15-06-2024, 16:18 - Wörter:
Die Minuten verstrichen, während keiner von beiden wagte die seltsam beruhigende Stille zu durchbrechen. Beide hatten den Blick gen Himmel gerichtet, genossen und beobachteten das Aufblitzen eines jeden noch so kleinen Sterns. Muirín fühlte sich verbunden. Es war einer der wenigen Momente, in denen sie nicht das Gefühl hatte das schwarze Schaf der Familie zu sein, auch wenn sie objektiv betrachtet ganz genau wusste, dass sie das definitiv nicht war. Doch die Tatsache, dass sie als Frau eigentlich schon längst hätte verheiratet sein sollen und sie sich dieses Leben so gar nicht für sich selbst vorstellen konnte, verlangte der jungen Frau so einiges ab. Man mochte es kaum meinen, doch in dem hübschen Kopf gingen lauter Gedanken ein und aus, die ihr das Leben immerzu schwieriger machten, als es sein musste. Ihr älterer Bruder, der jede noch so kleine Gelegenheit nutzte, um deutlich zu machen, dass die Uhr tickte und ihr Vater, der sie mittlerweile die meiste Zeit nur noch ignorierte, weil er diesen Ballast an seinen Sohn abgetreten hatte. Muirín hatte immer gedacht sie sei einfach nur abenteuerlustig und hatte fälschlicherweise Spaß an den männlichen Vorzügen gefunden, doch eigentlich war es die Rebellion gegen das, was man von ihr verlangte. Der verzweifelte Versuch die Kontrolle zu behalten. Und wenn das im Umkehrschluss darin endete, dass die Rothaarige keinen Ehemann bekam, weil sie unrein und beschmutzt war, dann war das halt auch irgendwie eine Form von Kontrolle. Auch wenn sie sich gar nicht mal so sicher war, ob sie überhaupt bereit war diese Art von Konsequenzen zu tragen. Ehrlicherweise war sie jedoch nie jemand, der Entscheidungen nach reiflicher Überlegung getroffen hatte, sondern ein absoluter Bauchmensch.
Beinahe hatte sie den jungen Mann neben sich völlig vergessen. Hatte vergessen, dass er wenige Minuten zuvor mit toten Tiere vor ihrer Nase herumgewackelt hatte. Es gab in diesem Moment nichts außer diesen beiden Menschen, die sitzend in den Himmel starrten. Doch als die sanfte Stimme des Flachnàn die Stille durchbrach und sein Satz anfing mit 'erinnerst du dich...', schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Zwar versetzte ihr die Erwähnung ihrer Mutter einen schmerzhaften Stich in der Brust, doch auch sie dachte sehr gerne an solche Momente zurück. Ihre Mutter war liebevoll und zuvorkommend gewesen, schimpfte nur im äußersten Notfall und hatte kein einziges Mal ihre Kinder zu irgendwas wirklich gezwungen. Doch nach ihrem Tod schien es, als hätten einige Farben, die die Welt zuvor noch bunt und wunderschön gemacht hatten, mit ihr dieses Universum verlassen. Es war plötzlich getunkt in Grau- und Brauntöne. Hatte die wunderschönen bunten Farben verloren. "Ich erinnere mich noch ganz genau daran, dass du versucht hast Ana und mir Angst einzujagen, indem du von irgendwelchen wilden Tieren erzählt hast", fiel es ihr plötzlich wieder ein und sie quietschte leise nach der Erzählung auf. Es war wunderbar diese Erinnerungen am Leben zu erhalten. "Rory war schon immer... speziell. Er brauchte auch damals schon besonders viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es heute nur noch schlimmer damit geworden ist", murrte die Rothaarige und zuckte mit den Achseln. Ihr letztes Gespräch war nicht unbedingt friedlich verlaufen, doch mittlerweile hatte sie aufgegeben es ihrem Bruder recht zu machen. Obwohl sie sich gerade in solchen Momenten manchmal fragte, wie @"Ruaidhri Henaghen" so verkopft hatte werden können. Damals, als sie noch Kinder waren, da war ihr Verhältnis noch nicht so zerrüttet gewesen wie heute.
