27-04-2024, 20:39 - Wörter:
Was blieb schon von einem Menschen, wenn seine Erinnerungen Beliebigkeit wurden? So beliebig, austauschbar und verhandelbar, wie eine ausgedachte Geschichte. Belisarius hatte aufrichtig Mitleid mit Daphne, die sich nun in einer anderen Welt verlieren musste, um als eine andere Person zu erwachen. Der Teufel nahm jedwede Bewegung, jede Zuckung und jede Reaktion sehr genau wahr. Seine volle Konzentration lag auf der jungen Frau, die als Bardin ihre passende Profession gefunden hatte. Doch die Profession des Kriegsherren war Kontrolle. Er kontrollierte Dinge, beherrschte sie und übte eine okkulte Macht aus, die nicht von dieser Welt schien aber doch ganz irdisch war. Er ließ es geschehen, ließ zu, dass sie die Phiole verstaute und er ließ es ebenfalls zu, dass sie sich in seinen Arm fallen ließ, indem sie diesen umfasste. Als das Gift einsetzte, legte er die Frau, wie angedacht ab, zog vorsichtig seinen Arm hinter ihrem Rücken hervor und nahm eine ruhige Position neben ihr ein. Ihre Augen fanden den schönen Schleier, der eine geheimnisvoll liebevolle Agonie erweckte, die immer mehr von ihr einnehmen würde, bis nichts mehr in ihrem Geist oder ihrer Erinnerung fest oder fixiert war. Mit jedem Atemzug würde sie sich immer mehr verlieren und Belisarius war der teuflisch gerechte Reiseführer dieser Reise, die sie hinab führen würde, an jenen Ort, an dem ihre neue Persönlichkeit aus den Trümmern und Fetzen ihrer alten Erinnerungen geboren werden würde. Ihr Ausdruck, ihre Bewegung und ihr Husten zeigten ihm deutlich, dass der Trank seine Wirkung nicht verfehlte und sogar überaus gut seine Arbeit verrichtete. Dies waren Kennzeichen einer starken Wirkung und somit auch Kennzeichen für eine gute Entwicklung aus der Sicht des Kriegsherren. Sie verlangte Wasser. Mit einer müden Bewegung reichte ihr einen leeren Becher, da er mit Sicherheit noch kein Wasser geben konnte. Doch ihre Fantasie würde es für Wasser halten, da der Wahn in diesem Zustand große Macht haben konnte.
"Hier," sagte er und ließ dann den Becher gespielt unschuldig fallen, so dass es so schien, als ob Daphne diesen fallen gelassen hatte. Der Tonbecher zerbrach am Boden und das laute Geräusch würde für Daphne unsäglich laut und dröhnend sein, da ihre Ohren nun sehr fein waren. Das Dröhnen und Scheppern würde weiteren Widerstand hinwegfegen, da es alles übertönte, was ihre eigenen Gedanken bisher gewesen waren. Es war grausam berechnend, dass er dies tat und doch gab es kein Zurück, keinen Weg in die alte Welt, sondern nur einen Weg hindurch und voran. Belisarius beäugte sie weiterhin, fühlte ihre Stirn mit seinem Zeigefinger, ob der Schweiß eingesetzt hatte, der sich ausbreiten würde. Danach rieb sie sich die selbe Stelle, wohl nicht mal im Bewusstsein, dass sie dort berührt worden war. Immer mehr Schatten umgaben sie, so dass ihre Bewegungen seltsam langsam auf Belisarius wirkten. Daphne entrückte immer mehr. Das Puzzle begann und Belisarius setzte jedes Teil bewusst ein, nachdem er es herausgerissen hatte. Zeit und Raum waren vorerst für die Bardin verloren, so dass Belisarius freie Hand hatte. Die Zeichen ihrer Verwirrung nahmen zu und auch das sanfte Zittern der Lider gaben ihm die Gewissheit, dass es geschehen konnte. Daphne würde verloren sein und Diana entstehen. Die gute Diana, eine gute Dienerin, eine gute Agentin und bald auch eine weitere gute Dämonin seiner Verlorenen. Stück für Stück musste er nur die Erinnerungen zurecht brechen. Immer wieder neu einsetzen, bis Daphne unmöglich war und nur noch Diana möglich war. Endlich! Es geschah. Sie antwortete mit einer heiseren Stimme. Sie bejahte, dass sie sich erinnerte, auch wenn Belisarius sehr wohl klar war, dass dies noch nicht ausreichte und verfestigt werden musste.
