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tomorrow is another day...
12.10.1016 - 09:00
Muiríns Gemächer

Test
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#1
Das Gespräch mit Cathal hatte einiges in Maebh aufgewühlt. Nicht zuletzt ihre ohnehin grundsätzlich bestehenden Zweifel an der eigenen Persönlich- und Widerstandsfähigkeit. Aber vielleicht hatte Cathal auch Recht. Sie war nun seit Jahren hier. Sie hatte ein Kind geboren. Sie lebte mit ihrem Mann zusammen, trug durch die Ehe einen Titel. Man hatte ihr Verantwortung in die Hand gelegt und sie füllte diese aus. Nach bestem Wissen und Gewissen. Gemessen an dem Umstand, dass sie keineswegs so hochgeboren war, wie ihr Ehemann, war das etwas ganz und gar Großartiges. Aber dennoch blieben leise Zweifel.
War sie all dem gewachsen? War sie nicht immer noch das verängstigte kleine Kind, dass sich fürchtete, weil es von zu Hause weg musste? Auch wenn sie freilich lange kein Kind mehr gewesen war, als man sie hier her gebracht hatte. Sie begriff durchaus, dass ihr Vater nur in ihrem Sinne gehandelt hatte. Sie wusste, dass er sie liebte. Und vielleicht... vielleicht schaftte sie es ja auch, dass er sich von diesem unsäglichen Weib lossagte. Und dann blieb er ja vielleicht sogar. Pferde züchten konnte er auch hier.
Doch zunächst einmal war es wichtig, dass sie sich um das kümmerte, was im Hier und Jetzt geschah. Die heute noch anreisenden Gäste waren erst einmal nebensächlich. Wenn sie die Situation richtig einschätzte und sich Muírin krank genug fühlte, um die Zofe zu schicken, bedeutete das, dass Cathal heute vermutlich nicht heiraten würde. Und dann würden sie auch zunächst die Gäste wieder ausladen müssen, damit die junge Frau sich angemessen erholen konnte. Niemand wollte krank den ewigen Bund der Ehe eingehen. Niemand wollte krank auf irgendeiner Feier stehen und ausgelassen feiern! Selbst wenn die Ehe arrangiert war... es war wichtig, dass Muírin diesen Tag zumindest im Ansatz in schöner Erinnerung behalten konnte.
Als sie um die Ecke bog, hielt ihr die zweite Zofe bereits die Tür auf, damit Maebh eintreten konnte. Und tatsächlich machte die junge Frau im Bett einen ganz und gar erbärmlichen Eindruck. Sie war verschwitzt, das Haar hing ihr in Strähnen übers Gesicht und ihre Hautfarbe hatte Ähnlichkeit mit saurer Milch. Offenbar hatte ihr der Sturm gestern nicht gut getan. Was auch immer sie sich eingefangen hatte, war ausgesprochen anstrengend für ihren Körper.
«Guten Morgen, Liebes», grüßte Maebh leise und schloss hinter sich die Tür. Die Fenster hatte man bereits geöffnet um zu lüften, das Feuer im Kamin wurde gerade wieder angefacht. «Du siehst... schrecklich aus. Es tut mir leid. Ich weiß, du wirst das nicht gerne hören wollen. Wie fühlst du dich?»
Prüfend glitt ihr Blick über die jüngere Frau. Sichtlich besorgt. Und ehrlich mitfühlend.
«Ich gehe davon aus», fuhr sie fort und sprach damit den Drachen im Raum an, «dass du heute nicht dazu in der Lage sein wirst, zu heiraten?»
Es schwang keinerlei Vorwurf in ihrer Stimme mit. Sie konnte es verstehen. So hätte sie auch nicht gewollt.