"Ehrlich gesagt denke ich viel zu selten an Mutter. Es tut die meiste Zeit über einfach viel zu weh. Aber es ist schön alte Erinnerungen am Leben zu erhalten, denn so lebt auch irgendwie ein Teil von ihr in uns weiter", flüsterte sie leise und drehte ihren Kopf zur Seite, sodass sie Gareth tief in die Augen blicken konnte. "Ich vermisse sie auch sehr. Sie war ein wundervoller Mensch", kam es sanft über ihre Lippen und sie schenkte ihm ein ehrliches Lächeln. "Musst du uns verlassen?", stellte sie nun endlich die Frage, die ihr schon seit Tagen auf der Seele lastete. Seit die Hohepriesterin vor ca zwei Wochen der Familie Henaghen einen Besuch abgestattet hatte und nur so kryptische Sätze von sich gegeben hatte, hatte die Prinzessin Sorge darum, dass Gareth nun aufgrund seiner Herkunft zu einem Leben gezwungen wollte, dass er vielleicht gar nicht führen wollte...
Beinahe hatte sie den jungen Mann neben sich völlig vergessen. Hatte vergessen, dass er wenige Minuten zuvor mit toten Tiere vor ihrer Nase herumgewackelt hatte. Es gab in diesem Moment nichts außer diesen beiden Menschen, die sitzend in den Himmel starrten. Doch als die sanfte Stimme des Flachnàn die Stille durchbrach und sein Satz anfing mit 'erinnerst du dich...', schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Zwar versetzte ihr die Erwähnung ihrer Mutter einen schmerzhaften Stich in der Brust, doch auch sie dachte sehr gerne an solche Momente zurück. Ihre Mutter war liebevoll und zuvorkommend gewesen, schimpfte nur im äußersten Notfall und hatte kein einziges Mal ihre Kinder zu irgendwas wirklich gezwungen. Doch nach ihrem Tod schien es, als hätten einige Farben, die die Welt zuvor noch bunt und wunderschön gemacht hatten, mit ihr dieses Universum verlassen. Es war plötzlich getunkt in Grau- und Brauntöne. Hatte die wunderschönen bunten Farben verloren. "Ich erinnere mich noch ganz genau daran, dass du versucht hast Ana und mir Angst einzujagen, indem du von irgendwelchen wilden Tieren erzählt hast", fiel es ihr plötzlich wieder ein und sie quietschte leise nach der Erzählung auf. Es war wunderbar diese Erinnerungen am Leben zu erhalten. "Rory war schon immer... speziell. Er brauchte auch damals schon besonders viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es heute nur noch schlimmer damit geworden ist", murrte die Rothaarige und zuckte mit den Achseln. Ihr letztes Gespräch war nicht unbedingt friedlich verlaufen, doch mittlerweile hatte sie aufgegeben es ihrem Bruder recht zu machen. Obwohl sie sich gerade in solchen Momenten manchmal fragte, wie @"Ruaidhri Henaghen" so verkopft hatte werden können. Damals, als sie noch Kinder waren, da war ihr Verhältnis noch nicht so zerrüttet gewesen wie heute.
"Ehrlich gesagt denke ich viel zu selten an Mutter. Es tut die meiste Zeit über einfach viel zu weh. Aber es ist schön alte Erinnerungen am Leben zu erhalten, denn so lebt auch irgendwie ein Teil von ihr in uns weiter", flüsterte sie leise und drehte ihren Kopf zur Seite, sodass sie Gareth tief in die Augen blicken konnte. "Ich vermisse sie auch sehr. Sie war ein wundervoller Mensch", kam es sanft über ihre Lippen und sie schenkte ihm ein ehrliches Lächeln. "Musst du uns verlassen?", stellte sie nun endlich die Frage, die ihr schon seit Tagen auf der Seele lastete. Seit die Hohepriesterin vor ca zwei Wochen der Familie Henaghen einen Besuch abgestattet hatte und nur so kryptische Sätze von sich gegeben hatte, hatte die Prinzessin Sorge darum, dass Gareth nun aufgrund seiner Herkunft zu einem Leben gezwungen wollte, dass er vielleicht gar nicht führen wollte...