"Diana," wiederholte er den Namen direkt im Anschluss auf ihren heiseren Ausspruch. "Diana", schrie er sie an, so laut, dass nur dieses Wort Macht erhielt und alle anderen Gedanken verdrängen konnte. Dann wurde er wieder leise und sagte den Namen behutsam und flüsterte diesen sogar in ihr Ohr. "Ich bin Diana," gab er ihr die Worte nun vor, so dass sich die Gedanken danach aufreihen konnten. "Ich bin Diana," wiederholte er, damit sie folgen konnte, denn nur so konnte er sicher gehen, dass sich Daphne endgültig verlor. Er hob seinen Kopf wieder an, atmete ruhig, nahm ihre Hand und zog jeweils an einem ihrer Finger, während er mit diesen Reizen weitere Verwirrung schaffen wollte. "Diana," sagte er abermals und verknüpfte diesen Namen mit den Reizen und dem Gespür ihrer Finger, so dass Diana auch mit ihrem Körpergefühl verknüpft wurde, was entscheidend war, damit sie sich nicht von der Persona Diana entfremdete. "Du musst dich erinnern," wechselte er nach einer kurzen Pause wieder die sprachliche Position und sprach aus dezenter Entfernung, um auch diese Entfernung spürbar zu machen. "Erinnere dich, Diana Shore", ergänzte er nun ihren Nachnamen, der einer Waisen. Sie sollte eine Waise sein, da Waisen leichter zu kontrollieren waren und auch deren Sinnsuchte leicht zu verfügen war. "Diana Shore," wiederholte er und nahm wieder ihre Hand, doch dieses mal nicht, um ihre Finger zu ziehen, sondern um sie schlicht zu halten. Sie sollte fühlen, dass es einen Anker in der Verwirrung gab, etwas, was sie hielt und dieser Halt sollte die Flucht in die neue Identität darstellen. "Ich bin Diana Shore," wiederholte er gleiche ergänzende Ebene und gab wieder die Worte vor, immer wieder, bis er sich sicher war, dass sie genügend Wirkmacht im Chaos ihres Verstandes entfalten konnten. Danach beugte er sich über sie, um ihre Atmung zu prüfen. Sie atmete. Sehr gut. Belisarius war zufrieden und begann mit der nächsten Phase. "Erinnere dich, Diana Shore," leitete er erneut ein aber änderte den Endpunkt der Suggestion: "Wer bist du? Wie ist dein Name?" - fragte er fast leise rauschend und flüsterte dies ihr dann zwei mal ins Ohr, um eine Antwortreaktion abzuwarten. Erst im Anschluss daran konnte er mit der weiteren Ebene der Manipulation ihrer Erinnerung beginnen. Dies waren nur Grundlagen, die er erschaffen musste, um weiter gehen zu können. Daphne musste hier sterben, damit Diana leben konnte.
