Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Like the high tide takes the sand
11.10.1016 - 19:15
Gärten

Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#1
Der Regen hatte aufgehört, der Sturm hatte offenbar an Kraft verloren. Die Luft war immer noch aufgeladen von dem Gewitter und der Wind peitschte noch ganz ordentlich, sodass die Fürstin keineswegs zunächst den Weg nach drinnen suchte um sich aufzuwärmen und hübsch zu machen, sondern mit wildem Haar und so wie sie von dem Ausritt war, in Richtung der Gärten lief.
Sie wusste, dass Eanruig vermutlich gerade dort war. Dass er die Luft dort genoss und sich vielleicht ein wenig Ruhe gönnte, um sich vom lauten Tagesgeschäft zu erholen.
Außerdem trafen sie sich abends genau dort. Schon seit ein paar Wochen war das so. Wenn sie sich den ganzen Tag noch nicht gesehen hatten, dann sah sie ihn meistens dort.

Das erste, was sie hörte, war die helle Kinderstimme ihres Sohnes. Und als sie um die Ecke trat sah sie ihn, in einem der Kettenhemden – das sicher viel zu schwer für ihn war und eindeutig zu groß – einen ebenso viel zu großen Helm auf den Kopf mit einem Holzschwert gegen einen unsichtbaren Gegner kämpfend, während sein Vater ihm gegenüber stand.
Maebh blieb stehen und betrachtete die Szene. Ein warmes Lächeln malte sich auf ihre jungen Züge und sie hatte keineswegs vor, die Interaktion zu stören. Viel mehr wollte sie diese beobachten und sich an dem Anblick erfreuen.
Ihr Sohn schleppte sich so elegant es ihm eben möglich war vorwärts und riss das Schwert nach oben.
„Siehsu Papa?“, krähte er begeistert und kippte auch nur fast wie ein Brett nach vorne, weil er mit dem Kettenhemd kaum vom Fleck kam. Das positive daran war allerdings auch, dass er nicht tatsächlich hinfiel, weil das meiste an Gewicht ohnehin hinten hing.
„Is bin son voll der droße Drieger!“, erklärte Aedán und schwankte ein Stück zur Seite, wobei ihm das Kettenhemd über die noch viel zu schmalen Schultern rutschte und so dafür sorgte, dass die Gleichgewichtsverteilung des Vierjährigen plötzlich nicht mehr so ganz funktionierte.
Sie sah, wie ihr Sohn plötzlich zur Seite kippte und eilte vorwärts.

Es waren zwei paar Hände die das Kind auffingen und so war sie ihrem Mann plötzlich näher, als erwartet. Einer Eingebung Folge leistend setzte sie zuerst Eanruig und dann ihrem Sohn einen Kuss auf die Nase und knuddelte Aedán, als dieser begeistert zu erzählen begann, dass er ein Krieger war.
Wie Papa.
Ein großer Kämpfer mit einem Schwert und ganz viel Kraft und überhaupt gewann er jede Schlacht.

„Ich sehe, ihr seid beschäftigt“, schmunzelte sie und fuhr ihrem Sohn sanft übers Haar, während er munter weiter brabbelte. Nun aber nicht mehr mit seinen Eltern sondern eher mit seiner Umgebung und allem, was ihm zuhörte. Oder eben nicht. Es machte im Grunde keinen Unterschied, denn er sauste schon wieder los, wild mit dem Holzschwert wedelnd und den großen Baum in der Mitte des Gartens bekämpfend, dessen Äste sich wie ein schützendes Dache über ihnen ausbreiteten.
„Ich wollte mit dir sprechen“, stellte sie an ihren Mann gewandt fest und drängte so die Kinderkampfrufe ein wenig in den Hintergrund, während ihre Finger nach den seinen fassten. „Ich habe eben Muírín getroffen. Sie hat sich für ihr Verhalten gestern abend entschuldigt und gefragt, ob wir ihr eine zweite Chance geben, den ersten Eindruck zu revidieren und bat um ein weiters Abendessen, vielleicht zu dritt? Ich … denke, das ist eine gute Idee. Sie fühlt sich einsam, Eanruig. Und ich wünsche mir, dass sie sich hier zu Hause fühlen kann.“
Anders, als sie das am Anfang getan hatte.
Aufmerksam musterte sie ihn.
„Was sagst du?“
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#2
Eanruig hatte schon früh verstanden, dass solche Augenblicke kostbar waren und weder mit Gold noch anderen offenkundigen Kostbarkeiten aufzuwiegen waren. Trotz alledem hatte er weniger als es ihm möglich gewesen war Anteil an diesen, jeden so wichtigen Augenblicken im Leben seiner Kinder, nehmen können. Die Pflicht hatte ihn ein ums andere Mal gebunden Umso wichtiger erschien es ihm nun, nach all der Zeit, sie sich zu nehmen, selbst wenn dies bedeutete, dass er im Leben seiner drei älteren Kinder bei Weitem nicht so viel Zeit mit diesen zu verbringen gewusst hatte wie nun mit seinem jüngsten Sohn. Aedán war in so vielen Dingen anders und gleichzeitig ähnelte er in so vielen Dingen seinen Geschwistern, dass Eanruig manchmal das Gefühl hatte, er würde in ihm einen Spiegel seiner anderen drei Kinder sehen, und sei es manchmal auch nur für einen Herzschlag. Wie der Junge es geschafft hatte, an Kettenhemd und Eisenhelm zu kommen, war eine Frage, die es wohl noch zu klären galt, nicht zuletzt mit seinem Kindermädchen, das eigentlich auf den Jungen acht zu geben wissen sollte. Immer dann, wenn er selbst oder Maeve in der Pflicht gebunden waren, er wahrlich mehr als seine Frau, und manchmal gab es Augenblicke, in denen er dies schon fast bedauerte. Wahrlich.

