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Bleeding Sun
01.10.1016 - 16:30
Strand und Straßen von King\'s Portal

In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#11
Zunächst waren sie also Händler und Kunde. Oh, wie unverschämt dieser Mann doch seine Spielchen spiele. Und wie unverschämt leicht er es schaffte, Aurelias Aufmerksamkeit zu halten, obwohl sie ihn eigentlich schon als frechen, schamlosen Mann abgestempelt hatte. Nichtmal seinen Namen hatte er ihr verraten, was unter anderen Umständen das Grundgerüst des Gesprächs geschaffen hatte. Wie sollte sie dann überhaupt einem Wort glauben, das aus diesem verfluchten, intelligenten Mund kam? Und warum musste in seinen Augen mehr Scharfsinn ruhen, als ihr lieb war? Warum trieb ihr sein Kommentar über die Perlensammlung, die er sehen wollte, die Röte in die Wangen, was sie nur mit schnippischen Antworten überdenken konnte? Verflucht war dieser falsche Händler mit seiner goldenen Zunge. Leider gefiel Aurelia die Art, wie er sie von der Seite ansah und mit ihr redete, ein wenig zu gut. Sie würde trotzdem lieber Heofaders Füße küssen, als sich — und ihm — das zuzugestehen.
„Perlen, statt Kleidung tauschen zu müssen. Ah.“
Die Wirtstochter konnte nicht ganz umhin, einen Seitenblick zu dem Händler zu werfen und den offenen, mit Ornamenten verzierten Mantel genauer zu betrachten. Viele Männer hier in Castandor, selbst Händler, bevorzugten einfache Hemden, oder gingen mit der Mode und trugen Schultertuniken. Ließ sie gelehrter wirken, auch wenn sie nicht das Gold hatten, an der Universität zu studieren oder Richter zu werden.
„Bei uns verliert man Kleidung eher, wenn man auf die falschen Karten setzt“
, meinte Aurelia schließlich.
„Ihr würdet Euch hervorragend bei den Spielleuten machen, wisst Ihr. Die nehmen Euch auch gerne mit weniger Kleidung.
“ Sie nahm ihn auch mit weniger Kleidung… Wenn sie ihm nur die Chance gab, ihr noch ein wenig länger Honig um den Mund zu schmieren. Oh, wie sie sich doch nur selbst dafür verfluchte.

Mittlerweile waren sie an den Marmortreppen angekommen, die direkt vom Strand in das Universitätsviertel führten. Eine Gruppe von Männern in Schultertuniken saß auf den Stufen und diskutierte, während einer von ihnen mit einem Stock Kreise in den Sand zeichnete. Das war kein seltener Anblick hier, Gelehrte, welche sich die Welt erklärten. Aurelia schlüpfte auf den Stufen in ihre Sandalen, nachdem sie sich den Sand grob von den Fußsohlen gewischt hatte. Ihr Rock war vom Wind bereits wieder so trocken, dass er nicht mehr an ihren Beinen klebte, als sie die wenigen Stufen nach oben nahm.
„Man merkt Euch eure Heimat an. Der Akzent, die Haut. Ihr riecht auch so, wie ich mir Matariyyaner vorstelle, die nicht ein paar Tage auf dem Schiff vegetiert haben.“
Was sagte das über sie aus, dass ihr das aufgefallen war? Immerhin hielt sie ihren Blick stur auf der staubigen Straße vor sich, die sich langsam für Pferde und Wagen öffnete. Weg von der Strandpromenade kreuzten mehr Menschen ihren Weg, die sich nicht nur mit Philosophie und Vergnügen beschäftigten, sondern ihren täglichen Geschäften nachgingen. Der Markt schien langsam zu schließen, weshalb viele Bürger ihre Waren auf Karren und Esel verluden. Viele von ihnen lebten am Rande der Stadt, wusste Aurelia. Die großen weißen Gebäude, welche die Strandpromenade rahmten, waren den Gelehrten und Administratoren vorbehalten.
„Und? Passe ich Eurer Meinung nach hierhin?“
, fragte sie in leicht spöttischem Unterton, sich unterschwellig über seine Frage lustig machend. Ihr Blick verriet allerdings tatsächliches Interesse. Wenn ein Fremder ihr sagte, dass sie woanders besser aufgehoben wäre, bestätigte das nicht ihr Gefühl, dass sie hier raus musste? …doch wohin?
„Wo müsst Ihr eigentlich hin? Oder wollt ihr mich bis nach Hause verfolgen?“
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Sommerland
Nadir ben Sahid
Sommerland
Alter 44
Beruf Prinz von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Pat
#12
Nadirs nicht kleiner Erfolg bei Frauen war wohl auch dem geschuldet, dass er sich seiner dennoch nie vollends sicher war. Nein, er ging nicht in das Gespräch und war sich sicher, dass er die Dame mit Leichtigkeit um den Finger wickeln konnte. Er war sich vollends sicher und bewusst, dass er auch ... "scheitern" konnte. Dennoch blieb am Ende ein Gespräch, das hier und da Nuancen von dem bot, was sein könnte - ganz unabhängig davon, wie es ausging. Zugleich hätte sie ihn wohl längst abgewürgt, wäre da nicht ein Interesse vorhanden. Ähnliches galt für ihn: Die beiden neckten sich zwar, aber sie fanden den anderen auch interessant - etwas, was durchaus von Vorteil war. Und den - wenngleich subtilen - Blicken zu urteilen, ging Nadir doch davon aus, dass sie immer mal wieder hinsah und ihn begutachtete, was er - ebenso subtil - nur zurück gab. Dass der Körper ihm zugleich gefiel, das war ihm und seinen Blicken wohl ebenfalls zu entnehmen. Und dass sie gerade nicht die gehorsame, anbiedernde Dame war, mit denen er als Prinz oft leben musste, bot ungeheure Neugier darüber, dass sie in vielen Belangen eine interessante Frau sein musste.

