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| Andromeda Corenios |
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21-04-2024, 02:54 - Wörter:
You don’t have to hold a position in order to be a leader.
Ein Geschäftstreffen unter einem Höflichkeitsbesuch.
Mochte King’s Portal auch am Meer liegen, fühlte man in der Stadt viel mehr die Hitze, als wie man sie in den Zwillingsstädten wahrnehmen konnte.
Es war ein unangenehmer Nachmittag, und Andromeda schien immer das Talent zu haben, einen solchen Tag auszusuchen, um wichtige Dinge zu erledigen. Ein Tag, an dem sie viel lieber . Doch Belisarius Caderitor war immerhin ein wichtiger Mann mit wichtigen Aufgaben, da konnte man sich nicht den Luxus gönnen, ihn zu sich zu bestellen. Besonders, wenn es ohne das Wissen ihrer Familie geschah. Da musste man doch erst eine passende Erklärung finden, warum ein offensichtlicher Vertreter des wichtigsten Bankhauses des Landes auf einen Plausch reinspazierte. Selbst Andromeda hätte das nicht wegerklären können. Bereits kurz nach der Ankunft hatte sie sich kundig gemacht, ob der Condottiere denn ebenfalls in der Stadt sei —, auch wenn sie ohnehin davon ausging — und ebenso schnell einen natürlich sehr formellen Brief geschickt, dass sie gerne auf einen sehr offiziellen Besuch vorbeischauen würde, der jedoch sehr geheim bleiben musste. Widersprüche waren eben bei solchen Anlässen gegeben.
War es auch weniger ein Freundschaftsbesuch; die Stimmung war allgemein angespannt. Die Vorbereitung auf den Krieg und das fast schon panisch anmutende Aufrüsten des Großkönigs, der zum Vergeltungsschlag ausholen wollte, gepaart mit der Frechheit Walleydors, sorgten dafür, dass die Hauptstadt zu keinem angenehmen Ort wurde. Aber sie nahm ohnehin an, dass Belisarius wusste, dass es weniger ein Treffen von ‘Na, du auch hier, was machen die Geschäfte, wie geht’s der Familie’ sein würde. Dumm waren sie beide ja nicht. Und Andromeda konnte es wertschätzen, wenn man die Zeit nicht mit unnötigen Geplänkeln verbrachte, das für sie ohnehin nur frustrierend sein würde.
Doch sie wartete nun auf ihn, und beim Warten lief sie immer in Gefahr, dass ihre Gedanken viel zu sehr rumorten. Ein derzeit undurchdringbares Netz von zu vielen Fäden, die durcheinander liefen und sich nicht mehr einfach entwirren ließen, gepaart mit der Frustration, dass sie selbst dann noch an ihre Grenzen kam, weil sie hieß, dass sie sich nicht mit solchen Dingen beschäftigen sollte, oder sie lachend gefragt wurde, wieso sie sich Gedanken über den Krieg machte? Nun, wenn es darum ging, dass Alexios in diesem betrunkenen Moment auf ein Pferd steigen würde, sich ein paar matariyyanische Söldner schnappen und verkünden würde, dass er Eastergold Meadow schon allein zurückholen könnte, musste sie eben nachdenken. Alexios war zunehmend waghalsiger geworden, und es shcien fast, als freue er sich auf einen Krieg, um sich nun seine Sporen richtig zu verdienen. Und wenn sie nicht auf ihn aufpasste, dann-
Sie umschloss den sternförmigen Kettenanhänger so fest in ihrer Hand, dass die scharfen Ecken ihr ins Fleisch schnitten. Es nützte nichts, sich in diesem Augenblick Sorgen zu machen. Alexios war zudem nicht der Einzige, um den es ging. Wenn der Krieg beginnen würde, würden viele ihre Söhne, Ehemänner, Väter und Brüder verlieren. Und gerade darum ging es ja auch beim Besuch im Bankhaus. Man tat eben, was man kann. Und wie ihre Mutter auch sagte, sie solch sich eben auch wie die Prinzessin benehmen.
Sie saß auf einem der Stühle, einen Arm auf der Rückenlehne und das Kinn auf der Handfläche aufgestützt; mit der anderen Hand spielte sie immer noch mit dem Kettenanhänger, fast, als wäre die Geste beruhigend, während der Blick auf die Tür gerichtet war. Sie hatte den Schleier abgenommen, der dieselbe Farbe wie die Robe in dunklem Flieder hatte, und sie relativ unbehelligt durch die Straßen ziehen ließ. Sie stach nicht aus der Menge hervor, und sollte jemand trotz allem fragen, ob man sie gesehen hätte, würde sich bestimmt niemand an sie erinnern. Ewig die graue Eminenz, die sich im Hintergrund die Hände schmutzig machen würde.
