11-06-2024, 19:22 - Wörter:
Es war immer noch ein amüsiertes Lächeln, das auf seinen Lippen lag, als sie gemeinsam die schweren Pforte der Kirche hinter sich gelassen hatten. Joshua hatte seine auferlegte Aufgabe erledigt und wohl kaum jemand würde über die Minuten zu beginnen zu debattieren, wenn man von den wichtigen Pflichten eines Fürstensohns sprach. Und Sebastian gefiel die Antwort, die er ihm gegeben hatte. Ein entschlossener Mann also, der nicht davor zurückschreckte sich das zu nehmen, was ihm gefiel. Nun gut, das war einerseits nicht unbedingt eine Eigenschaft, die in diesen Adelskreisen allzu selten vorkam, andererseits machte es ihn leichter einschätzbar. Denn was ihn nicht interessierte, damit würde er sich wohl auch nicht beschäftigen.
Und somit konnte es einer Ehre gleich kommen hier zu seinem Beschützer vor dem widrigen Volk erhoben worden zu sein, nach wie vor ausgestattet mit dem Schwert, das ihn bei seinen Rundgängen begleitete. Manches Mal hing es gefühlt schwerer als an anderen Tagen an der Seite, als wolle es die Last seiner Aufgabe mit Gewicht nicht nur symbolisieren. „Ich stehe im Dienst der Krone, als Kommandant der Stadtwache in Spring’s Court“, führte er aus und zögerte dann einen kurzen Moment. War er gerade in Begriff wieder zu weitläufig zu erzählen und ihn damit zu langweilen, so dass es klüger wäre lieber gleich zu einer Kurzfassung zu kommen? Sebastian warf ihm einen Seitenblick zu, als er ein wunderschönes Pferd an den Zügel nahm, das offensichtlich nicht nur bestes Blut besaß, sondern auch ihm gehörte. Die Tiere der Fieldingzucht waren außergewöhnlich und wahrhaftig das edelste, was man in Walleydor erhalten konnte.
„Allerdings werde ich der Hauptstadt den Rücken kehren. Dort hält mich nichts und hier werde ich eher gebraucht.“ Also hatte er sich doch noch für die Kurzfassung entschieden, auch wenn er seinen Dienst in der Stadtwache noch nicht aufgelöst hatte. Das Gespräch mit seinem Mentor hatte allerdings bereits stattgefunden, in dessen Obhut und weitere Ausbildung hier übergeben zu werden, auf dass vielleicht eines Tages Sebastian selbst den Titel des Hauptmanns würde tragen können.
Wieder überspitzte Joshua seine Worte und Sebastian fragte sich, ob er unglücklich war. Trotz des Reichtums und all der Möglichkeiten, die ihm wohl aufgrund seines Namens und Rangs offen stand. Die Tavernen mochten weniger zu überraschen, denn natürlich waren da einerseits die Gerüchte, andererseits waren sie der Ort der Freuden, wenn man so wollte. „Bevorzugt Ihr Wein, Bier oder etwas anderes?“, fragte er dazu und schob einen größeren Kiesel unter seinen Stiefel bei Seite, der beim Auftritt beinahe bis in die Sohle hinein drückte. Die Bevölkerung mit weniger dicken Schuhen könnte sich ansonsten daran verletzten. Und doch war es weit mehr eine ablenkende Geste für sich selbst. „So soll es sein, dann werde ich heute Euer Beschützer sein.“ Die Andeutung einer Verneigung, bei der aber ein Lachen zurückgehalten werden musste, um nicht darüber schalkhaft das Gleichgewicht zu verlieren. Denn hier auf offener Straße galt es viel mehr die Positur zu wahren, als es an anderen Orten notwendig gewesen wäre. War sein Gesicht heute noch nicht bekannt genug, würde sich dies hoffentlich in den nächsten Wochen ändern.
Der Prinz in seinem Turm. „Die Stadt steht Euch nun zur Verfügung“, breitete Sebastian seine Arme aus und sah an dem Kopf des Pferdes vorbei zu ihm hinüber. „Und wenn Ihr wieder etwas anderes schmecken wollt, Euch nach erquickender Gesellschaft ist oder manch ein üblicher Geselle Euren Weg kreuzt, werden wir uns sicherlich wieder begegnen.“ Der Seitenpfad führte noch angenehm breit durch die Häuserfronten, vor denen kleine Stände ihre Köstlichkeiten von den Feldern und Gärten darboten, manch ein Schafhirte seine Wolle feil bot und bereits leise das mechanische Klackern eines Amboss gehört werden konnte. Die Stadt lebte, trotz allem, was sie erlebt hatte. Er wollte nicht, dass Joshua glauben musste, dass dieses Leben nicht auch ihn selbst erfüllen konnte.