Insofern genoss er den kurzen Moment, in dem sie die - vergleichsweise - knappe Kleidung des Mannes begutachtete. Klar, sie war vollends angemessen und für das Volk hier doch zu freizügig. Zugleich sollte kein Mann oder Frau hier behaupten, dass das etwas schlechtes war. Sie zogen einander an, dass Freizügigkeit schlecht war - doch würde sich einer bei der Frau beschweren, wenn sie mehr oder zu viel trug? Wahrscheinlich nur jene neidischen Leute, die nicht in den Genuss kamen.
"Perlen eignen sich nicht so gut als Kleidungsersatz, fürchte ich."
, entgegnete er mit einem verschmitzten Lächeln und kam nicht umhin, sich dies vorzustellen - für ihn und für sie.
Es wäre wohl leichter, in ihren Kopf zu blicken, um bewusster auf das zu reagieren, was sie sagte. So oder so bot sie ihm auch immer wieder die ein oder andere Möglichkeit, anzuknüpfen. Dabei riskierte er zwar, aber das war es wert:
"Oh, ich fürchte, dass ich mit den Regeln hier nicht so vertraut bin. Und ich bin kein Glückspilz."
, entgegnete Nadir nachdenklich.
"Womöglich wäre das für mich nur ein kurzes Spiel."
Den Rest überließ er ihrer Fantasie, die schmutziger war als zugegeben und sich doch stets selbst abbremste.
"Ihr spielt nicht zufälligerweise gerne Karten?"
Vielleicht konnte er sie damit ja geschickt herausfordern.

Er konnte nicht verneinen, dass dies ein imposanter Anblick war. Mataryya bot auch imposante Gebäude und Anblicke, sie waren aber anders. Für einen Moment stand nicht mehr die junge Frau in seinem Fokus, sondern die Gebäude und all die Gelehrten. Zugegeben: Er war nicht das erste Mal hier, aber er war doch stets fasziniert vom Anblick. Und: Er sollte zumindest seine Fassade aufrechterhalten, dass er nicht der Prinz war, der regelmäßig in die Stadt kam - sondern der Händler für ... ja, wofür eigentlich? Sein Blick wanderte zu ihr zurück - als sie die Sandalen anzog und ihm dabei der mittlerweile trockene Rock auffiel (- nun gut, womöglich fiel ihm dies durch subtile Blicke, in denen er hinter ihr war, bereits vorher auf).
Nadir kam nicht umhin, auf ihre Bemerkung breit zu lächeln.
"Ist das etwa ein Kompliment?"
, fragte er dabei humorvoll direkt, denn so klang es jedenfalls. Und ihn interessierte doch, wonach Matariyya roch. Lavendel? Minze? Gewürze? Auch sie roch wohltuend, was nicht zwangsläufig immer garantiert war. Die angenehme Duftnote flog ihm dabei stets entgegen, wie sie - verdeckt mit schnippischer und provokanter Art - vor ihm her spazierte.

Die Frage der Fragen stand im Raum. Die Dame, dessen Name er auch nicht kannte, wirkte zwar spöttisch und doch unfassbar interessiert - so interessiert, dass er nicht darauf antworten wollte - noch nicht. Vielmehr stellte er nach einem Moment des Nachdenkens ein Angebot in den Raum.
"Hm. Ich hätte eine Vermutung. Wenn Ihr jedoch eine fundierte Antwort wollt, brauche ich noch etwas mehr Zeit."
Den Abend womöglich, im Idealfall die Nacht. Lustigerweise war die Liebeskunst kein unwichtiges Thema, wenn es um Herkünfte ging, so konnte er es aber wohl kaum formulieren.
Es war wohl ein Wendepunkt erreicht, an dem Nadir und Aurelia quasi voreinander standen. Er war wohl der letzte Mann, der Frauen bedrängte - vielmehr folgte er einer nonverbalen Einladung und es galt jetzt zu entscheiden, wie weit sich diese Einladung noch zog.
"Oh, ausnahmsweise habe ich heute kein Ziel, also folge ich Euch auch bis nach Hause, wenn ihr mich dazu einlädt. Oder wo auch immer Ihr mich hinführt, ich bin ja quasi ein Fremder in der Stadt."
, sprach der Matariyyaner charmant und höflich.
"Gewiss verabschiede ich mich aber auch höflich, wenn Ihr dies wünscht."
[Bild: Pedro-Pascal-Signatur.png]
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In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#13
Sie gab ihm zu viele Aufhänger, oder? Zu viel Raum, um seinen Charme spielen zu lassen, wie er mal um mal bewies und Aurelias Gedanken mit Bildern speiste, die anderen Frauen die Farbe ins Gesicht hätten steigen lassen. Vielleicht wollte sie auch genau das - von ihm herausgefordert, gereizt zu werden, weil sie wusste, dass es sich eigentlich nicht gehörte. Er war ein Fremder, hatte ihr nicht einmal seinen Namen verraten oder nach ihrem gefragt. Sein Auftreten schrie nach Fremde, und doch stand sie hier und stellte sich vor, wie sein Blick an ihrem Körper hinunter wandern würde, wäre sie nur in Perlenketten gekleidet. Mehr als ein Schnaufen erntete er nicht von ihr, weil sie ein wenig ihren Biss verloren hatte. Verdammter Charme und alles, was in Begleiterscheinung kam.