So stand er nun im Schein der trüben Nachmittagssonne mit dem Blick auf seinen jüngsten Sohn, wie er das Holzschwert schwang und unter dem Gewicht des Kettenhemdes wankte, und spürte eine schon fast erdrückende Zuneigung, die ihm drohte, die Kehle eng und das Herz schwer werden zu lassen. „Ich sehe … ich sehe ausgesprochen gut“, antwortete der großgewachsene Mann auf die Worte seines jüngsten Kindes und konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen, das seinen Mundwinkel verzog, während sein Blick wachsam auf dem Kind ruhte und auf den zwei strahlenden blauen Augen, die den seinen zum Verwechseln ähnlich waren. „Ein Krieger … wohl wahr“, gluckste er zustimmend und deutlich amüsiert und war doch stets darauf bedacht, dass sich die schmale Gestalt des Vierjährigen noch mehr oder weniger aufrecht hielt und nicht, wie er mittlerweile ahnte, wohl aufgrund des viel zu schweren Gewichtes auf seinen schmalen Schultern der Schwerkraft zum Trotz bald verlagern würde. Als dies geschah, waren es aber kaum seine Hände, die das Kind zu fangen wussten, sondern zwei viel kleinere, viel zartere, die unweigerlich zu der ebenso schlanken Gestalt seiner Frau gehörten, und halb in der Bewegung verharrend, die das Kind eigentlich hatte auffangen wollen, blinzelte Eanruig, als die Dunkelhaarige ihm und ebenso ihrem gemeinsamen Kind kurzerhand einen Kuss auf die Nase drückte. Als sei es das Normalste in diesem Augenblick, in diesem Moment und vielleicht auch generell. Er verharrte noch immer, halb in der vorgebeugten Haltung, als sich Aedán bereits lachend in den Armen seiner Mutter wand. Nur langsam richtete sich der Herr von Kenmara wieder auf, den Drang unterdrückend, sich mit den Fingern über die Nasenspitze zu fahren und das kribbelnde Gefühl, das die Lippen seiner Frau zurückgelassen hatten, fortzuwischen. Er räusperte sich leise, mehr um einen weiteren Augenblick zu gewinnen, seine Stimme wiederzufinden, bevor er leicht nickte. „Viel mehr war er es, der mich zu beschäftigen wusste“, erklärte er und sein Mundwinkel verzog sich leicht zu einem kleinen Lächeln, während sein wachsamer Blick auf dem Kind ruhte.

„War dein Ritt erfreulich?“ erkundigte er sich dann aber, den Blick für einen Sekundenbruchteil von seinem Sohn abwendend und auf Maebh richtend, ihre offenkundig zerzauste Gestalt in sich aufnehmend und dabei unweigerlich den Drang unterdrückend, die Hand zu heben, um ihr einige der wild ins Gesicht fallenden Strähnen hinter das Ohr zu schieben. Er richtete den Blick wieder auf Aedán. Sein Kopf wandte sich indes vollständig Maebh zu, als ihre Worte ihn leicht die Stirn runzeln ließen, doch für einen Moment zu abgelenkt von den tastenden Fingern, die nach den seinen griffen, quittierte er ihre Aussage nur mit einem zustimmenden Summen in den Tiefen seiner Kehle. Schweigend lauschte er ihren Worten, während sich ihre Finger mit seinen verschränkten und sich sein Blick wieder auf ihren gemeinsamen Sohn richtete, der im Schatten des großen Baumes imaginäre Gegner bekämpfte. Es ließ sein Herz seltsam schmerzen. „Kenmara soll für all diejenigen, die zu unserer Familie gehören, ein Zuhause sein … demnach ist es eine gute Idee“, stimmte er zu und strich mit der Daumenkuppe sanft über ihren Handrücken. „Hast du bereits einen Tag festgelegt?“, erkundigte er sich und blickte sie aus meeresblauen Augen ruhig an.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#3
Sie kicherte, als er sich mit der Hand über die Nase fuhr, als müsste er das Gefühl, dass ihre Lippen dort hinterlassen hatten, wegwischen. In ihren großen Augen blitzte es vor Belustigung und Liebe für diese kleine Geste. Auch das kleine Räuspern, die verlegene Stille…
Eanruig schien sich trotz ihres kleinen Spiels am gestrigen Abend absolut noch nicht damit abzufinden, wenn sie einander Nähe auch in der Öffentlichkeit zeigten. Und gerade waren hier nur ihr Sohn und sie beide. Aedán, noch viel zu jung um zu verstehen, wie bedeutungsschwer solch kleine Gesten sein konnten, interessierte sich weit mehr dafür die arme Eiche im Garten mit dem Holzschwert zu bearbeiten.
Von seinen bisherigen Versuchen hatte der geduldige Baum schon so manche Kerbe davon geschlagen und ein paar der ungezielteren Schläge hatten Spuren auf den zarten Kinderhänden hinterlassen.
Nichts dramatisches. Nichts, das man noch sehen konnte.
Alles war schnell verheilt und würde dem Kind nicht einmal im Gedächtnis bleiben, wenn es erst so alt war wie sein Vater.
Andere Wunden hingegen würden dauerhaften Schaden anrichten. Solche, die man nicht sah und die sich tief in die Seele graben konnten, wenn man nicht aufpasste.
Sie wollte ihren Sohn davor beschützen, wollte dafür sorgen, dass solche Wunden in seinem Herzen und seiner Seele niemals heilen mussten. Aber Maebh wusste, dass dieser Schutz so nicht funktionierte. Man konnte liebe Menschen nicht vor allem schützen. Und in Aedáns Fall konnte sie im Grunde nur da sein und ihn auffangen, wenn er fiel.
Anders hingegen sah es bei ihrem Ehemann aus.
Ihn hatte sie viel zu spät kennengelernt, als dass sie ihn hätte auffangen können. Sicher hatte seine erste Frau diese Aufgabe gut erfüllt, doch sein Sturz war tief, als sie hatte gehen müssen ohne mehr zu hinterlassen, als schöne und schmerzhafte Erinnerungen. Und nun lagen sie wie ein Schatten über dem, was geblieben war.