„Ich werde nach Meadows zurückkehren, sobald meiner Versetzung stattgegeben wird. Und dann werde ich wie heute die Straßen patrollieren und mein Bestes tun, um mich den Sorgen und Bedenken der Bewohner anzunehmen. Dazu gehört auch Ihr. Sobald die hiesige Stadtwache aufgebaut ist, wird Euer Vater weit weniger zu befürchten und keinen Grund haben, Euch in ihrem Turm zu halten.“
Der Weg der kleinen Straße fiel ein wenig ab und neigte sich leicht nach rechts. Das Klacken des Amboss wurde lauter, doch es wurde nicht notwendig deswegen seine Stimme weiter zu erheben. „Habt Ihr Euch bereits entschieden, welcher der beiden Tavernen Ihr den Vorzug geben möchtet?“
Und somit konnte es einer Ehre gleich kommen hier zu seinem Beschützer vor dem widrigen Volk erhoben worden zu sein, nach wie vor ausgestattet mit dem Schwert, das ihn bei seinen Rundgängen begleitete. Manches Mal hing es gefühlt schwerer als an anderen Tagen an der Seite, als wolle es die Last seiner Aufgabe mit Gewicht nicht nur symbolisieren. „Ich stehe im Dienst der Krone, als Kommandant der Stadtwache in Spring’s Court“, führte er aus und zögerte dann einen kurzen Moment. War er gerade in Begriff wieder zu weitläufig zu erzählen und ihn damit zu langweilen, so dass es klüger wäre lieber gleich zu einer Kurzfassung zu kommen? Sebastian warf ihm einen Seitenblick zu, als er ein wunderschönes Pferd an den Zügel nahm, das offensichtlich nicht nur bestes Blut besaß, sondern auch ihm gehörte. Die Tiere der Fieldingzucht waren außergewöhnlich und wahrhaftig das edelste, was man in Walleydor erhalten konnte.
„Allerdings werde ich der Hauptstadt den Rücken kehren. Dort hält mich nichts und hier werde ich eher gebraucht.“ Also hatte er sich doch noch für die Kurzfassung entschieden, auch wenn er seinen Dienst in der Stadtwache noch nicht aufgelöst hatte. Das Gespräch mit seinem Mentor hatte allerdings bereits stattgefunden, in dessen Obhut und weitere Ausbildung hier übergeben zu werden, auf dass vielleicht eines Tages Sebastian selbst den Titel des Hauptmanns würde tragen können.
Wieder überspitzte Joshua seine Worte und Sebastian fragte sich, ob er unglücklich war. Trotz des Reichtums und all der Möglichkeiten, die ihm wohl aufgrund seines Namens und Rangs offen stand. Die Tavernen mochten weniger zu überraschen, denn natürlich waren da einerseits die Gerüchte, andererseits waren sie der Ort der Freuden, wenn man so wollte. „Bevorzugt Ihr Wein, Bier oder etwas anderes?“, fragte er dazu und schob einen größeren Kiesel unter seinen Stiefel bei Seite, der beim Auftritt beinahe bis in die Sohle hinein drückte. Die Bevölkerung mit weniger dicken Schuhen könnte sich ansonsten daran verletzten. Und doch war es weit mehr eine ablenkende Geste für sich selbst. „So soll es sein, dann werde ich heute Euer Beschützer sein.“ Die Andeutung einer Verneigung, bei der aber ein Lachen zurückgehalten werden musste, um nicht darüber schalkhaft das Gleichgewicht zu verlieren. Denn hier auf offener Straße galt es viel mehr die Positur zu wahren, als es an anderen Orten notwendig gewesen wäre. War sein Gesicht heute noch nicht bekannt genug, würde sich dies hoffentlich in den nächsten Wochen ändern.
Der Prinz in seinem Turm. „Die Stadt steht Euch nun zur Verfügung“, breitete Sebastian seine Arme aus und sah an dem Kopf des Pferdes vorbei zu ihm hinüber. „Und wenn Ihr wieder etwas anderes schmecken wollt, Euch nach erquickender Gesellschaft ist oder manch ein üblicher Geselle Euren Weg kreuzt, werden wir uns sicherlich wieder begegnen.“ Der Seitenpfad führte noch angenehm breit durch die Häuserfronten, vor denen kleine Stände ihre Köstlichkeiten von den Feldern und Gärten darboten, manch ein Schafhirte seine Wolle feil bot und bereits leise das mechanische Klackern eines Amboss gehört werden konnte. Die Stadt lebte, trotz allem, was sie erlebt hatte. Er wollte nicht, dass Joshua glauben musste, dass dieses Leben nicht auch ihn selbst erfüllen konnte.
„Ich werde nach Meadows zurückkehren, sobald meiner Versetzung stattgegeben wird. Und dann werde ich wie heute die Straßen patrollieren und mein Bestes tun, um mich den Sorgen und Bedenken der Bewohner anzunehmen. Dazu gehört auch Ihr. Sobald die hiesige Stadtwache aufgebaut ist, wird Euer Vater weit weniger zu befürchten und keinen Grund haben, Euch in ihrem Turm zu halten.“
Der Weg der kleinen Straße fiel ein wenig ab und neigte sich leicht nach rechts. Das Klacken des Amboss wurde lauter, doch es wurde nicht notwendig deswegen seine Stimme weiter zu erheben. „Habt Ihr Euch bereits entschieden, welcher der beiden Tavernen Ihr den Vorzug geben möchtet?“
