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forgiveness is my weapon, kindness is my shield
07.09.1016 - 23:00
Dragon's Den Wirtshaus
Lovis Winters Ronan Mag Mell

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Lovis Winters
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#1
Lovis war erschöpft. Das war sie in letzter Zeit - zugegebenermaßen - häufig. Es waren harte Zeiten, die ihr alles abverlangten. Zuerst den Angriff des Frühlingslandes, den sie begleitet hatten, dann hatten sie allerhand im Herbstland erlebt und nach einem kurzen Krafttanken waren Hailey und sie wieder gen Süden nach Castandor gereist. Das dortige warme Wetter bekam Lovis ohnehin nicht sonderlich, doch es gab unheimlich viel zu tun. Selbstverständlich war sie bereit, auch diesen Heereszug als Wanderheilerin zu begleiten - denn sicherlich würde es auch bei der kommenden Auseinandersetzung wieder zu Verletzten kommen. Doch daran war aktuell noch nicht zu denken - in King's Portal hatte sich in der Zwischenzeit nämlich der Schwarze Schauer ausgebreitet.
Überall wo sie hin kamen, zerrte man an ihren Ärmeln und Röcken um sie dazu zu bewegen, irgendein Haus zu besuchen, in dem jemand erkrankt war. Zeitweise hatten sie sich sogar für wenige Stunden aufgeteilt, um der bittenden Masse an Menschen Herr werden zu können.
Doch Lovis war wie immer hauptsächlich daran gelegen, Hailey nicht aus den Augen zu verlieren oder ihr das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Auch wenn das Mädchen oft an ihrer Profession zweifelte, so glaubte Lovis doch auch zu erkennen, dass sie für dieses Handwerk geboren war. Sie war so unglaublich sanft und liebevoll im Umgang mit den Kranken und Schwachen, dass Lovis jedes Mal das Herz aufging, wenn sie ihre Ziehtochter so betrachtete.

Für die heutige Nacht war Hailey bei guten Leuten untergekommen, die ihr auch Essen und ein schönes Bett anbieten konnten, dafür dass man ihrem kleinen Sohn etwas Linderung hatte verschaffen können. Und nachdem Lovis auch nach weiteren Krankenbesuchen immer noch keinen Ort gefunden hatte, wo sie die Nacht verbringen konnte, kehrte sie eben doch in ein Gasthaus ein - Dragon's Den. Sie war zuvor noch nie in diesem Haus gewesen, doch da auch zu so später Stunde immer noch Lichter brannten - auch in den oberen Stockwerken - würde es schon gehen. Lovis war immer eher beunruhigt, wenn ein Gasthaus des Nachts KEINE Gäste hatte.