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| Belisarius Caderitor |
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22-04-2024, 00:29 - Wörter:
Belisarius hasste diesen Ort. Er wollte nicht hier sein. Dieses Bankhaus war ein Abgrund. Nicht, weil es seine eigene Macht sicherte, sondern weil es ihn an seinen Vater erinnerte. Dieses Geldhaus stand für alles, was er nicht sein wollte aber sein musste. Die hohen Mauern, der schwere Stein der Wände und die kunstvollen Teppiche als Wandverhang, alles schrie den Namen des Vaters, der immer nur verlangte aber wenig gab. Manche mochten sagen, dass der gegebene Reichtum ausreichend war, doch war Geld in dieser Familie nur Mittel zum Zweck und oft war der Zweck Abhängigkeit. Belisarius war abhängig von dieser Wirklichkeit und umso mehr er daran dachte, dass ihn sein Vater zu diesem Mann gemacht hatte, der er nun war, so abhängig, desto mehr hasste er diesen Ort. Dieser hässliche Prunkbau, dieser kleine Palast des Goldes und Geldes, der in die Altstadt geschlagen war, wie ein Fremdkörper. Belisarius wollte würgen, doch er hielt sich zurück. Dies war nicht die Zeit dafür, obwohl alles in ihm, auf diesen Ort spucken wollte. Doch leider war sein Vorsteher und auch noch der Verwalter des Geldhauses ausgefallen. Eine Krankheit zog um, die reihenweise wichtige Personen an das Bett fesselte. Eine gewisse Ironie lag darin, dass es genau jene Krankheit war, die Belisarius als politische Waffe gegen Walleydor richten wollte.
Nun traf sie ihn und seine Verwaltung zuerst. Belisarius war darüber ungehalten aber konnte dieses Schicksal nicht ändern. Eine wichtige Kundin stand an, die er gerne an seinen Vorsteher weitergeleitet hätte. Immerhin war sein Bankvorsteher ein guter Zahlenmann, der sich sehr gut darauf verstand, die notwendigen Geschäfte zu planen und Belisarius dann nur zur Abzeichnung vorzulegen. Insofern musste er dieses Haus nie betreten aber nun fehlten jene Männer, die seine Handlanger in dieser unliebsamen Sache hier waren. Die beiden Wachleute am Eingang erkannten den Kriegsherren, grüßten achtsam und öffneten das schwere Portal aus Eiche. Das Holz rumorte kurz, während die großen Türen aufschwangen und Belisarius in das Geldhaus eintrat. Ein reges Treiben herrschte hier immer, da viele noble aber auch bürgerliche Castandori hier Geld einlagerten und sich Wechsel zusicherten. Das Geldwesen breitete sich rasant schnell in Castandor aus, da der Handel ein wichtiges Standbein der gemeinsamen Kultur war und man selten teures Gold am Leibe tragen wollte, wenn man auf Reisen ging. Wechsel und Wertscheine aus den Geldhäusern waren einfach sicherer und für den Handel perfekt, da man Waren beleihen konnte, ohne sich wirklich mit Echtgeld zu bezahlen und schließlich, wenn der Handel sicher war, konnte man die Schuldscheine auslösen und behielt nur seinen Gewinn. Dass damit Söldner und inzwischen auch Kriege finanziert wurden, ahnte die meisten Castandori nicht, denn es war auch egal. Das Gold floss, die Münzen klingelten und die Geschäfte hielten Stand. Kurz ließ Belisarius seinen Blick schweifen, wurde dann von einem Schreiber begrüßt, der hinter einem der großen Tische hervortrat. Die Bank war im Grunde eine Ansammlung von großen Holztischen mit verschiedenen kleinen Musterteppichen darauf, daneben standen kleinere Buchhalter und in diesen eben jene wertvollen Schuldbücher.