„Er war sehr gut, ja. Céo hat es richtig genossen und wie du siehst wurden wir ganz schön durchgerüttelt. Der Sturm hat an der Küste ordentlich Kraft verloren, weil er die Klippen nach oben musste, aber er hatte noch gut Stärke.“
Und belebt hatte er sie. Genau wie das Gespräch mit ihrer zukünftigen Schwiegertochter belebend gewesen war.
„Nicht einen Tag, Liebling. Den heutigen Abend. Wir können das Essen wiederholen. Vielleicht wirklich nur wir drei, sodass es für sie auch ein sicherer Raum ist, in dem sie sich uns anvertrauen kann. Ich schätze, die neue Situation wird ihr Angst machen.“
Sicher war das auch für Cathal so, aber diesen Gedanken wollte sie an dieser Stelle nicht in den Raum stellen, um ihren Mann nicht völlig zu überfordern. Es war immerhin keine Neuigkeit, dass die emotionale Bandbreite von Männern kaum größer war als ein dünnes Seil.
Und in etwa genau diese Traglast war es dann auch, die oft genug dafür sorgte, dass Frauen es waren, die ihren Männern erklären mussten, wie es richtig ging.
Maebh hatte damit kein Problem.
Und mit Eanruig hatte sie es zudem sehr gut getroffen.
„Hast du Lust? Oder soll ich mit ihr alleine essen?“
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#4
Schweigend lauschte er ihren Worten. Den Worten seiner Frau und nickte leicht, während sich sein Blick unweigerlich auf ihre ineinander verschränkten Hände richtete. Die Wärme, die von ihren zarten Fingern ausging, selbst jetzt, wo sie doch erst vor wenigen Augenblicken von dem Rücken ihres Pferdes gestiegen und noch immer den Wind im Haar trug, wie eine ferne Erinnerung. „Vielleicht…“, begann er, hielt dann einen Augenblick inne, bevor er den Blick hob und sie ansah, ruhig und besonnen und doch mit einem kleinen, unweigerlichen Zögern in den Tiefen seiner Augen, das nur für sie sichtbar sein würde. ,,Vielleicht könnten wir es wiederholen … einen Ausritt … zusammen“, weil es in den vergangenen Mondumdrehungen viel zu selten gewesen war, seitdem die Bekanntgabe der Verlobung und Hochzeit stattgefunden hatte, seitdem die Feste summten wie ein aufgescheuchter Schwarm Hornissen und Eanruig oft genug sich nur nach dem einen sehnte. Nach der Stille zwischen dem Rauschen der Wellen und dem Heulen des Windes und doch nicht mehr fand als noch mehr Pflichten, die es zu bewältigen galt, denen nachzugehen galt und die ihn mehr und mehr banden, ganz gleich, wie oft er es auch versuchte, sich von ihnen zurückzuziehen, und sei es nur für einen Augenblick, um Zeit mit denen zu verbringen, die ihm wichtig waren. Die er Familie nannte.

