14-02-2026, 11:34 - Wörter:
„Unsere Mutter hat uns Kindern beigebracht sie zu backen“, erwiderte Veith, als genüge dieser eine Satz, um alles Weitere zu erklären. Ein kaum wahrnehmbares Zucken lag in seinem Mundwinkel. Die Kekse waren in Wallydor kein besonderes Gebäck, sondern etwas Selbstverständliches, etwas, das in vielen Häusern auf schmalen Holzbrettern auskühlte, während draußen der Wind durch junge Blätter strich. Das Rezept wurde nicht aufgeschrieben, sondern von Generation zu Generation weitergegeben. Je nach Gegend veränderte es sich unmerklich. Manche mischten mehr Honig unter den Teig. Nahe der südlichen Grenze kam eine Spur Gewürz dazu, kaum wahrnehmbar und doch unverkennbar für jene, die es kannten. Veith betrachtete das Gebäck einen Moment länger, als hinge mehr daran als Mehl und Süße. Dann hob er den Blick wieder, ruhig wie zuvor.
Veith entging die leise Sehnsucht in Aleenas Gesicht nicht. Nicht sofort, er war zu sehr damit beschäftigt gewesen, das Gewicht des Kindes in seinen Armen auszubalancieren und das Köpfchen vor dem Absinken zu bewahren. Doch dann sah er, wie ihre Augen immer wieder zu dem Säugling glitten. Dieses kaum verborgene Ziehen in ihrem Ausdruck und die unbewusste Bewegung ihrer Hand. Sein Blick folgte ihr. Blieb an ihren Fingern hängen, die unbewusst über ihren noch flachen Bauch strichen. Etwas in seinem Gesicht wurde still.
„Sagt das besser nicht. Meine Schwester wird Euch beim Wort nehmen“, erwiderte er schließlich und wandte sich mit einer ruhigen Bewegung wieder Helvi zu, als läge die Verantwortung für alles Weitere ohnehin bei ihr. Doch die Reaktion der Prinzessin war ihm nicht entgangen. Die Wärme in ihrem Lächeln, die unbewusste Geste ihrer Hand, es brauchte keinen ausgesprochenen Satz, um zu verstehen, welche Nachricht vielleicht schon bald das Licht der Welt erblicken würde. Gerade deshalb zwang er sich zur Zurückhaltung. Es stand ihm nicht zu, sie darauf anzusprechen. Er war Leifs Freund und sein Gefolgsmann. Zur Prinzessin verband ihn nichts, zumindest nichts, das über Höflichkeit und die Grenzen ihres Standes hinausging. Genauso würde es bleiben, trotz des Versprechens, das sie ihm zu Beginn ihres Spaziergangs abgerungen hatte. Es ziemte sich nicht. Nicht für eine Frau ihres Ranges. Nicht für einen Mann wie ihn. Nach diesem Besuch würde alles wieder an seinen Platz zurückkehren. Sie in ihre Welt aus Pflicht und Krone. Er in seine aus Stahl und Eid.
Und genauso war es richtig.
„Das ist nicht nötig. Ich kenne genügend Wege, ihn zur Kooperation zu bewegen“, erwiderte Helvi mit einer Gelassenheit, die keinerlei Zweifel daran ließ, wer in diesem Raum tatsächlich die Fäden hielt. Das Lächeln, das sie ihrem Bruder schenkte, war freundlich und doch lag darin eine unmissverständliche Selbstsicherheit. Veith hob leicht eine Braue. „Das kann ich bezeugen“, sagte er trocken. Ein seltenes Lächeln huschte über seine Züge - kurz, aber echt genug, um die Schärfe seiner sonst so beherrschten Miene aufzubrechen. Helvi ignorierte ihn mit würdevoller Großzügigkeit. Stattdessen griff sie nach dem Krug, schenkte der Prinzessin und ihrer Zofe nach, ohne zu fragen, und legte weiteres Gebäck auf ihre Teller, als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt. Wenn es um Gastfreundschaft ging, duldete seine Schwester weder Zurückhaltung noch Widerspruch. Wer ihr Haus betrat, verließ es satt und mit dem unbestreitbaren Eindruck, umsorgt worden zu sein, ob er wollte oder nicht.
