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Cruel is the night that covers up your fears
11.08.1016 - 12:00
Anwesen der Familie Henaghen
Muirín Henaghen Ruaidhri Henaghen Ana Henaghen

Make me lose my breath
Muirín Henaghen
Herbstland - Admin
Alter 23
Beruf Prinzessin
Wohnort Ishcateslieve, Farynn
Stand Verlobt
User Nessi
#1
Cruel is the night that covers up your fears
Tender is the one
That wipes away your tears

Die Bürste glitt durch das lange Haar der jungen Frau, während sie sich im Spiegel begutachtete. Vermutlich verbrachte sie schockierend viel Zeit damit sich selbst zu betrachten, ihre Kleider heraus zu suchen und sich etwas rotes Pulver auf die Wangen zu tätscheln. Bevor nicht alles perfekt aussah würed Muirín Henaghen nicht das Anwesen ihrer Familie verlassen, so viel stand fest. Manchmal tauschte sie ihre Kleider sogar mehrmals am Tag, je nach Laune. Ihre Zofe ließ sich nichts anmerken, doch auch wenn die Rothaarige vielleicht nicht mit der Intelligenz einer Gelehrten gesegnet worden ist, so war sie trotzdem eine aufmerksame Beobachterin. Einen tiefen Atemzug hier und einen Seufzer da waren die kleinen Zeichen, die auf ein anstrengendes Leben der Frau hindeuteten, deren einzige Aufgabe es war Muirín unter die Arme zu greifen. Dass die Rothaarige keinen Deut an Mitleid empfand überraschte sie selbst nicht, schließlich war das eben der Lauf der Dinge. Oder? Ehrlich gesagt hatte sie sich da bisher noch gar nicht allzu viele Gedanken drüber gemacht. Oft wurde sie ablenkt - entweder von ihrem eigenen Spiegelbild oder von irgendetwas anderem. Einem Vogel zum Beispiel. Oder einem Schmetterling. Wobei sich nur wenige Tiere bis in die Gebirgsstadt verirrten, denn hier wuchsen nicht besonders viele Pflanzen oder Bäume. Der hohe Salzanteil im Boden und die viele Gesteinsformationen machten es der Flora nicht besonders einfach zu gedeihen.

So schnell war die Zofe mit ihrem vermeintlich anstrengenden Leben schon wieder vergessen.

Mit einem Lächeln auf den Lippen wendete sie sich nun endlich ihrem Spiegelbild ab, strich sich die nicht vorhandenen Falten aus dem Kleid und verließ ihr Gemach. Es war erst mittags, die Sonne stand hoch am Himmel und schien erbarmungslos auf das Anwesen. Es war sehr warm und stickig, weshalb sie sich dazu entschied ins Freie zu gehen. Vielleicht würde sie eine Runde durch das Gelände drehen. Ein Spaziergang wäre jetzt genau das richtige. Außerdem zeugten die weit entfernten Stimmen davon, dass die heißen Quellen jetzt schon einige Besucher hatten. Vielleicht war da ja jemand dabei, dem sie heute Abend, wenn die Sonne längst hinter dem Horizont verschwunden war, 'zufällig' über den Weg laufen konnte.
Schon völlig in Gedanken vertieft streifte sie wie eine Raubkatze durch das Haus und bemerkte dabei gar nicht, dass sie wider Erwarten Gesellschaft hatte.
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Ruaidhri Henaghen
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#2
Normalerweise beschäftigte sich Rory mit anderen Dingen, aber die jetzige Angelegenheit war derart wichtig dass man sie eigentlich gar nicht aufschieben sollte. Immerhin ging es um die Familie. Genauer gesagt um deren Fortbestand. Bis gerade eben hatte er sich noch mit seinem Vater besprochen was fähige Männer für seine Schwestern anbelangte. Denn er wollte mitentscheiden und außerdem.....wenn sie über seine Schwestern sprachen, dann ging es nicht um ihn. Schließlich war er auch noch nicht verheiratet, aber das war wohl ein weniger schweres Verbrechen wie bei seinen Schwestern. Im Vergleich zu den Beiden konnte er nämlich immer noch in 10 Jahren Kinder zeugen. Die biologische Uhr der Frauen tickte allerdings ein wenig anders. Schon jetzt wusste er dass es Muirín nicht gefallen würde, aber was spielte das schon für eine Rolle? Was erwarteten seine Schwestern? Etwa aus Liebe zu heiraten? Es sollte ihn nicht überraschen. Immerhin dachten Frauen ja nicht sonderlich weit. Gute Partien zu ergattern war in ihren Gesellschaftskreisen von großer Bedeutung und er würde sich die Familie ganz sicher nicht kaputt machen lassen weil seine Schwestern aus Liebestrunkenheit irgendeinen dahergelaufenen Straßenjungen heiraten würden. Soweit kam es noch.