,,Es wird in Ordnung sein“ erklärte er nach einigen Augenblicken des Schweigens in dem zwischen ihnen nur die Geräusche des spielenden Kindes und das entfernte Summen der geschäftigen Feste zu vernehmen war und das was unweigerlich dazwischen lag und so viel tiefer ging als das es er jemals zu erfassen wissen würde. „Wenn meine Anwesenheit erwünscht ist“, denn wer wusste schon, ob es dem Mädchen, seiner baldigen Schwiegertochter, nicht zu viel sein würde, auch ihn dabei zu haben. Eanruig wusste, dass er kaum ein einfacher Mann war, schweigsam noch dazu, und sein Ruf als Sturmschild brachte sein Übriges dazu. Vielleicht wäre es gar besser, die beiden Frauen unter sich zu lassen, zumindest für den Anfang. „Ich … habe am Morgen Moira aufgesucht“, erklärte er dann schließlich, und sein Blick richtete sich wieder auf das spielende Kind unter der mächtigen Krone der alten Eiche, die schon dort gestanden hatte, als er selbst noch ein Junge gewesen war. ,,Sie … war noch immer ungehalten“, was er selbst ebenso erwartet wie stillschweigend akzeptiert hatte. ,,Doch … das ist nicht, worüber ich mit dir sprechen wollte … nicht wirklich denn sie sagte etwas das mich nachdenklich stimmte… etwas über dich, ihr Ansehen über dich, und es … missfiel mir. Ist es wahr, dass sie nicht gut zu dir waren, die Mädchen und Cathal … selbst nach all den Jahren?“, erkundigte er sich und blickte die dunkelhaarige Frau mit ruhigen Zügen und doch einer kleinen unweigerlichen Falte zwischen den Augen an. „Es … es fiel mir auf, ihre Art, wie sie über dich sprach, es gefiel mir nicht und nachdem wir sprachen am gestrigen Abend, habe ich mich erinnert und gesehen“, das, was wohl schon seit viel zu langer Zeit dagewesen war und wovor er doch die Augen verschlossen hatte und doch nun geschworen hatte, es nie wieder zu tun. Wohl war.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#5
Ihre Augen begannen begeistert zu leuchten. «Ich reite liebend gerne mit dir aus!», antwortete sie sofort. «Das haben wir viel zu lange nicht mehr gemacht. Aber vielleicht warten wir, bis das Wetter sich ein wenig stabilisiert. Es war heute schon sehr kalt und möchte die nächsten Tage meine Knochen wärmen.»
Als er dem gemeinsamen Abendessen zustimmte, lächelte sie noch ein wenig breiter. Und hob dann eine Augenbraue. «Sie hat schon explizit nach uns beiden gefragt, Eanruig. Warum sollte deine Anwesenheit unerwünscht sein?» Das muste er ihr doch erklären. Allerdings hatte sie den Verdacht, dass es dabei weniger um das ging, was die beiden Frauen wollten.
Sie hatte ihn gerade danach fragen wollen, als er das Thema wechselte. Und seine Worte mit soviel Bedacht wählte, dass Maebh augenblicklich klar wurde, dass das Gespräch nun eine ernstere Wendung nehmen würde. Also wappnete sie sich für das, was kommen musste. Sie rechnete mit Ablehnung. Oder einem Vorwurf. Doch statt all ihrer schlimmen Befürchtungen, folgte nichts dergleichen.
Er stellte ihr eine Frage. Beobachtete ihren gemeinsamen Sohn. Und auf seiner Stirn bildete sich die altbekannte Falte. Die kannte sie. Sie war dort, wenn er sich ärgerte. Oder anderweitig verstimmt war. Nur, dass dieser Ärger nicht ihr galt.
«Ungehalten, sagst du?» Maebh war nicht einmal überrascht. Das Mädchen war jung und in diesem Alter trieb einen schon der eigene Kopf ganz ordentlich um. Es hätte sie eher überrascht, wäre Moira mit allem zufrieden gewesen. Aber dass sie noch immer ungehalten war bedeutete auch, dass Maebh wieder irgendwas verpasst hatte. So oder so, es hätte keinen Sinn ergeben, mit Moira das Gespräch zu suchen. Ihr Verhältnis war angespannt, wenngleich Maebh nicht genau wusste, was sie ihr getan hatte. Ihren Groll jedenfalls hatte sie nicht verdient, da war sich die Fürstin sicher.
«Worüber wolltest du dann mit mir sprechen?», erkundigte sie sich nun neugierig geworden und blinzelte sogleich. «Sie hat etwas über mich gesagt?» Gute Götter. Was genau hatte sie nun schon wieder angestellt? Hatte sie irgendwas zu Moira gesagt? Etwas getan, dass den Groll der jungen Prinzessin erneut entfacht hatte? Sie konnte sich beim besten Willen an nichts derartiges erinnern.
«Nicht gut zu mir?», wiederholte Maebh ein wenig tonlos und überfordert mit der Situation. «Wir haben kein besonders gutes Verhältnis zueinander.» Genaugenommen war das untertrieben. Sie hatten nämlich überhaupt gar kein Verhältnis. Eanruigs Kinder mieden sie. «Ich bin ihre Stiefmutter. Das ist nicht unbedingt positiv behaftet, Eanruig. Aber es ist in Ordnung. Ich möchte mich gar nicht aufzwingen und ich kann damit leben, wenn ich keinen Platz in ihren Herzen habe.» Eine Lüge. Denn ihr eigenes Herz brach unter diesem Gedanken in tausend Stücke.
«Du hast gesehen?», wollte sie wissen. «Liebling, wovon genau sprichst du?»
Die Situation machte sie nervös. Gerade sorgte er dafür, dass sie nicht wusste, wie sie treten sollte. Was sie sagen konnte.
«Ich schätze, dass sie ein Problem damit haben, dass Aedán als Thronfolger eingesetzt wird. Das werden deine Kinder mir schon übel nehmen. Sie werden glauben, dass ich diese Idee hatte. Oder dich dazu gebracht habe, das zu tun, weil er unser gemeinsamer Sohn ist. Die Wahrheit ist», sie erlaubte sich eine kurze Pause, «dass ich es nicht gut finde, dass Cathal das Nachsehen hat und vor allem kein Mitspracherecht in dieser Entscheidung.»
Sie zog ein wenig den Kopf ein. Erwartete ein Unwetter für die Dreistigkeit, ihm einfach so ungefragt ihre Ansichten um die Ohren gepfeffert zu haben. Das ziemte sich nicht für eine Frau. Sie hatte ihren Mann zu respektieren.
Und ihr Verständnis von Respekt war es im Grunde, dass sie ehrlich zu ihm war. Und ihm sagte, was sie dachte. Viel zu oft hatte sie geschwiegen. Vielleicht war es Zeit.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#6
„Dann wird es so sein. Ein Ausritt zusammen, wenn der Wind sich beruhigt hat“ und wer wusste schon, wann dies geschehen würde, wohl in den nächsten Tagen, aber manchmal wusste niemand, wann sich der Wind zur Ruhe begeben würde, vor allem dann, wenn der Herbst und Winter über Kenmara hereinbrach. Dann war das Meer und der Wind wankelmütig. Wie so manches Mitglied seiner Familie. Doch dann, den Blick erneut auf das spielende Kind gerichtet, summte er nachdenklich in den Tiefen seiner Kehle. „Ich bin … kein einfacher Gesprächspartner, nicht gut in Konversation, wie wir beide wissen“, und dazu kam seine Position innerhalb von Kenmara, den Eindruck, den er oft auf diejenigen vermittelte, die in ihm nur den Fürsten sahen und den Sturmschild gleichermaßen. „Aber wenn es von ihr gewünscht ist, so soll es gut sein.“ Und immerhin wäre Maebh dabei, sie würden es schon zu richten wissen. Ihre sanfte Art beschwichtigte viel öfters, als er es jemals zuvor geglaubt hatte. Hatte er dies doch am eigenen Leib erfahren.

Der Fürst über Kenmara nickte langsam auf die Frage der dunkelhaarigen Frau hin. ,,Es missfiel ihr, dass das Abendessen nur zwischen den jungen Brautleuten stattfand, anstatt es als Teil der Familie zu veranstalten. Als ich ihr sagte, dass es unsere gemeinsame Entscheidung war, ließ sie verlauten, dass sie es kaum glaubte … dass es wohl eher dein Bestreben gewesen wäre, für Frieden zu sorgen Dies missfiel mir, ihre Art, wie sie über dich sprach, der Ausdruck, den sie dabei in den Augen trug“, erklärte er mit ruhiger Stimme, den Blick nun fest auf seine jüngere Frau gerichtet. Ihre schönen Züge abwartend musternd darauf achten, was darin geschah, in ihren Augen und dem Zug um ihren Mundwinkel. Er wollte die Falten auf ihrer Stirn fortwischen. Sie gehörten dort nicht hin.