Die Musterteppiche auf den dunklen Tischen bildeten Kreise oder Quadrate und dienten somit dem Abzählen von Geldmengen oder Münzgruppen. Am Ende des imposanten Raumes befanden sich kleinere Arbeitszimmer für die Verwalter oder Vorsteher. Eine Treppe in der Mitte der großen Bankhalle, die an einem Gittertor endete, führte hinab in die Schatzkammer des Geldhauses. Das Gitter war fest verschlossen mit zwei schweren Riegeln und dahinter befand sich ein paar Stufen weiter, eine weitere schwere mit Eisen beschlagene Tür, die ein merkwürdiges farbiges Zahlenschloss darstellte. Die Farben mussten wohl in die passende Reihenfolge gebracht werden, bevor zwei merkwürdige Symbolketten ebenso in Reihe gebracht werden mussten. Es war eine komplizierte Mechanik, die vielleicht sogar ein Wunder der Handwerkskunst war. Der Schreiber unterhielt sich kurz und sehr oberflächlich mit Belisarius. Man führte ihn zum bereitgestellten Arbeitszimmer, welches elegant aber spartanisch eingerichtet war. Mit einem Ruck öffnete man die Tür und da saß die junge Frau wartend auf einem der Stühle, welcher mit dem Blick zur Tür gerichtet war, ein merkwürdiges Artefakt fest in ihren Händen haltend. Es war eine Kette, das konnte Belisarius ausmachen. Der Schreiber verbeugte sich höflich, schloss die Tür wieder und Belisarius trat hinter den Schreibtisch, um dort in einem fast thronhaften Sessel platz zu nehmen. Dieser war mit einem blutroten Samt beschlagen. Dieser Stuhl gab Belisarius etwas von einem Höllenfürsten.
"Guten Tag," grüßte er die junge Frau beim Eintreten, die er grob kannte und sicherlich das eine oder andere Geschäft mit ihr abgewickelt hatte. Dennoch war sie ihm eindringlich Erinnerung, da er selten für ihn besondere Menschen vergaß. Belisarius lehnte sich seufzend zurück. Dieser Ort tat ihm nicht gut, da er hier nicht sein wollte. Mit einem hektischen Griff schenkte er der Dame etwas Würzwein aus einer der bereitstehenden Karaffen ein und schob ihr etwas rücksichtslos den Becher zu. "Ihr habt wohl doch recht lange gewartet...," sagte er minder müde, machte dann eine andeutende Geste und verwies damit auf den Würzwein. Dieser hatten einen starken Eigenduft nach Zimt und war sicherlich furchtbar süß. Mit einer fast stotterhaften Bewegung rückte er seinen Sessel so zurecht, dass er der Frau besser ins Gesicht blicken konnte. Mit einer gelangweilten Bewegung zog er das Schwert von seinem Gürtel, stellte es neben einem kleinen Ablageschrank ab und rückte dann den Waffengurt gerade, den er auch jetzt immer trug. Belisarius fühlte sich ständig bedroht und wollte stets gewappnet sein; jetzt, wo er Heermeister des Reiches war umso mehr. Er trug zwar keine Rüstung aber auch keine Kleidung eines Edelmannes. Seine Kleidung war die eines Soldaten aus einfachen aber hochwertigen Stoffen, dazu schwere Lederstiefel und ein wertvoller Mantel aus schwerem dunklen Leder. Jetzt sah er, dass diese Kette mit ein wenig Blut benetzt war und blickte dann auf ihre Hand. Belisarius nahm dies still zur Kenntnis, notierte sich diese Information gedanklich und würde dies verwahren, bis es einen Nutzen hatte. Er beobachtete stets genau und hier gab es auch etwas zu beobachten. Diese mächtige Frau, die leider in der falschen Rolle kämpfen musste, kam nicht ohne Grund zu ihm.
Er war über ihre Anwesenheit in Kenntnis gesetzt worden und doch war er über ihre Erscheinung oft überrascht. Sobald eine nahezu wenig auffällige Frau auf ihn wartete, ging er davon aus, dass sie es war. Nun stellte sie erneut die Jedersfrau dar, unscheinbar und sich in der Menge verlierend. Das mochte Belisarius, dass sie ähnlich arbeitete und vorging, wie er selbst. Noch besser war es, dass es sie durchschaubar machte, da er ihr Verhalten einfach nur mit seinem eigenen vergleichen musste. "Willkommen," grummelte Belisarius einen weiteren Gruß, da er ein Pergament über den Tisch bewegte, um einen potenziellen Vertrag aufzuzeichnen, sofern Dame Corenios dies wollte. "Was wollt ihr?" - hielt er sich nicht weiter auf, hob einer der bereitgestellten Schreibfedern an und tunkte sie bereits ins Tintenfass. Er kannte sie gut genug, dass er wusste, dass sie selten zum Zeitvertreib aufbrach und selten Menschen wirklich achtete, außer in ihrem Nutzen. Belisarius dachte oft ähnlich und so wollte er ihr den Gefallen tun, direkt in die eigentliche Sache zu springen. So würde es ihm auch Zeit ersparen, in diesem miesen Bankhaus zu verweilen.
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