Als sie müde die schwere Tür zu der Taverne öffnete, schlug ihr direkt ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Winterländerin hielt kurz inne und betrat dann erst den Schankraum - natürlich bepackt mit ihrem riesigen, schweren Holzreff, dessen lederne Tragegurte sich tief in ihre Schultern eingruben. Um den Hals trug sie ein Zeichen Heofaders, doch sie war dennoch ohne Zweifel als Wanderheilerin erkennbar - trotz (oder vielleicht auch mit) ihrem winterländischen, abgekämpften Aussehen. Die Mühen des Tages und die für sie fast schon unerträgliche Hitze zeichneten sich deutlich auf ihrem jungen, aber müden und eingefallenen Gesicht ab. Dennoch schritt sie mutig und beherzt in Richtung des Tresens, der jedoch aktuell vollkommen verwaist war. Anscheinend stritten die Töchter des Wirtes - oder zumindest hielt sie die beiden jungen Frauen dafür - mit einigen Betrunkenen. Natürlich hatte Lovis nicht die geringste Lust, sich in irgendwelchen Zwist einzumischen, daher sah sie sich in dem wirklich sehr gut besuchten Gastraum um. Es gab wirklich keinen einzigen freien Tisch mehr - und auch kaum noch freie Stühle. Da sie aber unbedingt Platz nehmen und noch etwas zu sich nehmen wollte, ging sie schwer beladen durch die Tischreihen und stellte sich in angemessenem Abstand neben einen Tisch, an dem nur ein Mann saß - ein großer, breiter Kerl mit einem wilden Bart. "Guten Abend - ist es gestattet, Platz zu nehmen? Leider gibt es keine freien Tische mehr...", sprach sie den ihr vollkommen unbekannten Mann an.
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Ronan Mag Mell
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#2
Lovis war erschöpft - Ronan vollgefressen.
Dieser hatte sich hier in der Taverne etwas vom deftigen Eintopf gegönnt, um genau zu sein gleich zweimal Nachschlag und drei Humpen Bier. Nun spannten ihm Hemd und Bauch und er saß total tiefenentspannt auf seinem Stuhl, der bei jeder Bewegung des Hünen gefährlich ächzte und knarzte…hatte sich etwas weiter vom Tisch weggeschoben, damit die Plauze auch Platz fand und entzündete sich gerade seine Pfeife um den Abend ausklingen zu lassen. Müde war er, auch dank dem üppigen Essen, schon seit gut einer Stunde, aber er war schlicht zu faul den Heimweg anzutreten und wartete darauf bis eine der Schankmaiden ihn rauskehren würde wie den Dreck vom Fußboden.
Die Leute um ihn herum waren allerdings auch schon zum Teil eingeschlafen und nutzten den Platz am Tisch dafür aus. Andere hatten gut gebechert und waren sturzbesoffen und wieder andere unterhielten sich nach mit de süffigen Ale intus über die ein oder andere interessante Sache, der Ronan lauschte auch wenn er vollkommen teilnahmslos wirkte und nur seine Pfeife zu genießen schien, zwischendurch den Humpen schwenkte, als könne es die miserable Bierkrone wiederbeleben.

Die Stadt war krank und jeden Tag schienen mehr zu erkranken. Das brachte eine Seuche so mit sich, es war nicht die erste und würde auch nicht die letzten bleiben. Es war nicht so, als nähme Ronan es auf die leichte Schulter…mehr allerdings im Hinblick darauf, dass sich seine Leute anstecken konnten und die Geschäfte in einen ungewollten Dornröschenschlaf verfielen. Der Geschäftsmann, umtriebig wie er war, konnte noch nie gut mit Stillstand umgehen und tat daher alles Erdenkliche um eine Ansteckung zu verhindern…und das möglichst für jeden seiner Cronies.
Er selber war überzeugt davon, dass der Glaube zur großen Mutter schon half verschont zu werden…manchmal konnte er sich mit solchen Gedanken in den irrsten Situationen den Arsch retten und am Ende spielte es keine Rolle, ob sein Aberglaube einfach durch Glück befeuert wurde oder es eine Verkettung aller Umstände war. Denn da war auch noch Maeve und wenn Ronan von einer Sache überzeugt war, dann davon, dass der Schwarze Schauer vielleicht alle dahinraffen mochte, aber dessen Angst vor der Schwarzen Maeve noch größer sein musste und er daher Ronan, Maeve und all die anderen der Cronies verschonte, weil er seine Kräfte nicht mit der Hexe messen wollte.
Wie genau Maeve das machte und wieviele gekochte Krötenbeine und Rattenschwänze er dafür schon verspeist hatte, war ihm einerlei…Hauptsache es wirkte!

Die Tür ging auf und einen Moment waren Lovis die Blicke aller nur halbwegs in Gespräche vertieften Menschen sicher. Auch Ronan warf über den Rauch seiner Pfeife hinweg sein Augenmerk auf die kleine, überladene Wanderheilerin und verfolgte neugierig ihren Gang durch den Schankraum, der irgendwann eine überraschende Wendung einnahm und schließlich vor seinem Tisch ein jähes Ende fand. Von allen Tischen suchte sie sich diesen aus. Es belustigte den Mag Mell ungemein, dass sie ausgerechnet ihn angesteuert hatte und ein kleines Bisschen war er auch neugierig darauf was in ihrem Kopf vor sich gehen musste. Zweifelsohne luden die Tische der betrunkenen Gesellen eine junge Frau weniger ein, aber Ronan war selten die erste Wahl wenn man eine andere haben konnte. Scheinbar mochte sie aufgezwungene Gesellschaft aber ebenso wenig wie er, der entweder übermäßig gesellig war oder jedem in seiner Nähe den Kopf abriss. Das Gefährliche an Ronan war nur, dass diese Umstand innerhalb von Sekunden umschlagen konnte.

