05-05-2024, 01:04 - Wörter:
Dieses Leben hatte seinen Preis, wie so vieles. Doch immer mehr kollabierte etwas daran oder darin. Belisarius konnte es nicht fassen, denn er musste zu viele Lügen verinnerlichen und erinnern. Einsam durchstreifte er die unruhigen Straßen der Metropole und einzig richtigen Stadt des Kontinents. In einfache aber saubere Kleidung gehüllt, wies nur sein Waffengurt seine wehrfähige Stellung aus. Sein silbriges Schwert, welches hochwertig und stets an seiner Seite weilte, gab es Auskunft über manche Tat und Absichten des Kriegsherren. Doch nichts zeigte, dass er von Reichtum war oder eine herausgehobene Stellung hatte. Ein weiter Stoffmantel, welcher in einem sanften Rot wehte, verbarg sogar jenen Waffen, die er am Gurt bei sich trug. Belisarius, trotz seiner Größe, machte sich klein. Es war besser nicht gesehen zu werden, in den Massen zu vergehen und einer von vielen Menschen zu sein, so hektisch und verloren, wie sie alle. Verlust schmerzte nur in der Erinnerung und Erinnerungen hatte Belisarius viele. Was war hieran schon wichtig, was von Bedeutung, wenn alles verging und verschwand. In seiner Welt der Lügen, die ihn beschützte, wie schwere Mauern, war alles beliebig und alles noch vergänglicher. Sehnsucht verweilte beständiger, wenn die Einsamkeit sich im Verlust suhlte, wie ein Untier in seinen blutigen Opfern. Belisarius war ein Narr seiner eigener Wünsche und Hoffnungen, die er stets verneinte und andere glauben machen wollte, dass er nichts wirklich ersehnte. Doch war er nicht nur dieser Dämon, der im Sinne der Mächtigen, mordete, sondern auch noch Mensch, da er niemals ganz verlustig ging. Egal, was er glaubte, tun zu müssen, so blieb er stets nur das, was zurückblieb. Und das war etwas. Belisarius war noch etwas, denn die Erinnerungen, in ihrem Schmerz, in ihrer stillen Verfolgung, gaben ihm noch Gewissheit, zu atmen und Existenz in diesem endlosen Chaos, genannt Leben, zu haben. Er redete sich auch jetzt wieder ein, dass alles bedeutungslos war, alles getan werden konnte, Reue zwecklos war und doch blieb der Selbstbetrug, wie so oft, leer und folgenlos.
Immer wieder die selben Phrasen, um die tiefe Traurigkeit abzutöten, die er nicht aussprechen oder erklären konnte. Dort waren sie wieder, in den Gesichtern, in den Menschen, die Gedanken, seine Taten und Handlungen, all das, es war hier. Immer da. Belisarius beschleunigte seinen Schritt, immer schneller. Flucht war eine wählbare Möglichkeit, doch blieb das Gewissen, dass er niemals seiner selbst entkommen konnte. Wieder musste er Lügen verinnerlichen, die Stimmen der Toten zum Schweigen bringen, um sich selbst seine Bedeutung zu erhalten, wenn er auch dieser die Bedeutungslosigkeit gegenüber stellte. Seine schweren Stiefel donnerten über die schönen Steine, deren Glanz auch längst verloren war. Die Mauern der Gebäude huschten vorbei, als er sich die durch Menschengruppen drängte, wie ein Schatten, der vor dem Licht floh. Bedeutete er überhaupt etwas? Bedeutete er Skadi etwas? Liebe war geheimnisvoll, heimtückisch und entrückt. Belisarius konnte nicht begreifen, nicht verstehen, was er an Skadi gefunden hatte und doch blieben bohrender Zweifel und Schuld. Bedeutete ihm Skadi etwas? Hatte die beiden überhaupt eine Bedeutung? Was hatte Bedeutung? Belisarius griff in seinen Gürtel, um sich seiner Waffen zu vergewissern. Gedanken rasten, wollten mit der Bewegung entfliehen, um einen Augenblick für sich zu finden. So waren auch seine teuflisch-wissenden Augen wachsam, ihren eigenen Schmerz nicht in Tränen zu übergießen. Der Kriegsherr, selbst Hure des Krieges, wollte zu ihr. Zu Skadi. Immer wieder war da ihr Name, seine Sehnsucht, all das, was seine Mauern genauso bedeutungslos machte, wie seine Erinnerungen. Skadi war es, die Milderung, gar Linderung, sein konnte. Ein Gespräch, eine Berührung und all diese Schuld würde weniger drückend sein, weniger als Blei um seinen Hals hängen, welches ihn immer tiefer in die Tiefe zog. In seinen Wünschen hatte er sich eine freie Zukunft von alldem, was er war, ausgemacht; mit ihr zusammen, verbunden durch mehr als bloße Hingabe und Funktion.