Während er auf dem Weg zu den Gemächern seiner Schwester war, kam ihm jede schon entgegen. Hervorragend. Dann hatte er weniger Arbeit und sie konnte ihm nicht einfach die Tür vor der Nase zuknallen.
"Wie läufst du denn rum?", waren seine Worte als er sie zur Begrüßung einmal ausgiebig musterte. Warum legten Frauen immer so viel wert darauf dass ihr Haar gebürstet war? Ihre Kleidung gut hergerichtet war? Würden sie sich so herausputzen wenn es an die Suche nach Ehemännern ging, konnte er das ja unterstützen aber so? Für wen richtete sie sich denn her?
"Deswegen bin ich allerdings nicht hier. Es trifft sich hervorragend dass du meinen Weg kreuzt. Dann können wir das besprechen was schon lange Thema ist und du solltest besser daran Interesse haben und da bleiben. Sonst kann ich ungemütlich werden. Klar?"

Vielleicht klang es gerade wie eine Drohung, aber es war doch so. Wenn sie versuchte dem Gespräch auszuweichen dann würde er sie eben zwingen da zu bleiben. So einfach war das. Er war eh stärker als sie.
"Ich bin im Auftrag unseres Vaters hier. Es geht darum dich nun endlich mal zu verheiraten und es wäre wirklich hilfreich wenn du auch mitmachen würdest", murrte er und stellte sich vor sie damit sie nicht weiterlief. Ob das allerdings etwas brachte blieb abzuwarten.
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Muirín Henaghen
Herbstland - Admin
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User Nessi
#3
Bis eben schien noch die Sonne und das Licht fiel in angenehmen Farben und Formen durch die Fenster ihres Anwesens. Muirín war gut gelaunt aus ihren Gemächern getreten und wollte ins Freie gehen, die frische Luft genießen und sich ein wenig Beschäftigung suchen. Mit Handarbeiten konnte man die junge Frau nämlich jagen - ganz zum Leidwesen ihrer Gouvernante - doch ein wirkliches Geschick für so feine Muster hat sie noch nie bewiesen. Sie war zu unkonzentriert und zu ungeduldig, damit bei solchen Arbeiten auch wirklich etwas Schönes bei raus kam. Immer wieder fiel sie in ihre eigenen Gedanken, dass sie anfing Fehler zu machen und dann alles wieder neu machen musste. Seit einige Zeit hatte sie die Handarbeiten also komplett aufgegeben, doch zu ihrem Leidwesen gab es nur wenig angemessene Beschäftigung für eine junge Frau ihren Alters. Also würde sie sich irgendetwas suchen müssen. Vielleicht ein nettes Gespräch oder ein netter Spaziergang durch die Felswüsten um sie herum. Doch offenbar hatte sie diese Pläne ohne ihren absolut nervigen Bruder gemacht, wie sie just in diesem Moment feststellen musste.

Als er mit eiligen Schritten um die Ecke kam und etwas zu nah vor ihr stehen blieb, trat sie einen Schritt zurück, um etwas Abstand zwischen sich und ihn zu bringen. Seine blaffenden Worte ließen die gute Laune, die sie bis eben gehabt hat, wie eine Seifenblase zerplatzen. "Ich dachte immer, dass Mutter viel Wert darauf gelegt hat, dass wir alle eine gute Erziehung genießen...", überlegte sie laut und verdrehte die Augen. Dass er ihr nicht einmal einen guten Tag wünschen konnte sprach mal wieder für sich. "Ich glaube du wolltest sowas sagen, wie 'Hallo liebe Schwester, wie schön dich zu sehen!'". erwiderte sie und trat einen weiteren Schritt zurück. Am liebsten wäre sie einfach an ihm vorbei gegangen und hätte ihn so, wie er war, im Gang ihres Anwesens stehen gelassen. Manchmal kam er ihr vor wie ein wütender Troll, der den ganzen Tag nichts anderes machen konnte als rumzunörgeln und sich aufzuspielen, als wäre sein Ego tausend Mal größer, als sein eigentlicher Körper.
Leider war Ruaidhris Körper allerdings zumindest so breit, dass sie sich nicht einfach an ihm vorbeischleichen konnte, ohne ihn mindestens an der Schulter anzurempeln. Und darauf ließ sie sich erst gar nicht ein. Immerhin konnte Muirín sich wie ein zivilisierter Mensch benehmen... Im Gegensatz zu ihm.

"Ich weiß ja nicht seit wann du dich meinst so aufspielen zu müssen, aber würdest du einfach mal versuchen nett mit mir zu reden, hätte dieses ganzes Gespräch hier sicherlich eine ganz andere Erfolgsquote", entgegnete sie genervt und gestikulierte einladend, um ihre Worte zu unterstreichen. Es war die Wahrheit, die sie sprach. Zwar wäre das Ergebnis auch bei einem netten Gespräch das gleiche - nämlich dass sie nicht daran interessiert war zu heiraten - aber zumindest hätten sie sich dann vorher nett unterhalten. Aber Ruaidhri hatte seit dem Tod ihrer Mutter offenbar verlernt, wie das ging.

