15-05-2024, 22:46 - Wörter:
Stille. Auf einmal war da Stille, als würde die Welt aufhören sich zu drehen und sämtliche Zeit einfach so stehen bleiben. Und aus dieser Stille wurde wahrhaftige Nähe geboren, denn diese Stille stellte keine Fragen, brachte keine Unruhe, sondern sie war Antwort auf alle Rastlosigkeit, die das Herz der Schattendienerin zuvor aufgewühlt hatte. Diese Zufriedenheit, die sich einstellte, sobald sie seine Nähe umhüllte, war wie ein stiller Garten, in dem sie endlich Frieden finden konnte, und sei es auch nur für die kurze zeit einer Nacht. Sie konnte ganz in diesem Schweigen, das zwischen ihnen lauter hallte als jedes Orchester, aufgehen und mit ihm eins werden. Jeder Atemzug, den sie miteinander teilten, den sie aufeinander abstimmten, war voller Erinnerung und Zuversicht, die sich dankbar in stille Freude verwandelte. Diese Stille wurde nur von einem Wort unterbrochen, von ihrem Namen, der aus seinem Mund so süß und wichtig klang, wie er nie von jemand anderem gesagt wurde. Er war hier und diese Nacht nun war nur für sie beide bestimmt, selbst wenn er, wie alle anderen Freier, auch dafür zahlen musste. Doch er war nicht wie alle anderen Freier. Er war Belisarius, ihr Herzschlag, ihr Seelenfreund, ihr Lebensatem, ihr einzig Sein und Sinn. Er war Begehren und Befriedigung in einem, Liebe und Leid. Jede Faser ihres Köpers sehnte sich nach seiner warmen Haut, nach seinen zarten Berührungen und seinem liebevollen Lächeln, das er nur für sie auf seine Lippen legte, das nur ihr gehörte. In ihm fand sie wieder, was sie verloren glaubte, er hatte ihrem Leben etwas geschenkt, von dem sie nicht einmal wusste, dass es ihr fehlte. Eine Bestimmung, einen Grund, eine Bedeutung, die über die reinen Aufträge, die sie für ihn ausführen musste, hinausging. Er war das Ziel von allem, er war das Licht, wenn die Nacht stockdunkel sie erdrücken wollte. Er war das Zentrum, um das alles kreiste, egal wie weit sie sich von hier wegwünschte, könnte sie doch keine Meile weiter von ihm fort, als er sie aussandte. Sie kehrte immer wieder zu ihm zurück, erst bei ihm war sie zu Hause, soweit es denn in dieser perfiden Beziehung ein Heim geben konnte. Er war ihr Halt, so wie sie seine Stütze war, in allem, was diese freudlose Welt ihnen entgegenwarf.
Allein sein Angesicht zu sehen, in seine tiefdunklen Augen zu blicken, die so dunkel waren wie seine Seele, unergründlich und doch offen zu lesen, für alle die, die wussten, wie diese Sprache seines gequälten Geistes zu entziffern war. Sie wusste es, sie hatte jahrelang in diese trüben Seen geblickt und in ihnen all das erkannt, was sie nun mehr aneinanderband als die banale Sehnsucht nach körperlicher Zärtlichkeit. Wenn sie hochsah zu ihm, der doch deutlich größer war als sie, fühlte sie sich klein und unscheinbar und doch wichtiger als alle Schätze und Reichtümer der Königreiche. Sie liebte alles an ihm. Das wirre Haar, das ihm meist etwas ungekämmt ins Gesicht fiel. Die leichten Stoppeln auf seinem Kinn, die sie schalkhaft kitzelten, wenn er sie küsste. Die weichen Lippen, sacht geöffnet, als würden sie sich im nächsten Moment mit den ihren verbinden wollen. Sie liebte seine starken Arme, seine muskulöse Brust, doch noch mehr seine Schläue, sein Ehrgeiz und seine tiefgründige Art, die sie immer herausforderte mehr zu denken, weiter und verknüpfter, die sie ernstnahm und nach ihrer Meinung fragte. Er sah sie in ihrem ganzen Wesen, nicht nur als Werkzeug seiner Pläne und Körper für seine Ekstase. Die kleinste Berührung schon, als sie ihn an der Hand ins Zimmer führte, ließ durch ihren Leib einen Schauer der Erregung fahren. Ihr Körper reagierte wie ein Ertrinkender auf die nährende Nähe seiner Selbst. Diese Entzückung schaffte nur er in ihr auszulösen, so viel profunder und durchdringender, als je eine lüsterne Hand eines Kunden es bewirken könnte. Ihr ganzer Körper fokussierte sich auf ihn, umkreiste ihn wie ein lebloser Stern eine strahlende Sonne, damit auch nur ein kleiner Funke seines Glanzes auf sie abfärben würde. Wie ein dummes Mädchen, das keine Ahnung hatte, wie es sich den Zuwendungen eines stattlichen Ritters erwehren sollte, wurden ihr die Knie ein wenig weich, als er sich zu ihr beugte und ihr die Bestätigung allen ins Ohr wisperte, das sie zuvor so töricht angezweifelt hatte. Ihre Finger verfingen sich in den Falten seines Hemdes, zogen ihn ein wenig enger an sich, unwillig ihn aus ihrer Umarmung gehen zu lassen. Sie roch seinen herb, erdigen Duft, der sie fest im Hier und Jetzt verankerte. Doch zu einer Antwort war sie nicht fähig, seufzte nur ein kehliges, zittriges Stöhnen, als seine Bartstoppeln ihren Hals kratzten. Zarter Kuss und raue Berührung, so war er, Licht und Schatten, Zuckerbrot und Peitsche, sanfte Seele und unerbittlicher Krieger.