Ronan brummte etwas unverständliches, aber auf seinem Gesicht tauchte doch glatt ein Schmunzeln auf als er mit der Schuhsohle den schräg gegenüberliegenden Stuhl für sie nach hinten trat und damals als frei signalisierte. „Bitte, setz dich..“, forderte er sie auf und beobachtete wie sie sich von dem schweren Ding auf ihrem Rücken befreien würde. Er könnte aufstehen und helfen…er konnte aber auch Studien darüber betreiben wie stark kleine kraftlose Hände sein konnten wenn sie denn wollten und dabei kräftig an der Pfeife paffen. Durch einen entstanden Dunstnebel sah er zu ihr rüber. „Bist ganz schön spät dran…."
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Lovis Winters
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#3
So wie ihr Gegenüber aussah, schätzte Lovis ihn als hartarbeitenden Handwerker ein. Vielleicht ein Mitglied einer Zunft oder Gilde, denn er schien sich viel Essen und viel Bier leisten zu können. Es war nicht so, dass die Blondine sich an seinem Aussehen gestört hätte - mitnichten. Doch es fiel ihr einfach auf, ohne dass sie es hätte kommentieren wollen oder müssen. Das Aussehen eines Menschen zeigte ganz oft viel von seinem Lebenswandel. Und dass sie mit ihrer verharmlosenden Einschätzung nur ganz, ganz vage an der Oberfläche kratzte, konnte sie ja nun wirklich nicht ahnen. Der Mann jedenfalls lehnte entspannt in seinem Stuhl und rauchte eine Pfeife. Offenbar konnte er sich Tabak aus dem Sommerland leisten. Und somit war er wohl kein komplett armer Schlucker. Der Rauch hatte einen angenehmen Duft, doch Lovis begegnete solchen Dämpfen trotzdem so selten, dass es ihr automatisch in der Kehle zu kratzen begann. Sie schloss kurz die Augen um sich unter Kontrolle zu behalten, ehe sie den Kopf schief legte und das sachte Lächeln ihres Gegenübers offen erwiderte. Mit einem Tritt schob er ihr den Stuhl zurecht und Lovis nahm die wortlose Geste dankbar zur Kenntnis.

Bevor sie Platz nehmen konnte, musste sie sich aber noch von ihrem abartig ungemütlich aussehenden Holzreff trennen, das sie immer noch mit sich herumschleppte. Aufwendig, aber immerhin geübt, ging sie in die Knie, beugte den Rücken ein Stückweit nach hinten, bis sie fühlte, dass das Holzreff den Boden berührte. Rasch streifte sie dann die Lederriemen von den schmerzenden Schultern und schob ihre wertvolle Fracht vorsichtig über den Boden, sodass das Gestell in ihrer unmittelbaren Nähe stand und sie einen Blick darauf hatte. Für einen einfachen Dieb waren ihre Waren vermutlich wertlos - immerhin verschenkte sie ihre Medizin sowieso und erklärte auch noch, wie sie verabreichen musste. Dennoch konnte sie nicht riskieren, dass jemand etwas kaputt machte oder zu entwenden versuchte.