"Wenn du im Auftrag Vaters hier bist, dann kann ich das Gespräch ja auch genauso gut zu einem anderen Zeitpunkt mit ihm direkt führen", versuchte sie ihren großen Bruder abzuwimmeln und spähte nun doch nach einer Möglichkeit sich an ihm vorbei zu schleichen. "Du darfst mich aber sehr gerne auf meinem geplanten Spaziergang begleiten. Aber nur, wenn sich deine Laune dann verbessert", lud sie ihn mit spitzer Zunge ein und bereitete sich innerlich schon auf die nächste Schimpfirade vor.
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Ruaidhri Henaghen
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#4
Rory bemerkte natürlich dass seine Schwester von ihm Abstand nahm aber das war ihm egal. Sollte sie ruhig machen. Eigentlich wollte er etwas auf ihre Worte erwidern, aber als ihre Mutter angesprochen wurde änderte sich das. Er spannte sich an und biss die Zähne zusammen.
"Oh bitte. Als ob sie dich jemals interessiert hat. Wir wurden alle gut erzogen. Wenn du das nicht mitbekommen hast, dann ist das nicht mein Problem", ging er sie dann an. Die verstorbene Fürsten anzubringen war hier doch nie eine gute Idee, aber er war sich sicher dass seine Schwester das mit Absicht getan hatte. Natürlich regte er sich da auf. Bei den nächsten Worten schnaubte er.
"Sehe ich so aus? Hast du das wirklich erwartet von mir? Ernsthaft?"
Kannte seine Schwester ihn überhaupt? Ganz zu schweigen davon dass er froh war wenn er sich nicht zu sehr mit den Frauen der Familie beschäftigten musste, würde er doch niemals so ein Gefasel von sich geben. Liebe Schwester. Pfff.

Muirin nahm noch mehr Abstand von ihm und jetzt war es an Rory die Augen zu verdrehen. Was brachte ihr dieser Mist denn? Das er ihr den Weg versperrte wusste er, aber sie sollte ja auch nicht einfach verschwinden. Hörte sie ihm nicht zu oder war es ihr schlichtweg egal? Was auch immer es war, regte Rory ziemlich auf.
"Aufspielen? Das habe ich wirklich nicht nötig. ICH bin der Erbe des Fürsten von Ishcateslieve. Mich aufzuspielen habe ich wirklich nicht nötig!"
Dieses Gespräch reizte ihn. Mehr als er wohl angenommen hatte. Andererseits.....hätte er etwas anderes erwarten können? Nun wollte sie ihn wirklich abwimmeln und meinte dass sie irgendwann mit Vater sprechen würde. Als ob er anders reagieren würde.

"Du ziehst Vater mir vor? Oh bitte. Ich bin doch wohl das kleinere Übel. Was denkst du würde er dir sagen?", wollte er dann wissen und war lauter geworden. Wesentlich lauter. Anders würde er doch nicht gehört werde. Er musste schreien damit ihn irgendjemand hörte. Anders ging das doch nicht. So bekam er Aufmerksamkeit. So stach er aus der Masse heraus. Nun sollte er zu irgendeinem Spaziergang gehen. Nur wenn sich seine Laune verbesserte? Er hatte absolut keine Lust auf so etwas Langweiliges, aber sein Anliegen war noch nicht beendet. Genervt seufzend verdrehte er die Augen ehe er nickte.
"Fein. Ich begleite dich, aber wir reden über das was ich will und ich gehe nicht eher bis du eine zufriedenstellende Antwort gegeben hast!", murrte er und verschränkte die Arme vor der Brust. Rory musste dran bleiben. Sonst musste er sich diese ganze Situation wieder geben und darauf hatte er wenig Lust.
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Muirín Henaghen
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User Nessi
#5
Cruel is the night that covers up your fears
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Entspannt faltete die Rothaarige die Hände vor dem Bauch und nickte verständnisvoll, während ihr Bruder redete. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, ließ die kleinen Fältchen um ihre Augen ein wenig mehr ans Tageslicht treten. Ein Zeichen dafür, dass sie eben keine 16 Jahre mehr war und nicht mehr so begehrt als Ehefrau, wie noch vor einigen Jahren. Sie wusste das. Und es war ihr egal. Sie hat sich in den letzten Monaten und Jahren so viel mit diesem Thema beschäftigt, dass sie mittlerweile schon nur Herzklopfen bei dem Gedanken daran bekam, dass man sie verheiraten wollen würde. Mittlerweile war Muirín 23 Jahre alt und hat sich bislang erfolgreich davor gedrückt als Ehefrau zu enden. Die Angst, gefangen in einer trostlosen Ehe zu sein, war viel zu groß. Der Wunsch sich selbst zu entfalten und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen viel zu präsent, als dass sie ihn hätte ignorieren können. Die Tatsache, dass sie einfach das falsche Geschlecht hatte, ärgerte sie. Unwissend, dass es auch die Männer nicht immer unbedingt einfacher hatten. Ignoranterweise hat sie sich nie damit beschäftigt, wie der Tag von ihrem großen Bruder aussieht. Hat nie neugierig nachgefragt, ob er denn wirklich viel mehr Freiheiten hatte, als sie. Es interessierte sie schlicht und ergreifend nicht. Es war einfacher sauer zu sein, dass man als Frau geboren war, als zu wissen, dass es so oder so nicht so gelaufen wäre, wie sie es sich wünschte. Es war einfacher sauer zu sein, als anzunehmen, dass das nun mal ihr Leben war.