Skadi... ihr Name... immer wieder, wiederholt mit seinen wortlosen Lippen. Die Angst folgte ihm, die Sehnsucht packte ihn, dort war es wieder, diese Panik, die ihn heimsuchte, um ihn anzutreiben. Er brauchte sie so sehr, ihr Angesicht, ihre Worte, all das, was sie ausmachte, um einmal wirklich Mensch zu sein. Er wollte sich fallen lassen, den Verlust zulassen, weinen, wirklich weinen und aufgeben, für den einen Moment, bei ihr sein und eine Nähe ohne Grenzen und Mauern spüren. Darin lag Bedeutung: in ihrem Augenblick. Seine Erlösung lag nicht im Tod, nicht in der Zukunft, denn es gab für einen Teufel keinerlei Erlösung und doch konnte er für sich einen Moment der Gnade erbitten, sofern er sich der Gnade würdig erweisen konnte. Würdelos war Belisarius nicht immer gewesen, so flüchtig kriechend auf seinen Lügen kriechend, und jener Rest an Würde schenkte ihm stets jene sehnsüchtige Träumerei, die Realität war. Dort war es, dass Ruby Veil. Ein Ort, den er eigentlich verachtete, meiden wollte und doch lebte sie hier, versteckte sich vor den Augen der Welt ganz sichtbar. Belisarius verlangsamte seine Eile, trat näher heran und sah die Behänge, die schönen Verzierungen und roch bereits die eintausend Düfte aus dem Haus, welches vielen Menschen nicht nur Freude bereitete. Skadi war hier, sie war hier und er konnte sie sehen, bald würde er sie sehen. Immer weiter näherte er sich, warf die Kapuze von seinem Haupt zurück, um besser sehen zu können. Der Schutz seiner Lügen verließ ihn, da er diesen hier nicht brauchte. Skadi kannte ihn, wusste um ihn und er wusste um sie, kannte sie. Hier waren sie beide das, was die Welten ausgeworfen hatte. Doch diese Welt hatte sie auch zusammengeführt. Belisarius betrat das Gebäude, trat zu dem kleinen Tresen, an dem eine spärlich bekleidete Frau stand, selbst wunderschön aber nicht von Interesse für den Teufel. Er hörte Lachen, Gesang und auch lustvolles Stöhnen, welches hinter einem samtigen Vorhang, unweit seiner Griffweite, hervortrat. Gespräche drangen an seine Ohren, als er sich dezent vorbeugte, seine Worte suchte, da er in diesem Etablissement unsicher war. "Zu Skadi," sagte er mit fast brüchiger Stimme, doch voller Absicht. Die edle Hure lächelte freundlich, bewegte elegant ihren Oberkörper und betätigte eine kleine Glocke.
"Natürlich, Herr. Ihr seid unser bester Kunde. Für den ganzen Abend, wie immer?" - fragte sie noch mit gespielt erhöhter aber schöner Stimme. "Wie immer. Den ganzen Abend," antwortete er, da er wusste, das er hier bekannt war. Mit einer zittrigen Bewegung zog eine große Hand Münzen hervor und legte diese geräuschstark auf den Tresen. Die Prostituierte, die wohl Einweisung in das Haus war, zählte kurz mit geübten Augen das Geld und nickte dann. Mit einer hübschen Armbewegung deutete sie auf die Treppe links von ihm. "Sie ist oben in ihrem Gemach." Belisarius holte tief Luft, versuchte zu verdrängen, dass er hier in einem Hurenhaus war. Die grobschlächtige Wache, die vor der Treppe stand, machte Platz und deutete auch mit einer Geste hinauf. Belisarius trat bewussten Schrittes hinauf. Seine Waffen, das hatte er einst verhandelt, konnte er behalten, da er ohnehin eine Privataudienz buchte. Sein Herz pochte schnell, mit jedem Schritt über die Stufen, da es auch an menschlicher Magie gewann, da bereits die mögliche Nähe, seine Versuchung war, Mensch zu sein.