Und dann … Worte eine Spur zu schnell daher gesagt, dass es ihn den Kopf leicht schief legen ließ, bevor er die Hand hob und zwei Finger der rechten Hand sanft unter ihr Kinn legte, dass sie ihn ansehen musste. „Du lügst …“, murmelte er leise und ließ die Hand dann sinken, ließ die Worte zwischen ihnen ruhen Einfach so. Ruhig und besonnen. Abwartend. Auf das, was kommen würde, oder das, was das Schweigen bringen würde.

Eanruig ergriff stillschweigend ihre Hände, hielt die ihren, so viel kleineren, zarten, in den seinen, großen, vom Kampf und dem Leben rauen. Hielt sie sanft und doch bestimmend, wenngleich sie sich jederzeit aus dem Griff befreien könnte. So hoffte er doch, dass sie es nicht täte. Unweigerlich. „Ich habe dir am gestrigen Abend versprochen, nicht mehr blind zu sein, das Bestreben anzunehmen, zu sehen … hinsichtlich dich, hinsichtlich unseres Sohnes, meiner … unserer ganzen Familie. Und dazu gehören ebenso meine älteren Kinder, die, so habe ich nun erkennen müssen, anscheinend nie sonderlich gut zu dir waren.“ Ganz im Gegenteil sogar. Er hatte geglaubt, wenn nicht sogar gehofft, dass zumindest die beiden Älteren über die Zeit in Maebh, wenn keine Mutter, zumindest eine Freundin finden konnten. Vor allem hinsichtlich Moira und Niamh waren sie doch bei dem Tod von Áinfean noch immer Kinder gewesen, die die Führung einer Frau gebraucht hätten, und sei es nur als Freund, der an ihrer Seite stand. Doch seine Hoffnungen waren zerschlagen worden mit den Worten Moiras und dem Ausdruck in ihren Augen.

Schweigen. Schweres, alles erdrückendes Schweigen ruhte zwischen ihnen, nachdem ihre Stimmen verklungen waren und Eanruig. Eine Falte erschien zwischen seinen Augen, tief und zerklüftet wie die Klippen, auf denen Kenmara erbaut worden war. Langsam ließ er ihre Hände los, unterbrach den aufgebauten Kontakt und verschränkte seine Hände hinter dem Rücken, wand den Blick von ihr ab und hin zu dem Kind, das mit Licht in den Augen geboren worden war und das er, im besten Wissen und Gewissen, zu seinem nachfolgenden Erben ernannt hatte, aus Sorge über das, was die Zukunft bringen würde und dem Cathal, ganz gleich wie gut er doch ausgebildet worden war, wohl niemals wirklich gewachsen sein würde. Würde er doch stets und immer auf die Hilfe, auf das Wort und den Blick anderer angewiesen sein – und was wäre dann? Was würde kommen, wenn es die Falschen wären, denen er Vertrauen schenkte, die hinter seinem Rücken Intrigen spinnen, um das Haus Kenmara fallen zu sehen? Ein für alle Mal. ,,Ich hatte meine Gründe. Du kanntest sie. Ich sah es als richtig an und ich wusste, dass es Missfallen wecken würde. Das tut eine solche Entscheidung stets. Für mich stand und steht immer das Weiterbestehen meiner … unserer Familie im Vordergrund. Kenmara hat zu bestehen. Die Frasers haben zu bestehen“, so war es ihm von seinem Vater gelehrt worden, und er hatte es zu seiner Bestimmung gemacht. Stets und immer.