“Ich gewinne gerne”
, gab Aurelia zu und warf dem Mann hinter sich einen längeren Blick zu. Nein, sie amüsierte sich nicht über das Bild, das er angedeutet hatte, er halbnackt in einer Gruppe von lauten, grölenden Seemännern, die alle kein Kupfer mehr im Geldbeutel hatten und deswegen um ihre Kleidung buhlen mussten. Der kompetitive Ansatz hingegen, das Ich würde dich gerne verlieren sehen, funkelte dunkel hinter ihren braunen Augen.
“Und ich bin gut in Kartenspielen. Gegen mich werdet Ihr nur leiden.”
Weil sie sich vielleicht gerade dazu entschieden hatte, ihn lange im Spiel zu behalten, sollte er wirklich so schlecht sein wie behauptet. Glück in der Liebe also…?

Was hatte er nur an sich, dass sie ihren Abend schon mit ihm im Bilde sah, wie er in der Taverne auf sie wartete und sie sich dann davon stahlen. Sie war an den Strand gekommen, um Zeit für sich zu haben, nicht um Männer kennenzulernen, die nach einem Fehler schrien. Sie konnte ihn ja wohl kaum mit nach Hause nehmen, wo ihre Mutter ihren Schuh nach ihr schmeißen würde. Sicher konnte sie ihn nicht hoch auf ihr Zimmer schmuggeln unter den Argusaugen ihrer Schwester, der sie keine Rede und Antwort schuldig sein wollte. Fakt war, dass sie nicht mehr lange hatte, bis sie die Weinkrüge in die Hand nehmen und die Kundschaft in der Familientaverne bedienen musste. Fragte sie ihn deswegen, ob er die Absicht hatte, sie zu begleiten, als würde sie nur darauf warten, dass sich ihre Wege wieder trennten? Nein, sie wollte, dass er blieb. Mindestens die Antwort auf ihre Frage, die er so vage nach hinten verschob, war er ihr nun schuldig.
Aurelia verlangsamte ihren Schritt und ließ sich Zeit mit der Antwort, aber es wäre gelogen, wenn sie wirklich ihre Möglichkeiten abwägte, geschweige denn rational entschied. “
Also keine Termine? Kein Abendessen, zu dem Ihr eingeladen seid? Sicher habt Ihr wichtige Geschäfte in der Stadt zu erledigen”
, zweifelte sie seine Worte an und beobachtete aus den Augenwinkeln, wie er reagierte. Es kam ihr wahrlich unwahrscheinlich vor, dass er derartig viel freie Zeit hatte, um einer Frau nachzustellen - dann wiederum schmeichelte es einen Teil von ihr, der die Aufmerksamkeit gerne hatte wie eine Katze, die Wärme suchte.
Verflucht sei das Familiengeschäft, sie hätte ihn gerne in der Stadt herumgeführt und mit ihm Karten gespielt, wie er es angedeutet hatte. Eventuell hätte sie sogar absichtlich verloren, bis nur noch eine Perlenkette einen mickrig geringen Anteil ihrer Haut verdecken würde. Aber Aurelia war keine Händlerin, die sich ihre Arbeitszeiten scheinbar aussuchen durfte - er musste ein reicher Händler sein, wenn er sich derartige Freiheiten erlauben konnte -, sondern nur eine Tochter mit Verpflichtungen.
Den Blick nach vorne gerichtet, vorbei an einem Esel mit Schriftrollen auf dem Rücken, antwortete sie schließlich:
“Ich fange gleich bei meinem Vater in der Taverne an. Ihr könnt mich bis zum Hafen begleiten, wenn Ihr wollt.”
Wirklich glücklich wirkte sie nicht, aber die Einladung blieb aus. Sie würde ihn sicher nicht davon abhalten, ihr in die Taverne zu folgen, aber sie wollte ihn sicher auch nicht aktiv dort haben, wo er unerwünschte Anforderungen an sie stellen konnte. Wenn sie arbeitete, dann würde sie sich nicht um ihn kümmern, und sicher wollte sie nicht, dass er die ganze Nacht auf sie wartete. Oder wollte sie es doch? Es hatte schon Situationen gegeben, in denen Stammgäste aufdringliche Männer aus der Taverne geworfen hatten, und Aurelia hatte nicht vor, das zu wiederholen. Nur weil sie sich zehn Minuten lang kannten, war sie doch nicht dumm genug, zu behaupten, sie kannte ihn. Wer sich nicht einmal mit dem eigenen Namen vorstellte, hatte mehr zu verbergen als nur eine potentiell aggressive Ader, wenn er zu tief ins Glas schaute.
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Sommerland
Nadir ben Sahid
Sommerland
Alter 44
Beruf Prinz von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Pat
#14
Natürlich erkannte der Prinz, dass alles, was er sagte, wirkte. Sie reagierte zwar mit allen Facetten - insbesondere mit Gereiztheit und verdrehten Augen - doch das war mehr Schein als Sein. Eigentlich zogen sie einander immer mal wieder aus - mit Worten und Bildern und Vorstellungen. Was für Nadir normal war, mochte für die Dame, die gewiss nicht so unschuldig war, wie sie tat, kontroverser sein. Doch die Fremdheit, die sie anfangs noch ablehnte, war etwas, das sie anzog - zumindest versuchte sie nicht all zu sehr, seinem Charme zu entkommen. Und so blieb wohl das Bild, die schöne Frau in Perlenketten gekleidet zu sehen - nur in Perlenketten.