Danach ließ sie sich erschöpft gegenüber dem Fremden nieder. "Danke, dass Ihr den Tisch mit mir teilt...", zeigte sie sich zunächst einmal erkenntlich und verzichtete noch darauf, ihn zu duzen. Er tat dies ganz selbstverständlich, was auch vollkommen angemessen war. Doch solange sie nicht wusste, mit wem oder was sie es zu tun hatte, blieb Lovis gerne auf der Hut. Sie schien unheimlich naiv zu sein, gleichzeitig aber auch im Schlaf immer ein Auge offen zu behalten. Eine merkwürdige Mischung.
Lovis unterdrückte den Impuls, den Dunstnebel vor sich wegzufächeln und zuckte stattdessen mit einem Mundwinkel und einer Augenbraue. "Ja, da habt Ihr vollkommen Recht.
Ich bin Lovis, eine Wanderheilerin - solange der schwarze Schauer die Menschen nicht zur Ruhe kommen lässt, fällt es auch mir schwer, eine Pause zu machen..."
, erklärte sie in wenigen Worten wer sie war und warum sie noch unterwegs gewesen war. Für junge Frauen war das nämlich ganz und gar nichts Gewöhnliches. Die meisten waren daheim - bei ihren Vätern oder Ehemännern, längst im Bett - aber wenigstens gut versteckt. Und auf keinen Fall allein draußen auf der Straße. Schon gar nicht mit den vielen herrenlos herumlaufenden Sommerländern ... oder anderem Gesinde, das sich in Kriegszeiten auf der Straße tummelte. Dabei hatten die schweren Zeiten gerade erst angefangen - da war sie sicher.

Ehe sie sich in ein Gespräch mit ihrem Gegenüber vertiefen konnte, versuchte sie abermals, die Aufmerksamkeit einer der Schankmädchen auf sich zu lenken. Doch mit sachtem Handheben und dezentem Winken kam sie ganz offensichtlich nicht weiter. Also ließ sie es zunächst gut sein.. und gab dem Ganzen noch ein wenig Zeit.
"Seid Ihr ein Einheimischer?", erkundigte sie sich behutsam, denn sein Akzent ließ etwas Anderes vermuten. Nichts, was ihr negativ aufgefallen wäre - sie war ja ganz offensichtlich auch nicht von hier: sondern sogar aus Feindesland. Doch es interessierte sie. Sehr.
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Ronan Mag Mell
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#4
Ronan war unscheinbar. Insofern ein Mensch seiner hünenhaften Größe und dem breiten Kreuz unscheinbar sein konnte. Er sah eben aus, als würde er die Holzkisten der Schiffe einfach von Hand vom Steg auf über die Reling nach oben werfen oder seine Werke auf dem Amboss mit bloßer Hand schlagen, das Mühlrad der Esel statt einfach selber ziehen oder Steine schleppen, jeden Zentner auf einem Finger. Seine Kleidung war abgetragen, aber intakt…nicht sonderlich sauber, aber sie stand auch nicht vor Dreck, besaß den ein oder anderen Flicken und rundete das Bild, das Lovis sich von ihm gefertigt hatte und das auch viele andere hatten (und haben sollten), ab. Handwerker. Ein fleissiger Altgeselle oder ein Meister, der mit anpackte - das verkörperte der Mag Mell und ließ ihn durch alle Strassen alle Städte wandern ohne irgendwem sonderlich negativ aufzufallen.
Innerlich schloss Ronan einen Wette mit sich ab, ob die Kleine wohl nach hinten von den Füßen fiel wenn sie den Korb abstellte, aber zu seinem Verdruss geschah es nicht. Natürlich hätte er sich ritterlich vom Stuhl empor geschwungen und wäre ihr zur Hilfe geeilt, hätte sie auf die Beine gezogen und sich versichert, dass ihr nichts geschehen war…ihren hübschen, runden Popo wieder auf den Stuhl befördert und ihr verständnisvoll die Schulter gedrückt, weil er sie Hand im Fleisch des runden Etwas nicht versenken konnte ohne eine Ohrschelle zu kassieren - so oder so ähnlich hätte er das getan. Ja. Nur nicht so schnell vermutlich und vielleicht auch erst nachdem er sich herzlich und laut lachend den Bauch gehalten hatte.

