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An Ember in the Ashes
01.09.1016 - 19:00
Haus von Rabia
Devan Naharis Latifa Salibi

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Latifa Salibi
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Stand
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#4
Ihre Taktik war erfolgreich. Zur Seite gedrängt waren die Bilder von der Zerstörung und dem Leid, das Devan doch so viel unmittelbarer gesehen hatte und ihn dennoch scheinbar nicht in seiner Leistung zu beeinträchtigen schien. Latifa wusste, dass sie nach wie vor noch viel zu lernen hatte, doch wollte sie exakt diesen Punkt denn auch lernen? Wollte sie, dass sie der Tod von Kindern und Armen unberührt ließ, dass es nicht ihr Blut in Wallung setzte und sie in einen Zustand jenseits von gut und böse versetzte, das Bedürfnis zu verspüren, diese Ungerechtigkeit zu tilgen? Wenn der Palast eines Tages brennen sollte, so musste jemand das Feuer in der Hand halten. Und wenn sie selbst diese Flammen verzehren sollten, so wäre ihr Gewissen rein und ihr Herz frohlockend, dass die Geschichtsbücher gezwungen waren eine Zäsur niederzuschreiben, die ihr Volk erretten sollte. Keineswegs strebte sie nach Ruhm, nichts läge ihr ferner, doch sie wollte die Veränderung und diese am liebsten sofort.

So unmittelbar, wie sie sich gerade im Kampf neu ausgerichtet und damit Erfolg hatte. Eine Aktion und eine Reaktion, nichts leichter als das. Devan war nicht der einzige, der sie immer wieder zur Ruhe mahnte und ihren Fortschritt genauestens beobachtete. So war ein weiblicher Schatten wohl für den Moment eines langgezogenen Windstoßes hinter einem Fenster des oberen Stockwerks am Fenster verweilt und hatte selbst auf die Entfernung gesehen, wie die Gewalt von strömenden Wasser mit züngelndem Feuer umzugehen wusste. Latifa hatte Rabia nicht wahrgenommen, doch sie war nicht so naiv zu glauben, dass die Dame keine Kenntnis über alles besaß, was in diesem Haus vor sich ging. Doch von dem heutigen Triumpf wollte die junge Frau ihr am liebsten persönlich erzählen. In ihrer Selbstsicherheit glaubte sie nicht daran sich zu früh gefreut zu haben, als schließlich der zweite Schlag gegen sein Handgelenk traf und sich ein Zucken ihres Mundwinkels nicht verwehren konnte. Da war der kleine Augenblick, in dem sie ihn so weit hatte überraschen können, dass er die Vorausarbeit zur Austarierung des Gleichgewichts verpasst hatte. Einzelne Strähnen klebten von Schweiß an der Stirn, während ihre Augen fokussiert und lauernd die geringste Unsicherheit auszuloten versuchten. Latifa nutzte die Chance und setzte der strauchelnden Bewegung nach, indem sie ihm das wackelnde Steinbein mit einem energischen Fußschlag in Drehung wegzog, entgegen der Richtung, die dem Gleichgewicht eigentlich nützlich gewesen wäre. Der Ansprung nach vorne sollte sein letztes tun, indem Devan schließlich mit dem Rücken auf dem Boden und sie über seinen Oberkörper kniend landen sollte. Sie legte ihre Faust nahe seines Halses, als würde ein imaginäres Messer an die Kehle gehalten werden, um damit ihren Sieg schließlich zu besiegeln.

Das Adrenalin war phantastisch. Nun war es vorbei damit leise zu sein, denn der Atem ging schwer, das Lächeln auf ihren Lippen sprach von dem Stolz und der Euphorie, die ihr Sieg so eben auf einem Silbertablett präsentiert hatte, das Feuer in den Augen mäßigte sich von einem lodernden Waldbrand in ein sanftes Kerzenflimmern. Ihre freie Hand löste die Augenbinde und sanft glitten zwei Finger über seine Schläfe zum Haaransatz hinauf, um den Stoff von seinem Zweck zu befreien. Ihr eigener Kopf sollte die empfindlichen Pupillen dabei vor dem grellen Licht im Unterschied zu der Dunkelheit vorläufig abschirmen, bis sich seine Augen wieder an die sonnengeflutete Umgebung des Abends gewöhnt hatten. „Ob die Zeit gekommen ist, in der ich an deiner statt die Augenbinde zu tragen hätte?“, fragte sich Latifa selbst und schmunzelte erheitert, und streute gerne noch ein wenig Salz in die Wunde, die vermutlich gar nicht vorhanden war, und müsste ohnehin eingestehen, dass sie ihm auf diese Weise keineswegs das Wasser reichen konnte. Denn darin unterschieden sie sich ebenso, Latifa war eine schlechte Verliererin.
Immer noch den Schalk in den Augen, stieg die junge Frau in einer geschmeidigen Bewegung von ihm hinab und richtete sich auf. Trotz der Mühen des Kampfes schien ihr eine Leichtigkeit inne zu wohnen, die wohl den jungen Jahren geschuldet war. Doch selbstredend reichte sie ihrem Mentor die Hand dar, um ihm nicht nur behilflich zu sein, sondern auch zur Anerkennung sich dieser einschränkenden Herausforderung überhaupt gestellt zu haben.
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Nachrichten in diesem Thema
An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 11-05-2024, 10:15
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 11-05-2024, 23:14
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 26-05-2024, 04:36
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 02-06-2024, 19:42
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 08-06-2024, 07:45
RE: An Ember in the Ashes - von Latifa Salibi - 14-06-2024, 22:52
RE: An Ember in the Ashes - von Devan Naharis - 22-06-2024, 17:28

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