17-04-2024, 17:54 - Wörter:
Es machte ganz den Eindruck, als hätte Lester sich nicht nur selbst gerade in einer Situation wiedergefunden, die er nicht einschätzen konnte und ihm daher Angst machte, sondern sich dabei auch noch gleichzeitig Sorgen um das Wohlbefinden der Ritterstochter gemacht. Davon zeugte zumindest die Tatsache, dass er etwas erleichtert wirkte, als er auf seinen hochfrequenten Ausruf eine Rückmeldung der Lady erhalten und so sein Kopf zu dieser gedreht hatte und nun sie anstelle der Portalwand mit geweiteten Augen betrachtete. Lester machte sich vor und während derartiger Situation stets unzählige Gedanken um das, was alles passieren könnte, wobei er das in den seltensten fällen freiwillig tat. Es war einfach sein Wesen, dass er sich sein Köpfchen über Eventualitäten zerbrach und es so eine willkommene Abwechslung bot, als in das ängstlich-nachdenkliche Gesicht ein Hauch der Verwunderung trat, als Eleanor ihm ihre Hand entgegenstreckte. Was sie dabei gesagt hatte, hatte er unter seinen zugehaltenen Ohren nicht verstehen können, wodurch die Intention der Frau für ihn nicht wirklich ersichtlich war und sich daher stattdessen fragte, ob sie ihm nicht ihre Hand hinhielt, da sie sich selbst unwohl fühlte. Vielleicht hatte sie Angst, dass Æðelstan sie übersehen würde, wenn sie sich nicht körperlich an das Gespann anschloss. Egal was es auch war, er legte seine kleine Hand in die ihm angebotene. Als sie dann weitersprach und er sie nun auch durch das eine offene Ohr verstehen konnte, brachte ihn das aber auch schon zu einer neuen Frage, die tatsächlich dazu zu führen schien, dass seine Sorge weniger wurde. Mit Sicherheit war es auch einfach die Wärme der gehaltenen Hand und der ruhige Ton, in dem sie sprach, der ihm Sicherheit vermittelt, doch im Grunde genommen hatte Eleanor gerade genau das getan, was auch Freda mit ihm in solchen Momenten hin und wieder tat. Sie hatte ihn kognitiv herausgefordert und ihm sogar, genauso wie seine Mutter auf Festen, etwas zu einer anderen Person erzählt. Sein von Angst gezeichnetes Gesicht, dessen Augen nun aber irgendwas in Eleanor suchten, machte deutlich, dass der Fokus gerade auf ihr lag.
Wäre der jungen Adligen dieser Blick nun unangenehm gewesen, hätte sie diesen jedoch kaum länger als einen Atemzug ertragen müssen. Denn kaum hatte ihre Frage richtig einsickern können und den Kronprinzen von seinen in diesem Fall negativen Gedankenspielen abgebracht, wurde Lester schon wieder aus der Ruhe gerissen. Eine Art Klopfen war an der Tür in der Rückwand des Portals erklungen und hatte damit nicht nur Lester beunruhigt, sondern auch die Aufmerksamkeit seines Leibwächters auf sich gezogen, der sowieso noch in Habachtstellung gewesen war. "Vorsicht, die Tür!", warnte Emerson. Zügig hatte er seinen Schützling von seinem Knie geschoben und diesen wieder hinter sich an der Hand postiert, während er sich der Tür zugewandt und den Knauf des geschiedenen Kriegsdolches umgriffen hatte. Kurz knarrte die Holztür, als sie langsam den Blick ins Innere Freigab und brachte eine ältere Dame hervor, die sich augenblicklich vor dem großen Soldaten erschreckte. Im Gegensatz zu Lester, den das sicherheitsbewusste Handeln des Hauptmannes natürlich wieder beunruhigt hatte, blieb der Schreck im Gesicht der etwa Mittesechzigjährigen nur so lange stehen, bis sie den Kronprinzen mit seiner Angst bemerkt hatte. „Bei Heofader!“, sagte sie ergriffen. „Kommt doch herein, junger Prinz.“, fuhr sie fort und machte augenblicklich mit einer in das Gebäude weisenden Handbewegung Platz. Der große Soldat, der sie bis eben noch bereit seine Waffe zu ziehen gemustert hatte und nun in Richtung der Lady nickte, hob nun seinen verwirrten Schützling hoch und beschloss, das Angebot anzunehmen, war es gerade wohl die beste Option, die sie hatten.