,,Liegt es wirklich nur daran... an ihrem glauben an meine Entscheidung das sie von dir hervorgebracht wurde oder viel mehr an noch mehr das mir... entgangen ist?" erkundigte er sich dann aber uns blickte sie von der Seite her an. Den Blick ruhig, die Züge fest aber doch nicht verschlossen viel mehr überdauernd.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#7
Seine Finger legten sich unter ihr Kinn und zwangen ihren Kopf nach oben. Er baute den Blickkontakt zu ihr auf, zwang sie dazu, ihm ins Gesicht zu schauen. Sie konnte sich nicht gegen ihn wehren. Sie hatte nicht einmal das Bedürfnis, sich zu wehren. Sie wollte einfach in seine Augen sehen und wünschte sich, dass er die Welt für sie in Ordnung brachte. Dann hätte sie gar nicht lügen müssen. Hätte sich nie schlecht fühlen müssen. Aber die Welt war kein Märchen. Sie war hart und unerbittlich. Und Maebh hatte lernen müssen, darin zu funktionieren. Es war völlig gleich, wie sie sich dabei fühlte. War ihm das nicht bewusst?
Fast lag ihr die Frage auf der Zunge, woher er wusste, dass sie log. Sie hatte sich ihm gegenüber doch nie verdächtig verhalten? Hatte ihm nie einen Grund gegeben zu glauben, dass sie ihn betrog? Doch jetzt stand er da und sagte ihr diese Sache so deutlich ins Gesicht.
Fast erwartete sie Zorn. Sie wartete darauf, dass er es als Waffe gegen sie nutzte. Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen ergriff er ihre Hände. Beobachtete sie ruhig. Stumm. Er war kein Mann der großen Worte. Aber diese kleine Geste schaffte eine Verbindung zwischen ihnen. Ließ das filigran gewobenene Band stärker werden. Maebh fühlte sich angenommen. Umsorgt. Geliebt. Es war schön, dass er diese Gefühle in ihr weckte. Sie wollte mehr davon. Mehr von ihm. Mehr von seinen Händen zwischen ihren Fingern. Also intensivierte sie den Griff. Trat näher an ihn heran und seufzte leise.
«Es tut mir leid», murmelte sie dann schließlich. «Ich wünschte, es wäre mir egal. Und ich stünde über all dem. Aber ich fühle mich einsam, Eanruig. Ich wollte ihnen ... eine Freundin sein. Jemand, mit dem sie sprechen können. Aber ich stieß nur auf Abwehr und Misstrauen. Ich dachte, dass sich schon legen wird», fuhr sie fort. «Aber es wurde nicht besser. Und ich weiß, dass ich ihnen die Mutter nicht ersetzen kann. Aber das will ich auch gar nicht? Ich möchte einfach nur dazu gehören. Ihnen eine Freundin sein?»
Sie biss sich auf die Unterlippe und versuchte, dieses Gefühl, dass gerade in ihr aufkam, näher zu bestimmen. War es Liebe? Erleichterung? Fühlte sie sich gut? Glücklich? Mutig? Entschlossen? Sie wusste nicht, wie sie das Gefühl benennen sollte. Und ob es überhaupt einen Namen brauchte. Aber er hatte gerade mitten in ihr Herz gesehen und alles sichtbar gemacht. Hatte ihre Mauern eingerissen und nun stand er da. Sprach weiter. Davon, sie zu sehen. Sprach von Nähe. Von Familie. Von allem, was sie sich gewünscht hatte.
Maebh schloss die Finger fester um die seinen und schüttelte den Kopf. «Das waren sie nicht. Aber ich trage es ihnen nicht nach. Und ich will auch nicht, dass du das tust. Sie haben die Mutter verloren, Eanruig. Und du hast dich neu vermählt. Für sie muss ich eine unglaubliche Bedrohung sein. Ich möchte auch, dass wir Einfluss haben. Ich möchte, dass die Zukunft für unser Volk und unsere Kinder gesichert ist. Aber ich sehe den Grund nicht, das wir ein Kind mehr beschützen als alle anderen. Ich habe den festen Glauben, dass Cathal alles schaffen kann, was er sich vornimmt. Aber was sollte es bringen, ihm das zu sagen? Er wird es mir nicht glauben. In den Augen deiner Kinder bin ich die böse Stiefmutter.»
Sie ließ zu, wenn auch nur widerwillig, dass er ihre Verbindung zueinander unterbrach. Und hörte ihm ruhig zu. Auch sie sah zu dem gemeinsamen Sohn. Gab ihrem Mann Zeit, die eigenen Gedanken zu sortieren. Und lächelte dann ein wenig. «Komm mit», bat sie ihn und ging zu einer der Steinbänke, um sich hinzusetzen und sich ihm halb zuzuwenden, sodass sie ihren Sohn weiterhin im Blick hatte, aber einen Teil der Aufmerksamkeit auf ihren Mann legen konnte.
«Es konnte nur so verstanden werden. Es ist nichts, was du getan hast, Eanruig. Ich denke mehr es ist etwas, dass sie sehen wollen. Sie könnten auch fragen, weißt du? Sie könnten das Gespräch suchen. Ihr habt ein so enges Verhältnis... Aber ich denke, dass sie das nicht tun werden. Es ist einfacher, für die meisten Menschen, sich etwas zusammenzureimen und nach diesen Gedanken zu handeln.»
So war es schon immer gewesen, wie sie fand. Menschen urteilten. Und dann, wenn man Glück hatte, hinterfragten sie Dinge. Maebh war von Anfang an nicht davon ausgegangen, dass das gut gehen konnte. Sie hatte ja nicht einmal hier sein wollen.
«Du hattest deine Gründe, Liebling. Ja. Aber die Familie besteht auch mit Cathal weiter. Er ist nicht alleine. Und du , Eanruig, bist das auch nicht mehr. Du hast mich. Und wir stehen gemeinsam gegen den Sturm.»
Sie lächelte ein wenig schief und hob leicht die Schultern. «Das glaube ich nicht, dass es nur dadurch kam. Aber es hat es verstärkt, glaube ich. Ich weiß es selbst nicht genau.»
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#8
Ihre Worte. Ihre Entschuldigung sie lies einen Schmerz in seinem Herzen entstehen das tiefer drohte zu schneiden als jede Klinge und sein Griff um ihre Hände, so zart und weich sie auch sein mochten wurde noch eine Spur fester. Ein harter Zug entstand um seine Mundwinkel doch nicht aufgrund ihrer Worte sondern viel mehr durch das Bedauern das sie in ihm auslösten. ,,Keine Entschuldigung… nicht für diesen Wunsch“ erklärte er ruhig und stricht mit dem Daumen sanft über ihren Handrücken, denn warum sollte sie sich für einen solchen Wunsch nachdem doch im Grunde jeder zu streben schien entschuldigen. Für etwas was vom Herzen kam und was auch ihm so viel bedeutete und was doch Augenscheinlich bei weitem nicht so gewesen war wie er stets geglaubt hatte, wie er es gehofft hatte. ,,Ich hatte damals mit ihnen gesprochen… bevor wir heirateten… ich habe es ihnen erklärt“ so gut wie man es nun einmal Kindern zu erklären wusste das es seine Pflicht war eine neue Frau zu der seinen zu machen. Er hatte damals davon gesprochen das sie niemals ihre Mutter ersetzten würde… doch anscheinend waren seine Worte nur Schall und Rauch gewesen oder im Angesicht des Verlustes von Áinfean nicht greifbar genug für die Kinder die sie damals gewesen waren. Er unterdrückte ein Seufzen und eine kleine aber beständige Falte erschien zwischen seinen Augen, nachdenklich, eindrücklich. ,,Es… tut mir leid das es all die Jahre so war. Ich war stets der Auffassung das ihr euch versteht… das ihr zwar kein enges aber doch ein gutes Verhältnis hegt… das dem nicht so ist sondern gänzlich anders…“ er brach ab und presste die Lippen aufeinander, wand den Blick ab und schüttelte leicht den Kopf. Er wusste das eine Entschuldigung kaum das richtige wäre und wahrlich sollte sie dann nicht von ihm kommen und doch brannten die Worte dessen wie Gift auf seiner Zunge, siedend heiß und alles verzehrend weil er ihr Vater war. Der Mann der Moira, Cathal und Niamh zu dem gemacht hatte der sie heute waren also trug nicht auch er eine gewisse Schuld daran? Diese Frage ließ ihn den Kiefer anspannen und er stieß ein leises Seufzen aus, schwer wie die Böen die noch immer über Kenmara hinweg zogen.