Wie gern hätte sie ihm geantwortet, was ihr über die sacht geöffneten Lippen rinnen wollte. Ich liebe dich Doch diese Worte wollten einfach nicht ihrer Kehle entweichen. Einmal gesagt, würden sie stärker wirken als jede Kette und beide waren nicht dafür geschaffen durch eben solche gebunden zu werden. Die Furcht, durch unangebrachte Aussagen diese heilige Verbindung zwischen ihnen beiden zu zerstören, wog schwer auf Skadis Gemüt. Allein der Gedanke, dass ein unachtsamer Spruch ihn verunsichern könnte, ihn von ihr wegzog, durchfuhr ihr Herz wie ein Geschwür. Stattdessen schmiegte sie sich noch enger an ihn, presste für einen Atemhauch ihr Becken an das seine, wollte mit ihm am liebsten eins werden, in seinem Wesen aufgehen, verschmelzen wie zwei Schatten im Dunkeln der Nacht. “Dein für immer.“ raunte sie, honigsüß und lockend. Ihre Finger wanderten streichelnd zu seinen Schulterblättern hoch, tanzten gedankenverloren über den Stoff seines Hemdes. Und wenn die Welt um sie herum versinken würde, sie würde ihn nicht loslassen wollen, nicht jetzt, niemals. Tief sog sie neuerlich seinen Geruch ein, schloß verzaubert vom Moment die Augen und lehnte ihre Wange an seine Brust. So konnte sie seinem Herzschlag lauschen, dessen beständiges Pochen sie noch zusätzlich beruhigte. Sie war wahrlich sein, sein Geschöpf, von ihm geformt und ausgebildet. Er hatte sie geschaffen wie ein Steinmetz, der dem grobschlächtigen Gestein mit mühevoller Handwerksarbeit und Geschick ein Meisterwerk entlocken konnte. Er war ihr Schöpfer und sie seine Kreatur. In dieser Abhängigkeit, die sie beide aneinanderband, lag eine Freiheit, lag ein Vertrauen und eine Hingabe, die eine fast dämonische Schönheit ausstrahlte. Wichtiger jedoch noch für Skadi, deren unstete Seele rastlos nach Abwechslung drängte, brachte seine Nähe eine Zufriedenheit, die durch selige Harmonie fast so etwas wie Glück für sie bedeutete.
Und doch schwang in ihren Zusammentreffen auch immer ein wenig Schwermut mit. Auch wenn sie die Welt vor der Tür aussperren konnten, kroch doch immer ein wenig ihrer Dunkelheit und ihrer Fäulnis durch die Ritzen hindurch. So ganz wurden sie die drohende Verdammnis nicht los, die sie beide schon seit Jahren begleitete. Gemeinsam tanzten sie zur weichen Polsterfläche, die sie einlud, sich darauf zu wälzen. „Wenn die Welt zerbricht, dann bin ich an deiner Seite.“ bestärkte sie seine Melancholie, wagte einen kleinen Samen der Hoffnung zu pflanzen, dass nicht einmal die endgültige Apokalypse sie trennen würde können. Und um ihren Worten noch mehr Gewicht zu verleihen, nahm sie seine sacht geröteten Wangen in ihre weichen Hände, hielt den Blick in seine Augen schrecklos stand. Sie meinte jede Silbe. Wenn ihm das Ende drohte, dann gab es auch für sie keinen Grund mehr zu leben. So nahe waren sich die Lippen, gierig zu küssen und doch gab sie der Verlockung nicht nach. Zwischen ihnen war ein Knistern, wie vor einem Gewitter, wenn die Luft geladen ist von der Vorahnung auf zuckende Blitze und dröhnenden Donner. Ihm zu widerstehen, kostete sie alle Mühe, die sie aufbringen konnte, wobei sie sich nicht unbedingt mit ihm körperlich vereinigen wollte, nein, sie wollte ihre Seelen aneinanderknüpfen, mit ihm in Gespräche versinken und von ihm hören, was vor den Toren des Buhlhauses vor sich ging. Nachrichten drangen hier nur gefiltert herein und manche Verbindungen ergaben sich erst durch das Zusammensetzen mehrere Mosaiksteinchen. Um richtig zu erkennen, welche Informationen wichtig waren, die sie manchem Kunden entlocken konnte, musste sie das Große Ganze im Blick behalten. Und das konnte nur er ihr geben. Ein bebender Atemzug entwich aus der tiefe ihrer Brust, ehe sie sich ein wenig von ihm löste, ihn weiter zu der Polsterfläche dirigierend. „Willst du etwas trinken? Ich habe einen neuen Tee, eine seltene Pflanze aus dem Herzen der Wüste um Yawadal, die mit heißem Wasser aufgegossen einen feinen, leicht herb-süßlichen Geschmack entfaltet.“ Bot sie ihm an und deutete auf ein meisterhaft geschnitztes Tischchen, auf dem ein aus Bronze ziselierter Samowar stand. Und daneben ein silbernes Tablett mit mundgerechten Häppchen der besten und exquisitesten Süßigkeiten, die der Markt von King’s Portal zu bieten hatte.
Allein sein Angesicht zu sehen, in seine tiefdunklen Augen zu blicken, die so dunkel waren wie seine Seele, unergründlich und doch offen zu lesen, für alle die, die wussten, wie diese Sprache seines gequälten Geistes zu entziffern war. Sie wusste es, sie hatte jahrelang in diese trüben Seen geblickt und in ihnen all das erkannt, was sie nun mehr aneinanderband als die banale Sehnsucht nach körperlicher Zärtlichkeit. Wenn sie hochsah zu ihm, der doch deutlich größer war als sie, fühlte sie sich klein und unscheinbar und doch wichtiger als alle Schätze und Reichtümer der Königreiche. Sie liebte alles an ihm. Das wirre Haar, das ihm meist etwas ungekämmt ins Gesicht fiel. Die leichten Stoppeln auf seinem Kinn, die sie schalkhaft kitzelten, wenn er sie küsste. Die weichen Lippen, sacht geöffnet, als würden sie sich im nächsten Moment mit den ihren verbinden wollen. Sie liebte seine starken Arme, seine muskulöse Brust, doch noch mehr seine Schläue, sein Ehrgeiz und seine tiefgründige Art, die sie immer herausforderte mehr zu denken, weiter und verknüpfter, die sie ernstnahm und nach ihrer Meinung fragte. Er sah sie in ihrem ganzen Wesen, nicht nur als Werkzeug seiner Pläne und Körper für seine Ekstase. Die kleinste Berührung schon, als sie ihn an der Hand ins Zimmer führte, ließ durch ihren Leib einen Schauer der Erregung fahren. Ihr Körper reagierte wie ein Ertrinkender auf die nährende Nähe seiner Selbst. Diese Entzückung schaffte nur er in ihr auszulösen, so viel profunder und durchdringender, als je eine lüsterne Hand eines Kunden es bewirken könnte. Ihr ganzer Körper fokussierte sich auf ihn, umkreiste ihn wie ein lebloser Stern eine strahlende Sonne, damit auch nur ein kleiner Funke seines Glanzes auf sie abfärben würde. Wie ein dummes Mädchen, das keine Ahnung hatte, wie es sich den Zuwendungen eines stattlichen Ritters erwehren sollte, wurden ihr die Knie ein wenig weich, als er sich zu ihr beugte und ihr die Bestätigung allen ins Ohr wisperte, das sie zuvor so töricht angezweifelt hatte. Ihre Finger verfingen sich in den Falten seines Hemdes, zogen ihn ein wenig enger an sich, unwillig ihn aus ihrer Umarmung gehen zu lassen. Sie roch seinen herb, erdigen Duft, der sie fest im Hier und Jetzt verankerte. Doch zu einer Antwort war sie nicht fähig, seufzte nur ein kehliges, zittriges Stöhnen, als seine Bartstoppeln ihren Hals kratzten. Zarter Kuss und raue Berührung, so war er, Licht und Schatten, Zuckerbrot und Peitsche, sanfte Seele und unerbittlicher Krieger.
Wie gern hätte sie ihm geantwortet, was ihr über die sacht geöffneten Lippen rinnen wollte. Ich liebe dich Doch diese Worte wollten einfach nicht ihrer Kehle entweichen. Einmal gesagt, würden sie stärker wirken als jede Kette und beide waren nicht dafür geschaffen durch eben solche gebunden zu werden. Die Furcht, durch unangebrachte Aussagen diese heilige Verbindung zwischen ihnen beiden zu zerstören, wog schwer auf Skadis Gemüt. Allein der Gedanke, dass ein unachtsamer Spruch ihn verunsichern könnte, ihn von ihr wegzog, durchfuhr ihr Herz wie ein Geschwür. Stattdessen schmiegte sie sich noch enger an ihn, presste für einen Atemhauch ihr Becken an das seine, wollte mit ihm am liebsten eins werden, in seinem Wesen aufgehen, verschmelzen wie zwei Schatten im Dunkeln der Nacht. “Dein für immer.“ raunte sie, honigsüß und lockend. Ihre Finger wanderten streichelnd zu seinen Schulterblättern hoch, tanzten gedankenverloren über den Stoff seines Hemdes. Und wenn die Welt um sie herum versinken würde, sie würde ihn nicht loslassen wollen, nicht jetzt, niemals. Tief sog sie neuerlich seinen Geruch ein, schloß verzaubert vom Moment die Augen und lehnte ihre Wange an seine Brust. So konnte sie seinem Herzschlag lauschen, dessen beständiges Pochen sie noch zusätzlich beruhigte. Sie war wahrlich sein, sein Geschöpf, von ihm geformt und ausgebildet. Er hatte sie geschaffen wie ein Steinmetz, der dem grobschlächtigen Gestein mit mühevoller Handwerksarbeit und Geschick ein Meisterwerk entlocken konnte. Er war ihr Schöpfer und sie seine Kreatur. In dieser Abhängigkeit, die sie beide aneinanderband, lag eine Freiheit, lag ein Vertrauen und eine Hingabe, die eine fast dämonische Schönheit ausstrahlte. Wichtiger jedoch noch für Skadi, deren unstete Seele rastlos nach Abwechslung drängte, brachte seine Nähe eine Zufriedenheit, die durch selige Harmonie fast so etwas wie Glück für sie bedeutete.
Und doch schwang in ihren Zusammentreffen auch immer ein wenig Schwermut mit. Auch wenn sie die Welt vor der Tür aussperren konnten, kroch doch immer ein wenig ihrer Dunkelheit und ihrer Fäulnis durch die Ritzen hindurch. So ganz wurden sie die drohende Verdammnis nicht los, die sie beide schon seit Jahren begleitete. Gemeinsam tanzten sie zur weichen Polsterfläche, die sie einlud, sich darauf zu wälzen. „Wenn die Welt zerbricht, dann bin ich an deiner Seite.“ bestärkte sie seine Melancholie, wagte einen kleinen Samen der Hoffnung zu pflanzen, dass nicht einmal die endgültige Apokalypse sie trennen würde können. Und um ihren Worten noch mehr Gewicht zu verleihen, nahm sie seine sacht geröteten Wangen in ihre weichen Hände, hielt den Blick in seine Augen schrecklos stand. Sie meinte jede Silbe. Wenn ihm das Ende drohte, dann gab es auch für sie keinen Grund mehr zu leben. So nahe waren sich die Lippen, gierig zu küssen und doch gab sie der Verlockung nicht nach. Zwischen ihnen war ein Knistern, wie vor einem Gewitter, wenn die Luft geladen ist von der Vorahnung auf zuckende Blitze und dröhnenden Donner. Ihm zu widerstehen, kostete sie alle Mühe, die sie aufbringen konnte, wobei sie sich nicht unbedingt mit ihm körperlich vereinigen wollte, nein, sie wollte ihre Seelen aneinanderknüpfen, mit ihm in Gespräche versinken und von ihm hören, was vor den Toren des Buhlhauses vor sich ging. Nachrichten drangen hier nur gefiltert herein und manche Verbindungen ergaben sich erst durch das Zusammensetzen mehrere Mosaiksteinchen. Um richtig zu erkennen, welche Informationen wichtig waren, die sie manchem Kunden entlocken konnte, musste sie das Große Ganze im Blick behalten. Und das konnte nur er ihr geben. Ein bebender Atemzug entwich aus der tiefe ihrer Brust, ehe sie sich ein wenig von ihm löste, ihn weiter zu der Polsterfläche dirigierend. „Willst du etwas trinken? Ich habe einen neuen Tee, eine seltene Pflanze aus dem Herzen der Wüste um Yawadal, die mit heißem Wasser aufgegossen einen feinen, leicht herb-süßlichen Geschmack entfaltet.“ Bot sie ihm an und deutete auf ein meisterhaft geschnitztes Tischchen, auf dem ein aus Bronze ziselierter Samowar stand. Und daneben ein silbernes Tablett mit mundgerechten Häppchen der besten und exquisitesten Süßigkeiten, die der Markt von King’s Portal zu bieten hatte.