Sein musternder Blick haftete wie zähes Knorpelfleisch auf der Blonden. Er konnte ihr so nicht auf Anhieb ansehen was ihren Alltag anging, was ihn gleichsam ärgerte, wie neugierig machte. Ronan war ein aufmerksamer, ausgefuchster Kerl und war seinem Gegenüber nur zu gerne stets einen Schritt voraus. Leider war das in der Praxis nicht immer möglich, auch wenn viele lesbar waren wie offene Bücher…(die Ronan wiederum nicht lesen konnte wenn sie Schrift statt Körpersprache beinhalteten). Oft durchschaute er seine Gesprächspartner besser als ihnen lieb war und wie ein Bluthund, der nach Schweiß und Angst auf der Hatz war, schnüffelte er nach Schwachstellen und anderen Dingen, die ihm nützlich waren.
Hier und jetzt schnüffelte er aber nur den Dunst seiner eigenen Pfeife, die Gerüche der Taverne, die vielfältiger waren als einem lieb sein konnte im Spätsommer und nicht zuletzt war er bei Lovis auch nicht auf der Suche nach Ängsten…nein, die hier roch sicher vorzüglich…blond und jung und süß. Er wusste genau wie es nach einem langen Tag zwischen ihren hübschen handlichen Brüsten roch..angenehm, sie sah aus wie eine, die angenehm roch. Hmmm, seine Gedanken schweiften ab. Sie wurden allerdings just zurückgeholt als sie sich selbst als das kenntlich zeigte was sie war und da wurde er hellhörig. Eine Wanderheilerin, na Hallo die Waldfee..oder eben Kräuterfee. Ronan hatte was übrig für solche Frauen, nicht zuletzt weil seine Schwester ihre Vorliebe zu der ähnlichen Berufung hatte, auch wenn zu hoffen blieb, dass eine unschuldige, junge Blondine mit großen blauen Augen nicht so durchtrieben war wie Maeve. Alles hatte seine Vor- und Nachteile. Ronan wüsste viele von Lovis Vorteilen.

„Nein, nein…danke, dass DU den Tisch mit mir teilst. Siehst du die dahinten? Nee links da, hinter dir…die Dicke mit den wenigen Zähnen im Maul?! Die wollte vorher deinen Platz!“, erzählte er eines seiner beliebten Märchen und nickte so gewichtig, als würde er vom herabgestiegenen Gott persönlich erzählen. Er war ein armer Tropf! „Und dann kamst du und hast mich gerettet. Ich bin dir was schuldig!“, beschloss er und reckte nun seinen Bierhumpen in die Luft. Wie von selbst fing ein Augenpaar die simple und für Ronans Verhältnisse unauffällige und leise Geste auf, tippelte an den Tisch und sah erwartungsvoll zu ihm hinab. „Wenn ich den Boden meines Humpens sehen kann, machst du was falsch. Vielleicht keifst du dahinten nicht so rum und kümmerst dich um meinen Durst und den meiner schönen Begleitung. Die hat Hunger und kümmert sich um das Leid vieler Menschen…wie soll sie das machen, wenn du sie verhungern lässt …und mich verdursten?! Verstehst du das Problem? Ja? Gut…husch…. Husch, husch…hol mein Bier und nimm ihre Bestellung auf“, und gen Lovis gewandt folgte „Dein Humpen geht auf mich.."
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Lovis Winters
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#5
Lovis hatte so viel mit einfachen Menschen - grade auch auf dem Land - zu tun, dass es ihr nicht weiter auffiel, wenn jemand eine eher derbere Sprache an den Tag legte. Sie nickte diese Art zu sprechen innerlich ab. Sie war ein weiteres Indiz dafür, mit wem oder was sie es zu tun hatte. Und ehrlich gesagt - ein paar Adligen war sie schon begegnet - keiner von denen sprach derart derb daher, wie ihr Gegenüber nun. Doch Lovis störte sich nicht daran. Wie immer beobachtete sie nur und urteilte nicht. Auf sein Fingerzeig drehte sie den Kopf dezent in die Richtung und versuchte zu erkennen, worauf er sie aufmerksam machen wollte. Dicke mit wenigen Zähnen im Maul. Lovis senkte bei diesen Worten den Blick und drehte den Kopf wieder in die Richtung ihres Gesprächspartners. Die habe ihren Platz gewollt. Lovis verstand. Sie ließ ihn dennoch ausreden, bevor sie einhakte. "Du solltest nicht so voreilig über andere Leute urteilen..", schlug sie mit vorsichtig mahnender, aber irgendwie auch bittenden Stimme vor. Natürlich wollte sie ihm nicht wirklich eine Standpauke über Oberflächlichkeiten halten - sie selbst war schließlich ebenfalls weit entfernt von Perfektion. Doch wer wusste schon, was mit der Dicken ohne Zähne los war. Beides konnte von schweren Krankheiten herrühren... und Heofader hielt seine schützenden Hände über solche Leute. Es stand ihnen hier - Ronan und Lovis - nicht zu, darüber zu urteilen.