[Bild: Signatur.png]
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Make me lose my breath
Muirín Henaghen
Herbstland - Admin
Alter 23
Beruf Prinzessin
Wohnort Ishcateslieve, Farynn
Stand Verlobt
User Nessi
#2
Vor zwei Tagen war sie angekommen. Vor zwei Tagen war sie aus der Kutsche in ihr neues Leben ausgestiegen. Hatte ihre neue Familie und ihren zukünftigen Ehemann kennen gelernt. Und das sogar direkt von einer ganz und gar unangenehmen Seite. Er hatte Feuer, das sie ihm nicht zugetraut hätte. Er wusste um Worte als Waffe und nutzte sie ganz gezielt. Seine Familie war ihm heilig, vor allem seine Schwestern und die Tatsache, dass hier eine junge Frau hineinspazierte und für sich schon längst festgelegt hatte, dass das alles ganz und gar furchtbar werden würde, hatte dafür gesorgt, dass sie eigentlich noch vor dem Bissen des ersten gemeinsamen Abendessens aneinander gekracht waren. So sehr, dass sie sich am gleichen Abend noch gegenseitig entschuldigt hatten. Ein Umstand, den sie mehr zu schätzen wusste, als ihr anfänglich bewusst war. In ihrer Heimat hatte es so etwas nicht gegeben. Da war sie ein solches Temperament zwar auch gewöhnt, denn brüllen konnte ihr Vater mindestens genauso gut wie schweigen, doch eine Reflektion am Ende hatte noch nie stattgefunden. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten, wenn man es denn so bewerten wollte, hatten Cathal und sie sich dann doch überraschend gut verstanden. So, wie sich vielleicht Freunde verstehen würden. Noch immer fiel es ihr schwer ihn als eigenständigen Fürstensohn zu sehen, obwohl er ihr mehr als nur einmal bewiesen hatte, dass seine Blindheit vielleicht sogar mehr Segen, als Fluch war. Noch immer war sie fasziniert von ihm und seiner Art, die Welt zu sehen und zu hören. Doch ihn als Mann wahrzunehmen, fiel ihr weiterhin schwierig. Nicht nur wegen seiner Blindheit, sondern vor allem wegen der Tatsache, dass sie sich selbst überhaupt nicht als Ehefrau sah. Obwohl Cathal ihr gezeigt hatte, dass der Käfig, in den man sie sperren wollte, vielleicht gar nicht so schlimm war, rebellierte Alles in ihr weiterhin gegen diese Hochzeit. Und ob es nun Schicksal oder eine selbst erfüllende Prophezeiung gewesen war: Muirín war krank geworden.

Nachdem sie den Abend mit Maebh gestern bei ihrem Pferd verbracht hat und ein sehr tiefsinniges und schönes Gespräch hatte, war sie in ihre eigenen Gemächer zurück gekehrt und hatte sich von ihrer Zofe ausziehen und fürs Bett herrichten lassen. Schon während der abendlichen Routine, die sie hier erst mal noch vollkommen neu lernen musste, spürte sie eine bleierne Müdigkeit in ihren Gliedmaßen, die sie auch recht schnell dazu zwang das Bett aufzusuchen. Eigentlich hatte sie sich weiter mit den Worten ihrer neuen Schwiegermutter beschäftigen wollen, hatte fühlen wollen, was sie im tiefsten Inneren in ihr auslösten. Hatte verstehen wollen, ob das hier vielleicht doch mehr Geschenk, als Fluch war, doch dazu war die junge Prinzessin gar nicht mehr gekommen. Nachdem sie am frühen Abend schon in einen traum- und ruhelosen Schlaf gefallen ist, ist sie mitten in der Nacht aufgewacht, schweißgebadet und mit einem dröhnenden Kopf. Alles drehte sich und selbst das Auffallen schien plötzlich unmöglich geworden zu sein. Als morgens die Zofe zaghaft an ihre Tür geklopft hatte, hatte Muirín noch immer geschlafen, was die junge Frau beinahe dazu verleitet hätte die Gemächer wieder zu verlassen, doch als sie die durchnässen Laken gesehen hat, war sie alarmiert zum Bett geeilt. Die junge Frau glühte förmlich und bekam sofort durch die junge Angestellte des Hauses ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt. Außerdem ließ sie Kräutertee herrichten und sorgte dafür, dass sie genug aß und trank. Obwohl Muirín nicht einmal ihren Namen kannte, kümmerte sie sich so herzerwärmend um sie, dass sie sich vornahm in Zukunft nicht nur gut zu ihr zu sein, sondern sie wie eine Freundin zu behandeln. Das hatte sie sich auf jeden Fall verdient.

Als nun Maebh ihre Gemächer betrat, traten Tränen in die Augen der Henaghen. Sie fühlte sich hundselend, konnte spüren, wie das Fieber in ihrem Körper wütete und kämpfte gleichzeitig mit der Angst, dass es sie dahin raffen würde, so wie es bei ihrer Mutter geschehen war. Sie schniefte leise und beobachtete die zierliche Gestalt, wie sie näher zum Bett kam. "
Bitte, ich habe Sorge, dass Ihr Euch ansteckt
", murmelte sie leise und sah zerknirscht aus dem Fenster, das die Zofe vor kurzem geöffnet hatte. "
Es tut mir so leid
", schluchzte sie leise und vergrub ihr Gesicht in dem weichen Kopfkissen. Nicht nur, dass sie mit einem riesigem Theater vor zwei Tagen hier aufgeschlagen war, nun durchkreuzte sie auch noch alle Pläne, die bisher gemacht wurden. Das ganze Gold, was nun verloren ging! Die Gäste, die sonst was von ihr dachten! Es war einfach nur fürchterlich! "
Wir können doch nicht alles absagen...