Und doch durchzogen sich die Motive im gesamten Gespräch. Eben - und immer wieder - über Perlen gesprochen, sprachen sie nun über Kartenspiele und darüber, ihre Kleidung zu verlieren. Nadir lächelte sanft. Wie ehrlich er in all dem nun war, war ja eine Sache. Er konnte sich wohl kaum von dem Gedanken befreien, dass er sie gerne um ihre Kleider bringen würde.
"Nun, dann müsst Ihr wohl viele Hoffnungen zerschlagen haben."
, witzelte er. Und doch zeigte sie offensichtlich, dass sie nichts dagegen hätte, ihn bei einem Kartenspiel zu entkleiden - er machte das ja bereits deutlich.
"Nun, womöglich würde ich dann einmal sämtliche Götter anrufen, mir etwas Glück zu spenden ..."
, sagte Nadir und blieb herausfordernd. Ehrlicherweise hätte er nichts dagegen, nackt vor ihr zu stehen - genauso wenig aber, sie nackt vor sich zu haben. Wenn es klug genug lief, blieb am Ende bei beiden nur ein letztes Kleidungsstück.

Was wohl gewiss offensichtlich war, war, dass er seine Entscheidung längst fiel: Er wollte sie. Nadir konnte nicht sagen, ob sie das auch wollte - ihren Blicken und Worten nach zu urteilen ja, zugleich bemühte sie sich sehr darum, dass er das nicht das Gefühl bekommen wollte. Es wäre wohl hierzulande auch nicht die beste Geschichte, davon zu erzählen, dass man sich einem Fremden, den man am Strand traf, etwas zu sehr öffnete. Manche Begegnungen allerdings sollten wohl auch einfach schweigend genossen werden.
Ob Flucht oder Pflicht - das wusste er nicht. Jedenfalls erkundigte sie sich irgendwann, ob er denn etwas zu tun hätte - anfangs jedoch deutete er es als Versuch, mehr über ihn herausfinden zu wollen. Nadir könnte alles erzählen, doch er wollte vage bleiben, wollte ... mysteriös bleiben.
"Nun, Beschäftigung finde ich gewiss. Doch welcher Termin konnte interessanter sein, als ein Gespräch mit einer schönen und klugen Frau?"
, fragte er charmant und meinte es so. Schönheit war das eine, doch sie bewies viel Scharfsinn - etwas, das man gelegentlich beim einfachen Volk unterschätzte und doch allzu häufig dort fand. Sie mussten immerhin überleben, während der Adel allzu oft alles serviert bekam - wortwörtlich. Er schätzte die Direktheit, die eine junge Frau wie sie lieferte.

Dass sie jedoch sogleich deutlich machte, dass ihr gemeinsamer Spaziergang sich langsam dem Ende zuneigte, wirkte er fast enttäuscht - auf eine warme Art und Weise. Immerhin war das Gespräch anregend genug, dass er es gerne fortsetzte - auf welche unzählige Arten und Weisen auch immer, dafür war er offen. Nadir schaute sie einmal gänzlich musternd an. Er wartete darauf, dass sie sagte, dass er eben auf sie verzichten müsste - doch das zeigte wohl nur, dass er am Ende nicht ganz so viel vom einfachen Volk verstand, wie er gerne behauptete (oder zumindest hoffte, dass sie rebellisch genug war).
"Gewiss begleite ich die fleißige Schankmaid noch bis zum Hafen!"
, sprach er sofort bestätigend und machte sich auf - doch damit wollte er sie nicht entkommen lassen.
"Ich würde eine junge Frau natürlich nie darum bitten, sich den Anweisungen Ihres Vaters zu widersetzen."
Ein kleines Lächeln kam auf die Lippen des Prinzen.
"... außer, sie wünscht es ausdrücklich."
Charmant spazierte er neben ihr, machte sich klar, dass er geschätzt ebenso ihr Vater sein konnte und wusste, dass ihn dies von nichts abhielt.
"Wahrscheinlich wäre es wohl auch zu auffällig, wenn ich nun bis zum Abend hin in Eurer Taverne auf die werte Schankmaid warte."
, erklärte er - und drehte sich dann zu ihr.
"... doch es spricht wohl nichts dagegen, nach Eurem Feierabend bei Wein und einem Kartenspiel herauszufinden, wer der bessere Kartenspieler ist?"
Sicher war das ein riskantes Angebot - aber womöglich das sicherste.
[Bild: Pedro-Pascal-Signatur.png]
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In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#15
Er war gut. Die Art, wie er mit ihr redete, hatte wenig von der pikanten Direktheit am Strand gemein, die ihr teilweise schon übergriffig erschienen war. Er hielt Gespräche am Laufen genau so, dass sie interessant und spannend waren, die Hälfte der Aussagen zwischen den Worten verborgen, dass Aurelia sich dabei erwischte, wie sie danach suchte - in seinem Blick, in den Pausen, in seinem Auftreten. Was sie allerdings am meisten darüber aufregte, war, dass er sie bestimmte Dinge fühlen ließ; mit Komplimenten, mit Blicken, mit seiner gesamten selbstsicheren Art. Sie war doch verrückt, diesem Fremden eine Chance einzuräumen. Verrückt dafür, dass sie sich tatsächlich geschmeichelt fühlte, als er sie klug nannte, weil es ehrlich und aufrichtig klang, und sie sich beizeiten auch einfach gerne in mehr als nur ihrem Aussehen bestätigt fühlte. Wie verrückt musste sie erst sein, ihm anzubieten, sie zu begleiten - und womöglich noch länger zu bleiben?