"Hier," sagte er und ließ dann den Becher gespielt unschuldig fallen, so dass es so schien, als ob Daphne diesen fallen gelassen hatte. Der Tonbecher zerbrach am Boden und das laute Geräusch würde für Daphne unsäglich laut und dröhnend sein, da ihre Ohren nun sehr fein waren. Das Dröhnen und Scheppern würde weiteren Widerstand hinwegfegen, da es alles übertönte, was ihre eigenen Gedanken bisher gewesen waren. Es war grausam berechnend, dass er dies tat und doch gab es kein Zurück, keinen Weg in die alte Welt, sondern nur einen Weg hindurch und voran. Belisarius beäugte sie weiterhin, fühlte ihre Stirn mit seinem Zeigefinger, ob der Schweiß eingesetzt hatte, der sich ausbreiten würde. Danach rieb sie sich die selbe Stelle, wohl nicht mal im Bewusstsein, dass sie dort berührt worden war. Immer mehr Schatten umgaben sie, so dass ihre Bewegungen seltsam langsam auf Belisarius wirkten. Daphne entrückte immer mehr. Das Puzzle begann und Belisarius setzte jedes Teil bewusst ein, nachdem er es herausgerissen hatte. Zeit und Raum waren vorerst für die Bardin verloren, so dass Belisarius freie Hand hatte. Die Zeichen ihrer Verwirrung nahmen zu und auch das sanfte Zittern der Lider gaben ihm die Gewissheit, dass es geschehen konnte. Daphne würde verloren sein und Diana entstehen. Die gute Diana, eine gute Dienerin, eine gute Agentin und bald auch eine weitere gute Dämonin seiner Verlorenen. Stück für Stück musste er nur die Erinnerungen zurecht brechen. Immer wieder neu einsetzen, bis Daphne unmöglich war und nur noch Diana möglich war. Endlich! Es geschah. Sie antwortete mit einer heiseren Stimme. Sie bejahte, dass sie sich erinnerte, auch wenn Belisarius sehr wohl klar war, dass dies noch nicht ausreichte und verfestigt werden musste.
"Diana," wiederholte er den Namen direkt im Anschluss auf ihren heiseren Ausspruch. "Diana", schrie er sie an, so laut, dass nur dieses Wort Macht erhielt und alle anderen Gedanken verdrängen konnte. Dann wurde er wieder leise und sagte den Namen behutsam und flüsterte diesen sogar in ihr Ohr. "Ich bin Diana," gab er ihr die Worte nun vor, so dass sich die Gedanken danach aufreihen konnten. "Ich bin Diana," wiederholte er, damit sie folgen konnte, denn nur so konnte er sicher gehen, dass sich Daphne endgültig verlor. Er hob seinen Kopf wieder an, atmete ruhig, nahm ihre Hand und zog jeweils an einem ihrer Finger, während er mit diesen Reizen weitere Verwirrung schaffen wollte. "Diana," sagte er abermals und verknüpfte diesen Namen mit den Reizen und dem Gespür ihrer Finger, so dass Diana auch mit ihrem Körpergefühl verknüpft wurde, was entscheidend war, damit sie sich nicht von der Persona Diana entfremdete. "Du musst dich erinnern," wechselte er nach einer kurzen Pause wieder die sprachliche Position und sprach aus dezenter Entfernung, um auch diese Entfernung spürbar zu machen. "Erinnere dich, Diana Shore", ergänzte er nun ihren Nachnamen, der einer Waisen. Sie sollte eine Waise sein, da Waisen leichter zu kontrollieren waren und auch deren Sinnsuchte leicht zu verfügen war. "Diana Shore," wiederholte er und nahm wieder ihre Hand, doch dieses mal nicht, um ihre Finger zu ziehen, sondern um sie schlicht zu halten. Sie sollte fühlen, dass es einen Anker in der Verwirrung gab, etwas, was sie hielt und dieser Halt sollte die Flucht in die neue Identität darstellen. "Ich bin Diana Shore," wiederholte er gleiche ergänzende Ebene und gab wieder die Worte vor, immer wieder, bis er sich sicher war, dass sie genügend Wirkmacht im Chaos ihres Verstandes entfalten konnten. Danach beugte er sich über sie, um ihre Atmung zu prüfen. Sie atmete. Sehr gut. Belisarius war zufrieden und begann mit der nächsten Phase. "Erinnere dich, Diana Shore," leitete er erneut ein aber änderte den Endpunkt der Suggestion: "Wer bist du? Wie ist dein Name?" - fragte er fast leise rauschend und flüsterte dies ihr dann zwei mal ins Ohr, um eine Antwortreaktion abzuwarten. Erst im Anschluss daran konnte er mit der weiteren Ebene der Manipulation ihrer Erinnerung beginnen. Dies waren nur Grundlagen, die er erschaffen musste, um weiter gehen zu können. Daphne musste hier sterben, damit Diana leben konnte.