", murmelte sie, wohlwissend, dass sie kaum dazu in der Lage sein würde vor einer Gruppe von Menschen zu stehen. Sie konnte kaum das Bett verlassen, ohne Schwindelattacken zu haben, die ihr den Atem raubten. Aber sie hatte das Gefühl, dass sie musste. Dass es keine Wahl für sie gab.
[Bild: thxYbZu.png]
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Test
Maebh Fraser
Herbstland - Admin
Alter 31
Beruf Ehefrau
Wohnort Kenmara
Stand Verheiratet
User Cat
#3
Ehrliche Sorge trat in die großen dunklen Augen, als sie an das Bett ihrer zukünftigen Schwiegertochter herantrat und sich das Elend besah. Muírín sah fürchterlich aus. Sie wirkte völlig verschwitzt, fiebrig und hatte ganz offenbar ganz gewaltig mit einer Erkältung und deren Nebenwirkungen zu kämpfen. Zumindest durften sie hoffen, dass es nur so etwas war. Sie war erst vor zwei Tagen angekommen und diese zwei Tage waren auch für die junge Frau sehr anstrengend gewesen. Nicht nur aufgrund der Reise, die sie hinter sich hatte. Man durfte schlichtweg nicht vergessen, dass das Land an einigen Stellen mit einem immer weiter eskalierenden Krieg zu kämpfen hatte. Und dieser Krieg forderte auch abseits irgendwelcher Kämpfe für gewöhnlich Opfer. Handeslrouten kamen zum erliegen, Dörfer wurden verwüstet. Schlachtfelder, häufig aufgrund der strategischen Logik nah am Wasser gelegen, verpesteten die Flüsse mit Leichenwasser und dem, was die Körper zurückließen. Niemand räumte hinter einem Kriegsheer auf. Man ließ liegen, was die Natur sich wiederholte. Und die Menschen, jung und alt, betroffen oder nicht betroffen, zahlten den Preis. Niemand fragte sie, ob sie das wollten oder nicht.
«Ich habe ein Kleinkind, um das ich mich kümmern muss und du hast Zeit mit mir verbracht, Muírín. Was auch immer du hast, ich habe mich entweder schon angesteckt oder ich werde es ertragen. Es ist schon in Ordnung.»
Immerhin hatte auch das Personal bereits Kontakt zu ihr gehabt und es war vermutlich nur gut, wenn sie alle Feierlichkeiten tatsächlich absagten. Schon um zum einen Muírín zu schonen, zum anderen um eine Ansteckung zu vermeiden. Maebh konnte sich was Besseres vorstellen, als die halbe Hochzeitsgesellschaft mit einer noch unbekannten Krankheit zu infizieren.
«Es muss dir doch nicht leid tun, Muírín», flüsterte Maebh und setzte sich neben sie auf die Bettkante und fuhr ihr mit der Hand sanft über das schweißnasse Haar, während das Mädchen in das Kissen weinte.
«Ich kann verstehen, dass es dir womöglich unangenehm ist», fügte sie noch an und runzelte ein wenig die Stirn. «Aber du bist krank. Und so kann man weder heiraten noch ist man eine gute Gastgeberin. Jeder, der das nicht versteht, kann sich gerne mit mir und Eanruig anlegen. Wir haben dazu sicher das ein oder andere Wort zu sagen. Es ist vernünftig und sehr erwachsen, nun im Bett zu bleiben und dich pflegen zu lassen, bis die Krankheit deinen Körper verlässt.»
Maebh wartete, bis Muírín sie wieder ansah und lächelte dann sanft.
«Doch. Das können wir. Und das werden wir auch. Alles andere macht gar keinen Sinn. Und du wirst erst einmal gesund.»
Sie blieb einfach neben ihr sitzen und lächelte sie liebevoll an.
«Und sieh es einmal positiv. Jetzt kannst du deine Hochzeit sogar mitplanen und vorher sogar deinen Ehemann kennenlernen. Sehen wir es als Fügung des Schicksals. Nichts geschieht ohne Grund, schätze ich.»
Und Maebh lag die Schwarzmalerei wirklich nicht.
[Bild: Signatur.png]
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