„Eure Majestät,“, wandte sie sich an die Überraschungsgäste, nachdem sie die Tür hinter diesen wieder verriegelt und einen ihr fortgeschrittenes Alter noch zulassenden Knicks ausgeführt hatte, „geht doch schon einmal herauf. Ich komme nach.“ Sie senkte einen Moment respektvoll das Haupt, deutetet dabei die Treppe hinauf und entfernte sich nicht weniger ehrerbietig erst, als der Soldat sich mit dem Thronfolger im Arm gemeinsam mit Eleanor daran machte, dem Angebot zu folgen. „Vielen Dank“, quittierte Emerson zügig und erklomm die Stufen, denen sich oben ein Flur anschloss, von dem wiederum eine bereits offene Tür in ein geräumiges Wohnzimmer führte. Das Gesellschaftszimmer des grundsätzlich zumindest wohlhabend eingerichteten Hauses wartete mit verschiedenen wertigen Möbeln, von denen ein Klavier, eine große Schrankwand mit einer Vitrine für Schmuckstücke und Antiquitäten, eine Spielecke für Kinder samt Laufgitter sowie ein Schachtisch nur einen Teil darstellten, auf den hohen Besuch. „Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen.“, sagte der Hauptmann ruhig zu seinem Schützling und legte ihm eine Hand an die Schulter, nachdem er diesen fürs erste auf der lange Seite des Sofas abgesetzt hatte und versuchte dann durch eines der großen Fenster die Menschentraube auf dem großen Platz zu erspähen.
Die Wände des Gebäudes dämpften den von der Straße dringenden Lärm einigermaßen gut ab und gaben dem Kronprinzen so eine Möglichkeit sich neu zu orientieren, denn so richtig wusste er noch nicht, was gerade passiert war oder noch passierte. Jedenfalls saß er nun in einem fremden Haus auf einem fremden Sofa und begann sich besser zu fühlen. Sein Blick fiel dabei zu Eleanor, während seine Hand auf der Sitzfläche rechts von ihm ruhte und eine Form der Einladung – oder auch Aufforderung - sich neben ihm zu setzen darstellte, die man bei einigen, in der Regel jüngeren Kindern, oft beobachten konnte. Auch wenn sein Blick dabei, im Vergleich zu jenen jüngeren, weder bettelnd war noch auf das Polster klopfte, schien er noch immer ein Freund dieser Geste in ihrer ruhigen Ausprägung zu sein, die für ihn schlichtweg effizient war. An Tagen, an denen er Schweigsamkeit vorzog, ersparte sie ihm Worte im Allgemeinen und in Momenten wie diesem, bot es ihm die Möglichkeit, parallel etwas anderes sagen zu können. „Meint ihr Sebastian?“, fragte er nämlich unvermittelt, nachdem er scheinbar kombiniert hatte, welchen Bruder sie meinte.
