Ana beobachtete, wie ihr Bruder mit den Pfeilen auf das Ziel schoss und konnte verstehen, dass er sich so aufregte und sauer war. Sie empfand das gleiche. Es machte auch sie wütend wenn ihr Vater so über ihre Mutter redete. Es war sehr schwer für Ana ruhig zu bleiben, wenn er über sie schlecht redete.
"Möchtest du etwa Ärger mit Vater?", fragte sie und schüttelte leicht den Kopf, ehe sie wieder malte. Sie wollte bestimmt keinen Ärger mit ihrem Vater oder bestraft werden. Er konnte sehr streng sein und sie wollte es vermeiden, dass sie ihn verärgerte. Ihr Bruder schien da etwas anders zu sein. Es schien ihm egal zu sein, wenn er von ihrem Vater bestraft wurde. Er schien nicht zu versuchen, es zu vermeiden, dass er sauer wurde. Als er sie wütend ansprach, sah sie ihn überrascht an und hob die Augenbrauen.
"Rory, was sprichst du? Außer wir sorgen dafür, dass er nicht mehr sprechen kann?" Was meinte er damit? Er war wütend und Ana wusste wie er sein konnte wenn er richtig wütend war. Doch das war Unsinn! Die Prinzessin schüttelte den Kopf. Sie wollte eigentlich nicht wissen, was er meinte.
"Und was bringt es mir ihn anzuschreien?", fragte sie und sie wurde nun auch wütend.
"Was bringt es dir, ihn anzuschreien und ihm zu sagen was du denkst, außer seinen Zorn? Er macht was er will. Er wird nicht auf dich hören und auf mich auch nicht. Was bringt dir deine ach-so tolle, direkte Art und dein risikofreudiges Verhalten?" Sie sah ihn lange an, ohne etwas zu sagen. Sie wollte sich nicht aufregen. Sie wollte nicht mit ihm diskutieren. Als sie seine Worte hörte, verschwand die Wut und sie wurde wieder traurig. Sie wusste nicht was, sie erwidern sollte.
"Sie hätte uns niemals verlassen wenn sie eine Wahl gehabt hätte", sagte Ana leise und es kostete sie viel Kraft, die Tränen nicht fließen zu lassen. Es schmerzte, an ihre Mutter zu denken und es schmerzte, wenn ihr Vater schlecht über sie redete. Wie oft hätte sie ihn deswegen am liebsten angebrüllt? Doch es würde nichts bringen, es würde nichts ändern. Sie wusste, dass er ähnlich empfand wie er. Auch wenn er es nicht zugeben würde.
"Ich möchte nicht streiten wegen Vater. Es macht mich nur wütend und ich will nicht wütend sein. Ich will wegen ihm nicht wütend werden."