Die Tatsache, dass ihre Worte ihren Bruder offenbar ziemlich verärgert haben, quittierte sie lediglich mit einem Achselzucken. Es war ihr egal. Sie hörte sowieso nur mit einem halben Ohr zu und war das cholerische Gehabe von ihm sowieso schon gewohnt. Es würde hoffentlich im Verlauf ihres Spazierganges zu einem unangenehmen Rauschen im Hintergrund werden. "Und du meinst, dass wenn du mich anbrüllst, ich dir eher zustimmen werden, ja?", fragte sie augenrollend und setzte sich in Bewegung. Die Tatsache, dass er einfach kein einziges normales Gespräch führen konnte, setzte der Rothaarigen mittlerweile schon etwas zu. Statt einfach mal eine nette Begrüßung von sich zu geben, begann er immer direkt damit rum zu pöbeln und seine Unzufriedenheit an ihr auszulassen. Vielleicht ja sogar ein Indiz darauf, dass es sich als Mann auch nicht so viel besser lebte, als als Frau?

"Also - Fürst unserer geliebten heißen Quellen. Was kann ich tun, damit ich meinen Spaziergang danach in Ruhe alleine weiter genießen kann? Und ich wäre dir sehr verbunden, wenn du deine Lautstärke etwas senken würdest, meine Kopfschmerzen bringen mich so schon fast ins Grab", erwiderte sie in normaler Lautstärke und verließ mit Ruaidhri zusammen das Anwesen der Familie Henaghen. "Ich weiß - es geht ums Heiraten, so viel habe ich vorhin schon mitbekommen. Aber... was sind denn die Optionen? Gibt es überhaupt welche? Habt ihr schon Männer zur Auswahl? Oder wie ist da der Stand der Dinge?", fragte sie und hoffte ihn so etwas milde zu stimmen. Sie hatte nicht vor mitzumachen und zu heiraten, aber vielleicht würde er ja endlich Ruhe geben, wenn sie wenigstens so tat, als interessiere sie sich für dieses Gesprächsthema.
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Ruaidhri Henaghen
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#6
Hier trafen zwei Welten aufeinander die unterschiedlicher nicht sein konnten. Rory hatte das Gefühl dass seine Schwester dachte sein Leben sei besser und einfacher nur weil er ein Mann war. Als ob er dadurch mehr Freiheiten hätten und alles tun konnte was er wollte. Pah. Dem war wirklich nicht so. Schön wäre es. Immerhin legte er sich ja nicht zum Spaß an der Freude mit seinem Vater an. Nein. Rory sah es nicht ein sich selbst aufzugeben nur weil das Oberhaupt der Familie andere Vorstellungen hatte. Auch wenn sein Verhalten oft nicht nachvollziehbar war für andere, für ihn war es das und er verhielt sich so auch nur der Familie gegenüber. Denn da konnte er es. Da wusste er dass er dem Ruf der Familie nicht schadete. In der Öffentlichkeit konnte und durfte er sich so etwas nicht erlauben und das würde er auch nicht tun.

Die Aussage der Jüngere sorgte dafür dass er wieder einmal genervt die Augen verdrehte.
"Anders begreift ihr Weiber das ja nicht. Also bin ich daran auch nicht Schuld."
Sie hätten diese ganze Situation nicht wenn er ernst genommen werden würde und da das nicht der Fall war, musste seine Schwester nun mit den Konsequenzen leben. Als sie sich in Bewegung setzte, tat es Rory es ihr gleich und hörte ihre Worte. Lässig steckte er die Hände in die Hosentaschen und überlegte erst sie nicht anzusehen, tat es aber dann doch.
"Was du tun kannst? Nun du kannst dich auf Gespräche mit mir einlassen denn ich.....bin immer noch das kleinere Übel und würde zu deinen Gunsten entscheiden. Auch wenn du mir das natürlich nicht glaubst."

Zumindest würde es Rory versuchen. Denn wenn sie mit ihm sprach und nicht mit ihrem Vater konnte er versuchen zumindest ein bisschen Einfluss auf die ganze Situation zu nehmen und irgendwann würde es dazu kommen. Irgendwann konnte sie nicht mehr so weitermachen. Es war nur eine Frage der Zeit und er fragte sich warum sein Vater bei ihr so geduldig war. Wenn man es denn so nennen konnte. Seine Lautstärke senkte er während er sprach und musterte sie dann doch für einen Moment besorgt.
"Wie schlimm sind denn die Kopfschmerzen? Nicht dass du noch umkippst."
Dann wäre der Spaziergang vorbei und sein Anliegen erledigt. Außerdem wollte er nicht dass es seiner Schwester schlecht ging.