Wäre der jungen Adligen dieser Blick nun unangenehm gewesen, hätte sie diesen jedoch kaum länger als einen Atemzug ertragen müssen. Denn kaum hatte ihre Frage richtig einsickern können und den Kronprinzen von seinen in diesem Fall negativen Gedankenspielen abgebracht, wurde Lester schon wieder aus der Ruhe gerissen. Eine Art Klopfen war an der Tür in der Rückwand des Portals erklungen und hatte damit nicht nur Lester beunruhigt, sondern auch die Aufmerksamkeit seines Leibwächters auf sich gezogen, der sowieso noch in Habachtstellung gewesen war. "Vorsicht, die Tür!", warnte Emerson. Zügig hatte er seinen Schützling von seinem Knie geschoben und diesen wieder hinter sich an der Hand postiert, während er sich der Tür zugewandt und den Knauf des geschiedenen Kriegsdolches umgriffen hatte. Kurz knarrte die Holztür, als sie langsam den Blick ins Innere Freigab und brachte eine ältere Dame hervor, die sich augenblicklich vor dem großen Soldaten erschreckte. Im Gegensatz zu Lester, den das sicherheitsbewusste Handeln des Hauptmannes natürlich wieder beunruhigt hatte, blieb der Schreck im Gesicht der etwa Mittesechzigjährigen nur so lange stehen, bis sie den Kronprinzen mit seiner Angst bemerkt hatte. „Bei Heofader!“, sagte sie ergriffen. „Kommt doch herein, junger Prinz.“, fuhr sie fort und machte augenblicklich mit einer in das Gebäude weisenden Handbewegung Platz. Der große Soldat, der sie bis eben noch bereit seine Waffe zu ziehen gemustert hatte und nun in Richtung der Lady nickte, hob nun seinen verwirrten Schützling hoch und beschloss, das Angebot anzunehmen, war es gerade wohl die beste Option, die sie hatten.
„Eure Majestät,“, wandte sie sich an die Überraschungsgäste, nachdem sie die Tür hinter diesen wieder verriegelt und einen ihr fortgeschrittenes Alter noch zulassenden Knicks ausgeführt hatte, „geht doch schon einmal herauf. Ich komme nach.“ Sie senkte einen Moment respektvoll das Haupt, deutetet dabei die Treppe hinauf und entfernte sich nicht weniger ehrerbietig erst, als der Soldat sich mit dem Thronfolger im Arm gemeinsam mit Eleanor daran machte, dem Angebot zu folgen. „Vielen Dank“, quittierte Emerson zügig und erklomm die Stufen, denen sich oben ein Flur anschloss, von dem wiederum eine bereits offene Tür in ein geräumiges Wohnzimmer führte. Das Gesellschaftszimmer des grundsätzlich zumindest wohlhabend eingerichteten Hauses wartete mit verschiedenen wertigen Möbeln, von denen ein Klavier, eine große Schrankwand mit einer Vitrine für Schmuckstücke und Antiquitäten, eine Spielecke für Kinder samt Laufgitter sowie ein Schachtisch nur einen Teil darstellten, auf den hohen Besuch. „Du brauchst dir keine Sorgen mehr zu machen.“, sagte der Hauptmann ruhig zu seinem Schützling und legte ihm eine Hand an die Schulter, nachdem er diesen fürs erste auf der lange Seite des Sofas abgesetzt hatte und versuchte dann durch eines der großen Fenster die Menschentraube auf dem großen Platz zu erspähen.
Die Wände des Gebäudes dämpften den von der Straße dringenden Lärm einigermaßen gut ab und gaben dem Kronprinzen so eine Möglichkeit sich neu zu orientieren, denn so richtig wusste er noch nicht, was gerade passiert war oder noch passierte. Jedenfalls saß er nun in einem fremden Haus auf einem fremden Sofa und begann sich besser zu fühlen. Sein Blick fiel dabei zu Eleanor, während seine Hand auf der Sitzfläche rechts von ihm ruhte und eine Form der Einladung – oder auch Aufforderung - sich neben ihm zu setzen darstellte, die man bei einigen, in der Regel jüngeren Kindern, oft beobachten konnte. Auch wenn sein Blick dabei, im Vergleich zu jenen jüngeren, weder bettelnd war noch auf das Polster klopfte, schien er noch immer ein Freund dieser Geste in ihrer ruhigen Ausprägung zu sein, die für ihn schlichtweg effizient war. An Tagen, an denen er Schweigsamkeit vorzog, ersparte sie ihm Worte im Allgemeinen und in Momenten wie diesem, bot es ihm die Möglichkeit, parallel etwas anderes sagen zu können. „Meint ihr Sebastian?“, fragte er nämlich unvermittelt, nachdem er scheinbar kombiniert hatte, welchen Bruder sie meinte.
