16-05-2024, 10:44 - Wörter:
Joshua war auf nichts aus …das war vermutlich auch oft sein Problem, denn Ziellosigkeit war der Schrecken des unnützen Fieldings, der zwar von Aufgabe zu Aufgabe unterwegs war, aber diese nicht zwingend mit Erfolg auch abschloss. Zur Kirche gehen und so zu tun, als würde ihn das Leid der Vertriebenen und Gefallenen ernsthaft dazu bewegen vor den Augen anderer artig die Hände zu falten und im stummen Gebet zu versinken, verlangte ihm schon allein deswegen viel ab, weil er es auf Geheiß seines Vaters tun musste. Josh war kein herzloser Mensch und ihn ließen all die Schicksal, die von der raschen Übernahme betroffen waren, die Angehörige und Liebste verloren hatten, auch nicht kalt, dennoch war das was er just hier tat ein Auftrag und als solchen führte er ihn aus. Verstimmt, auf schnellem Schritt und mit diesem hatte er Sebastian fast umgelaufen. Dieser war recht der Annahme, dass der Fielding unter anderen Umständen einfach an ihm vorbei gelaufen wäre, ein knappes Nicken der Höflichkeit, wie man es einem Fremden schenkte, denn nichts anderes waren sie.
Die Korrektur, die auf dem Fuß erfolgt war, passte zu Joshua. Zumindest dann wenn man sich an sein oberflächliches Image hielt. Er war der Mann für den sicher einige der Todsünden erfunden wurden und dass dieser sich mit dem neuen Titel gerne schmückte, so sicher wie das Amen in der Kirche. Es war doch einfach Vorurteile zu verteilen, wo sie allglatt wie weiche Butter hinabrutschten und an Joshua konnte man eine Menge Vorurteile loswerden, sie wie Ringe oder Hufeisen auf Stangen nach ihm werfen und würde fast immer einen Treffer landen.
Wollte er hier seinen Rang verdeutlichen? Nein, eigentlich nicht, aber vermutlich passte auch das in eines der vielen Vorurteile und er machte sich sowieso nicht die Mühe diese aus der Welt zu schaffen. Im Gegenteil, denn er hatte gelernt damit zu leben und auch verstanden, dass einem zwar nicht immer die richtigen, aber auch verdammt gute Türen offen standen.
„Ihr meint, es ist das Gossengeflüster, weil dieses stets die Wahrheit hervorbringt?“, er schmunzelte. Natürlich, an Gerüchten haftete durchaus dann und wann etwas wahres und für das einfache Volk waren viele der Gerüchte auch heimliche Wünsche, aber nichtmal Joshua war so größenwahnsinnig zu glauben, dass man sich seinen glorreichen Sieg über Eastergold wünschte. Der Menschen hier dürfte er ziemlich egal sein, war er doch bis vor wenigen Tagen nur irgendein reicher schnöseliger Sohn von und zu…
Der frisch gebackene Prinz behielt den erkundenden Blick auf seinem Gegenüber und er sah wie dieser die Lippen bewegte und sein Kopf befahl ihm zuzuhören, nur….tat er es nicht. Das war wirklich ein interessantes Gesicht und diese übermäßig hellblauen Augen dagegen fast schon unheimlich stechend. ‚…falls Euch der Name etwas sagen sollte.‘
Jetzt erst klärte sich der Blick des Fielding und er runzelte die Stirn. „Was?“, kam es geistreich von ihm und vielleicht war es unhöflich, aber Joshua machte sich nichtmal die Mühe zu verschleiern, dass er ganz offensichtlich nicht zugehört hatte. Sebastian mochte es als Unhöflichkeit und Desinteresse abstempeln, der Jüngere aber fuhr sich mit der flachen Hand durchs eigene Gesicht als könne er sich damit eine vermeintliche Müdigkeit abstreifen. Ein irritiertes Blinzeln gesellte sich dazu und der Dunkelhaarige trat einen Schritt zurück als würde auch das dazu beitragen sich mehr auf die Szenerie als bloß sein ihm so nahstehendes Gegenüber zu konzentrieren. Dessen kleiner Scherz, fast schon provokativ frech, entlockte dem neuen Fürstensohn ein Zucken des Mundwinkels. „Wie beneidenswert“ kommentierte er. Vermutlich sollte er so etwas nicht sagen, aber das war ihm einerlei. Er vermisste die Heimat und er würde den neugewonnenen Titel sofort eintauschen wenn er dafür wieder zurück könnte. Sicher, es bot ihm soviel mehr hier und der junge Mann war hungrig nach mehr als dem was die Ländereien und Gestüte der Fieldings zu bieten hatten, aber das lag nicht daran, dass er all das nicht liebte - oh, das tat er! - sondern daran, dass er aus den Fängen seines Vaters kein Entkommen sah. Jetzt hatte er bloß wie ein Vogel den Käfig gewechselt, trank aus einem vergoldeten Spender und hatte vielleicht etwas mehr Platz, am Ende aber saß immer noch die alte Krähe auf seinem Käfig und wenn er sich heraus wagte, musste er das Picken und Hacken ertragen oder einfach wieder zurück hinter die Stäbe flüchten. Er hasste es.