Ein ehrliches und zufriedenes Lächeln stahl sich auf seine Lippen als sie sich auf ihn einließ und er hörte ihr zu. Nachdem sie fertig gesprochen hatte, dachte er für einen Moment nach und antwortete ihr erst einen Augenblick später.
"Deine Optionen finde ich nicht all zu toll, aber was will man machen? Du musst deinen Stand entsprechend heiraten oder zumindest jemandem aus dem höheren Volk. Viele Gute gibt es davon nicht. Die ganze Sache wäre einfacher wenn du ein paar zu Auswahl stellen würdest. Ich könnte dann mit Vater darüber sprechen und vielleicht lässt er ja zu dass du einen Mann deiner Wahl heiratest und das wirst du müssen. Früher oder später.....", fing er dann an und holte tief Luft ehe er die nächsten Worte sprach.

"....und ich habe keine Lust auf diese Situation. Auf den Zwang. Ich weiß heiraten findest du nicht so super, kann ich verstehen. Wenn ich nur daran denke, dreht sich mein Magen um, aber du wirst nicht drum herumkommen und ich möchte nicht dass du es dir nur noch schwerer machst."
Verstand sie was er meinte? Wurde der Inhalt seiner Botschaft deutlich? Sie müssten alle so oder so heiraten. Warum dann nicht jemanden mit dem sie auskommen oder sich zumindest arrangieren könnten?
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Muirín Henaghen
Herbstland - Admin
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User Nessi
#7
Cruel is the night that covers up your fears
Tender is the one
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Es war das erste Mal seit... ja, seit wann eigentlich? Es war so lange her, dass ihr großer Bruder so ruhig und entspannt mit seiner Schwester und Prinzessin geredet hatte, dass die Rothaarige in den ersten Augenblicken ganz überwältigt war. Seinen Kommentar, dass 'die Weiber das ja sonst nicht anders verstünden' ignorierte sie an dieser Stelle ganz geflissentlich. Er war kein Mann großer Worte, wusste offenbar nicht so recht, was diese in Anderen auslösen konnten, denn sonst hätte er sie wohl mit größerem Bedacht gewählt. Ehrlichweise fiel es der jungen Frau allerdings auch schwer ihm das vorzuhalten, immerhin wurde er von ihrem Vater unter seine Fittiche genommen und Tiernan Henaghen war nicht unbedingt dafür bekannt viel zu reden. Schon gar nicht über Gefühle und Gedanken. Taten waren das einzige, was zählte. Am besten ohne irgendwelche Worte, wenn es nach dem Familienoberhaupt ging. Den Sinn dahinter hat er noch nie verstanden und Muirín war sich sicher, dass es sich nicht einmal Mühe gab daran etwas zu ändern. Hätte sie ein wenig mehr Empathie besessen, als es nun mal der Fall war, hätte sie sicher so etwas wie Mitgefühl für Thordis haben können, die sich mit diesem Griesgram jeden Tag herumschlagen musste. Muirín hoffte für die junge Frau, dass er wenigstens im Schlafzimmer nicht handgreiflich wurde - wobei sie das ehrlicherweise bezweifelte. Vielleicht einfach besser nicht darüber nachdenken.

"Es geht schon, danke. Ich sollte mehr Wasser trinken, dann ginge es bestimmt noch besser", erwiderte sie auf seine überraschende Sorge bezüglich ihrer Kopfschmerzen. Sie hatte häufiger damit zu kämpfen, dass ihr Schädel sich anfühlte, als würde er jeden Moment explodieren, doch bislang hatte sie nur wenig zufriedenstellende Lösungen dafür gefunden. Was tatsächlich half war das Vergnügen mit den Männern, aber das würde sie ihrem großen Bruder sicher nicht unter die Nase reiben. Wenn er wüsste, wie promiskuitiv sie ihre Freizeit verbrachte würde er sie im Anschluss vermutlich einsperren und enterben. Vielleicht auch in die Wildnis schicken, wer weiß das schon bei seinem cholerischem Gemüt.