"Skadi", rief er mit behauptender Stimme, als er über die Teppiche des Stockwerks trat, die über den langen Weg, zu ihrem Zimmer führen würden. Die Teppiche dämpften seine schweren Schritte, so dass er fast geräuschlos agierte. "Skadi", wiederholte er, um sich anzukündigen, als er an den bunten Türen der besonderen Huren vorbeitrat, die alle geschlossen waren und somit ging er davon aus, dass sie gerade Kundenbesuch hatten oder ihre Freizeit verbrachten. Jetzt galt es. Belisarius trat vor die mit goldbeschlagene Tür von Skadi und klopfte mit breiter Faust an, danach zog er beide Handschuhe aus, um diese in einer Gürtellasche zu verhängen. Jede, der hier lebenden und arbeitenden Huren, die eine besondere Stellung hatten, residierten hier oben und hatten gleichsam eigene Türfarben, um die Räume ihnen zu zuweisen. Belisarius wusste, dass Skadi Gold als Farbe gewählt haben musste. Er versuchte sich zu beruhigen, ruhig zu atmen aber er war nervös, wie ein frisch Verliebter. So machte er auch den Fehler, sich angekündigt zu haben, was er sonst nie tat. Jetzt roch er sein eigenes erdig-blumiges Parfüm. Belisarius hatte zu viel benutzt, wie immer, wenn er vor etwas entfliehen wollte.
Immer wieder die selben Phrasen, um die tiefe Traurigkeit abzutöten, die er nicht aussprechen oder erklären konnte. Dort waren sie wieder, in den Gesichtern, in den Menschen, die Gedanken, seine Taten und Handlungen, all das, es war hier. Immer da. Belisarius beschleunigte seinen Schritt, immer schneller. Flucht war eine wählbare Möglichkeit, doch blieb das Gewissen, dass er niemals seiner selbst entkommen konnte. Wieder musste er Lügen verinnerlichen, die Stimmen der Toten zum Schweigen bringen, um sich selbst seine Bedeutung zu erhalten, wenn er auch dieser die Bedeutungslosigkeit gegenüber stellte. Seine schweren Stiefel donnerten über die schönen Steine, deren Glanz auch längst verloren war. Die Mauern der Gebäude huschten vorbei, als er sich die durch Menschengruppen drängte, wie ein Schatten, der vor dem Licht floh. Bedeutete er überhaupt etwas? Bedeutete er Skadi etwas? Liebe war geheimnisvoll, heimtückisch und entrückt. Belisarius konnte nicht begreifen, nicht verstehen, was er an Skadi gefunden hatte und doch blieben bohrender Zweifel und Schuld. Bedeutete ihm Skadi etwas? Hatte die beiden überhaupt eine Bedeutung? Was hatte Bedeutung? Belisarius griff in seinen Gürtel, um sich seiner Waffen zu vergewissern. Gedanken rasten, wollten mit der Bewegung entfliehen, um einen Augenblick für sich zu finden. So waren auch seine teuflisch-wissenden Augen wachsam, ihren eigenen Schmerz nicht in Tränen zu übergießen. Der Kriegsherr, selbst Hure des Krieges, wollte zu ihr. Zu Skadi. Immer wieder war da ihr Name, seine Sehnsucht, all das, was seine Mauern genauso bedeutungslos machte, wie seine Erinnerungen. Skadi war es, die Milderung, gar Linderung, sein konnte. Ein Gespräch, eine Berührung und all diese Schuld würde weniger drückend sein, weniger als Blei um seinen Hals hängen, welches ihn immer tiefer in die Tiefe zog. In seinen Wünschen hatte er sich eine freie Zukunft von alldem, was er war, ausgemacht; mit ihr zusammen, verbunden durch mehr als bloße Hingabe und Funktion.