„Ich habe alle Zeit der Welt, Prinzessin“, erwiderte Veith schließlich auf ihre Frage hin. Eldar war in seinen Armen eingeschlafen. Der kleine Körper lag nun vollkommen entspannt an seiner Brust, der Atem ging gleichmäßig. Eine winzige Hand hatte sich in eine Falte des Hemds gekrallt. „Heute jedenfalls“, fügte er leise hinzu.
Veith entging die leise Sehnsucht in Aleenas Gesicht nicht. Nicht sofort, er war zu sehr damit beschäftigt gewesen, das Gewicht des Kindes in seinen Armen auszubalancieren und das Köpfchen vor dem Absinken zu bewahren. Doch dann sah er, wie ihre Augen immer wieder zu dem Säugling glitten. Dieses kaum verborgene Ziehen in ihrem Ausdruck und die unbewusste Bewegung ihrer Hand. Sein Blick folgte ihr. Blieb an ihren Fingern hängen, die unbewusst über ihren noch flachen Bauch strichen. Etwas in seinem Gesicht wurde still.
„Sagt das besser nicht. Meine Schwester wird Euch beim Wort nehmen“, erwiderte er schließlich und wandte sich mit einer ruhigen Bewegung wieder Helvi zu, als läge die Verantwortung für alles Weitere ohnehin bei ihr. Doch die Reaktion der Prinzessin war ihm nicht entgangen. Die Wärme in ihrem Lächeln, die unbewusste Geste ihrer Hand, es brauchte keinen ausgesprochenen Satz, um zu verstehen, welche Nachricht vielleicht schon bald das Licht der Welt erblicken würde. Gerade deshalb zwang er sich zur Zurückhaltung. Es stand ihm nicht zu, sie darauf anzusprechen. Er war Leifs Freund und sein Gefolgsmann. Zur Prinzessin verband ihn nichts, zumindest nichts, das über Höflichkeit und die Grenzen ihres Standes hinausging. Genauso würde es bleiben, trotz des Versprechens, das sie ihm zu Beginn ihres Spaziergangs abgerungen hatte. Es ziemte sich nicht. Nicht für eine Frau ihres Ranges. Nicht für einen Mann wie ihn. Nach diesem Besuch würde alles wieder an seinen Platz zurückkehren. Sie in ihre Welt aus Pflicht und Krone. Er in seine aus Stahl und Eid.
Und genauso war es richtig.
„Das ist nicht nötig. Ich kenne genügend Wege, ihn zur Kooperation zu bewegen“, erwiderte Helvi mit einer Gelassenheit, die keinerlei Zweifel daran ließ, wer in diesem Raum tatsächlich die Fäden hielt. Das Lächeln, das sie ihrem Bruder schenkte, war freundlich und doch lag darin eine unmissverständliche Selbstsicherheit. Veith hob leicht eine Braue. „Das kann ich bezeugen“, sagte er trocken. Ein seltenes Lächeln huschte über seine Züge - kurz, aber echt genug, um die Schärfe seiner sonst so beherrschten Miene aufzubrechen. Helvi ignorierte ihn mit würdevoller Großzügigkeit. Stattdessen griff sie nach dem Krug, schenkte der Prinzessin und ihrer Zofe nach, ohne zu fragen, und legte weiteres Gebäck auf ihre Teller, als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt. Wenn es um Gastfreundschaft ging, duldete seine Schwester weder Zurückhaltung noch Widerspruch. Wer ihr Haus betrat, verließ es satt und mit dem unbestreitbaren Eindruck, umsorgt worden zu sein, ob er wollte oder nicht.
„Ich habe alle Zeit der Welt, Prinzessin“, erwiderte Veith schließlich auf ihre Frage hin. Eldar war in seinen Armen eingeschlafen. Der kleine Körper lag nun vollkommen entspannt an seiner Brust, der Atem ging gleichmäßig. Eine winzige Hand hatte sich in eine Falte des Hemds gekrallt. „Heute jedenfalls“, fügte er leise hinzu.