"Ich darf Männer zur Auswahl stellen?", fragte die Prinzessin mit einer Tonlage höher als sonst. Bislang war ihr nicht bewusst, dass man ihr überhaupt ein Mitspracherecht einräumte. Vielleicht hätte sie ihrem Bruder in den letzten Wochen doch mal zuhören sollen, dachte sie beschämt und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das laufende Gespräch. "Eine Hochzeit als solche ist vielleicht gar nicht das Problem", erwiderte sie nach einigen Sekunden Schweigen und sprach damit das erste Mal aus, was ihr durch den Kopf ging. "Das Problem ist eher die Kontrolle, die durch Euch damit ausgeübt wird", gab sie leise zu und überraschte sich selbst durch solch ehrliche Worte. Jetzt, wo Rory selbst ruhig und gelassen war, konnte es Muirín ihm gleich tun. Es jedenfalls versuchen. Immerhin versuchte er auch sein bestes sie nicht anzuschreien. Sie näherten sich offenbar ein wenig an. "Ich bin bislang noch nie aus Ishcateslieve raus gekommen. Vielleicht könnten wir einen Besuch bei einer anderen Fürstenfamilie einplanen, um potentielle Ehemänner kennen zu lernen?", brachte sie ihre Gedanken zur Sprache und zuckte mit den Achseln. Wahrscheinlich war es eine dumme Idee. Eine dumme Idee von einem dummen Weib. Die Rothaarige blinzelte ein paar Mal verstört über die eigene Degradierung ihrer Gedanken. Die Gesellschaft war nun mal so gebaut. Männer hatten die Familien mit strenger Hand zu führen und Frauen hatten das zu tun, was man ihnen auftrug. Und Kinder zu gebären. Beim letzten Gedanken stieg ihr Galle hoch. Diesen Körper mit einer Schwangerschaft ruinieren?? Das wäre eine Schande!

Während die beiden Geschwister nebeneinander her liefen und das Anwesen der Henaghens hinter ihnen kleiner und kleiner wurde, entdeckte Muirín plötzlich eine Gestalt in dem felsigen Garten sitzen, der sich kilometerweit vor ihrer Haustüre erstreckte, bis die eigentlichen heißen Quellen anfingen.
"Bruder, sieh nur, da sitzt Ana", wies sie ihren Bruder darauf hin und zeigte mit dem Finger in die Richtung ihrer Schwester. "Vielleicht fragen wir sie auch mal, was sie von einer kleinen Reise in ein anderes Fürstentum hält?", fragte sie vorsichtig und sah ihren Bruder aus großen runden Augen an. Es war das erste Mal, dass man ihr ein Mitspracherecht eingestand und sie spürte, wie das die imaginären Fesseln um ihre Handgelenke plötzlich ein wenig lockerte.
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Ruaidhri Henaghen
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#8
Eine sehr gute Idee. Wenn sie wusste dass sie zu wenig trank, warum tat sie dann trotzdem? Frauen. Rory verstand sie einfach nicht. Ihm war absolut nicht daran gelegen dass seine Schwester umfiel. Nicht dass er sich nicht um sie kümmern würde, aber er war nicht unbedingt sozial umgänglich.
"Dann trink mehr. Schwer sollte das ja nicht sein", murrte er unzufrieden mit der Antwort. Doch was sollte er auch anderes erwarten? Womit hatte er gerechnet. Vielleicht sollte er einen Diener losschicken etwas zu trinken zu holen? Nicht dass sich seine Schwester zu sehr an seine Fürsorge gewöhnte.

Würde seine Schwester ihm auch nur einmal zuhören, dann würde sie diese blöde Frage nicht stellen. Das Thema war nicht unbedingt einfach.
"Diese Möglichkeit gebe ich dir. Vater würde sich vielleicht auch dazu breitschlagen lassen, wenn es überzeugende Männer wären. Im Grunde muss man ihn nur überzeugen und dann könnte es gelingen und um ehrlich zu sein", fing er auch diesmal wieder an und stoppte kurz.
"...ist es mir lieber du suchst dir einen Mann aus bei dem ich sicher sein kann dass er gut mit dir umgeht, als dass Vater dir jemanden sucht den er gut findet und du leidest für den Rest deines Lebens."

Denn so ein großes Arschloch war er dann auch nicht. Er wollte nicht dass seine Schwestern litten. Auf gar keinen Fall. Nur war die Suche nach dem Ehepartner nicht unbedingt so einfach. Für keinen von ihnen. Die Hochzeit war weniger das Problem, sondern eher die Kontrolle die ihr Vater und er auf sie ausübten? Rory seufzte. Musste er ihr das wirklich erklären?
"Verstehe ich. Ich mag es selber nicht ständig kontrolliert zu werden. Nur ist die Auswahl des Ehepartners eine weitaus wichtigere Angelegenheit. Hier geht es um den Stand und das Ansehen der Familie. Um die Zukunft der Familie. Etwas, mit dem Ana und du euch nicht so sehr beschäftigten musstet wie ich. Es muss kontrolliert werden ob das alles gesichert werden kann durch euch. Das können wir nicht so schweifen lassen. Verstehst du das?"

Waren seine Schwestern umgänglicher wenn er weniger Kontrolle auf sie ausübte? Wenn sie ihre Leben freier gestalten konnten? Rory war sich nicht sicher, aber ihm lag das auch nicht so unbedingt. Ihr Vorschlag gefiel ihm ziemlich gut. Sehr gut um genau zu sein. Das könnte sich gewiss einrichten lassen.
"Damit könnten wir Vater vielleicht auch zufriedener Stimmen. Ich spreche mit ihm und werde es als meine Idee ausgeben. Dann sind sicherlich die Chancen höher dass er zustimmt. Vielleicht ist ja jemand dabei? Möglich war es alle mal."