“Tut Ihr das gerne? Töchter dazu bringen, sich den Anweisungen ihrer Väter zu widersetzen?”
Aurelias Blick ruhte länger, fast forschend auf ihrem Gesprächspartner, als würde sie versuchen, ihn einzuschätzen. Eigentlich kannte sie diese Art von Männern zur Genüge, und oft genug war sie auf solche hineingefallen. Leider zeugte ihre Geschichte nur davon, dass sie solchen Entscheidungen nicht ganz abgeneigt war… je dümmer, desto besser vermutlich.
Aber nicht heute. Im Endeffekt endeten ihre Abenteuer doch nie in einem langfristigen Versprechen von beiden Seiten aus und sie war nicht dumm genug, den Zorn ihres Vaters auf sich zu ziehen, der ohnehin schon viel zu oft ein Auge für sie zudrückte. Wenn sie nach ihrer Schicht verschwand, fragte er schon gar nicht mehr. Aber wenn sie gar nicht erst zu ihrer Schicht erschien, würden morgen die Putzlappen fliegen.
Selbiges ließ sich über seinen Unmut behaupten, wenn er bemerkte, dass einer der Gäste auffälliges Interesse an einer seiner Töchter zeigte. Schlimmer noch, sie hatten Stammgäste, die Aurelia und Lydia mit ihrem Augapfel hüteten, wohl bewusst, dass es am Hafen wild und schamlos zugehen konnte. Da musste sie nicht auch noch jemanden einladen, der im schlimmsten Fall mit einem blauen Auge und einer gebrochenen Nase aus der Taverne geworfen werden würde; was sein schönes Gesicht zugegeben doch ziemlich entstellen würde.
“Ach”
, kommentierte sie trocken auf seine Einschätzung und war mild überrascht, dass er das Problem immerhin selbst erkannte. Das darauf folgende Angebot ließ sie überlegen. Während sie neben ihm herlief, lag ihr Blick wieder auf der Straße, innerlich abwägend, ob sie sich darauf einlassen sollte. Ach, was machte sie sich überhaupt vor. Sie hatte sich doch schon entschieden, als ihr Braun zum ersten Mal länger auf ihm geruht hatte.
Verfluchte, stattliche, gutaussehende Männer. Konnte Heofader sich nicht mal weniger Mühe bei seinen Prachtexemplaren geben?
Nicht hörbar, doch deutlich stieß die Wirtstochter die Luft aus.
“Hier in Castandor ist es extrem unhöflich, eine Frau nach einem Treffen zu fragen, ohne sich mit Namen vorgestellt zu haben.”
Ein tadelnder Seitenblick in seine Richtung zeigte endlich den Unmut, den sie seit dem Strand mit sich getragen hatte. Ließ sie sich wirklich auf jemanden ein, der keine Manieren hatte? Sie glaubte sich ja selbst kaum.
“Zweite Morgenstunde, vor der Hafenministration. Ich will nicht, dass man dich in der Nähe der Taverne sieht.”
Auch zu deinem Schutz, sprach sie nicht aus. Wenn er wirklich bereits Erfahrung damit gemacht hatte, Töchter dazu zu bringen, sich ihren Vätern zu widersetzen, dann wusste er ohnehin, dass er besser darin beraten war, sich nicht in der Nähe des Vaters blicken zu lassen.
“Ich erwarte ein Tavernenzimmer und guten Wein. Die Karten nehme ich mit.”
Mit den Worten blieb sie stehen und wandte sich ihm zu, die Nase ein wenig gehoben in schnippischem Stolz.
“Aurelia. Komm nicht zu spät.”
Sie standen an einer Wegkreuzung und Aurelia hatte nicht vor, ihn weiter mitzunehmen - auch wenn er es vorhin angeboten hatte. Bis hierhin. Wenn sie sich später ohnehin sehen würden, konnte sein Männerego es sicherlich verkraften, dass sich ihre Wege hier - vorerst - trennten.
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Sommerland
Nadir ben Sahid
Sommerland
Alter 44
Beruf Prinz von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Pat
#16
Nadir wusste nicht, ob er durchgängig wirklich die Kontrolle über das Gespräch hatte. Dass er charmant und attraktiv war, das wusste er - und das meinte er gänzlich ohne Arroganz. Womit er seltener zu kämpfen hatte, war mit einer Frau, die hinsichtlich seiner Abstammung misstrauisch war. Und noch seltener hatte er mit einer Frau zu tun, die nicht seinen Status kannte, es war somit eine erfrischende ... Herausforderung gänzlich allein als Unbekannter zu punkten, denn sein Status als Prinz ... änderte Dinge. Das machte er sich zwar durchaus zunutze, ja, aber es war wohl nicht notwendig, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Er würde gerne in den Kopf der schönen Frau schauen. Nicht nur allein die schmutzigen Gedanken, die sie begleiteten, sondern auch all die Dinge, die sie fühlte - und die sie ihm nicht mitteilte. Doch Nadir konnte hinter die kontrollierte Fassade blicken: Eine Frau, die ebenso interessiert an ihm war, wie er an ihr. Eine perfekte Voraussetzung für eine Liebelei, nicht wahr?

Oh, Nadir hätte wohl mit einer Ohrfeige rechnen müssen, wenn er sagte, dass er eine Schwäche für Frauen hatte, die sich den Anweisungen ihrer Väter widersetzten. Es gab nämlich wohl in keinem Land eine Anweisung eines Vaters, die besagte, dass sich Aurelia mit dem fremden, deutlich älteren Mann später in einem Tavernenzimmer traf, um bei einem Kartenspiel ihre Kleidung zu verlieren. Er lächelte sanft.
"Ich mag den Gedanken jedenfalls, mir einzubilden, dass Ihr zumindest darüber nachgedacht habt."
Damit sei wohl alles gesagt. Und dass es da wohl Vorgeschichten gibt, nun, die würden wohl Nadirs Interesse wecken. Sie war eine eigensinnige Rebellin - zumindest im Rahmen der Möglichkeiten, die der Abend bot. Ob sie sich jedoch bot, nun, das würde sich erst entscheiden. Sie jedenfalls hatte Neugier und Lust geweckt - sie wirkte wie eine Frau, mit der man Spaß haben konnte, nicht nur äußerlich.

