zu zweit. Der Fürst störte sich offensichtlich nicht daran, ihr Antworten zu liefern, so gut er denn konnte. Also nutzte sie die Gelegenheit. Was konnte dieses Wissen denn schon großartig schaden? Ganz im Gegenteil doch, nicht wahr?

Zephyrs Worte hallten wider voller Zorn und auch Abscheu vor dem Geschehenen und demjenigen, der all das Leid provoziert hatte. Sie konnte ihn gut verstehen und durchaus nachvollziehen, wie ihm zu Mute war. Ihr ging es nämlich genauso. Im Moment, allerdings, war sie des Hasses müde. Natürlich konnte es nicht so bleiben. Natürlich mussten sie zurückgewinnen, was verloren war. Natürlich wollten sie wieder den Stand haben, den sie einst genießen durften. Aber würde das nicht heißen, dass es wieder Kampf, Blut, Schmerz und Verlust geben würde? Mehr denn bisher, schließlich war der Überfall auf Eastergold Meadow nur ein kleines Scharmützel, das einen unermesslichen Krieg nach sich ziehen würde. Wie lange also sollte es dauern, bis alle Seiten wieder zufrieden waren? Bis der ursprüngliche Status wieder hergestellt war? Und wie würde ihre Heimatstadt dann aussehen? Zerstört und verlassen? Worüber sollten sie dann herrschen? Schutt und Leichen?

Elithea nickte. Dem konnte sie zustimmen, König Stafford war offensichtlich ein machtversessener Irrer, der aus dem Nichts eine ganze Stadt mit all ihren Bewohnern und Gästen einfach so in Angst und Schrecken versetzte. Der ihren Vater hingerichtet hatte. Feige und überheblich, ja, das beschrieb ihn gut, in ihren Augen. Aber war diese Aktion wirklich willkürlich? “Ich verstehe es nicht. Aber, nunja, was weiß ich schon von Politik. Egal ob wir oder die Herbstlande, jeder Angriff wäre doch….“ Elithea zuckte mit den Schultern. Ihr fiel es schwer die Gedanken in Worte zu fassen, die nicht kindlich und lächerlich klangen. “Ist es denn immer im Sinne der herrschenden Häuser ihre Einflussbereiche zu erweitern auf Kosten anderer?“ versuchte sie so zu formulieren, dass es möglichst erwachsen klang. Sie kannte es einfach nicht. Oder hat sie nur nie erkannt, dass auch ihr Vater solche Ambitionen hegte und an eine Eroberung der Nachbarlänger dachte?

Sein Blick, voller Wärme und Aufmunterung, gab ihr Zuversicht, die seine nächsten Sätze allerdings gleich wieder schmälerten. Aufmerksam lauschte sie ihm. In der Ferne durchzog ein Waldkäuzchen die Nacht mit seinem schaurigen Ruf. Wie passend. Elithea war es fast danach, wie das Käuzchen hier im Wald zu bleiben. Fernab all des düsteren Zukunftsspuks, der sich hier manifestierte. “Dazu müssten sie die Stadt aber sehr gut kennen. Ihr wisst doch selbst, dass keine Stadt jemals vollkommen abgeschottet werden kann. Irgendwo gibt es immer einen Weg nach draußen. Oder nach drinnen. Ein unbedachter Abschnitt der Mauer, ein unbekannter Kellergang. Wir sind ja auch durch Gänge und Schlupfwinkel hinaus, ohne dass uns die fremde Armee wirklich verfolgen hätte können.“ Nachdem die Finger nun ausgiebig abgezupft waren, war Elithea dazu übergegangen, sich auf der Lippe herumzubeißen. Selbst im Dunkel des Mondlichtes konnte man erkennen, dass sich auf dem dünnen Schaltuch ein kleiner Blutfleck gebildet hatte vom Mittelfinger, den sie besonders eingehend gequält hatte. “Aber ist das nicht widersinnig? Warum eine Stadt erobern, wenn man dann alles zerstört und jeden Bürger ermordet? Wo liegt darin der Gewinn?“ Ach, von all den Überlegungen brummte ihr ganz furchtbar der Kopf. Kaum, dass sie sich mit dem Tuch über die Augen gerieben hatte, musste sie niesen von den Fransen, die ihre Nase kitzelten. Eine eigenartige Reaktion darauf, dass Zephyr ihr gerade offenbarte, dass ihre nächste Zukunft wohl nicht all zu bald rosiger werden würde. Kings Portal bot sicherlich mehr Ablenkung und Beschäftigung, aber an Sinn gewann ihr Leben dadurch nicht mehr. Keine Ehe, solang keine Mitgift möglich würde. Keine Ehe, solang kein Ansehen daran geknüpft war. Keine Ehe, solange nicht klar war, wie die Loyalitäten lagen. Abgesehen davon, dass wohl erst ein Ehemann für ihre Schwester gesucht werden würde. “Vielleicht sollte ich mich an ein Kloster wenden.“ murmelte sie fast unhörbar mit einem deutlich ironischen Unterton. Wobei, so eine schlechte Idee war das vielleicht gar nicht. Das wäre zumindest ein annähernd eigenbestimmtes Leben.

Die Hand des Fürsten an ihrer Schulter allerdings schickte ein unerwartetes Blitzen durch ihren Körper, das ihr ganz klar sagte, dass sie für ein Leben im Kloster wohl weniger geeignet wäre. Beschämt senkte die junge Prinzessin den Kopf und versuchte angestrengt ihr heftig klopfendes Herz zu beruhigen. Er könnte wohl ihr Vater sein und war auch selbst verheiratet, solche Gefühle waren wirklich unschicklich. Nur, konnte man es ihr verdenken? Kaum ein Bursch schenkte ihr bisher großartig Aufmerksamkeit. Im blendenden Glanz ihrer Schwester war sie ein unauffälliges Mauerblümchen. Und nun stand da bei ihr ein prächtiger Fürst, stattlich und ansehnlich, der sich Zeit für sie nahm. “Ich versuch es. Versprochen.“ räusperte sie sich und hob den Blick zu ihm, begleitet von einem etwas verwachsenen Lächeln. “Darf ich dennoch auf eure Gunst hoffen, dass ihr vielleicht auch ein gutes Wort für mich verwendet?“ kam es ihr ganz frei über die Lippen und gleich bereute sie die offenherzige Bitte. “Und natürlich für meine Schwester.“ dann klang es nicht ganz so egoistisch.
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