Sicherlich war die ein oder andere Familie schon etwas älter, aber auch sie hatten nachkommen. Irgendjemanden würden sie schon finden. Vielleicht ja auch jemanden der gut hineinpasste in die Familie? Rory gefiel der Gedanke nicht dass seine Schwestern ihn verlassen würden, aber vermeiden ließ sich das wohl leider nicht. Die ganze zeit über liefen sie und kamen den Gärten näher. Muirín war es nun die ihre Schwester entdeckte. Ana saß in den Gärten. Warum wunderte es ihn nicht? Es überraschte ihn auch nicht dass sich seine Schwester eine weitere Meinung von einer weiteren Frau einholen wollte. Genervt verdrehte er die Augen.
"Wenn du meinst dass das etwas bringt", stimmte er dann zu und murrte wieder. Sie gegen also zu Ana.
"Hallo", begrüßte er sie distanziert und ließ seine Schwestern miteinander interagieren. Was sollte er auch schon sagen? Muirín wollte Ana mit einbeziehen. Nicht er.
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Ana Henaghen
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#9


Ana war schon vor Stunden in den Garten gegangen, um in Ruhe an ihrem Bild weiterzumalen und wie so oft, vergaß sie die Zeit, während sie auf einer Bank saß und ihr Bleistift über das Papier flog, ihr Blick konzentriert. Sie ging gerne in den Garten, vorallem wenn die Sonne schien. Sie konnte die Bediensteten, die sich um ihre Aufgaben kümmerten, hören, doch sie waren etwas weiter weg bei den Kräutern und das war für Ana in Ordnung, denn wenn sie malte, hatte sie gerne ihre Ruhe, dann konnte sie sich besser auf ihr Bild konzentrieren und sie saß eine Weile schon an ihrem Bild. Sie war nicht so zufrieden damit und war sich nicht so sicher, was sie daran anders machen könnte. Sie hielt das Blatt etwas hoch und legte den Kopf leicht schief während sie überlegte, was genau sie nicht mochte und was sie verbessern könnte. Ihre Mutter hatte immer gesagt, wenn sie nicht weiterkam, dann solle sie eine Pause machen. Nach einiger Zeit würde es dann klappen. Doch die rothaarige konnte ungeduldig sein. Sie setzte wieder ihren Stift an, als sie Schritte hörte. Sie hob ihren Blick und sah ihre Schwester und ihren Bruder. Die Begrüßung ihres Bruders war leise und es war, als hätten sie am gestrigen Abend kein nettes Gespräch geführt und sich sogar umarmt so wie damals als sie Kinder gewesen waren. Die rothaarige war nicht wirklich darüber verwundert, ihr Bruder würde sicher nicht vor irgendjemanden zugeben, dass er Emotionen gezeigt hatte, Ana war deswegen jedoch nicht wütend. Sie zeigte auch nicht viele Emotionen, seitdem sie ihre Mutter verloren hatten. Sie zog sich zurück und sprach darüber mit niemanden. Darüber zu sprechen war einfach zu schwer. Es war einfacher, es für sich zu behalten. Doch am gestrigen Abend als sie mit Rory gewesen war, hatte sie darüber gesprochen, sie wusste nicht genau warum, doch es war schön gewesen, mit ihrem Bruder zu sprechen und ihm nahe zu sein. Doch es war dennoch schwer und es war immer noch leichter, sich zurückzuziehen und nicht darüber zu sprechen.