Insofern fiel die entscheidende Frage, die sie nicht sofort mit einem bestätigenden Ja beantwortete - sie tadelte ihn, wie so häufig an dem Abend, um sich dann selbst einzugestehen, dass gerade das, was sie tadelte, wohl auch dazu führte, dass sie seine bisher doch recht unmoralischen Angebote annahm und im Begriff war, das wichtigste Angebot des Abends anzunehmen. Es gefiel ihm, ihr forscher, fordernder Ton. Sie wusste, was sie wollte - sie war wohl auf jeden Fall eine Frau, die sehr genau wusste, was sie wollte und es ihm auch mitteilte. Dabei schaute er fast entschuldigend zu Boden, sie ließ ihm jedoch keine große Möglichkeit zu antworten, da setzte sie fest, wo sie ihn wann und wie haben wollte. Insgeheim feuerte es ihn doch an, gerade weil so selten jemand so mit einem Prinzen sprach.

Und so nannte sie ihm Uhrzeit und Ort, Erwartung an Tavernenzimmer und Wein - womit sein Auftrag klar wurde. Als sie dann auf ihn zutrat und ihm sich vorstellte, lächelte er sanft. Nadir schaute auf ihre Lippen und seine Vorfreude auf den Abend oder die Nacht stieg mit jedem ihrer Worte. Aurelia.
"Welch schöner und passender Name."
, sagte er, bis er sich an ihr Ohr beugte und ein leises
"Nadir"
, hauchte - um dann ihre Hand zu nehmen und ihr sanft einen Kuss auf die Handoberfläche zu geben.
"Ihr wisst nicht, wie sehr ich mich darauf freue."
Höflich verbeugte er sich, um schließlich fortzugehen - und doch hinzuschauen, um sie fortgehen zu sehen.

Später:
In jener Zeit, als Aurelia, der er noch einen Moment hinterher starrte, organisierte er einen guten Wein und ein Tavernenzimmer. Dabei musste er bescheiden vorgehen - und doch nicht bescheiden genug. Würde er sie in die edelste Taverne führen, so könnte das Misstrauen entwickeln. Aber eine einfache Halunkentaverne, nein, das war ihrer nicht wert. Er wollte zeigen, dass sie ihm etwas wert war und nahm eine bessere Taverne - gut genug, zentrale Lage, für einen Händler - der er aktuell noch war - gut finanzierbar. Auch beim Wein sparte er nicht, wenngleich es wohl nicht der Tropfen des Adels sein durfte. Sollte sein Status als Prinz jemals herauskommen, so führte er sie gerne noch einmal in den Status des Luxus. So jedoch reichte es wohl aus, um ihr zu zeigen, dass sie es wert war, ohne, dass er seinen eigentlichen Reichtum verriet.

Pünktlich stand er vor der Hafenministration und wartete. Er nutzte die restliche Stunde für ein ausgiebiges Bad und hüllte sich in einen weiteren Stoff, der jedoch nicht unbedingt weniger freizügig war. Aber er wärmte besser in der Abendstunde. Es waren letztlich auch die entscheidende Minuten - Aurelia konnte immer noch entscheiden, dass sie sich womöglich doch nicht von einem Fremden in einem Tavernenzimmer ausziehen und beglücken lassen wollte. Je mehr er jedoch darüber nachdachte, hörte es sich nicht so an, dass er der erste Mann war, dessen Angebot sie annahm. Das verurteilte er jedoch nicht, nein, das machte ihn nur neugieriger.
[Bild: Pedro-Pascal-Signatur.png]
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Stand Ledig
User Letha
#17
Aurelia wusste genau, wie sehr Nadir sich auf diese Nacht freute. In der Hinsicht waren Männer doch alle gleich, wenn man ihnen ein paar angenehme Stunden mit Wein und Weib - am besten unverheiratet, jung und unprostituiert, wie sie es war - in Aussicht stellte. Wie sie die Welt regierten und doch auf die Knie fielen, sobald eine Frau Anstalten machte, die Brosche an der Schulter zu lösen und ihr Dekolletée zu präsentieren; wer glaubte, Frauen hätten keine Macht über Männer, der war in einem Kloster aufgewachsen. Und eben deswegen spielte es keine Rolle, wie sehr Nadir sich auf diese Nacht freute, denn sie beide waren sich bewusst, dass eine Antwort auf diese Frage sehr deutlich ausfiel. Was eine Rolle spielte, war Aurelias Intention hinter diesem Abend, als sie mit dem Schultertuch ihre offenen Haare bedeckte und durch den Hinterausgang der Taverne in die Dunkelheit hinaus trat.

Sie hatte ihre eigenen Nachforschungen angestellt. Hatte ihre Kontakte am Nachmittag spielen lassen und sich einen der Stammkunden in der Taverne zur Seite genommen, zu dem sie eine gute, wechselseitige Beziehung unterhielt - Informationen für Informationen, Perlen für ein Lächeln. King’s Portal war groß und erdrückend für jemanden, der nicht alle Ecken und Winkel der Stadt kannte und wusste, wie man durch dunkle Straßen navigierte. Überlebenswillen, wenn man so will. Straßen-Intelligenz, dass Aurelia auch Kontakte in den Untergrund unterhielt, wenn auch mit einer Distanz, die sie mal besser, mal weniger gut zu wahren wusste. Dass eine einfache Tochter an einem einzigen Abend mehr über einen so genannten Händler herausfinden konnte, wenn sie denn wirklich wollte, musste ihre Verabredung aber natürlich nicht gleich wissen.