Doch der Mann schien auch was vom Dasein in so einer Taverne zu verstehen. Er hob nur seinen Humpen an und sofort kam ein geschäftstüchtiges Ding zu ihnen geeilt. Lovis sah verblüfft an dem jungen Mädchen hoch und beobachtete dann wiederum die unangenehme Art, mit der ihr Gegenüber das Ding ansprach. Er schien ja ein ziemliches Unikat zu sein. Wenigstens lud er sie ein - und stellte Lovis damit vor eine unangenehme Wahl. Plötzlich schlugen zwei Herzen in ihrer Brust. Einerseits wollte sie einfach nur einen friedlichen, ruhigen Abend haben und sich ausruhen. Andererseits waren Hailey und sie derart arm und angewiesen auf Almosen, dass sie einen gratis Humpen Bier nicht ablehnen wollte. Nach einem kurzen, innerlichen Zwist siegte die Vernunft über Lovis. Sie nickte ihrem Gegenüber freundlich und dankbar zu. "Das ist äußerst großzügig - hab' vielen Dank!", nahm sie das Angebot an und blickte dann wieder an der Bedienung hoch. "Einen simplen Eintopf, gerne mit Fleisch oder Fisch, wenn noch etwas davon übrig ist. Und ein verdünntes, kühles Bier", bestellte sie so deftig und nahrhaft wie nur möglich in dieser Gegend. Es war immerhin genau so, wie Ronan sich das vorstellte: um tagsüber aufrecht gehen zu können, brauchte man mindestens einmal am Tag irgendeinen Nährzement, damit man nicht komplett aus den Latschen kippte.

Das junge Ding nickte ab und huschte davon - zurück in die Küche, anstatt zu ihrem Schwatzpartner, der ihr sehnsüchtig nachblickte. Lovis beobachtete dies für einen kleinen Augenblick und wandte sich dann wieder ihrem Gesprächspartner zu. "Du kommst mir vor, wie jemand, der gerne einen guten Überblick über eine Situation hat. Jemand, der sich auskennt. Oder täusche ich mich?
Ich würde gerne wissen, ob Du mir sagen kannst, wann und wo genau diese Seuche ihren Ursprung genommen hat. Kennst Du Leute, die bereits gesundet sind, mit denen ich sprechen könnte?"
Lovis wusste bisher noch zu wenig über diese Krankheit aus dem Sommerland und wollte sich daher unbedingt schlau machen. Es war unheimlich schwer für sie auszumachen, wie schnell die Seuche sich verbreitete, wie lange es wohl dauern mochte, bis die ersten Symptome auftraten und wie viele der Erkrankten wieder gesund wurden. Diese Dinge wurden nirgendwo dokumentiert, da es keine Infrastruktur dafür gab. Doch Einheimische konnten das eher einschätzen. Gerade Handwerker mit möglicherweise größeren Geschäftsbetrieben. Sie konnten einschätzen, wie viele ihrer Belegschaft es erwischt hatte, ob welche gesund zurückgekommen waren, wie es anfing und welchen Verlauf die Krankheit nahm. Und sie war gespannt darauf, ob ihr Gegenüber dazu etwas sagen konnte. Da er ihre Frage, ob er ein Einheimischer sei, noch nicht beantwortet hatte, stellte sie sie einfach noch einmal. "Du bist doch von hier, oder?" Diesmal nur anders herum verpackt.
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