Skadi... ihr Name... immer wieder, wiederholt mit seinen wortlosen Lippen. Die Angst folgte ihm, die Sehnsucht packte ihn, dort war es wieder, diese Panik, die ihn heimsuchte, um ihn anzutreiben. Er brauchte sie so sehr, ihr Angesicht, ihre Worte, all das, was sie ausmachte, um einmal wirklich Mensch zu sein. Er wollte sich fallen lassen, den Verlust zulassen, weinen, wirklich weinen und aufgeben, für den einen Moment, bei ihr sein und eine Nähe ohne Grenzen und Mauern spüren. Darin lag Bedeutung: in ihrem Augenblick. Seine Erlösung lag nicht im Tod, nicht in der Zukunft, denn es gab für einen Teufel keinerlei Erlösung und doch konnte er für sich einen Moment der Gnade erbitten, sofern er sich der Gnade würdig erweisen konnte. Würdelos war Belisarius nicht immer gewesen, so flüchtig kriechend auf seinen Lügen kriechend, und jener Rest an Würde schenkte ihm stets jene sehnsüchtige Träumerei, die Realität war. Dort war es, dass Ruby Veil. Ein Ort, den er eigentlich verachtete, meiden wollte und doch lebte sie hier, versteckte sich vor den Augen der Welt ganz sichtbar. Belisarius verlangsamte seine Eile, trat näher heran und sah die Behänge, die schönen Verzierungen und roch bereits die eintausend Düfte aus dem Haus, welches vielen Menschen nicht nur Freude bereitete. Skadi war hier, sie war hier und er konnte sie sehen, bald würde er sie sehen. Immer weiter näherte er sich, warf die Kapuze von seinem Haupt zurück, um besser sehen zu können. Der Schutz seiner Lügen verließ ihn, da er diesen hier nicht brauchte. Skadi kannte ihn, wusste um ihn und er wusste um sie, kannte sie. Hier waren sie beide das, was die Welten ausgeworfen hatte. Doch diese Welt hatte sie auch zusammengeführt. Belisarius betrat das Gebäude, trat zu dem kleinen Tresen, an dem eine spärlich bekleidete Frau stand, selbst wunderschön aber nicht von Interesse für den Teufel. Er hörte Lachen, Gesang und auch lustvolles Stöhnen, welches hinter einem samtigen Vorhang, unweit seiner Griffweite, hervortrat. Gespräche drangen an seine Ohren, als er sich dezent vorbeugte, seine Worte suchte, da er in diesem Etablissement unsicher war. "Zu Skadi," sagte er mit fast brüchiger Stimme, doch voller Absicht. Die edle Hure lächelte freundlich, bewegte elegant ihren Oberkörper und betätigte eine kleine Glocke.
"Natürlich, Herr. Ihr seid unser bester Kunde. Für den ganzen Abend, wie immer?" - fragte sie noch mit gespielt erhöhter aber schöner Stimme. "Wie immer. Den ganzen Abend," antwortete er, da er wusste, das er hier bekannt war. Mit einer zittrigen Bewegung zog eine große Hand Münzen hervor und legte diese geräuschstark auf den Tresen. Die Prostituierte, die wohl Einweisung in das Haus war, zählte kurz mit geübten Augen das Geld und nickte dann. Mit einer hübschen Armbewegung deutete sie auf die Treppe links von ihm. "Sie ist oben in ihrem Gemach." Belisarius holte tief Luft, versuchte zu verdrängen, dass er hier in einem Hurenhaus war. Die grobschlächtige Wache, die vor der Treppe stand, machte Platz und deutete auch mit einer Geste hinauf. Belisarius trat bewussten Schrittes hinauf. Seine Waffen, das hatte er einst verhandelt, konnte er behalten, da er ohnehin eine Privataudienz buchte. Sein Herz pochte schnell, mit jedem Schritt über die Stufen, da es auch an menschlicher Magie gewann, da bereits die mögliche Nähe, seine Versuchung war, Mensch zu sein.
"Skadi", rief er mit behauptender Stimme, als er über die Teppiche des Stockwerks trat, die über den langen Weg, zu ihrem Zimmer führen würden. Die Teppiche dämpften seine schweren Schritte, so dass er fast geräuschlos agierte. "Skadi", wiederholte er, um sich anzukündigen, als er an den bunten Türen der besonderen Huren vorbeitrat, die alle geschlossen waren und somit ging er davon aus, dass sie gerade Kundenbesuch hatten oder ihre Freizeit verbrachten. Jetzt galt es. Belisarius trat vor die mit goldbeschlagene Tür von Skadi und klopfte mit breiter Faust an, danach zog er beide Handschuhe aus, um diese in einer Gürtellasche zu verhängen. Jede, der hier lebenden und arbeitenden Huren, die eine besondere Stellung hatten, residierten hier oben und hatten gleichsam eigene Türfarben, um die Räume ihnen zu zuweisen. Belisarius wusste, dass Skadi Gold als Farbe gewählt haben musste. Er versuchte sich zu beruhigen, ruhig zu atmen aber er war nervös, wie ein frisch Verliebter. So machte er auch den Fehler, sich angekündigt zu haben, was er sonst nie tat. Jetzt roch er sein eigenes erdig-blumiges Parfüm. Belisarius hatte zu viel benutzt, wie immer, wenn er vor etwas entfliehen wollte.