Ihre Schritte waren sicher, doch eilig, absichtlich die lichten Stellen der weitläufigen Straßen mit den Öllampen und die Routen der Stadtwache umgehend; nicht, weil sie fürchtete, erwischt zu werden, sondern weil sie unnötigen Fragen aus dem Weg gehen wollte. Mit dem großen beigen Tuch, das ihre Silhouette wie einen Umhang verdeckte und den Großteil ihres Haars verdeckte bis auf die vorderen Partien, die ihr Gesicht umrahmten, ein Ende fast fahrlässig über ihre Schulter geworfen, überquerte sie schließlich die große, beladene Hafenfläche und näherte sich dem Mann, der vor der Administration wartete. Auch im dämmrigen Licht der wenigen Öllampen und der Sterne über ihnen war Nadir für sie unverkennbar. Er trug diese Selbstverständlichkeit mit sich, die nur von einem Mann ausging, der das Leben nicht fürchtete; jemand, der jeder Schwierigkeit mit einem Lächeln begegnete, weil ihm nichts und niemand ernsthaft etwas anhaben konnte. Viele wohlhabende Händler spielten diese Leichtigkeit vor, aber Aurelia hatte den Verdacht, dass seine Selbstsicherheit nicht nur gespielt war.
Er konnte sie vermutlich schon von weitem erblicken, vor allem, weil es am Hafen nicht viele Schatten gab, durch die sie sich bewegen konnte. Dennoch hielt sie es erst für nötig, ihre Stimme zu erheben, als sie vor ihm stand und nicht über den Platz schreien musste - kein Grund, mehr Aufmerksamkeit zu erregen als notwendig.
“Entschuldige die Verspätung”
, erklärte sie die 15 Minuten, die sie länger gebraucht hatte. Um sich für ihn fertig zu machen, wohlgemerkt. Nach ihrer Schicht, die sie absichtlich pünktlich aufgehört hatte, war sie nach oben geeilt, um sich die Spuren des Abends von der Haut zu wischen, den Kohlestift an ihren Augenwinkeln ein klein wenig nachzuziehen und etwas Farbe auf ihre Lippen zu geben. Auch ihre Haare hatte sie ein wenig geordnet. Statt nur nach Wein und Taverne zu riechen, umgab sie eine sanfte, aber nicht aufdringliche Note von Rosen.
“Ist das Zimmer in der Nähe?”
, fragte sie, nicht eilig, nachdem sie sich keine Mühe machte, den Blick zu verschleiern, der ziemlich offensichtlich an ihm herunter geglitten war und schließlich an seinen Augen haften blieb. Selbstverständlich wartete sie darauf, dass er ihr ihren Arm anbot und - am besten möglichst schnell, bevor sie doch noch jemandem über den Weg lief, den sie kannte - vom Hafen führen würde.
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Nadir ben Sahid
Sommerland
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Wohnort Dharan al-Bahr
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User Pat
#18
Er scheute natürlich keine Vorbereitung - diese war gewiss weniger 'intensiv' als die von Aurelia, er jedenfalls versuchte nicht herauszufinden, wer sie wirklich war. Ehrlicherweise sagte ihm die Normalität zu: Sie als einfache Wirtstochter, die offensichtlich nichts dagegen hatte, wenn man ihr die Avancen entsprechend verkaufte. In der Hinsicht mochte sie Recht haben: Gewiss hatte sie Macht über ihn. Die schlichte Normalität gepaart mit der selbstbewussten und neckischen Art, gepaart mit der offensichtlich Attraktivität und ihr junges Alter führten dazu, dass Nadir wusste: Er wollte sie. Sie war keine Prostituierte, nein, nur eine Frau, die wusste, dass sie ihn wollte. Insofern mochte sie zwar recht haben damit, dass sie Macht über ihn hatte. Doch sie wählte auch, ihm Macht zu geben: Sie wollte von ihm, einem fremden und älteren Mann, beglückt werden. Einem Mann, der einem Volk angehörte, dem sie zunächst noch misstraute. Insofern ... brach sie heute wohl so viele Tabus. Und womöglich war das auch etwas, was ihn anzog.

Dass sie ihm hinterher spionierte, daran dachte er kaum. Dass sie ihm die Fassade nicht gänzlich abnahm, nun, das hatte er gemerkt. Und doch unterschätzte er sie wohl dahingehend, dass sie so weit gehen würde. Ob ihn das störte? Keineswegs. Immerhin hielt er ihn die wichtige Information entgegen, dass er ein Prinz war. Sich auf einen Prinzen einzulassen, war nie eine einfache Entscheidung, er hatte das Gefühl, dass jene Frauen schnell politisch wurden, ohne es sein zu wollen. Doch das war nicht der Grund dafür, dass er seine Herkunft zurückhielt: Wäre sie die vorlaute, freche Frau ihm gegenüber gewesen, die damit automatisch ihren Reiz hatte, wenn er sich als Prinz präsentiert hätte? Nein, er mochte es, manchmal kein Prinz zu sein und auch nicht so behandelt zu werden.

Und nachdem er Zimmer und Wein wählte - edel zwar, aber nicht zu edel - wartete er. Ungeduldig womöglich, aber doch selbstsicher, dass sie kommen würde. Sollte sie nicht kommen, nun, er wäre enttäuscht, aber auch Nadir wurde versetzt, insofern war es wohl etwas, das man manchmal hinnehmen musste. Als inmitten der Nacht in dem doch recht ruhigen Hafen bis auf Meeresgeräusche und lautem Gelächter von weither hörte, waren es sich nähernde Schritten, gepaart mit einem gespielten Schatten, als sie sich dem Hafen näherte. Als sie sich näherte, schaute er stolz hin: Stolz darüber, dass er von jener Frau so viel mehr bekommen würde. Freudig über das Spiel der Nacht, womit er nicht (nur) das gemeinsame Kartenspiel meinte. Aurelia versprach eine spannende Nacht, was wohl gleichermaßen für ihn galt.
Als sie sich eilig näherte, war wohl durchaus nachvollziehbar, warum sie sich beeilte. Er schien beeindruckt über ihren Anblick - so hatte er auch einen edleren, doch freizügigeren Stoff gewählt, dunkel, damit es nicht inmitten der Nacht hervorschien. Und auch Aurelia schien sich bereit zu machen - ihr Duft, ihre Silhouette, ihr betonter Körper, das lange und dunkle Haar. Er kam nicht umhin, ihr zumindest einen kurzen Kuss auf die Wange zu geben, ihre Hüfte zu umfassen und ihren Duft aufzunehmen.
"Ihr habt wahrlich keine Mühe gescheut, Aurelia, hm?"
Er sparte sich die Bemerkung, dass es für ihn sei - nahm es jedoch mit einem Lächeln hin.
"Nicht zu weit, ich habe alles bedacht - Wein, ein würdiges Zimmer, gar ein Bad bietet das Zimmer."
Und so bot er ihr den Arm an und führte sie nur wenige Minuten vom Hafen entfernt zu einer edleren Lokalität. Dabei merkte sie gewiss, dass er hinschaute: Sei es der Blick auf ihr schönes Gesicht, das Dekolletée oder ihr kurviger Körper.
"Ich hoffe, Eure Tavernenschicht hat Euch nicht ermüdet?"
, fragte er neckisch, als sie gemeinsam durch die Gänge schritten und sogleich vor dem Lokal standen.
[Bild: Pedro-Pascal-Signatur.png]
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Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#19
Dass ein Mann sie beäugte, war nichts Neues für sie; wenn überhaupt, dann waren Männer in diesem Bereich absolut leicht zu durchschauen und auch leicht zu lenken, wenn Aurelia es denn darauf abzielen würde. Eine nackte Schulter hier, ein angenehmer Duft dort, der leicht anschmiegende Stoff um die Hüfte, der ihre Kurven so zur Schau stellte, dass es Fantasien anregte. Sicher hatte sie mit genug Männern zu tun, die ihr Bestätigung dafür gaben, was sie aus sich machte, wenn sie Lust danach verspürte.
Und Nadir war keine Ausnahme. Im Gegenteil, vom ersten Moment an war er offen mit seiner Anziehung umgegangen und hatte ihr deutlich gemacht, was er von ihr wollte. Dass er sie allerdings nicht drängte und auch sonst eine Abfuhr würde ertragen können, war doch eine angenehme Abwechslung. So angenehm, dass Aurelia sich bereitwillig auf die Wange küssen ließ und sich mit einer Hand an seiner Schulter abstützte, um die Nähe zuzulassen und nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen.
“Hm, bildet Euch nichts drauf ein”
, erwiderte sie hingegen recht direkt und unbeeindruckt. Es hatte schon Männer gegeben, für die hatte sie sich stundenlang fertig gemacht; die Zeit, die sie schnell gebraucht hatte, um sich präsentabel für die Nacht zu kleiden, hätte sie genauso gut mit Eiersammeln im Hühnerstall der Nachbarn verbringen können. Dennoch war sie nicht mit leeren Händen gekommen. Sie hatte sich Mühe gegeben und auch, wenn ihre Worte nicht ganz so eindeutig waren, gefiel ihr doch, wie er ihr mit ebenbürtiger Mühe begegnete. Wein, ein Zimmer, da hatte sich jemand also Gedanken gemacht und Geld für sie ausgegeben. Wenn man das als Frau nicht gern hörte…
“Ein Bad, ja?”
, ließ sie die Frage absichtlich unvollendet, fast ein wenig verspielt, als hätte sie sich noch nicht ganz entschieden, ob sie dem extra Zubehör zugeneigt war oder es als zu viel abtat. In Wahrheit genoss sie immer ein warmes Bad, aber alleine, wenn sie sich zurücklehnen und mit den duftenden Dämpfen entspannen konnte. Kein Grund, Nadir auf mehr hoffen zu lassen, als die Nacht ihm tatsächlich bieten würde.
Den Arm bereitwillig annehmend, reagierte sie den ganzen Weg über nicht auf den Blick, der offensichtlich die Form ihres Dekolletees streifte, auch wenn sie mit dem Tuch dafür gesorgt hatte, die wichtigen Stellen zu bedecken. Gleichzeitig ließ sie die Nähe zu, nur einen Hauch zu unschicklich für einen Mann und seine Begleitung, deren Finger wie beiläufig über den Stoff seines gebundenen Mantels streiften. Auf die Frage hingegen reagierte sie, ohne ihn abzuschneiden oder schnippisch zu werden. Schließlich wollte auch sie reden - wenn auch nicht unbedingt hier auf den ruhigen Straßen, wo theoretisch jeder ihr Wort aufschnappen und sie als Wirtstochter am Arm eines fremden Mannes erkennen konnte.
“Das Übliche. Wir haben Glück, dass das Geschäft nach der Hochzeit noch so flüssig läuft. Schließlich haben wir in der Nacht alle ein wenig über den Becherrand geguckt”
, plauderte Aurelia ein wenig drauf los und merkte kaum, wie sich einer ihrer Mundwinkel in die Höhe zog, begleitet von einem angenehmen Kribbeln im Unterleib. Oh, sie hatte ihre ganz eigenen Geschichten von der Nacht zu erzählen…
“Wie habt Ihr die Festlichkeiten verbracht?”
Aurelias Blick war immer noch auf die Straße vor ihnen gerichtet, huschte sogar kurz in eine der Gassen, die sie kreuzten, doch ihre Neugierde lag bei Nadir. Eventuell verriet sie absichtlich nicht, wie das einfache Volk die Hochzeit gefeiert hatte. Sie würde gerne aus seinem Mund hören, welchen Bräuchen er gefrönt hatte; schließlich verriet man seine eigene Identität am besten, wenn man die Gepflogenheiten seiner Schein-Identität nicht kannte.
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