,,Du bist zu gut… zu gut für mich… zu gut für diesen Ort“ murmelte er schließlich und hob den Blick der auf ihre ineinander verschränkten Hände gerichtet gewesen war und blickte in ihr Gesicht, ihr schrecklich schönes Gesicht das sein Herz schmerzen lies. ,,Du vergibst… du entschuldigst mit einer Leichtigkeit die so einfach erscheint“ die Spur eines Lächelns verfing sich in seinem Mundwinkel und trug doch etwas mit sich das an Traurigkeit grenzte. ,,Ich habe das nicht verdient…“ denn wie könnte er dies wenn er dies doch Jahrelang nicht erkannt hatte?

Nicht allein. Weder heute noch später diese Worte, ihre Worte ließen ihn nicken, wenn es ihm doch seltsam schwer ums Herz geworden war, seltsam eng in der Brust bei diesem Gedanken und dem Gedanken daran, wie gut sie doch war. Zu gut für ihn, zu gut für Kenmara und seine Familie, dass er sie nicht verdient hatte, wahrlich nicht. „Du hast jemanden besseren verdient …“ Die Worte waren schneller über seine Lippen, als dass er sie zurückhalten konnte, und er hob ihre ineinander verschränkten Hände und drückte seine Lippen auf ihren Handrücken. „Ich habe dich nicht verdient … weder dich noch unseren Sohn … nichts davon“, und doch stand sie an seiner Seite, selbst nach all den Jahren, in denen er sie weder gesehen noch gehört hatte, und griff nach seiner Hand. Das Einzige, was er tun konnte in Anbetracht dessen, war, bis zu seinem letzten Atemzug dies wieder gutzumachen, indem er sie sah, indem er sie hörte und die Güte, die sie mit sich brachte, als das zu erkennen, was sie war. Eine Möglichkeit und etwas, das es zu bewahren galt, zu bewahren und zu beschützen mit all dem, was er aufzubringen vermochte, bis zum Ende von allem.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#9
Maebh schwieg einen Moment. Seine Worte schufen Täler und Berge auf ihrer Stirn. Absolut symmetrisch und doch völlig unpassend, sollten ihre Züge doch eher unbeschwert und glücklich sein. Gerade fühlte sie sich eher besorgt. Ihr gefiel nicht, in welche Richtung sich dieses Gespräch entwickelte, aber sie würde es zulassen müssen. Musste geduldig sein. Warten, bis er sich selbst im Wirrwarr seiner Gefühle und Gedanken fand. Bis er sich mitteilte. Vielleicht würde er zerbrechen. Doch dann war sie da für ihn. Nichts konnte etwas Zerbrochenes so gut wieder zusammensetzen wie die warmen, liebenden Hände einer Frau, die wusste, was sie tat.
«Es ist egal, was du ihnen erklärt hast, Eanruig», stellte sie sanft fest. Mit viel Verständnis in der Stimme, Liebe im Herzen und Vergeben in der Seele. «Es ist nicht deine Verantwortung. Du kannst nicht steuern, was sie denken oder fühlen. Das gehört nur ihnen, weißt du? Und es ist dabei auch vollkommen gleich, was ich mir wünsche. Oder wonach ich mich sehne.»
Seine zusammengepressten Lippen sorgten dafür, dass ihre sich zu einem sanften Lächeln formten. Seine hart, mit Kanten und glatt. Ihre leicht gekräuselt, geöffnet und warm. Keine Kanten, nur Rundungen. Ihr Gesicht warm und voller Liebe. Sie war der Sonnenschein, den er seinem Herz nicht gönnen wollte. Und sie war das gerne. Weil sie sah, wie sehr er sich quälte. Sie spürte seinen Schmerz. Seine Sorge. Sie war ihm nun nah. Näher, als sie sich selbst jemals hätte sein können. Und sie wünschte ihm denselben Sonnenschein, den sie spürte. Sie wünschte, sie hätte die Regenwolken in seinem Herzen einfach verscheuchen können. Eine Umarmung konnte so etwas. Doch er war noch nicht bereit dafür. Er brauchte noch ein Weilchen. Brauchte Raum. Musste an sich wachsen. Maebh gab ihm diesen Raum. Sie hielt die Leiter, die er erklimmen musste. Und wenn er oben war, dann würde er diese Leiter für sie halten und sie konnte folgen. Und sie wechselten sich ab. So hatte sie es sich immer gewünscht. Und gemeinsam erklommen sie Höhen, die keiner von ihnen erwartet hätte.
Seine nächsten Worte trafen sie unerwartet hart. Und sorgten für tiefen Schmerz und Sorge in ihrem Herzen. Nicht einmal ihr innerster Sonnenschein konnte diese harten Schatten verdrängen die seine Worte über sie warfen. Sie wich seinem Blick aus. Nur kurz. So leichtfertig war ihre Vergebung nicht. So einfach funktionierte es auch für sie nicht. Auch sie hatte Geheimnisse. Dinge, die er nicht wusste.
Sie schwieg während er weiter sprach. Davon, dass sie jemand besseres verdient hatte. Davon, dass er nicht einmal seinen Sohn verdient hatte. Und ihre Mundwinkel zuckten für einen Moment nach unten. Nicht einmal ungeduldig in dem Sinne. Nur frustriert.
«Das habe ich früher auch gedacht», gab sie schließlich zu. «Dass ich etwas besseres als dich verdient habe. Und ich... habe mich so unwohl und ungewollt gefühlt, Eanruig. Aber das ist schon lange nicht mehr so. Ich fühle mich nicht mehr ungewollt. Und ich vergebe nicht leichtfertig. Aber ich vergebe dir. Denn ich liebe dich. Ich habe dich lieben gelernt. Ich will nur noch dich. Sonst niemanden. Und ich würde dich sogar noch einmal heiraten, so sehr liebe ich dich. Und wenn du glaubst, dass du deinen Sohn nicht verdient hast, dann lass dir gesagt sein, dass er dich verdient hat. Einen starken Vater. Einen Mann, der fühlt und das sogar zeigt. Der sich seiner Gedanken nicht schämt. Du bist ein großartiger Mann, Eanruig Fraser. Und du hast es nicht verdient, in Selbstmitleid zu baden.»
Sie fasste ihn bei den Händen und zog daran, damit er mit ihr aufstand. Sodass sie wieder zu ihm aufsehen musste. Sie liebte es so sehr, wie viel größer er war.
«Du bist der Einzige, den ich will. Du hast mich verdient. Du hast Liebe und Glück verdient. Und jeder, der dir was anderes erzählt, der lügt. Auch dann, wenn es die Stimme in deinem Kopf ist.»
Sie setzte ihm einen Kuss aufs Kinn, indem sie sich auf die Zehenspitzen stellte, die Hände sanft gegen seine breite Brust gelehnt. Ein Fliegengewicht im Vergleich zu ihm.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 
Herbstland
Eanruig Fraser
Herbstland
Alter 52
Beruf Herr von Kenmara
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Emma
#10
Früher. Welch weitgreifendes Wort, welch weitgreifende Bezeichnung für einen Zeitraum, der ebenso gut die vergangenen fünf Jahre wie aber auch die letzten vergangenen Monate umfassen konnte, was wahrscheinlich auch der Fall war. Das schlechte Gewissen grub allein bei dem Gedanken bereits wieder seine Klauen in das weiche Fleisch seiner Seele, schlug blutig klaffende Wunden und ließ Blut rot und dick daraus hervorquellen. Es grub tief und zerreißend und alles verschlingend, und es kostete ihm unweigerlich so viel Kraft, es zurückzudrängen, das, was in der Brust rumorte und an Scham zu grenzen schien, an Scham und Schuld, und das Bestreben, es besser zu machen, ein ums andere Mal, bis es Genüge sein würde. Unweigerlich. Doch die weiteren Worte, die von roten Lippen fielen, ließen ihn innehalten, und sei es auch nur für einen Moment, und doch lang genug, dass es ausreichend genug wäre, all die aufkommenden Gefühle, all diese Emotionen, die ihm die Seele zerrissen und das Herz schwer werden ließen, ruhiger werden zu lassen, wie ein aufgescheuchtes Tier, wie ein Sturm, der sich tosend am Himmelszelt auftürmte und bereits das Grollen von Donner verlauten ließ, wurde durch die schimmernden Strahlen der Sonne, die sich durch die Wolkenberge hindurchschob, vertrieben und brachte Frieden. Frieden und etwas, das an Hoffnung grenzte, und vielleicht war auch sie das, vielleicht war auch sie sein Frieden, so wie Moira es zuvor ausgesprochen hatte. Sein Punkt, an dem er zur Ruhe kommen konnte, an dem er wusste, dass er ganz gleich, wie zerbrechlich er sich auch fühlte, dort nichts als Akzeptanz und Verständnis erhalten würde, selbst wenn es noch so verwerflich erschien in seinen Augen.