"Hallo", erwiderte sie an ihn und Muírin und sah wieder auf ihr Blatt, sie vermutete, dass die beiden an ihr vorbei laufen wollten und sie nur kurz begrüßt hatten, doch nach ein paar Sekunden, merkte sie, dass sie immer noch vor ihr standen und sie sah wieder auf. Etwas verwirrt sah sie zwischen Rory und Muírin hin und her. So konnte sie nicht malen, also sah sie ihren Bruder und ihre Schwester erwartungsvoll an. Ob sie etwas wollten? Wenn sie noch Kinder wären, würde sie glauben, sie hätten etwas angestellt oder wollten etwas anstellen. Doch sie glaubte kaum, dass es nun dasselbe war...oder? Sie hoffte, dass sie nichts angestellt hatten, das würde nur für Ärger sorgen und das wollte sie bestimmt nicht. "Kann ich etwas für euch tun?"
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Cruel is the night that covers up your fears
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Sie spürte die Wut, die unter der Oberfläche ihres Bruders loderte. Er gab sich Mühe - und genau das würde sie ihm auf jeden Fall zugute halten - doch das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ruaidhri keinen Funken Geduld in seinem Blut hatte. Am besten lief alles so, wie er sich das vorstellte. Wenn das nicht der Fall war, dann brachte ihn das in der Regel schon so dermaßen aus der Ruhe, dass man besser auf Abstand gehen sollte, denn dank ihres emotional verschlossenen Vaters hatten sie natürlich alle nie gelernt mit ihren Gefühlen umzugehen. Ana zog sich oft komplett zurück und sprach gefühlt tagelang kein einziges Wort, drückte alles durch die Bilder aus und verarbeitete so ihre Gefühle. Muirín hatte die körperliche Ablenkung für sich entdeckt und streifte oft noch abends durch die gewundenen Gassen zwischen den heißen Quellen und hatte schon das ein oder andere Schäferstündchen im warmen Wasser mit einem fremden Mann verbracht. Darüber nachzudenken, was eine Hochzeit für sie bedeuten würde, überforderte sie maßlos. Sie wusste nicht wohin mit ihren Gefühlen, verstand nicht, was es bedeutete sich damit auseinander zu setzen, weshalb sie sich einfach dazu entschieden hatte so gut es ging gar nichts zu fühlen. Angst, dass ihr Vater sie bei ihren spaßigen Auseinandersetzungen entdeckte? Fehlanzeige. Sorge vor einer Heirat, bei der sie ab einem gewissen Zeitraum nichts mehr mit zu reden hatte, weil sie sich jede Geduld der Männer verspielt hatte? Tja, dann war das eben so. Dass sie sich womöglich selbst damit Steine in den Weg legte, verstand sie nicht.
Und Rory hatte die vermutlich unangenehmste Art und Weise entwickelt, wie er mit seinen Gefühle umging: mit Wut und Sturheit. Wenn er nicht seinen Willen bekam - und das am besten gestern! - dann wurde er wütend und laut. Seine Stimme erhob sich, sein Speichel flog durch die Luft, weil er so atemlos schrie und gehört wurde er dadurch trotzdem nicht besser. Alle drei Geschwister waren unfähig sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Unfähig zu fühlen, weil ihr Vater ihnen nie gezeigt hat, wie das funktioniert. Unfähig zu lieben, weil ihre Mutter vor vielen Jahren verstorben ist und anstatt zu trauern Tiernan direkt eine neue Frau geheiratet hat.

Ein leises Seufzen benetzte ihre Lippen und durch ein sanftes Kopfschütteln holte sie sich selbst wieder in die Realität zurück. Sie standen im Garten ihres weitläufigen Anwesens und hatten neben ihrer Schwester gestoppt, die offenbar sehr konzentriert an einem Bild arbeitete. Als die Prinzessin ihre grünen Augen über das Papier gleiten ließ, blieb ihr der Mund offen stehen. Es war - wie das meiste, was Ana zauberte - ein wunderschönes Bild geworden. Doch das kritische Stirnrunzeln ihrer Schwester war Hinweis genug darauf, dass sie selbst mehr als unzufrieden war.
"Wir hatte gerade eine Idee und würden dir gerne davon erzählen", erklärte sie sanft und schenkte ihr ein Lächeln. Manchmal hatte Muirín das Gefühl, dass ihre Schwester wie ein scheues Reh war. Sprach man sie zu laut oder zu plötzlich an, schreckte sie hoch und wollte am liebsten wegrennen. "Unser verehrter Bruder versucht ja schon des Längeren uns beide zu verheiraten", erklärte sie mit einem zweifelnden Blick in Richtung Rory und versuchte noch mal tief durchzuatmen. Alles, was er auf dem Weg hier hin erklärt hatte, tauchte wieder in ihrem Gedächtnis auf. Die Tatsache, dass er ihrem Vater die Idee unterbreiten wollte in ein anderes Fürstentum zu reisen und dass es sicher keine schlechte Idee war, das als seine eigene Überlegung auszugeben. Die Henaghen musste aufpassen, sich über diesen Gedanken nicht in ihrer Wut zu verlieren. Aber viel wichtiger war, dass sie diese Reise unternahmen. Wer nun die Lorbeeren dafür einheimsen würde, war ihr eigentlich egal. Sie wollte einfach nur ihre Ruhe vor ihrem Bruder und ihrem Vater. Mehr nicht.

"Wir würden gerne in ein anderes Fürstentum in Farynn reisen, um andere Prinzen kennen zu lernen", erklärte sie mit weicher Stimme und versuchte sich an einem Lächeln. "Und außerdem könnten wir da vielleicht auch eine Frau für unseren Bruder finden", dieser Gedanke war ihr erst eben gekommen, doch die Tatsache, dass er nach ein paar angenehmen Stündchen mit einer Frau vielleicht deutlich umgänglicher war, spornte sie zusätzlich an. "Was hältst du davon?", fragte Muirín aufgeregt ihre Schwester und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

An ihre Bruder wendete sich die Rothaarige allerdings auch noch mal kurz, um ein Thema von gerade eben noch mal aufzugreifen. "Wir werden aber nicht diejenigen sein, die den Namen Henaghen weiter tragen werden. Das ist deine Aufgabe. Du brauchst fast noch dringender ein Eheweib, als wir einen Mann brauchen", die Spitze in seine Richtung konnte sie sich einfach nicht verkneifen.
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