„Habt Ihr Euren Frieden gefunden?“, ein Rucken seines Kinns in Richtung der Bankreihe und dem Altar verriet worauf er abzielte. „Gibt Euch das hier Frieden und Absolution?“, wollte er wissen und drehte sich, nun mit den Daumen lässig in seinen Waffengürtel eingehakt, um Sebastian herum weiter ins Innere.
Die Korrektur, die auf dem Fuß erfolgt war, passte zu Joshua. Zumindest dann wenn man sich an sein oberflächliches Image hielt. Er war der Mann für den sicher einige der Todsünden erfunden wurden und dass dieser sich mit dem neuen Titel gerne schmückte, so sicher wie das Amen in der Kirche. Es war doch einfach Vorurteile zu verteilen, wo sie allglatt wie weiche Butter hinabrutschten und an Joshua konnte man eine Menge Vorurteile loswerden, sie wie Ringe oder Hufeisen auf Stangen nach ihm werfen und würde fast immer einen Treffer landen.
Wollte er hier seinen Rang verdeutlichen? Nein, eigentlich nicht, aber vermutlich passte auch das in eines der vielen Vorurteile und er machte sich sowieso nicht die Mühe diese aus der Welt zu schaffen. Im Gegenteil, denn er hatte gelernt damit zu leben und auch verstanden, dass einem zwar nicht immer die richtigen, aber auch verdammt gute Türen offen standen.
„Ihr meint, es ist das Gossengeflüster, weil dieses stets die Wahrheit hervorbringt?“, er schmunzelte. Natürlich, an Gerüchten haftete durchaus dann und wann etwas wahres und für das einfache Volk waren viele der Gerüchte auch heimliche Wünsche, aber nichtmal Joshua war so größenwahnsinnig zu glauben, dass man sich seinen glorreichen Sieg über Eastergold wünschte. Der Menschen hier dürfte er ziemlich egal sein, war er doch bis vor wenigen Tagen nur irgendein reicher schnöseliger Sohn von und zu…
Der frisch gebackene Prinz behielt den erkundenden Blick auf seinem Gegenüber und er sah wie dieser die Lippen bewegte und sein Kopf befahl ihm zuzuhören, nur….tat er es nicht. Das war wirklich ein interessantes Gesicht und diese übermäßig hellblauen Augen dagegen fast schon unheimlich stechend. ‚…falls Euch der Name etwas sagen sollte.‘
Jetzt erst klärte sich der Blick des Fielding und er runzelte die Stirn. „Was?“, kam es geistreich von ihm und vielleicht war es unhöflich, aber Joshua machte sich nichtmal die Mühe zu verschleiern, dass er ganz offensichtlich nicht zugehört hatte. Sebastian mochte es als Unhöflichkeit und Desinteresse abstempeln, der Jüngere aber fuhr sich mit der flachen Hand durchs eigene Gesicht als könne er sich damit eine vermeintliche Müdigkeit abstreifen. Ein irritiertes Blinzeln gesellte sich dazu und der Dunkelhaarige trat einen Schritt zurück als würde auch das dazu beitragen sich mehr auf die Szenerie als bloß sein ihm so nahstehendes Gegenüber zu konzentrieren. Dessen kleiner Scherz, fast schon provokativ frech, entlockte dem neuen Fürstensohn ein Zucken des Mundwinkels. „Wie beneidenswert“ kommentierte er. Vermutlich sollte er so etwas nicht sagen, aber das war ihm einerlei. Er vermisste die Heimat und er würde den neugewonnenen Titel sofort eintauschen wenn er dafür wieder zurück könnte. Sicher, es bot ihm soviel mehr hier und der junge Mann war hungrig nach mehr als dem was die Ländereien und Gestüte der Fieldings zu bieten hatten, aber das lag nicht daran, dass er all das nicht liebte - oh, das tat er! - sondern daran, dass er aus den Fängen seines Vaters kein Entkommen sah. Jetzt hatte er bloß wie ein Vogel den Käfig gewechselt, trank aus einem vergoldeten Spender und hatte vielleicht etwas mehr Platz, am Ende aber saß immer noch die alte Krähe auf seinem Käfig und wenn er sich heraus wagte, musste er das Picken und Hacken ertragen oder einfach wieder zurück hinter die Stäbe flüchten. Er hasste es.
„Habt Ihr Euren Frieden gefunden?“, ein Rucken seines Kinns in Richtung der Bankreihe und dem Altar verriet worauf er abzielte. „Gibt Euch das hier Frieden und Absolution?“, wollte er wissen und drehte sich, nun mit den Daumen lässig in seinen Waffengürtel eingehakt, um Sebastian herum weiter ins Innere.