Er schwieg in Anbetracht dessen, was von ihren Lippen fiel, und es ließ ihn sie anblicken, still und stumm und schweigend, mit nichts als seinem Blick, der sich in den ihren brannte. „Ob großartig … mag der ein oder andere zu bezweifeln“, murmelte er und konnte sich ein kleines seichtes Lächeln dabei nicht ganz verkneifen, während er seinen Arm sanft um ihre schmale Taille legte und sie an sich zog. ,,Trotz alledem weiß ich, dass du zu gut für mich bist, Maebh … „Zu gut für diesen komplizierten Mann, der ich bin“, der er mit großer Wahrscheinlichkeit stets und immer sein würde, erklärte er mit leiser Stimme und drückte seine Lippen auf ihren Haaransatz, während er sie eng an sich zog, den Blick dorthin gerichtet, wo ihr gemeinsamer Sohn sich nun augenscheinlich doch dazu entschieden hatte, dass der Kampf mit dem Baum aussichtslos war oder er vielmehr als Sieger hervorgegangen war und nun mit lautem Lachen auf seine Eltern zulief Eanruigs Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, sanft und doch ebenso warm wie ehrlich. Das hier … das war ein Teil dessen, was sein Herz ebenso schwer wie zittrig in der Brust werden ließ, während er den Griff um seine Frau, um Maebh, verstärkte und ein leises Lachen aus seiner Brust gerissen wurde, als Aedán im vollen Lauf gegen seine und Maebhs Beine stieß und diese mit der Kraft, zu der sein vierjähriges Wesen im Stande war, umschlang und mit einem breiten Lächeln zu ihnen beiden hinauf strahlte. Es ließ Eanruig seine Hand auf den dunklen Schopf zum Erliegen kommen und er entschied, dass dieses Gefühl, das sein Herz in seiner Brust erzittern ließ, etwas Gutes war … etwas, das er von da an bewahren wollte. Unweigerlich.
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste